Scheidung - wer zahlt?

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Syamarasa

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Hallo, eine Freundin von mir möchte sich von ihrem Ex scheiden. Sie bezieht Alg2 und er is Angesellt.

Bei einer Beratung wurde ihnen gesagt, dass wenn sie den Antrag auf Scheidung stellt, dann muss sie die Kosen nicht selbst tragen. Allerdings kann es passieren, dass nach 2 Jahren geschaut wird ob sie genug Einkommen hat, und wenn ja, dann müsste sie das zurück zahlen. Wenn nein, dann wird nach noch 2 Jahren noch mal überprüft. Wenn sie dann immer noch nicht auchreichend Einkmmen hat, werden die Gerichskosten erlassen.

Aber im Fall dass sie genug verdient, was passieren könnte, müsste sie das alles zurückzahlen. UNd sie vertaut ihrem Ex nicht, dass er dann auch die Hälfte übernehmen würde.

Wenn er die Scheidung einleitet, dann müssten sie auf jeden Fall jetzt zahlen.

Stimmt das so? Oder gibt es Wege die Gerichtskosten zu umgehen???
 
E

ExitUser

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Gerichtskosten und Anwaltskosten: entweder eine Rechtschutzversicherung, wovon ich nicht ausgehe das so Eine die das abdeckt existiert in dem Fall oder Antrag stellen beim Rechtspfleger des Familiengerichts auf Prozesskostenbeihilfe. Die Erstberatung beim Anwalt übernehmen die meisten RSV.´s, danach meistens nix mehr.

Die Anwälte melden meist den Höchstbetrag den sie nehmen dürfen.
Also Gesamtkostenvoranschlag aushandeln beim RA. Damit lässt sich auch die PKH besser beantragen. Meist muss man in Vorlage treten. Ist aber nur meine Erfahrung. Hab das schon 2 x durch.
Money corrupts Souls, always.
 

Ollunddoll

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Hallo, eine Freundin von mir möchte sich von ihrem Ex scheiden. Sie bezieht Alg2 und er is Angesellt.

Dann muss zunächst die sogenannte räumliche Trennung von Tisch und Bett erfolgen, d.h. einer sollte ausziehen. Dabei wird der Hausrat dann aufgeteilt.
Damit beginnt das "Trennungsjahr", also über das Datum sollten sich beide Ehepartner einig sein.


Bei einer Beratung wurde ihnen gesagt, dass wenn sie den Antrag auf Scheidung stellt, dann muss sie die Kosen nicht selbst tragen. Allerdings kann es passieren, dass nach 2 Jahren geschaut wird ob sie genug Einkommen hat, und wenn ja, dann müsste sie das zurück zahlen. Wenn nein, dann wird nach noch 2 Jahren noch mal überprüft. Wenn sie dann immer noch nicht auchreichend Einkmmen hat, werden die Gerichskosten erlassen.

Erst nach 1 Jahr Trennung kann einer von beiden die Scheidung einreichen, es geht sogar, daß man dabei einen gemeinsamen Anwalt hat.

Die Kosten für eine Scheidung müssen, zumindest soviel mir bekannt ist, immer zurück gezahlt werden, hier gibt es Prozeßkostenbeihilfe nur als Darlehen. Ich konnte das in 5-€-Raten abzahlen. Umgehen oder aushebeln kann man das nicht.

Aber im Fall dass sie genug verdient, was passieren könnte, müsste sie das alles zurückzahlen. UNd sie vertaut ihrem Ex nicht, dass er dann auch die Hälfte übernehmen würde.

Wenn er die Scheidung einleitet, dann müssten sie auf jeden Fall jetzt zahlen.

Scheidung kann, wie oben schon gesagt, erst nach Beendigung des sogenannten Trennungsjahres eingereicht werden. Eine Härtefallregelung (sofortige Scheidung) ist schwer nachzuweisen, dazu gehört dann häusliche Gewalt, oder ähnliches.

Stimmt das so? Oder gibt es Wege die Gerichtskosten zu umgehen???


