Sanktionen bei Aufnahme nicht leidensgerechter Tätigkeit?

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EinMiau

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Hallo

und einen schönen (und recht warmen) n'Abend!

Ich bin nach einer Google-Suche hier gelandet, ganz neu und frisch und doch gleich mit einer Frage, die mir echt auf den Nägeln brennt.

Zu mir: ich beziehe ALG2, habe (bisher) keine abgeschlossene Berufsausbildung, will eine 3jährige zum nächsten Ausbildungsjahr gegen Willen des SB starten.

Obwohl ich mich nicht in einer Psycho-, Ergotherapie o.ä. befinde, keine verschrieben oder von einem Arzt angedacht ist, ich keinen SB-Status/-Ausweis habe, ich nicht frühzeitig in Rente bin, keine Pflegebedürftigkeit habe und auch in den letzten 7 Jahren nicht AU geschrieben wurde, hoffe ich trotzdem, es ist i.O. den Beitrag hier hinein zu schreiben.

Warum? Mein REHA SB befindet mich aufgrund einer Diagnose aus meiner Kindheit/Jugend für tendenziell eher schwer als leicht behindert. Und Schwerbehindert. Den SBA soll ich schnellstens beantragen, der mir nach sicherem Wissen des SB zustehe und sogar mit knapp unter 100% ins Haus flattern würde.

Mein SB wünscht sich noch vieles mehr. So z.B. dass ich zu einer Klinik seiner Wahl gehe, um dort die Diagnose nochmal stellen zu lassen. Das kann ich verstehen: ich wünsche mir momentan auch ein paar Dinge. Wünschen ist schön. Vielleicht eine neue Sonnenbrille und für Felder und Wälder der Region zähneknirschend etwas nassen Regen? Danke.

Leider habe ich erst jetzt erfahren: eine EGV, in die der SB schreibt, was er vorhat, muss ich wohl gar nicht zackig ohne Widerwort unterschreiben?

Unterschrieben ist die EGV aber halt längst. Und besagt u.a., dass ich mich um die Aufnahme einer leidensgerechten Arbeit/Tätigkeit bemühen muss.

Meine Frage ist: nehme ich einen Midijob (oder ungern Mini-) in dem Feld auf, das mir mein SB (nicht in der EGV, sondern rein mündlich während des ersten und bisher einzigen Gesprächs, zugestimmt habe ich dem nicht) "verboten" hat, sehe ich mich ggf. schon einer Sanktion gegenüber?

Also: wäre es möglich mich zu sanktionieren, weil ich eine Arbeit aufnehme, für welche der SB mich zu behindert hält? Für Gedanken dazu, ob ich eventuell und vielleicht mit Sanktionen rechnen könnte, bin ich super dankbar! Keine Sorge, von der Jobsuche halten mich Sanktionen nicht ab.

Sofern ich es richtig verstanden habe, kann mein SB eine verpflichtende Maßnahme (die bei Nicht-Teilnahme zu einer Sanktion führen könnte?), welche zeitlich mit dem Job kollidiert, dazu bedienen, um meine Kündigung des Jobs (die doch sicher auch sanktioniert würde?) zu erpressen. Hach, das hätte ja potenzial zur miesen Komik, wenn es denn so wäre.

Vielen Dank für Eure Zeit!

(Und ganz ehrlich? Ich sitze hier und drücke mir selbst gerade frech die Daumen, dass es mit dem Midijob oder mit einem zusätzlichen kleinen Minijob hinhaut, dem JC bis zum Beginn des nächsten Ausbildungsjahrs "Adé, Chérie!" zu sagen.)
 

Kerstin_K

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Dein SB ht Dir gar nichts zu verbieten. Und Diagnosen zu stellen hat sie auch nicht. Ob Du einen SBA beantragst oder in Deine Klinik gehst ist ebenso alleine Deine Angelegenheit.

Aber die se EGV würde mich doch brennend interessieren. Kannst Du die mal einstellen?
 

