Sanktionsanhörung wegen nicht telefonischer Erreichbarkeit bei Vermittlungsvorschlag (1 Betrachter)

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Silvercoin82

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Hallo Leute,

ich habe meine erste Sanktionsanhörung erhalten. Vorgeworfen wird mir die mehrmalige Nicht- Erreichbarkeit für einen potentiellen AG, auf den ich mich pflichtgemäß bei einem Vermittlungsvorschlag beworben habe.

Bei der Bewerbung habe ich alle Kontaktmöglichkeiten (Email und Post) angegeben. Die Handynummer stand wohl noch auf einem Lebenslauf. (Ich bin mir bewusst, dass man diese nicht angeben muss!). Auf anderem Wege hat mich diese Firma nicht kontaktiert.

Mein Handy ist leider schon seit Monaten defekt, d.h. die Ohrmuschel gibt keinen Ton mehr! Zudem trage ich mein Handy auch selten bei mir und habe immer abends hin und wieder mal einen Anruf in Abwesenheit einer mir unbekannten Nummer gesehen und mir nichts dabei gedacht!

Da ich keinen Scanner habe, muss ich euch leider das Schreiben des Anhörungsbogens manuell eingeben:
"Sehr geehrter Herr ....,
Ihnen ist am 19.5.2015 ein Beschäftigungsverhältnis als ... bei der Firma .... in ... angeboten worden. Der Vermittlungsvorschlag wurde Ihnen am 19.5.2015 persönlich im Jobcenter ... ausgehändigt.

Dieses Angebot war unter Berücksichtigung ihrer Leistungsfähigkeit und persönlichen Verhältnisse zumutbar.

Nach bisherigem Stand ist davon auszugehen, dass Sie trotz schriftlicher Belehrung über die Rechtsfolgen oder deren Kenntnis durch ihr Verhalten das Zustandekommen dieser Tätigkeit verhindert haben.

Der Arbeitgeber hat hierzu folgendes mitgeteilt:
Mehrfach wurde versucht, Sie telefonisch zu erreichen. Sie sind jedoch nicht an das Telefon gegangen. Eine Einstellung ist somit nicht zustande gekommen.

Es ist der tatsächliche Hergang der Ereignisse zu ermitteln.

Sie haben die Möglichkeit, sich dazu zu äußern (§24 Zehntes Buch Sozialgesetzbuch- SGB X). Bitte verwenden sie hierfür den beigefügten Antwortvordruck.

Bitte beachten Sie:
Die Sanktion dauert grundsätzlich drei Monate und führ voraussichtlich in ihrem Fall zu einer Minderung des Auszahlungsanspruchs in Höhe von 30% des maßgeblichen Regelbedarfes ( 119,70 Euro monatlich).

...Passus mit den Lebensmittelgutscheinen.

-----
Im Anhang befinden sich noch Gesetzestexte.


Wie soll ich mich jetzt verhalten? Was soll soll ich im Anhörungsbögen angeben? Soll ich schon mit Gerichtsurteilen und Co. kommen oder einfach nur schreiben, dass ich das Handy nicht immer dabei habe, weil es ohnehin defekt ist??
 
E

ExitUser

Gast
AW: Sanktionsanhörung wegen nicht telefonischer Erreichbarkeit bei Vermittlungsvorsch

Na ja, wenn man eine Nummer angibt, sollte man auch drangehen ...

Andererseits hätte der Arbeitgeber sich denken können, dass etwas mit dem Telefon nicht stimmt oder die Nummer falsch war. Er hatte zusätzlich die Möglichkeit, dich schriftlich zu kontaktieren. Die hätte er m.E. schon nutzen müssen.

Schreib das in die Anhörung und der Rest ist warten. Im Falle einer Sanktion wird selbstredend Widerspruch eingelegt.

Bei was für AG bewirbst du dich denn? Das ist ja ein äußerst linkes Verhalten. Ich das mal, dass ein Sekretärin mir vorwarf, zu spät zum Vorstellungsgespräch gekommen zu sein. Der AG beschwerte sich aber nicht, sondern schickte mir eine Absage.
 