Heirat und Scheidung sind reine Privatangelegenheiten, daher haben die meisten Rechtsschutzversicherungen Scheidung auch ausgeschlossen.
 

hartaber4

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§ 138 FamFG Beiordnung eines Rechtsanwalts

(1) Ist in einer Scheidungssache der Antragsgegner nicht anwaltlich vertreten, hat das Gericht ihm für die Scheidungssache und eine Kindschaftssache als Folgesache von Amts wegen zur Wahrnehmung seiner Rechte im ersten Rechtszug einen Rechtsanwalt beizuordnen, wenn diese Maßnahme nach der freien Überzeugung des Gerichts zum Schutz des Beteiligten unabweisbar erscheint; § 78c Abs. 1 und 3 der Zivilprozessordnung gilt entsprechend. Vor einer Beiordnung soll der Beteiligte persönlich angehört und dabei auch darauf hingewiesen werden, dass und unter welchen Voraussetzungen Familiensachen gleichzeitig mit der Scheidungssache verhandelt und entschieden werden können.


(2) Der beigeordnete Rechtsanwalt hat die Stellung eines Beistands.
 
S

silka

Gast
Erst nach 1 Jahr Trennung kann einer von beiden die Scheidung einreichen, es geht sogar, daß man dabei einen gemeinsamen Anwalt hat.
Nein, es kann auch eher sein.
Aber hier sind beide längst getrennt und sie kann die Scheidung einreichen, weil sie sich scheiden lassen will.
Sie kann das mit dem gemeinsamen RA dem Mann vorschlagen. Wenn der ihr nicht traut, zahlt er sicher gern sehr viel mehr für *seinen* RA.

Vielleicht erklärt ein Rechtskundiger auch nochmal, wann und wie das mit dem (billigen) *Fluranwalt* läuft und ob das für die Freundin eine Option wäre.
 

rechtspfleger

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Eine Rechtsschutzversicherung bezahlt keine Scheidung, wie hier schon richtig gesagt wurde.

Bei einer Scheidung benötigt der/die Antragsteller/in auf jeden Fall einen Rechtsanwalt. Wenn die Freundin als Antragstellerin auftritt, kann sie dafür Verfahrenskostenhilfe beantragen. Bei Bezug von ALG II wird diese ratenfrei bewilligt werden, sie muss aber noch vier Jahre nach Verfahrensbeendigung Auskunft über Einkommen und Vermögen erteilen, so dass bei zwischenzeitlicher Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gegebenenfalls Raten zurückzuzahlen sind.

Der Antragsgegner benötigt in Standardfällen an sich keinen Rechtsanwalt (§ 114 Abs. 4 Nrn. 3, 7 FamFG). Der "Fluranwalt" kann und muss hinzugezogen werden, wenn zur Beschleunigung der Angelegenheit ein Rechtsmittelverzicht erklärt werden soll. Wenn es nicht drängt, sollte man davon Abstand nehmen, denn es bitte auch nicht zu vergessen, dass der "Fluranwalt" selbstverständlich Geld für seine Tätigkeit verlangen kann.

Der gemeinsame Rechtsanwalt in Scheidungssachen ist ein verbreiteter Irrglaube. Es können vielleicht noch beide zu einem Rechtsanwalt gehen, um sich in allgemeiner Weise die Konsequenzen der Scheidung erläutern zu lassen. Sobald es aber um irgendwelche Detailfragen geht, ist damit Ende, denn es würde eine unzulässige Interessenkollision bedeuten, da der Rechtsanwalt nur einer Seite zu Diensten sein darf.

In Scheidungssachen werden die Kosten bei Scheidung der Ehe gegeneinander aufgehoben § 150 Abs. 1 FamFG, was bedeutet, dass jeder nur die eigenen Anwaltskosten und die hälftigen Gerichtskosten bezahlen muss (sofern Verfahrenskostenhilfe bewilligt wurde, dann eben unter der Voraussetzung, dass eine Ratenzahlung angeordnet wird).
 
S

silka

Gast
In Scheidungssachen werden die Kosten bei Scheidung der Ehe gegeneinander aufgehoben § 150 Abs. 1 FamFG, was bedeutet, dass jeder nur die eigenen Anwaltskosten und die hälftigen Gerichtskosten bezahlen muss (sofern Verfahrenskostenhilfe bewilligt wurde, dann eben unter der Voraussetzung, dass eine Ratenzahlung angeordnet wird).
Danke sehr für die Erklärung.
Dann könnte das hier eine sehr kostengünstige Scheidung werden.
Die Antragstellerin wäre die Freundin, beantragt VK-Hilfe. Nimmt einen RA für das Nötigste.
Der Antragsgegner (ist der überhaupt einer oder auch einverstanden??) nimmt sich zum Scheidungstermin einen preiswerten cash-Fluranwalt, die Scheidung selbst ist in 20 min vom Tisch.
Könnte so laufen.
Aber mir ist natürlich bekannt, dass RA auch Geld verdienen wollen;-)
 

hartaber4

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Dass das auch einfacher geht sieht man an dem dänischen Beispiel:

Mit einer Gesetzesänderung hat Dänemark ein vereinfachtes Vorgehen bei Scheidungen eingeführt. Neu ist, dass von nun an kein Gang zu einem Amt oder Gericht mehr nötig ist – sofern beide Partner mit der Auflösung der Ehe einverstanden sind und sich über die Bedingungen einig sind. Ein Gerät mit Internetzugang reicht völlig aus.

