Sanktion weil man die geforderte Menge der Bewerbungen nicht zusammen bekommen hat?

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Monsoon

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Sanktion weil man die geforderte Menge der Bewerbungen nicht zusammen bekommen hat?

Angenommen Person A bemüht sich um einen Arbeitsplatz und bewirbt sich auch als Verkäufer wo ihm dann gesagt wird er wäre zu überqualifiziert.
Er wohnt in einem Kaff in dem es einfach nicht soviele Stellen gibt die auf Ihn passen.
In der nächstgrößeren Stadt wurde im teilweise beim Vorstellungsgespräch gesagt das sie ihn nicht nehmen aufgrund der Entfernung.
Person A muss 12 Bewerbungen im Monat schreiben. Nun droht Sanktion weil er dieses Soll nicht erfüllt hat.
Aber was ist wenn es einfach zu wenig geeignete Stellen gibt?
 

Helga40

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Alleinstehende Person, die umziehen könnte? Da wird die Argumentation, dass keine zumutbaren Arbeitsstellen bundesweit zu finden seien, wohl nicht ziehen.
 

Monsoon

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nein, aber das man sich bundesweit bewerben MUSS habe ich auch noch nie gehört...
 
E

ExitUser

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Und wenn, dann hole Dir vom Jobcenter eine schriftliche Bestätigung, dass sie im erforderlichen Fall eines Umzuges wegen Arbeitsaufnahme alle anfallenden Kosten übernehmen.
Dies hätte Helga40 als SB auch mal erwähnen können.
 

Monsoon

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also das man sich bundesweit bewerben muss hab ich so noch nie gehört. Nächstgrößere Stadt, ok.
 

DeQuill

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also das man sich bundesweit bewerben muss hab ich so noch nie gehört. Nächstgrößere Stadt, ok.

Mann muss sich auch nicht bundesweit bewerben, das ist Blödsinn. Keiner kann verlangen, dass mein sein soziales Umfeld aufgibt. Zumal Jobs heute auch meist nicht mehr langfristig sind, und dann sitzt man in einer fremdem Stadt ohne Freunde und Familie.
 

Helga40

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also das man sich bundesweit bewerben muss hab ich so noch nie gehört. Nächstgrößere Stadt, ok.

Sogar im SGB III ist das teilweise zumutbar:

Vom vierten Monat der Arbeitslosigkeit an ist einer arbeitslosen Person ein Umzug zur Aufnahme einer Beschäftigung außerhalb des zumutbaren Pendelbereichs in der Regel zumutbar. Die Sätze 4 und 5 sind nicht anzuwenden, wenn dem Umzug ein wichtiger Grund entgegensteht. Ein wichtiger Grund kann sich insbesondere aus familiären Bindungen ergeben.

SGB 3 - Einzelnorm
 

Helga40

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Mann muss sich auch nicht bundesweit bewerben, das ist Blödsinn. Keiner kann verlangen, dass mein sein soziales Umfeld aufgibt. Zumal Jobs heute auch meist nicht mehr langfristig sind, und dann sitzt man in einer fremdem Stadt ohne Freunde und Familie.
Mann nicht, aber Frau? Oder wie?

Und ja: Bundesweite Arbeitssuche ist sehr wohl zumutbar, wenn es keine wichtigen Gründe gibt, die dagegen sprechen. Siehe § 140 SGB III. Soweit im SGB III zumutbar, dann im SGB II erst recht.
 

ZynHH

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Nur weil man sich bewirbt, hat man ja noch lange nicht den neuen job.

Erst Recht, wenn man vielleicht sogar vertraglich an einen 450€ job gebunden ist oder die Wohnung eine lange Kündigungsfrist hat....oder so....:wink:
 

Texter50

Super-Moderation
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Mann nicht, aber Frau? Oder wie?
Das kann man auch lassen?

Und ja: Bundesweite Arbeitssuche ist sehr wohl zumutbar, wenn es keine wichtigen Gründe gibt, die dagegen sprechen. Siehe § 140 SGB III. Soweit im SGB III zumutbar, dann im SGB II erst recht.
Um derartige Dinge klarzustellen, könnte man ja die EGV nutzen, über die wir hier nichts weiter wissen.
Da gehört der Hinweis auf die "Bundesweite Suche" durchaus rein, damit der ELO sich entsprechend bewirbt?.
Weiter gibbet da zahlreiche Wohltaten, wie Geld fürn Umzug etc, die auch vorher da drin stehen sollten?

Und dann frage ich mich, wie denn 12 Bewerbungen a 5 Euo monatlich finanziert werden?
Alles Glaskugel oder?