Seepferdchen 2010

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AW: Sanktionsanhörung wegen nicht telefonischer Erreichbarkeit bei Vermittlungsvorsch

Was soll soll ich im Anhörungsbögen angeben? Soll ich schon mit Gerichtsurteilen und Co. kommen
Nein auf keinen Fall, damit würdest du dich in die Position der Rechtfertigung begeben
und Urteile samt §§ überlass ggf. bitte lieber dem Anwalt.

einfach nur schreiben, dass ich das Handy nicht immer dabei habe, weil es ohnehin defekt ist??
Genau kurzer Satz das du kein Handy mehr hast, mehr nicht.

Bei der Bewerbung habe ich alle Kontaktmöglichkeiten (Email und Post) angegeben.
Verweise im Nachsatz auf deine Angabe im Bewerbungsschreiben auf die E-Mail-Adresse,
fertig! Somit bist du per Post plus E-Mail erreichbar, das ist ausreichend.

Und diese Anhörung gegen Empfangsbestättigung auf der Kopie bestättigen lassen vom Jobcenter oder belegbar versenden.
 

dellir

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AW: Sanktionsanhörung wegen nicht telefonischer Erreichbarkeit bei Vermittlungsvorsch

Ich würde sagen, dass das Handy kaputt ist und das ich kein Geld für ein neues habe. Abgesehen davon würde ich darauf hinweisen, dass der AG dich sehr wohl über Email oder postalisch erreichen könnte -wenn er das denn wollte. Wäre man also in die engere Wahl gekommen, wären die Anrufe auch nur eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Die Anrufe aber als einen angebotenen Arbeitsvertag dem JC zu schildern ist absurd und unseriös.
 

AnonNemo

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AW: Sanktionsanhörung wegen nicht telefonischer Erreichbarkeit bei Vermittlungsvorsch

Hallo Silvercoin82,

Willkommen im Forum!

Ich würde gleichzeitig mit dem Anhörungsschreiben einen Antrag auf Finanzierung(!!! d. h, kein Darlehen!) eines Ersatzhandys - ein Galaxy S5 oder iPhone 5 (6?) darf es dann schon sein :icon_twisted: - stellen :icon_hihi:!

War der Arbeitgeber (= AG) eine Zeitarbeitsfirma (= ZAF), ein Call-Center (= CC) oder sonstiger Ausbeuter?

@dellir:
Wo liest du, dass die Unterstellung: Anruf gleich Arbeitsvertrag (= AV) vom AG ausgegangen ist?
Da glaube ich eher, dass das der/die JobCenter-Sachbearbeiter/in (= JC & SB), zum Druck aufbauen bzw. einschüchtern, unterstellt!
Damit kann man auch gleich die Leidensfähigkeit des erwerbslosen Leistungsbeziehers (= eLB) ausloten.

AnonNemo
 

dellir

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AW: Sanktionsanhörung wegen nicht telefonischer Erreichbarkeit bei Vermittlungsvorsch

@dellir:
Wo liest du, dass die Unterstellung: Anruf gleich Arbeitsvertrag (= AV) vom AG ausgegangen ist?
Da glaube ich eher, dass das der/die JobCenter-Sachbearbeiter/in (= JC & SB), zum Druck aufbauen bzw. einschüchtern, unterstellt!
Damit kann man auch gleich die Leidensfähigkeit des erwerbslosen Leistungsbeziehers (= eLB) ausloten.

AnonNemo
Im Schreiben was der TE vom JC bekommen hat steht, dass Sie/Er" .....das Zustandekommen dieser Tätigkeit" verhindert habe. Das sind für mich schon vollendete Tatsachen ala Arbeitsvertrag zerrissen....:icon_mrgreen:
 

Silvercoin82

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AW: Sanktionsanhörung wegen nicht telefonischer Erreichbarkeit bei Vermittlungsvorsch

Danke schon einmal für eure Ratschläge. Diese wirken beruhigend auf mich.

Die Firma läuft als eingetragene Genossenschaft und ist im Immobiliendienstleistungsbereich (Hausmeister , Gala, etc.) aktiv. Keine Ahnung was dahinter genau für eine Unternehmensphilosophie steht. Vielleicht ist es auch eine Leihbude, nur eben besser getarnt.

Bei standardisierten Anhörungsbögen, würde ich nicht zu viel auf die Formulierungen wegen eines möglichen Zustandekommens eines AV achten.

