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Schichtarbeit bei Schwerbehinderung ( ALG1 )

seekirchen

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#1
Hallo zusammen,

mein SB erwartet von mir, das ich mich auf eine Stelle mit Schichtarbeit bewerbe.

Habe bisher noch nie in Schicht gearbeitet, bin 80 % schwerbehindert und 58 Jahre alt.

Beziehe ALG1.

Gibt es besondere Zumutbarkeitregeln für Menschen mit Behinderung ??
Wenn ja, wo finde ich diese ??

Danke für eure Antworten.

Gruß
 

Fritz Fleißig

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#2
Besondere Zumutbarkeitsregeln für Schwerbehinderte als solche gibt es nicht. Eine Schwerbehinderung kann schließlich ganz verschiedene Ursachen haben.

Aber: bei 80 % Schwerbehinderung und in deinem Alter werden dir sicher diverse Tätigkeiten gesundheitlich gar nicht mehr zumutbar sein. Sprich mal umgehend mit deinem Arzt darüber. Mit einiger Wahrscheinlichkeit wird er Schichtarbeit in diesem Alter für dich als unzumutbar ansehen. So etwas können besser Jüngere machen.

Deinen Arbeitsvermittler weist du in diesem Fall dann (schriftlich mit Zugangsnachweis) darauf hin, daß bei dir gesundheitliche Einschränkungen bestehen, welche Schichtarbeit nach Ansicht deines Arztes unzumutbar machen. Der Vermittler möge bitte zeitnah eine Untersuchung beim Ärztlichen Dienst veranlassen, damit dies verbindlich festgestellt wird. Solange dies nicht endgültig geklärt ist, kann meiner Ansicht nach auch keine Bewerbung auf solche Tätigkeiten verlangt werden.

Gesundheitliche Einzelheiten besprichst du nur mit dem Ärztlichen Dienst, nicht mit dem Arbeitsvermittler.

Wenn ich mich nicht täusche, sollte für die Arbeitsvermittlung Schwerbehinderter auch eine besondere Abteilung der Arbeitsagentur zuständig sein, der so etwas eigentlich bewußt sein sollte. Ist das bei dir nicht der Fall?
 

Muzel

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#3
Generelle Beschäftigungsverbote für Schwerbehinderte würde eine Diskriminierung und eine Einschränkung des Art. 12 GG darstellen. Generell hat man als Schwerbehinderter Anspruch auf Nachteilsausgleich. Welche Arbeiten ein Schwerbehinderter machen kannst oder nicht, ist eine Einzelfallentscheidung.
 

seekirchen

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#4
Danke für eure Antworten.
@Fritz Fleißig
Mein SB stellte noch nicht einmal in meinem Profil der Jobbörse meine Behinderung mit ein.
Denke, der kannte sich im Bereich der Schwerbehinderung sicher nicht aus.
Auf meine Reklamation hin wurde es geändert und plötzlich habe ich auch einen anderen SB.
Hoffe es ist einer, der für Menschen mit Behinderung zuständig ist.
Das mit der ärztlichen Bestätigung werde ich mit meinem Arzt einmal durchsprechen.

Bin halt neu in der Zusammenarbeit mit der AfA und werde wohl noch viel lernen und hier fragen müssen.

Gruß
 

wolfmuc

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#5
Hoffe es ist einer, der für Menschen mit Behinderung zuständig ist
... das sollte ein Fallmanager sein ... bei gdb 80

viel Glück

lg
 

Muzel

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#6
Ein Arzt muss entscheiden, was für einen SB (bezüglich der Stellvorschläge)zumutbar ist, Das ist anders bei dei dem MuSchuG. Aber dies ist ist zeitlich begränzt, was nicht heißt, dass es bei einem Betroffenen erhebliche Nachteile verschafft. Aber das SGB 9 ist nicht mit dem MuSchuG vergleichbar.
 

saurbier

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#7
Hallo,

zumindest hier vor Ort ist und war es noch Anfang der Woche eine Reha-SB ei mir.

Ist doch eigentlich auch üblich, dass Schwerbehinderte abseits der normalen SB´s betreut werden, da hier meistens erhebliche gesundheitliche Einschränkungen einer Arbeitsvermittlung im Wege stehen.

Sollte ich Schicht machen, dann würde ich mir einfach am nächsten Morgen eine AU vom Hausarzt holen, Gründe dürfte man doch schnell finden.


Gruss saurbier
 

seekirchen

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#8
Hallo Sauerbier,

danke für deine Antwort.

Bei mir ist wohl von Anfang an etwas falsch gelaufen.

Ich hatte bis gestern einen SB, der meiner Meinung nach nicht für Schwerbehinderte zustängig war.

