SB stellt beim Thema Beistand auf stur und blockiert alles. Wie am besten reagieren?

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Steckrübe

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Ich war gestern zum ersten mal als Beistand bei einem Nachbarn anwesend. Bisher war er immer nur alleine dort und bat mich um etwas "Rückendeckung". Da ich eh nichts zu tun hatte bin ich da gerne mit. Vorher haben wir natürlich alles relevante besprochen.

Seinem SB schien das gar nicht zu passen. Als mein Bekannter etwas in straucheln kam habe ich das Wort für Ihn ergriffen. Der SB fuhr mich daraufhin an ich solle mich nicht einmischen. Ich habe daraufhin den § 13 Joker gezogen und ihn darüber informiert, dass ich mich sehr wohl einmischen darf. Darauf hin kam nur lautstark zurück, dass er nicht mit mir debattiere! Er drohte mich sogar des Zimmers zu verweisen. Sprich: § 13 interessierte ihn Null.

Bevor ich nun in Rage verfalle frage ich am besten mal hier: Wie geht man in so einem Fall vor?
 

Couchhartzer

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Ich habe daraufhin den § 13 Joker gezogen
Das ist kein Joker, sondern schlichtweg bestehendes und gültiges Recht aus einer gesetzlichen Vorschrift.


Wie geht man in so einem Fall vor?
Ruhig, besonnen und rein sachbezogen, ohne sich auf völlig unnötige und sinnfreie Nebenkriegsschauplätze einzulassen, denn es geht ja um das Anliegen des Unterstützten und nicht um Befindlichkeitsprobleme des SB oder des Beistandes.
Kurz gesagt, so wie du es machtest mit dem Hinweis auf die korrekte Rechtsvorschrift und wenn notwendig mit Hinzuziehung des Vorgesetzten des SB (= Teamleitung).
 
Zuletzt bearbeitet:

Merse

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Ich würde eine Beschwerde an den Geschäftsführer schreiben, formuliert als Antrag auf Auskunft und Beratung, damit es nicht einfach ungelesen abgeheftet wird. Man möge sich unter Bezug auf die Rechtsgrundlage schriftlich dazu einlassen, warum im JC X Beistände nichts vortragen dürfen, seit wann diese Regelung besteht, wer das angeordnet hat und was damit erreicht werden soll.
 

Sonne11

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Aus Erfahrung an alle Beistände: nie selbst direkt mit pAp (SB) sprechen oder auf etwas Antworten. Wenn Beistand etwas zu sagen hat, ihm etwas auffällt/ missfällt, dann sich als Beistand immer an die begleitete Person richten und alles immer nur dieser Person sagen.

So führt man selbst kein Gespräch mit pAp und man liefert keinen einzigen Grund, den Beistand als störend zu betrachten. ;) Also: Fragen oder Bemerkungen immer an den Begleiteten. SB kann ja schließlich hören, darf sich aber nie angesprochen fühlen.

Habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht und auch so manchen pAp zum durchdrehen gebracht! :LOL: Wenn man mich angesprochen hat, kam dann ein "schön ruhig, ich rede gar nicht mit Ihnen" ;) Provozierende pAp's sind gewollt und wohl auch so geschult. Sie provozieren, wenn sie einschätzen, dass sie auch in Zukunft mit ihren "JC-eigenen-Fakten-und-Tatsachen" nicht weit kommen.
 

Steckrübe

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Vielleicht gehe ich zu naiv an die Sache ran aber was spricht dagegen, dass der Beistand das Wort an den SB richtet? Das SGB gibt einem doch das ausdrückliche Recht dazu.
 

0zymandias

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Man könnte in stiller Andacht vernehmlich darüber sinnieren, ob denn wohl seine Vorgesetzten sich mehr für den § 13 SGB X interessieren würden.

Und dass eine Zurückweisung als rechtsmittelfähiger Bescheid in Schriftform gegossen werden müsste und die Rechtsmittel nicht ungenutzt bleiben würden.

(Mit dem Geruch von Mehrarbeit haben schon die Phönizier manchen Dämon ausgetrieben. :biggrin:)
 

CanisLupusGray

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Man könnte in stiller Andacht vernehmlich darüber sinnieren, ob denn wohl seine Vorgesetzten sich mehr für den § 13 SGB X interessieren würden.