Der potentielle AG hatte mir übrigens vor 3 Wochen eine schriftliche Absage per Post zugesandt, weswegen ich leicht verwundert über den heutigen Anhörungsbogen bin. Für mich scheint es so, dass mein JC dem VV nachgegangen ist...


Hat einer von euch schon Erkenntnisse über den möglichen Ausgang bei einem möglichen Rechtsstreit in so einem Fall?

Also im Antwortbogen werde ich eure Tips beherzigen und auf die anderen Kontaktmöglichkeiten sowie defektes Handy verweisen.
 

webeleinstek

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AW: Sanktionsanhörung wegen nicht telefonischer Erreichbarkeit bei Vermittlungsvorsch

Ich würde mir da nicht allzuviele Gedanke machen. Wer verpflichtet Dich denn telefonisch erreichbar zu sein? Wer übernimmt die Kosten für ein Handy.

Spasseshalber würde ich mir aber den Gag erlauben und die Finanzierung eines Handys, wo wie von AnonNemo vorgeschlagen, beantragen. Das werden sie ablehnen. Damit geben Sie Dir dann noch zusätzlich Pulver gegen die Sanktion, sofern überhaupt eine kommt, vorzugehen. Denn im Regelsatz ist Handy nicht vorgesehen. Wenn sie also meinen, dass Du eins haben musst, sollen sie es auch bezahlen. Was sie aber nicht machen werden.
 

Visita

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AW: Sanktionsanhörung wegen nicht telefonischer Erreichbarkeit bei Vermittlungsvorsch

Wenn man glaubt, ein dümmlicheres SB gibt es nicht mehr, flattert jemanden eine solche Sanktionsanhörung in's Haus!

Füge Deiner Anhörung einen Antrag nach § 13-15 SGB I bei, wo Dir die rechtliche Grundlage für ständige Erreichbarkeit am Telefon genannt werden soll. Beziehe Dich auf den Vorwurf. Falls die Dir tatsächlich antworten, hast Du einen Nachweis, wenn keine Antwort, hast Du ebenfalls einen Nachweis, dass Dir keine Antwort zukam!

Den Antrag für ein Telefon würde ich tatsächlich stellen!
 
E

ExitUser

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AW: Sanktionsanhörung wegen nicht telefonischer Erreichbarkeit bei Vermittlungsvorsch

Es ist eine Sache, dass man telefonisch nicht erreichbar sein muss, eine andere, wenn man eine Nummer angibt und dann nicht rangeht.

Ich denke nicht, dass es eine Sanktion gibt, wenn du das in der Anhörung sachlich erklärst. Dennoch würde es mich nicht wundern, wenn es den einen oder anderen Richter gibt, der das nicht so sieht ...
 

SB Feind

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AW: Sanktionsanhörung wegen nicht telefonischer Erreichbarkeit bei Vermittlungsvorsch

Verweise auch darauf das du sowieso eine Absage von diesem Arbeitgeber bekommen hattest.
 

Silvercoin82

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AW: Sanktionsanhörung wegen nicht telefonischer Erreichbarkeit bei Vermittlungsvorsch

Mir wird der Fehler mit der Angabe der Telefonnummer und Email Adresse bei einer VV-Bewerbung nicht wieder passieren. Schließlich kann ja auch eine Mail recht leicht mal übersehen werden bei den ganzen Spammails. Eigentlich sehr traurig, dass die Jobcenter-Evolution einen dazu bringt, aus Sicherheit nur noch seine Postadresse als Kontaktmöglichkeit zu überlassen.


Ich bin auch enttäuscht über die Schwammigkeit bei der Auslegung von Recht, wenn ein Richter so einen Fall willkürlich entscheidet, da die Judikative viele Dinge nicht detaillierter vorgegeben hat.

Danke nochmal für eure Hilfe. Auch traurig, dass sich so viele Menschen mit so einem Schwachsinn beschäftigen müssen.
 