Liberales Dänemark: Scheidung per Mausklick - Panorama Nachrichten - NZZ.ch
 

burki

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Hi,
Der gemeinsame Rechtsanwalt in Scheidungssachen ist ein verbreiteter Irrglaube.
nein, bei einer einvernehmlichen Scheidung geht das durchaus problemlos (hatte es bei meiner Scheidung genauso gemacht).
Zu beachten ist, dass je nach Bundesland die Kosten durchaus drastisch unterschiedlich sein können (hatten deshalb BW und nicht Bayern gewählt).
Ohne Details (Ehevertrag, Kinder, Vermögen,...) zu kennen, kann man aber IMHO eh keine validen Aussagen tätigen...
 
L

Lieschen69

Gast
Hallo,
ich kann nur sagen, das es bei mir so war (2009), das unsereins selbst zu wenig zum leben hatte und der Noch - Exmann erstmal Trennungsunterhalt zahlen musste. Als ich die Scheidung einreichten wollte, hatte meine Anwältin mit mir geschimpft und erklärt, das sollte ich im Leben nicht machen. Die Scheidung sollte der Ex Mann einreichen, denn solange er das nicht tut, muss er auch weiterhin Trennungsunterhalt zahlen. Davon ab konnte er das erst frühestens drei Monate vor 12monatiger, nachgewiesener Trennungszeit. Also sollte der liebe Noch - Ehemann bei deiner Freundin wohl eher die Scheidung einreichen, nicht sie. Und ausserdem geht es bei der Scheidung dann noch um Scheidungsunterhalt... dieser wird meist mit der Scheidung verhandelt und noch am selben Tag gerichtlich festgehalten. Man sollte sich allerdings vor Scheidungstermin über die Höhe des Unterhaltes klar sein.... Unsereins musste deswegen nämlich zwei mal bei Gericht erscheinen, da er sich nich einigen konnte. Richter sagte damals, vor gemeinsamer Einigkeit gäbe es Scheidung ! Ich musste PKH beantragen und auch die Scheidungskosten selbst bezahlen, EX Mann hatte eine Rechtschutz und hat auch nur einen Beratungstermin bezahlt bekommen. Jeder sollte einen eigenen Anwalt nehmen und jeder hat auch für seine Kosten selbst aufzukommen. Es sei denn der Verdiener der beiden übernimmt z. B. die ganzen Kosten, was man ja z. B. vom Unterhalt abziehen kann.
 

biddy

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Lieschen69 meinte:
das unsereins selbst zu wenig zum leben hatte [...] Ich musste PKH beantragen und auch die Scheidungskosten selbst bezahlen

"selbst zu wenig zum Leben" ... Du hast also damals Alg II bezogen oder wie meintest Du das?

Ich selbst habe keinen einzigen Cent für meine Scheidung (und vorhrige Verfahren wg. gemeinsamer Kinder, Unterhalt, Aufenthalt usw. - zig Aktenzeichen) gezahlt.

Bin damals direkt nach der Trennung (2006) - noch im gemeinsamen Haushalt lebend - zu einer Anwältin für Familienrecht bzw. dann bei Auszug des Ex kurze Zeit später zum Jobcenter wg. Alg-II-Antrag. Beratungshilfeschein - hat die Anwältin, die "Gutste" und überhaupt der Ruhepol für mich in der Anfangszeit, sich drum gekümmert. Scheidung war einige Jahre später (eingereicht natürlich von ihm). 2-3 Mal wurde mein aktuelles Einkommen abgefragt (hat auch die Anwältin sich drum gekümmert - ich hab' ihr eine Kopie des Alg-II-Bescheids zugeschickt und halt das entsprechende Formular unterschrieben) und das war's. PKH war ja bewilligt für jedes einzelne Verfahren und mein Ex (nicht hilfebedürftig; allerdings nicht in Geld schwimmend mit 3/4-Stelle) konnte seine "Gerichtskosten" - soweit ich weiß - in Raten abstottern und musste auch nur einen Teil bezahlen. Was seine Anwaltskosten anging ... keine Ahnung.
 