@ Monsoon
Um hier mehr zu sagen, wäre es hilfreich, mal einen Blick auf die EGV zu werfen, so diese unterschrieben wurde. :icon_stop:

Eine bundesweite Vermittlung ist sicher zumutbar, da muss es aber auch Möglichkeiten geben, dass zu finanzieren.
 

Monsoon

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Mit welchen Fakten kann Person A morgen bei der Anhörung dann kommen das Ihm keine Sanktion droht?
 

AnonNemo

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12 Bewerbungen pro Monat?

Oder sind es, mal wieder, "nur" 12 Bewerbungsbemühungen?

Bitte mal kontrollieren, was in der EGV steht.

:icon_eek: Sicher, dass es morgen eine Anhörung gibt?
Was wird überhaupt genau vorgeworfen?

Auf jeden Fall; morgen kein Wort darüber!! Außer; Dazu werde ich mich schriftlich äußern! Und dann über das Wetter reden!!
 

Surfing

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Ich muss mich auch nicht "bundesweit" bewerben und was dazu im Gesetz steht heißt kann/soll und nicht muss.Wenn man Kosten verursacht hat über einen längeren Zeitraum und es doch nicht zu einer dauerhaften Anstellung kam ist es irgendwann vorbei mit bundesweit bewerben, weil die JC an allem sparen wo es geht. Zu den monatlich verlangten 12 Bewerbungen: Gibt es dazu eine EGV oder einen EGV-VA? Wenn ja, was genau steht über die Bewerbungen im Wortlaut drin? Ist eine Regelung der Kostenerstattung enthalten? Wenn möglich die Dokumente anonymisiert einscannen und hier reinstellen.
 

Monsoon

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Er soll sich jeden monat auf 12 Stellen bewerben. Dazu muss er die Firmen wo er sich beworben hat in eine Listen eintragen und das denen zuschicken.
Und da er dieses Soll nicht erfüllt hat drohen die jetzt mit 30% Sanktion.
Steht anscheinend wohl auch so in der EGV.

Kostenübernahme für Bewerbungsmaterial bekommt er bezahlt vom JC.

Ja, es ist eine Einladung zur Anhörung.
 
E

ExitUser

Gast
Einfach Firmen aus dem Brachenbuch suchen und sich wild drauflos bewerben. Meist gibt es fünf € für jede schriftliche Bewerbung. Das sieht mancher Elo als kleinen Zuverdienst, denn man verschickt ja nicht seine kompletten Unterlagen als Initiativbewerbung. :icon_mrgreen:

Eine Bekannte macht das sogar fleißig, obwohl sie aufgrund von einer Behinderung gar nicht vermittelbar ist und sogar Arbeit hat.
Ich finde das albern, sinnlos, pervers und habe mich nie auf eine feste Anzahl Bewerbungen eingelassen. Bundesweit ist eher ein Witz, da die Erstattungssumme im Vermittlungsbudget oft beschränkt ist. Einmal durch die Republik und das Geld ist weg.
Mir hatten sie damals bei der Afa gesagt 50 km Pendelbereich. Selbst das ist nicht immer realistisch, wenn die Bahnverbindung einfach nicht stimmt. So bekam ich VV ohne RFB.

Wenn A die EGV unterschrieben hat, wird es natürlich schwierig jetzt noch einer Sanktion zu entgehen. Vielleicht Besserung geloben und auf Kulanz hoffen?
 

Monsoon

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Leider steht in der EGV genau das mit den 12 Bewerbungen drin.

A hat natürlich versucht für sich passende Stellen zu finden und nicht wahllos a la Brachenbuch sich zu bewerben. Aber anscheinend muss man das wirklich so machen wenn man keine Sanktion will.
Ob das jetzt Sinn macht oder nicht ist dann wohl eine andere Sache...

Kann man der Sanktion irgendwie noch entgehen?
 

ladydi12

Super-Moderation
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Hallo Monsoon,

12 Bewerbungen im Monat ist zudem auch arg viel, vor allem, weil die Jobcenter, soweit es mir beim Jobcenter meines Wohnortes bekannt ist, lediglich nur 256€ im Jahr an Bewerbungskosten auf Antrag bewilligen. Somit ist dein Bekannter gezwungen, aus dem eh schon kargen ALG2- Regelsatz, für die Bewerbungen noch draufzuzahlen, was schlimmstenfalls einer Bedarfsunterdeckung in Form einer mindestens 20%-igen Dauersanktion gleichkommt.:cool:

Außerdem ist eine Einladung zwecks einer Anhörung nicht vom §309 Absatz2 SGBIII und auch nicht vom darauf verweisenden §59 SGBII gedeckt und somit möglicherweise nicht zulässig, denn eine Anhörung kann auch schriftlich erfolgen. Hier sehe ich eine reine Schikane durch den/ die Sb, es sei denn deinem Bekannten soll gleichzeitig auch noch eine neue Eingliederungsvereinbarung aufgeschwatzt werden.:cool:

meint ladydi12
 

Roter Bock

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Schon eine EGV die einem 12 Bewerbungen aufdrückelt sollte man nicht nicht unterschreiben. Für ALG II Empfänger gibt es keinen Grund dies per Unterschrift abzusegnen - vor allem wenn die Kosten für 12 Bewerbungen nicht vom JobCenter gedeckelt werden.