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AW: Sanktionsanhörung wegen nicht telefonischer Erreichbarkeit bei Vermittlungsvorsch

Wenn du arbeiten willst, solltest du schon erreichbar sein.
 

franky0815

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AW: Sanktionsanhörung wegen nicht telefonischer Erreichbarkeit bei Vermittlungsvorsch

es wäre vll. garnicht so verkehrt wenn so ein fall mal vor gericht landet, dann will ich mal sehn wie ein richter geltendes recht aushebeln will, wir wissen doch alle das die arbeitgeber, besonders die unseriösen einen auch versuchen anzurufen wenn man gar keine nummer angegeben hat.

man sollte zwecks nicht beweisbarkeit keine gespräche führen die einem im nachhinein vom jc zur last gelegt werden könnten, aus diesem grund sollte ausschliesslich postalisch.

in dem fall hat der ag den te beim jc angeschwärzt, da muss ich nich mehr drüber nachdenken ob ich bei so einem arbeiten will.
 

Volker66

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AW: Sanktionsanhörung wegen nicht telefonischer Erreichbarkeit bei Vermittlungsvorsch

Wenn du arbeiten willst, solltest du schon erreichbar sein.
Stimmt schon,
aber nicht zu jeder Zeit und an jedem Ort.
Ich nehme mein Handy auch nicht mit ins Freibad, die Sauna oder zur Beerdigung.
.
 
E

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AW: Sanktionsanhörung wegen nicht telefonischer Erreichbarkeit bei Vermittlungsvorsch

Dass ihr immer gleich an Pflicht und Zwang denken müsst. Niemand muss ständig erreichbar sein und niemand muss sich mit bestimmten Kontaktdaten bewerben.

Fakt ist, dass Bewerbungen ohne Telefonnummer meist in Ablage P landen und dass kein Arbeitgeber den Bewerbern hinterherrennt. Daher sollte man sicherstellen, dass man erreichbar ist, wenn man denn Interesse an der Stelle hat.

Wenn nicht, dann gibt man halt keine Nummer an.


p.s. sehr toll der feige anonyme Kommentar! Ich kann jeden verstehen, der unter bestimmten Umständen nicht arbeiten will. Das ist bei mir nicht anders.
 

iSlave

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AW: Sanktionsanhörung wegen nicht telefonischer Erreichbarkeit bei Vermittlungsvorsch

Hättest vielleicht dem Arbeitgeber mitteilen müssen, wenn das Handy kaputt ist, da du es als Kontaktmöglichkeit angegeben hast.... Handy ab und zu ausgeschaltet lassen ist meiner Meinung nach aber ok :)

Außerdem kann man dem Arbeitgeber wohl zumuten dich schriftlich zu kontaktieren.....
 

Hartz-Opfer

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Ich weiß, daß das Thema schon alt ist, aber ich rege mich gerade tierisch darüber auf. Was soll dieses Herrschaftsdenken von Arbeitgeber? Den Bewerber 3 mal angerufen, während dieser auf dem Klo, unter der Dusche oder beim Einkaufen war, und schon heißt es, der will nicht arbeiten und wird sanktioniert?

WTF? :mad:

Wo steht im SGB, daß ein Arbeitssuchender 24/7 telefonisch erreichbar sein muss und sich nicht weiter als 5 Meter vom Telefon entfernen darf?

Das sind Dinge, die einen zur Weißglut treiben, und die JC sollten sich nicht wundern, daß es Menschen gibt, die solche Demütigungen nicht so einfach wegstecken sondern ihrer Wut mit einem Knüppel oder einer Kettensäge in der Hand Ausdruck verleihen.

Hey, nicht falsch verstehen: ich bin beileibe kein Freund von Gewalt und ich rate immer davon ab! Aber ich habe trotzdem Verständnis für Leute, die bei einer solchen Behandlung durchdrehen.
 
E

ExitUser

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Ich weiß, daß das Thema schon alt ist, aber ich rege mich gerade tierisch darüber auf. Was soll dieses Herrschaftsdenken von Arbeitgeber? Den Bewerber 3 mal angerufen, während dieser auf dem Klo, unter der Dusche oder beim Einkaufen war, und schon heißt es, der will nicht arbeiten und wird sanktioniert?

WTF? :mad:
Die AG, bei denen ich mich bewerbe handeln eigentlich nicht so hinterfotzig. Vielleicht sollte man da ansetzen?!

Auch habe ich es noch nicht erlerbt, dass ein AG vom JC kontaktiert wird oder umgekehrt, es sei denn es geht um finanzielle Unterstützung.
 
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