S

silka

Gast
Hallo,ich kann nur sagen, das es bei mir so war
Da hamersch wieder----bei jedem isses anders und jeder RA sagts wieder anders.
Wahrscheinlich liegts doch daran, daß wir alle nicht miteinander verheiratet waren und jeder andere Anwälte hatte und sowieso--
---es kommt halt drauf an.
ich *durfte* z.B. schon nach 5Monaten Trennung geschieden werden, nix mit immer mind. 1 Trennungsjahr, auch nix mit Trennungs-oder Scheidungsunterhalt.
also:
die Freundin der TE sollte doch mal in so eine *Frauen-wollen-sich scheiden-lassen-Seite* gucken. da gibts 1001 hilfreiche Tips. Von Frauen, von RAinnen, von geschiedenen Frauen.
Viel Glück!!
 

rechtspfleger

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Hi,

nein, bei einer einvernehmlichen Scheidung geht das durchaus problemlos (hatte es bei meiner Scheidung genauso gemacht).
Zu beachten ist, dass je nach Bundesland die Kosten durchaus drastisch unterschiedlich sein können (hatten deshalb BW und nicht Bayern gewählt).
Ohne Details (Ehevertrag, Kinder, Vermögen,...) zu kennen, kann man aber IMHO eh keine validen Aussagen tätigen...

Der hat dann vielleicht irgendwelche allgemeine außergerichtliche Beratung erteilt, aber vor Gericht darf er nicht Antragsteller/in und Antragsgegner/in vertreten.

Die Kosten richten sich nach dem RVG, egal, ob Flensburg oder Freiburg. Nur das außergerichtliche Beratungshonorar ist freigegeben.
 
R

Rounddancer

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Der gemeinsame Rechtsanwalt in Scheidungssachen ist ein verbreiteter Irrglaube. Es können vielleicht noch beide zu einem Rechtsanwalt gehen, um sich in allgemeiner Weise die Konsequenzen der Scheidung erläutern zu lassen. Sobald es aber um irgendwelche Detailfragen geht, ist damit Ende, denn es würde eine unzulässige Interessenkollision bedeuten, da der Rechtsanwalt nur einer Seite zu Diensten sein darf.

Jain. Was mit "Gemeinsamer Rechtsanwalt" gemeint ist:
Wenn das Paar sich EINIG ist, dann nimmt entweder sie oder er den Anwalt,- und die Kosten werden dann hälftig geteilt,- die Kosten für das Gericht werden sowieso hälftig geteilt.

Ja, in Scheidungssachen herrscht Anwaltspflicht. Das bedeutet: Es braucht einen Rechtsanwalt, um die Scheidung zu beantragen.
Und der darf nur seinen Mandanten (m/w) vor Gericht vertreten.

Wenn der Scheidungspartner (m/w) selbst vor Gericht Anträge stellen will, dann muß auch er von einem Anwalt vertreten sein.
Ist er das nicht, muß er bei Gericht schweigen.

Darum, mit "Gemeinsamem Anwalt" versteht man, daß das Paar sich völlig einig ist, daß alle der wichtigen fünf, sechs Bereiche in gegenseitigem Einverständnis geregelt sind. Und man sich so Kosten spart und diese teilt.

Meine Ex und ich, drei Kinder, haben das auch so gemacht.
Als nach der Eheberatungsphase klar war, daß wir um die Scheidung nicht herumkommen würden, setzte ich mich drei Abende lang in einen Vortrag eines Familienrechts-Anwalts bei der Volkshochschule, und schrieb alles mit, was so wie zu regeln wäre.

Dann setzte ich mich mit meiner Ex zusammen (wir hatten keinen Rosenkrieg, waren halt traurig), und wir regelten alles: Hausratsteilung, Verbleib der Ehelichen Wohnung, Sorgerecht für die Kinder (Gemeinsames Sorgerecht, war damals noch Ausnahme, die nur 16% der Paare nutzten), Scheidungskostenteilung, etc.
Alles nacheinander aufgelistet und vereinbart, damals hatten wir noch Endlospapier im Drucker,- der Schrieb war rund 2,5m lang.