Glaube ich zumindestens, denn nach einem Anruf bei der AfA und der Bitte um Klärung, warum in meinen Daten der Jobbörse nicht meine Behinderung angegeben ist, erhielt ich umgehend einen anderen SB und einen Termin zur persönlichen Vorsprache.
Mein alter SB wollte unbedingt, das ich mich auf eine Stelle im Schichtbetrieb bewerbe.
Meine Argumente, das ich wohl nicht in der Lage sei, diese Schichtarbeit zu verrichten, wurden mit der Begründung, das ich doch, wenn es zu einer neuen Anstellung kommen soll, flexibeler werden müsse.

Da wie schon geschrieben, das alles für mich Neuland ist, lies ich mich darauf ein und habe eine Bewerbung losgeschickt.
Das gleiche ist meiner Meinung auch mit der Anzahl der wöchentlichen Bewerbungen. ( 3 St. /Woche )
Ich weiß garnicht, wo ich die Firmen alle hernehmen soll um mich dort zu bewerben.
Da ich ja eh in 2 Jahren in Rente gehe, und diese auch erklärt habe, weiß ich nicht, was der ganze Zirkus soll.

Hoffe das ich mit dem neuen SB besser zurecht kommen werde.

Gruß
 

saurbier

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#9
Hallo seekirchen,

ja die lieben SB´s.

Na klar, wollen die von Behinderungen nichts wissen, erst recht nicht im Onlineauftritt. Das würde doch das gute Bild zurecht rücken und damit eine schnelle Vermittlung verhindern.

Nein, auch dein Onlineauftritt muss der Wahrheit entsprechen, denn eine verschwiegene Schwerbehinderung kann auch im nachhinein eine Vertragsauflösung bewirken.

Wenn der neue Chef nicht fragt, ist gut, ansonsten angeben.

3 Berwerbungen pro Woche, na das ist zuviel.

Hier gibt es inzwischen Urteile, welche eindeutig aussagen das du nicht übervorteilt werden darfst.

In der Regel solltest du bis zu 8 Bewerbungen im Monat schreiben.

Der SB soll in der EGV dabei immer berücksichtigen wieviel offene Arbeitsangebote überhaupt vorliegen, also wo nichts ist - kann man auch nichts fordern.

Wenn du in 2 Jahren eh in Rente gehst, dann würde ich an deiner Stelle jetzt genügsam auf diese hin arbeiten.

Also überlege dir mal, du hättest 2 Jahre ALG-I Zeit, bist Schwerbehindert womit sicherlich erhebliche gesundheitliche Einschränkungen vorliegen die ggf. öffters in eine AU übergehen könnten. Dem gegenüber steht dann die Realität der Arbeitsangebote in deinem bisherigen Beruf.

Gibt es da nicht viele, dürfte man sicherlich nicht gerade auf dich warten.


Gruss saurbier
 

seekirchen

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#10
Hallo Sauerbier,

genau so sehe ich es auch.

Muß mir aber erst noch ein dickes Fell wachsen lassen um auch richtig gegenzusteuern.

Aber wie heißt es so schön, mann wächst mit seinen Aufgaben.

Hoffe sehr, das ich mit dem neuen SB besser reden kann und zurechtkomme.

Gruß
 

saurbier

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#11
Hallo seekirchen,

ich würde mich jetzt beim neuen SB/Fallmanager gar nicht erst auf eine EGV einlassen und noch weniger unterschreiben.

Bei einem 80% Schwerbehinderten kann ich mir eigentlich auch nicht vorstellen das der daraufhin (Verweigerung der Unterschrift auf EGV) einen VA (Verwaltungsakt) erlässt.

In deinem Fall müsste man doch vor einer EGV eh zuerst einmal durch den äD (ärztlichen Dienst) feststellen lassen, wozu du beruflich überhaupt noch in der Lage bist, bzw. welche gesundheitlichen Ausschlusskriterien zutreffen.

Darüber hinaus, bedenke bitte alle medizinischen Unterlagen die ggf. angefordert werden, nur dem äD und auf keinen Fall einem SB zu übergeben (Datenschutz).

Sollte der äD sein Gutachten dann abgeben, dann weiss der SB/Fallmanager für welche Arbeit du noch in der Lage bist. Dabei könnte dann ggf. der obligatorische "Pförtner" heraus kommen.

Auf den würde ich mich auch nicht einlassen, da es diesen so gut wie nirgends mehr gibt und wenn, dann von Sicherheitsfirmen ausgeführt wird. Da aber braucht man dann wieder einen speziellen Ausbildungsnachweis.

Also lass dich nicht so einfach über den Tisch ziehen, frag hier lieber einmal mehr nach.



Gruss saurbier
 

seekirchen

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#12
Hallo Sauerbier,

danke für deine Hinweise.

Melde mich gerne wieder hier um Hilfe zu bekommen.

