Sanktion wegen Eigenkündigung neutralisieren durch eventuelle Aufnahme einer neuen Beschäftigung? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

LucilleNegan

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Hallo, ich habe meine Beschäftigung selber fristgerecht innerhalb der Probezeit gekündigt und einen Folgeantrag gestellt.
Ich werde dann wohl mit einer Sanktion von 30% für die ersten drei Monate rechnen.

Ich habe nun am Freitag ein Vorstellungsgespräch und gehen wir mal davon aus ich würde die Stelle bekommen, würde dadurch die Sanktion dann verschwinden weil ich dann sofort einen neuen Job gefunden habe? Oder wäre das dem Jobcenter egal?

Eine andere Frage zu Sanktionen allgemein: Wenn ich nun 30% Sanktion erhalte für 3 Monate und nehmen wir mal an innerhalb dieser 3 Monate würde ich wieder etwas machen wofür man eine Sanktion erhalten würde, würde das dann hinten dran gehangen werden weil man darf ja laut dem neuen Gesetz nicht mehr als 30% Sanktion erhalten. Oder wie sieht das da genau aus?
 

Kerstin_K

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Wenn du direkt eine neue Beschäftigung hast, darf es keine Sanktion geben. Sonst könnte ja niemand mehr die Stelle wechseln.
 

SteifenKristja

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Probezeit ist Probezeit, daher würde ich so oder so gegen eine Sanktion vorgehen, wenn denn überhaupt eine erfolgte.
 

LucilleNegan

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Ach darf man während der Probezeit nicht sanktionieren? Also ich hatte keinen wichtigen Grund, aber wenn dies egal ist und man während der Probezeit bei einer selbst gesuchten Stelle kündigen darf (ohne wichtigen Grund) - und dafür keine Sanktion erhalten würde, wäre dies für mich natürlich noch schöner :) .

Ist es relevant wie weit ausseinander die neue Beschäftigung vom Starttermin ausseinander ist? Und die alte Stelle war eine Vollzeitstelle und die neue Stelle eine Teilzeitstelle, jedoch würde ich bei beiden Stellen nicht auf ALG2 mehr angewiesen sein also sollte dies unerheblich sein? Jeoch ist dies mit der neuen Stelle erstmal nur (was wäre wenn) - obgleich ich davon schon ausgehe die Stelle zu bekommen.
 
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charly0915

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wenn du von der einen Stelle weg bist... sagen wir zum 31.01. und dann am 01.03. eine andere Stelle anfängst... würde wenn, die Sanktion doch nur in diesem Zeitraum liegen, zumal du mit dem Teilzeitjob am 01.03. auch nicht mehr auf ALG II angewiesen bist...
wenn du schon am 01.02. was neues anfängst stehst du doch nicht im ALG II-Bezug...
ich denke es kommt auf den Grund der Kündigung an, wegen einer Sperrzeit...
 

SteifenKristja

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SG Gießen Az: S 22 AS 734/16 v. 22.11.2017 Urteil meinte:
(...) Auch ein Probearbeitsverhältnis sei generell ein Arbeitsverhältnis, dieses Arbeitsverhältnis stelle aber bis zu einem Übergang in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis (Ende der Probefrist) bzw. zum Fristablauf ein Arbeitsverhältnis mit Sonderrechten dar. Dem Sonderrecht der begründungslosen Lösung eines Probearbeitsverhältnisses hätten auch die Vorschriften des SGB II Rechnung zu tragen. Es sei rechtlich nicht vertretbar, dass das Geltend machen von Rechten eines Arbeitsnehmers - hier Kündigung während der Probezeit - davon abhängig sein solle, ob der Betroffene anschließend einen Grundsicherungsleistungsanspruch geltend machen wolle oder nicht. (...)
Quelle: Keine Minderung des Arbeitslosengeldes nach Kündigung während der Probezeit
 

Babbelfisch

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Ich fürchte, ganz so einfach ist es nicht, denn in diesem Fall lag ein wichtiger Grund vor:

Die Sanktion sei unzulässig, befand das Gericht. Das sei dann der Fall, wenn ein wichtiger Grund für den Betroffenen vorliege. Dies sei hier der Fall. Die Arbeit könne ihm nach seinem körperlichen und geistigen Leistungsvermögen nicht zugemutet werden. Die Angabe des Mannes, dass er überfordert sei, sei plausibel. In einer solchen Situation müsse dem Arbeitnehmer zugestanden werden, während der Probezeit zu kündigen.
 