Fairina

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Ach der popelige Politologie- oder Philosolphie- oder Soziologiestudent kann jetzt schon medizinische Diagnosen stellen so ad hoc? Ja warum brauchen wir dann noch das Versorgungsamt. Wie lange braucht er für die Feststellung? 5 Minuten, das macht 20 Bescheide in der Stunde, mal 172 Arbeitsstunden pro Monat x 12 27.520 Bescheide in einem Jahr. Ich denke mal, dann ist der Rückstand in den Versorgungsämtern ganz schnell weg. Und zukünftig kann dann jeder Behinderte sehr schnell seinen Bescheid bekommen. Nix mehr mit langjährigen Ausbildungen und Weiterbildungen für Mitarbeiter in den Versorgungsämtern.

Oh und verbieten kann er auch? Warum gibt er dir das nicht schriftlich?

Also den Typen würde ich gerne mal auf den realitäts- und gesetzeskonformen Boden werfen.
 

Kampfmops

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Solche SB gibt es leider oft. Hatte auch mal einen, der ernsthaft fragte, ob meine Krankheiten denn nun weg sind (die meisten meiner "Problemchen" sind Chronisch). :doh:

Man liest immer, das SB überfordert sind, aber anscheinend haben die genug Zeit, nebenbei noch zu googeln und Arzt zu spielen. :icon_evil:

1. Was NUR mündlich gesagt wurde, interessiert keinen. Schriftliches (nachweisbar) zählt im Notfall vor Gericht.

2. Stell die EGV am besten mal rein (Namen, Kundenummer usw. geschwärzt). Das würde mich nun auch interessieren, was die da rein gebastelt haben.
 

saurbier

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Nun ja man kann viel schreiben, wenn die Glaskugel viel zeigt, nur meine zeigt mir leider nichts.

Vermutungen dürften da auch wenig helfen, eben weil sie nicht zielgerichtet wären.

Daher wären hier vielleicht ein paar grundlegende Angaben schon wichtig. Anonym ist ja richtig und wichtig, nur so ist es ein Ratespiel.


Gruße saurbier
 
G

Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
Den SBA soll ich schnellstens beantragen, der mir nach sicherem Wissen des SB zustehe und sogar mit knapp unter 100% ins Haus flattern würde.
Evtl. tust du ihm den Gefallen, damit er schriftlich bekommt dass er sich irrt.
Mein SB wünscht sich noch vieles mehr.
Und ich erst, so groß ist das Forum gar nicht ... :icon_mrgreen:
So z.B. dass ich zu einer Klinik seiner Wahl gehe
Lass dir von deinem SB mal die freie Arztwahl erklären.
Oder meinte er evtl. den Ärztlichen Dienst? Das wäre ein anderes Paar Schuhe.
Leider habe ich erst jetzt erfahren: eine EGV, in die der SB schreibt, was er vorhat, muss ich wohl gar nicht zackig ohne Widerwort unterschreiben?
Nein, musst du nicht.
Und falls meine Vermutung mit dem ÄD stimmt: Dafür braucht es keine EGV.
Meine Frage ist: nehme ich einen Midijob (oder ungern Mini-) in dem Feld auf, das mir mein SB (nicht in der EGV, sondern rein mündlich während des ersten und bisher einzigen Gesprächs, zugestimmt habe ich dem nicht) "verboten" hat, sehe ich mich ggf. schon einer Sanktion gegenüber?
Nein.
Du bist verpflichtet, deine Hilfebedürftigkeit zu beenden oder mindestens zu vermindern.
Genau das würdest du mit der Arbeitsaufnahme tun.
Also: wäre es möglich mich zu sanktionieren, weil ich eine Arbeit aufnehme, für welche der SB mich zu behindert hält?
Überlass die Entscheidung über deine Eignung mal lieber dem potentiellen AG, der weiß eher wen er gebrauchen kann.
Sofern ich es richtig verstanden habe, kann mein SB eine verpflichtende Maßnahme (die bei Nicht-Teilnahme zu einer Sanktion führen könnte?), welche zeitlich mit dem Job kollidiert, dazu bedienen, um meine Kündigung des Jobs (die doch sicher auch sanktioniert würde?) zu erpressen.
Wird gerne versucht, ist aber rechtswidrig.
Arbeit geht vor, wegen der Verringerung der Hilfebedürftigkeit.
(Und ganz ehrlich? Ich sitze hier und drücke mir selbst gerade frech die Daumen, dass es mit dem Midijob oder mit einem zusätzlichen kleinen Minijob hinhaut, dem JC bis zum Beginn des nächsten Ausbildungsjahrs "Adé, Chérie!" zu sagen.)
Da drück ich mal mit. :wink:
 
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