Und dass eine Zurückweisung als rechtsmittelfähiger Bescheid in Schriftform gegossen werden müsste und die Rechtsmittel nicht ungenutzt bleiben würden....
Man könnte auch ganz dezent aber bestimmt die Besorgnis der Befangenheit äusern, da SB schon den § 13 SGB X nicht anwenden kann. Wie soll das erst bei richtigen Problemchen funktionieren?
 

Imaginaer

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Beim vorstellen sage ich immer ich bin der Herr.... und der Beistand von.... nach § 13 Absatz 4 SGB X. Den im § 13 SGB X sind auch Bevollmächtige (u.a Rechtsanwälte) genannt. Daher sollte man den Verdacht des Bevollmächtigten im Keime ersticken.
 

CanisLupusGray

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Was hat das mit Befangenheit zu tun? Wäre das nicht eher Thema für eine FAB?
FAB = ist auch o.k. nur das Ergebnis der Selben erreicht i.d.R. den Absender nicht und zieht sich über einen langen Zeitraum. Die FAB kommt auch grundsätzlich erst nach Ende des Kontakts (i.d.R. Abbruch durch eine Seite) in Frage. Die gesetzliche Regelung zur Abarbeitung einer FAB ist mir auch zu schwammig. Da ist mir zuviel Gummi und Spielraum zu Ungunsten der ELOs drin.

Die Vorgehensweise bei der Äußerung der Besorgnis der Befangenheit ist hingegen im § 17 SGB X genau geregelt. Hier hat der SB sofort nach der Äußerung zu reagieren ("schwarzer Peter" ist ihm unmittelbar ans Bein geheftet worden), indem er seinen Vorgesetzten davon in Kenntniss setzt und dessen Entscheidung zu beachten hat.

Vorliegend hat doch der SB mit seinem Verhalten (Ignoranz / Unkenntnis der Beistandsregelung im SGB) "einen hinreichenden Grund gegeben, "der geeignet ist, Misstrauen gegen eine unparteiische Amtsausübung zu rechtfertigen ..." [Quelle: SGB X, §17 (1)]


Es liegt auch keine Frage des Entweder (FAB) oder (Befabgenheit) vor. Es geht ja beides: Erst mal die Besorgnis der Befangenheit äußern und danach FAB.
 

Steckrübe

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Ich finde auch, dass Befangenheit etwas weiter her geholt ist. Der SB mag uns nicht und wir ihn nicht. Aber fair bleiben sollte man schon. Ich bin da auch bei der mangelnden Sachkenntnis.
 

Cha

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Aus Erfahrung an alle Beistände: nie selbst direkt mit pAp (SB) sprechen .....

Meine Erfahrung ist eine ganz andere.

Reden:
Ich begleite seit Jahren Problemfälle zum JC und mit den SB rede fast nur ich alleine.
Mein Klientel hat meist keine ausreichenden Sprachkenntnisse und/oder keine Ahnung von Verfahren oder Rechtsgrundlagen.

Vorbereitung:
Vor einem Termin kläre ich zuerst die Probleme/das Anliegen in einem ausführlichen persönlichen Gespräch.
Ich hab dazu - anders als die SB - alle Zeit der Welt, denn ich mach das ehrenamtlich.
Ich schau mir auch alle Schreiben/Bescheide/Anträge durch.

Termin:
Ich stelle mich bei den Terminen grundsätzlich immer als Begleitung vor, und zwar mit Namen.
Zum Termin bin ich vorbereitet, kenne das Problem, die Sachlage und die Rechtslage ziemlich genau.
Meist habe ich entsprechende Gesetze/Weisungen/Urteile schon ausgedruckt dabei.
Ein schriftlicher Antrag/Widerspruch o.ä. ist auch vorbereitet, sollte das Gespräch nicht gleich zum Erfolg führen.

Die Termine waren bisher immer sachlich, wurden niemals laut.
Die Anliegen kamen immer durch, manche schneller, manche langsamer, manche erst nach Widerspruch.

Viele Grüße

Cha
 
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