LucilleNegan

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Bekomme ich dann einen Anhörungsbogen wo ich dann erkläre dass ich innerhalb der Probezeit gekündigt habe und mir diese Stelle selber gesucht hatte und deshalb keine Sanktion erfolgen darf?

Oder sanktionieren die dann automatisch ohne Anhörungsbogen und ich muss dann Einspruch einlegen?

Ist aufjedenfall schonmal cool, wusste ich gar nicht dass man auch selber innerhalb der Probezeit kündigen darf und dann dennoch keine Sanktion erhält. Bisher habe ich dann immer extra "blau" gemacht damit ich gekündigt werde um keine Sanktion zu erhalten, dass macht es ja viel viel angenehmer. Kenne das nur bei ALG1 dass wenn man dort in der Probezeit selber kündigt dann eine Sperrzeit von 3 Monaten erhält, deshalb dachte ich dies wäre bei ALG2 dann genauso automatisch.
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

Ich fürchte, ganz so einfach ist es nicht, denn in diesem Fall lag ein wichtiger Grund vor:
Ich hatte eine miserable Einarbeitung bzw. im Prinzip gar keine, deshalb habe ich mich überfordert gefühlt.
Dann hätte ich ja auch einen wichtigen Grund^^
 

charly0915

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dann solltest du eher froh sein, dass deine bisherigen Arbeitgeber vielleicht andere Gründe beim Amt angegeben haben... blau machen ist verhaltensbedingt...
Personenbedingt, Verhaltensbedingt, Betriebsbedingt...

übrigens nette Sichtweise... viel Glück, wenn alles so cool ist...:cool:
 

LucilleNegan

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War ja offiziel krankgeschrieben, da zu erwarten ist dass ich aber in absehbarer Zeit wieder gesund werde, wäre eine Kündigung wegen Krankheit unzulässig. Habe ich aber bisher nur benötigt bei Leiharbeitsfirmen die mögen eine Krankmeldung absolut nicht, besser für mich 😁
 

charly0915

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kommt auf die Krankheit an oder auch das Krankheitsverhalten (Personenbedingte Kündigung)... und es ist nicht so, dass man dich nicht auch im Krankenschein kündigen kann...
wenn du dich überfordert gefühlt hast, so hast du sicherlich vorher mit deinem AG das Gespräch dazu gesucht um das abzustellen...
 

Fabiola

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... weil man darf ja laut dem neuen Gesetz nicht mehr als 30% Sanktion erhalten.
Dazu gibt es bisher noch kein Gesetz, sondern lediglich ein Urteil zu den Sanktionen vom Bundesverfassungsgericht. Also lediglich eine 'geregelte' Übergangszeit, bis dazu ein neues Gesetz verfasst ist. Wie das ausfallen wird und wie die gesetzgeberische Gewalt das umsetzt/umgeht wäre noch abzuwarten.
 

LucilleNegan

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Neija gut, wenn ich Glück habe erhalte ich den neuen Job, dann wäre da in etwa 1 Woche zwischen altem AG und neuen AG dann dürfte die Sanktion ja hinfällig werden.

Wäre die auch hinfällig wenn z.b 1 ganzer Monat dazwischen läge, oder wäre dann der Zeitraum zu lang?
 

charly0915

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die Sanktion ist hinfällig, wenn du keinen Antrag abgibst...
angenommen du hast Sanktion 30% für 3 Monate... was könnte dann wohl bei einem Tag, einer Woche, einem Monat da raus kommen??? Genau, du kriegst nix... glaubst du wirklich dass das Amt einen Tag verschenkt...
 

LucilleNegan

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Verstehe ich nicht, wieso sollte ich nichts bekommen, bei 30% Sanktion erhalte ich doch 70% ALG2?
Bezieht sich die Sanktion eigentlich nur auf den Regelsatz oder auch auf die KDU?

Habe doch schon einen Folgeantrag gesendet.
Meinst du mit einem Tag, Woche oder Monat den Abstand zwischen alten AG und neuen AG?
 

Hannes63

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In der Probezeit kann es keine Sanktionen geben.
Wenn das so wäre würde ja kein Arbeitsloser mehr irgendeine Arbeit annehmen wollen wenn immer eine Sanktion nach Kündigung in der Probezeit drohen würde.
Hab ich noch nie gehört sowas.
 