Der Person kann man nur raten in Zukunft keine EGV zu unterzeichnen. Die Anzahl der Bewerbungen alleine ist überzogen.
Ist ein Haus oder eine Eigentumswohnung im Kaff vorhanden? Der Umzug würde eine Vermögensvernichtung bedeuten.

Vorsicht bei Helga 40 :icon_evil:

Roter Bock
 

alibaba71

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Schon eine EGV die einem 12 Bewerbungen aufdrückelt sollte man nicht nicht unterschreiben. Für ALG II Empfänger gibt es keinen Grund dies per Unterschrift abzusegnen - vor allem wenn die Kosten für 12 Bewerbungen nicht vom JobCenter gedeckelt werden.

Der Person kann man nur raten in Zukunft keine EGV zu unterzeichnen. Die Anzahl der Bewerbungen alleine ist überzogen.
Ist ein Haus oder eine Eigentumswohnung im Kaff vorhanden? Der Umzug würde eine Vermögensvernichtung bedeuten.

Vorsicht bei Helga 40 :icon_evil:

Roter Bock

meine ich auch
 

Schikanierter

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[...] Die Sätze 4 und 5 sind nicht anzuwenden, wenn dem Umzug ein wichtiger Grund entgegensteht. Ein wichtiger Grund kann sich insbesondere aus familiären Bindungen ergeben.

Nunja, hier hast du selbst ja schon einen wichtigen Grund genannt, der gegen einen Umzug sprechen würde.

Im Übrigen sollte ein Umzug nur bei einem konkreten Jobangebot in Erwägung gezogen werden. "Zieh du mal um und dann suchst du dir einen neuen Job", geht aus meiner Sicht nicht. Ein Umzug kostet (viel) Geld und ist mit vielen Unwägbarkeiten verbunden. Und die bürdet man sich nicht für einen nebulösen Vielleicht-Job auf.
 
E

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Gast
Nunja, hier hast du selbst ja schon einen wichtigen Grund genannt, der gegen einen Umzug sprechen würde.

Im Übrigen sollte ein Umzug nur bei einem konkreten Jobangebot in Erwägung gezogen werden. "Zieh du mal um und dann suchst du dir einen neuen Job", geht aus meiner Sicht nicht. Ein Umzug kostet (viel) Geld und ist mit vielen Unwägbarkeiten verbunden. Und die bürdet man sich nicht für einen nebulösen Vielleicht-Job auf.

Die Diskussion ist doch müßig, weil die Behörden nur in seltenen Fällen bereit sind, die nötigen Mobilitätshilfen zu zahlen. Mal abgesehen von der katastrophalen Zahlungsmoral bei Leistungen aus dem Vermittlungsbudget.

Entweder man kann und will das auf eigene Faust finanzieren oder man bewirbt sich halt nur im Pendelbereich. Für mich als Aufstocker wäre ein Umzug gar nicht zu bewältigen, wenn ich nicht ein finanzielles Polster hätte.
 

Monsoon

Elo-User*in
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Die Kosten für die Bewerbungen wird soweit ich weiss übernommen.
A soll jetzt Sanktion drohen weil er diese 12 Bewerbungen nicht zusammen bekommen hat...
 
E

ExitUser

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Die Kosten für die Bewerbungen wird soweit ich weiss übernommen.
A soll jetzt Sanktion drohen weil er diese 12 Bewerbungen nicht zusammen bekommen hat...

Ja, da wird A jetzt durch müssen, da er durch Unterschrift der EGV sein Einverständnis erklärt hat. Sehen wir es mal positiv:

-A zahlt sein Lehrgeld und wird in Zukunft keine EGV mehr unterschreiben.
-Das Vertrauensverhältnis zum JC ist nachhalig gestört und in Zukunft wird man nur noch schriftlich kommunizieren.

Manche SB mögen aber auch Verständnis dafür haben, dass es Gründe für die "Vertragsverletzung" gab. Was soll man mehr raten?
 
Status

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