Ich legte unsere außergerichtliche Vereinbarungen einem Funkfreund vor, der Rechtsanwalt ist. Der fand alles gut, er riet uns nur, jede der einzelnen Vereinbarungen einzeln zu unterschreiben.
So machten wir das, machten einen Termin mit EINEM Anwalt. Der war ganz baff, daß da alles fertig formuliert und vereinbart war.
Er wies uns drauf hin, daß er formal nur einen von uns vertreten könne, der andere halt bei Gericht nichts sagen, keinen Antrag stellen dürfe. Und diktierte aus unseren Vereinbarungen den Scheidungsantrag. Ich trat als Mandant auf, das war ok für meine Ex. Gut, und dann lief die Sache. Irgendwann verlangte das Gericht, daß ich beim Jugendamt (weil das da gratis war) beurkunden ließ, daß ich bis zum 18.Geburtstag unserer Kinder Unterhaltspflicht habe. Das bekam das Gericht und kurz drauf war der Scheidungstermin: Zehn Minuten, in denen es eigentlich nur noch darum ging, den Prozeßkostenhilfe-Antrag auf Ratenzahlung durchzubekommen,- und hauptteils um den Streitwert des Verfahrens. Dann war das Ganze gelaufen.
Die Gerichtskosten zahlte jeder die Hälfte, und die ca. 1600 DM Anwaltskosten (= ca. 818€) zahlten wir auf Raten ab,- ich zahlte, und meine Ex überwies mir ihre Hälfte.

Hätten wir auch noch eine zu verteilende Immobilie gehabt, hätten wir statt dem Rechtsanwalt einen Rechtsanwalt genommen, der auch Notar ist, das ist in solchen Fällen günstiger.

Klar, wenn ein Rosenkrieg da ist, oder sonstwelche Unstimmigkeiten zwischen den Scheidungspartnern, dann braucht es einen zweiten Anwalt. Aber wenn, wie bei uns, alles klar ist, warum dann einen zweiten Anwalt beschäftigen und bezahlen? Muß nicht sein.
 

ela1953

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Hallo,
ich kann nur sagen, das es bei mir so war (2009), das unsereins selbst zu wenig zum leben hatte und der Noch - Exmann erstmal Trennungsunterhalt zahlen musste. Als ich die Scheidung einreichten wollte, hatte meine Anwältin mit mir geschimpft und erklärt, das sollte ich im Leben nicht machen. Die Scheidung sollte der Ex Mann einreichen, denn solange er das nicht tut, muss er auch weiterhin Trennungsunterhalt zahlen. Davon ab konnte er das erst frühestens drei Monate vor 12monatiger, nachgewiesener Trennungszeit. Also sollte der liebe Noch - Ehemann bei deiner Freundin wohl eher die Scheidung einreichen, nicht sie. Und ausserdem geht es bei der Scheidung dann noch um Scheidungsunterhalt... dieser wird meist mit der Scheidung verhandelt und noch am selben Tag gerichtlich festgehalten. Man sollte sich allerdings vor Scheidungstermin über die Höhe des Unterhaltes klar sein.... Unsereins musste deswegen nämlich zwei mal bei Gericht erscheinen, da er sich nich einigen konnte. Richter sagte damals, vor gemeinsamer Einigkeit gäbe es Scheidung ! Ich musste PKH beantragen und auch die Scheidungskosten selbst bezahlen, EX Mann hatte eine Rechtschutz und hat auch nur einen Beratungstermin bezahlt bekommen. Jeder sollte einen eigenen Anwalt nehmen und jeder hat auch für seine Kosten selbst aufzukommen. Es sei denn der Verdiener der beiden übernimmt z. B. die ganzen Kosten, was man ja z. B. vom Unterhalt abziehen kann.


Warum soll der Mann die Scheidung beantragen? Wenn ich das seinerzeit so gehandhabt hätte, wäre ich immer noch verheiratet.
 

burki

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Der hat dann vielleicht irgendwelche allgemeine außergerichtliche Beratung erteilt, aber vor Gericht darf er nicht Antragsteller/in und Antragsgegner/in vertreten.

Die Kosten richten sich nach dem RVG, egal, ob Flensburg oder Freiburg. Nur das außergerichtliche Beratungshonorar ist freigegeben.
wie hier nochmals detailliert erläutert wurde, kann ein Anwalt reichen.
Bei wären die Kosten in Bayern deutlich höher gewesen, da die dort einen Vaterschaftsnachweis verlangten, während in BW die einfache Aussage der beiden Partner ausreichte.
Aber wie gesagt: Ohne Details kann man eh keine vernünftige Aussage treffen...
 

Flodder

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Meine Scheidung 2007 - einvernehmlich. Gemeinsamer Anwalt, PKH - weil beide ALGII.

Die Scheidung hat uns beiden keinen Cent gekostet, da kann Rechtspfleger noch soviel behaupten.
 
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