Sanktion für Kündigung in der Probezeit? (1 Betrachter)

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Nefarian

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Hallo,
habe bisher ALG2 bezogen und am 1. August eine Arbeit über eine Zeitarbeitsfirma bekommen. Der Job fing mit einer Schulung an, wo mir in einem Gespräch nach 4 Tage Arbeit dort von meinem Teamleiter und meinem Chef unterstellt wurde, ich würde die gegebene Schulung nicht bestehen. Mein Chef forderte mich zu einer Stellungnahme auf, worauf ich nichts kommentieren wollte. Er hackte nochmals nach, und ich wollte es immer noch nicht kommentieren. Als er ein drittes mal darauf hin versuchte mir etwas zu entlotsen, fuhr ich ihm ins Wort und sagte wieder, dass ich nichts hinsichtlich diesen Vorwurfes kommentieren wolle. Er sagte dann er wolle mich kündigen und meinte ich solle eine Kündigung auf beiderseitigkeit unterschreiben. "Nee" habe ich nur sofort gesagt. Er guckte den Teamleiter an und meinte dann, das er das dann "mit der Probezeit" mache. Schwups hatte ich die Kündigung in der Hand und durfte gehen...
Es sollte einen Tag nach meiner Kündigung ein Test für diese Schulung erfolgen. Dort hätte man mir die Gelegenheit geben können mich auf "Herz u. Nieren" hinsichtlich der Fachkompetenz zu prüfen. Abgesehen davon finde ich es nicht in Ordnung, dass man jemanden vor einem solchen Test unterstellt, er würde diesen nicht bestehen. Völliger Unsinn...

Ich wurde in der Probezeit gekündigt, kann die ARGE mir nun ein Bein stellen mit einer Sanktion?

Der Grund, warum ich nichts kommentieren wollte:
Die ARGE hatte Kontakt mit dem Arbeitgeber unmittelbar nach meinem Vorstellungsgespräch. Dieses war aus einem Gespräch zw. mir u. meinem SB einige Tage später herauszuhören (nein, mit Sicherheit auch nicht vermerkt im Gesprächsprotokol). Die ARGE hatte mich damals einmal zum ärztlichen Dienst geschickt, und der Arzt sucht nun Gründe um mich in einem Sanatorium unterzubringen. Daher schwieg ich, aus Angst.

Kann ich verlangen, dass der ärztliche Dienst die Krankenakte an meinen Hausarzt schickt, der mir diese dann erläutert?
 
E

ExitUser

Gast
Zur letzten Frage halt ich mich lieber raus, glaube aber, das Recht hast Du.

Und sanktionieren, weil Du in der Probezeit gekündigt wurdest, kann man dich nicht.
 

Nefarian

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Nicht dass mir das nachher als Selbstverschuldung angekreidet wird. Nach dem Motto ich hätte daran Schuld dass ich gekündigt wurde. Klar ist es unhöflich seinen Chef ins Wort zu fallen, aber wenn er es nunmal nicht anders versteht dass ich nix sagen wollte.
Vielen Dank für die flinke Antwort :)
 

Oliver59

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Kann ich verlangen, dass der ärztliche Dienst die Krankenakte an meinen Hausarzt schickt, der mir diese dann erläutert?
Die Krankenakte direkt wohl nicht (das Anfordern von Akten ist Rechtsanwälten vorbehalten), aber zumindest kannst Du verlangen, dass man Dir das Ergebnis der ärztlichen Untersuchung schriftlich mitteilt. Das wäre - denke ich - das Beste, weil Du zwar auch das Recht hast, selber in die Akten reinzuschauen, aber ich glaube das bringt Dir nicht viel, da wir Nichtmediziner meistens gar nicht richtig verstehen, was da über uns geschrieben worden ist.
 

Oliver59

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Nicht dass mir das nachher als Selbstverschuldung angekreidet wird. Nach dem Motto ich hätte daran Schuld dass ich gekündigt wurde. Klar ist es unhöflich seinen Chef ins Wort zu fallen, aber wenn er es nunmal nicht anders versteht dass ich nix sagen wollte.
Das, was du schreibst, würde möglicherweise einen Grund geben für eine sogenannte "verhaltensbedingte Kündigung". Die ist Dir jedoch nicht ausgesprochen worden. Es war nur eine "Kündigung in der Probezeit", was bedeutet, dass man Dich ohne Angabe von Gründen innerhalb der Probezeit (meist 6 Monate) kündigen konnte. In der Probezeit brauchen Arbeitgeber keinen Grund für die Kündigung.

Um eine "verhaltensbedingte Kündigung" aussprechen zu können, muss massives Fehlverhalten vorliegen. Z. B. Beleidigung, Diskriminierung oder sogar Tätlichkeiten. Also alles Sachen, die so erheblich sind, dass dem Chef eine Weiterbeschäftigung Deiner Person nicht mehr zuzumuten wäre. Evtl. hätte er auch vorher eine Abmahnung aussprechen müssen.

Deswegen: Mach Dir keine Sorgen. Die Kündigung während der Probezeit ohne Angabe von Gründen ist für Dich ohne Folgen.