SteifenKristja

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Ich fürchte, ganz so einfach ist es nicht, denn in diesem Fall lag ein wichtiger Grund vor:
Das Urteil beschreibt aber das Sonderrecht der begründungslosen Kündigung während der Probezeit, dem auch das SGB II Rechnung zu tragen habe! Dass der Kläger in diesem Falle sogar Gründe angegeben hatte, war nur noch das Sahnehäubchen.

Im Übrigen war der TE während seiner Beschäftigung nicht auf Leistungen angewiesen, spielte man also das Milchmädchen und ignorierte das Missverhältnis zwischen der Menge an freien Stellen und der Anzahl an Elos, hat Negan dem Steuerzahler während dieser Zeit Geld eingespart. Und: Er hat keine sog. Pflichtverletzung während des Bezugs begangen.
 

charly0915

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@LucilleNegan … natürlich meinte ich die z.B. übrigen 70% die dir dann bleiben... sorry war doof ausgedrückt...

@Hannes63 … aber sanktioniert werde ich, wenn ich aus dem festen Job kündige... das ist dann ok... da habe ich doch durchaus die Gründe wie in der Probezeit, nur andere Kündigungsfristen... meiner Meinung nach ist der Unterschied bei mit oder ohne Probezeit die Länge der Kündigungsfrist...
der AG macht doch hier kein bezahltes Schnupperpraktikum fürs JC...
und irgendeine Arbeit nehmen denke ich die wenigsten an...
meine Meinung...
 
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Hannes63

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… aber sanktioniert werde ich, wenn ich aus dem festen Job kündige... das ist dann ok... da habe ich doch durchaus die Gründe wie in der Probezeit, nur andere Kündigungsfristen...
Ja weil dann hast du ja einen "festen" Arbeitsplatz aufgegeben. Die Probezeit ist ja gedacht, damit sowohl der Arbeitnehmer als auch der Arbeitgeber schauen können ob das Arbeitsverhältnis auf dauer funktionieren kann.
Die Probezeit beträgt ja in der Regel 6 Monate, da sollte man schon in diesem Zeitraum merken ob es auf beiden Seiten passt ;)
 

charly0915

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… aber trotzdem kann ich dann nicht einfach kündigen... da muss ich schon nachweislich alles getan haben, so z.B. Gespräche mit dem AG und nicht einfach kündigen weil es mir nicht passt...
sorry ich kann mir nicht vorstellen dass wenn du als Arbeitsloser einen Job anfängst, mal einfach so eben in der Probezeit kündigen kannst, ohne Sanktionen... meine Meinung...

ja die Probezeit beträgt heute bis zu 6 Monate maximal, laut Gesetzgeber… was auch viele AG nutzen...ausnutzen... früher stand 6 Wochen im Arbeitsvertrag...
meiner Meinung nutzen das viele AG um so ihren Bedarf anders zu "sortieren"... ist für viele AG wohl besser als ein Zeitvertrag...

wie gesagt, beides meine Meinung...
 

charly0915

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@SteifenKristja … da ging es nach körperlichem und geistigem Leistungsvermögen... Vorgeschichte???
zudem hat der AN versucht mit dem AG im Gespräch zu klären...
ich denke die Sachlage ist doch etwas differenzierter... TE hat hier ja schon dargestellt, dass er "dann eben überfordert war"... NACHDEM er das vom SG Gießen gelesen hat... ;)

und ich meinte nicht, wenn man einen triftigen Grund hat... meine Meinung bezieht sich auf die Annahme dass nicht jeder Arbeits/ Erwerbslose einfach so in der Probezeit kündigen kann... wie man Lust und Laune hat...
 

LucilleNegan

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Ich würde das mit dem Jobcenter ganz anders regeln, keine Sanktionen mehr und ein Bonussystem z.b für Vorstellungsgespräche, bestimmte Eigenmühungen freiwillige Maßnahmen usw. Wäre besser wenn alles auf freiwilliger Basis passiert und wer sich dann wirklich um einen Job bemüht der bekommt mehr Geld wie jemand der es nicht so eilig hat. Das Minimum des Regelsatzes dürfte aber nicht reduziert werden weil es ja ein Existenzminium ist deshalb finde ich jede Sanktion als Verletzung gegen die Verfassung.
 

Kerstin_K

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Naja, ein Bonussystem für Vorstellungsgespräche wäre schon deshalb nict faur, weil man nicht beeinflussen kann, ob man zum Gespräch eingeladen wied oder nicht.
 
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