Gruß
 
E

ExitUser

Gast
#13
Schon ein entsprechendes ärztliches Attest, z.B. vom Hausarzt, würde Dich erstmal vor Schichtarbeit bewahren.
 

gizmo

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#14
Habe bisher noch nie in Schicht gearbeitet, bin 80 % schwerbehindert und 58 Jahre alt.

Beziehe ALG1.

Gibt es besondere Zumutbarkeitregeln für Menschen mit Behinderung ??

Ja, du hast auch eine höhere Entscheidungsfreiheit.
-----------


Wenn ja, wo finde ich diese ??

SGBIX
----------

Danke für eure Antworten.

Gruß
Hallo, stehe etwas unter Druck, daher ganz kurz. Wenn du der Meinung bist das du diese Arbeit nicht ausführen kannst, egal warum auch, solltest du einen beruflichen A - Reha Antrag stellen. Ich schätze der wurde noch nicht gestellt, hier wird die Verwendung zum ersten Arbeitsmarkt überprüft und Amtsarzt entscheidet dann was du für Arbeit machen darfst.

Ausserdem Ruht für die Zeit jede Vermittlung durch das JC, es sei denn du willst es nicht, sprich keine EGV.

Hoffe konnte helfen, wenn du Fragen hast, Frage.
 

saurbier

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#15
Hallo gizmo,

wozu entsprechenden A-Reha-Antrag.

Wenn der TE jetzt beim Fallmanager gelandet ist, dann ist dies eh seine Aufgabe vorab durch den äD prüfen zu lassen, welche gesundheitlichen Einschränkungen eine Vermittlung auf dem 1. Arbeitsmarkt entgegen stehen.

Bei einem Antragsteller welche dazu noch 80% Schwerbehindert ist umsomehr, denn schon ausgehend dem Umstand des Schwerbehindertenausweises dürften diverse Arbeiten gar nicht mehr zumutbar sein.

Hier muss der TE nur hartnäckig genug entgegen treten.

Ich war am Monatsanfang auch bei der Reha-Fallmanagerin geladen, als ich der dann sagte das ich zur Zeit 100% Schwerbehindert bin, darüber hinaus bereits seit 1998 BU-Rentner und jetzt wegen dem verschlossenen Arbeitsmarkt eben die volle EMR - Arbeitsmarktrente erhalte, hat sie meine Akte umgehend geschlossen und meinte nur das man sich seitens der AfA 3 Monate vor Auslaufen der Rente wieder bei mir melden würde.

Denen fällt für uns eh nur "Pförtner" ein und auf sowas müssen wir uns nicht mehr einlassen, dank BSG-Urteil.

Leider kommen manche Fallmanager beim Personenkreis Ü50 aber immer noch auf die Idee man könnte was mit INGA reissen, welch ein Quatsch.

Für den TE spricht aber neben seinem Alter im besonderen die 80%ige Schwerbehinderung.

Sollte sich da der Fallmanager wirklich uneinsichtig zeigen, nun gut, dann gibt es sicherlich den Hausarzt der eine passende AU austellen wird weil die eine oder andere Behinderung aktuell erhebliche Schmerzen ausübt, bzw. ein Attest das die vorgesehene neue Tätigkeit als auf Dauer eben nicht durchführbar erklärt.

Dann muss der Fallmanager eben doch den äD zur Abklärung einschalten.


Gruss saurbier
 
E

ExitUser

Gast
#16
Letzte Nacht habe ich (freiwillig) ein Probearbeiten absolviert. Bedingungen ganz anders, als im Gespräch vorher von der Personalabteilung geschildert.

Stundenlohn bei Eignung 8 Euro, Sieben-Mann-Team plus brüllendem Chef, 12 Stunden fast ohne Pause auf den Beinen.

Jetzt habe ich dicke, schmerzende Füße, kann keine normalen Schuhe anziehen. Prima.
Geht mit meinem Diabetes gar nicht.

Naja, ich hab's eben mal versucht.

:icon_stop:
 
E

ExitUser

Gast
#17
...und heute morgen eine neue Bewerbung. Da habe ich sowas wie o.g. aber gleich im Anschreiben ausgeschlossen....... solche Ver.a.r.s.c.h.e! :icon_stop:
 

saurbier

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#18
Hallo Cerberus,

warum machst du sowas freiwillig mit.

Du hast Diabetis.

Wie schnell kann da mal der Zuckerspiegel weg rutschen.

ich hatte früher einen Kollegen der musste mehrmals täglich kontrollieren und ggf. spritzen. Wenn es dem nicht gut ging, dann sass der in der Kantiene und machte sich sein Essen, oder erholte sich etwas.

Gut, es war ein Mitarbeiter der seits der Firmengründung dabei war und die Chefs kannten seine Krankheit, wollten aber auf seine Arbeit nicht verzichten.

Ich würde da erst mal mit dem Hausarzt reden, was du überhaupt arbeiten kannst.


Gruss saurbier
 
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