PS: Gut, dass Du mit der Kündigung auf Beiderseitigkeit (=Aufhebungsvertrag) nicht einverstanden warst. Dann hätte man Dir nämlich eine Mitschuld am Verlust des Arbeitsplatzes geben können. Dur warst echt auf Zack!
 
G

gast_

Gast
Die Kündigung während der Probezeit ohne Angabe von Gründen ist für Dich ohne Folgen.
Hoffen wir es... es darf zwar in der Probezeit ohne Angabe von Gründen gekündigt werden, aber oftmals verursacht einem in kleines Kreuz auf der Arbeitsbescheinigung Ärger, da muß man aufpassen.
 

Oliver59

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Hoffen wir es... es darf zwar in der Probezeit ohne Angabe von Gründen gekündigt werden, aber oftmals verursacht einem in kleines Kreuz auf der Arbeitsbescheinigung Ärger, da muß man aufpassen.
Sofern es überhaupt eine Arbeitsbescheinigung geben wird.

Meine letzte Beschäftigung beispielsweise war so kurz, da wußte ich gleich, dass ich mich sowieso wieder beim JC arbeitslos melden muss, weil die Beschäftigungsdauer nicht ausreichte, um Alg I beantragen zu können. Weder beim Arbeitsamt noch beim JC brauchte ich irgendeine Bescheinigung vorlegen. Lediglich das Kündigungsschreiben wurde sehr aufmerksam gelesen.

Wenn eine Arbeitsbescheinigung vorliegt - da hast Du natürlich dann Recht - sollte man sie immer aufmerksam lesen. Aus den verschiedensten Gründen. Vor längerer Zeit, als ich noch im Alg I-Bezug war, wollte mir ein Arbeitgeber mal eins auswischen und hatte in dieser Bescheinigung zu niedrige Angaben über meinen Verdienst gemacht....wie jeder vielleicht weiß, berechnet sich anhand des Verdienstes die Höhe des Alg I.
 

Nefarian

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Ich war am selben Tag der Kündigung noch am Amt und habe Bescheid gegeben. Die haben sich meine Kündigung kopiert.
Mein Bewilligungszeitraum läuft am 31.08.11 ab und es kam noch vor Arbeitsaufnahme der Antrag für die Fortzahlung dafür ins Haus geflattert. (Fortzahlung für Alg2) Bei diesem Antrag ist nun aber auch ein Zettel dabei "Einkommensbescheinigung".

Muss der nun vom Arbeitgeber ausgefüllt werden?

Laut Kündigung bin ich noch bis zum 18.08. dort in Arbeit, jedoch freigestellt seit dem 04.08.. Der LeistungsSB meinte, dass der ausgezahlte Lohn dann verrechnet wird im September oder Oktober.
Die zahlen den Lohn dann im September aus - wenn überhaupt.

Wann müssen die meine Lohnsteuerkarte zurückgeben?
 

Oliver59

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Mein Bewilligungszeitraum läuft am 31.08.11 ab und es kam noch vor Arbeitsaufnahme der Antrag für die Fortzahlung dafür ins Haus geflattert. (Fortzahlung für Alg2) Bei diesem Antrag ist nun aber auch ein Zettel dabei "Einkommensbescheinigung".

Muss der nun vom Arbeitgeber ausgefüllt werden?
Ich meine der ist immer dabei, wenn man einen Antrag auf Alg II stellt. Ist mE in erster Linie für Aufstocker gedacht, die zusätzlich zu ihrem Verdienst aufstockendes, ergänzendes Alg II beantragen.
Ich habe den lange nicht mehr ausgefüllt, deswegen schwimme ich hier jetzt ein bißchen.
Ich glaube, Du mußt diese Anlage EK zum Antrag auf Alg II selber ausfüllen. Das JC wird von dir meist Kontoauszüge sehen wollen, aus denen u.a. hervorgeht, dass Dir der Verdienst am soundsovielten ausgezahlt worden ist.

Laut Kündigung bin ich noch bis zum 18.08. dort in Arbeit, jedoch freigestellt seit dem 04.08.. Der LeistungsSB meinte, dass der ausgezahlte Lohn dann verrechnet wird im September oder Oktober.
Die zahlen den Lohn dann im September aus - wenn überhaupt.

Wann müssen die meine Lohnsteuerkarte zurückgeben?
Das hört sich richtig an.
Es kommt darauf an, wann tatsächlich der Lohn fließt. Erst dann darf eine Verrechnung mit dem Alg II erfolgen. Das kann wohl September werden.
Die Lohnsteuerkarte bekommst Du zurück, wenn das Arbeitsverhältnis abgerechnet worden ist. Das läuft alles elektronisch. Auf der Lohnsteuerkarte wird nichts mehr eingetragen. Du bekommst eine Verdienstabrechnung und eine Lohnsteuerbescheinigung.
 

Nefarian

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Vielen Dank für Eure Antworten. Dieses Forum ist wirklich super hilfreich und empfehlenswert.
 
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