• Herzlich Willkommen!
    Schön, dass Sie zu uns gefunden haben.

    Wir sind das Erwerbslosen Forum Deutschland und befassen uns vor allem mit den Problemen bei Erwerbslosigkeit, Armut und gesellschaftlicher Benachteiligung.
    Das wichtigste Ziel ist, dass jeder zu seinem Recht kommt und diese nicht von den Behörden vorenthalten werden. Dazu gehört auch, dass Sie Ihre gewonnenen Informationen an andere weiter tragen. Bei den vielen völlig willkürlichen Handlungen von Behörden - und besonders bei Hartz IV - müssen Betroffene wissen, wie sie sich erfolgreich wehren können.
    Was man als Erwerbsloser zur Abwehr von Behördenwillkür alles wissen muss.
    Genauso wichtig ist es, dass Sie mit dazu beitragen, dass dieses unsägliche Gesetz Hartz IV überwunden werden muss. Deshalb brauchen wir auch aktive Unterstützer, die durch zivilen Ungehorsam, bei Demonstrationen etc. sich für diese Ziele einsetzen. Hierzu geben wir regelmäßig Informationen heraus.
    Mit diesen Zielen haben wir hier viele Menschen versammeln können, welche offen über sich diskutieren und ihre eigenen Erfahrungen hilfsbereit anderen mitteilen. Am besten ist es, wenn Sie sich kurz fürs Forum registrieren und Ihre Probleme, Meinungen und Ideen schreiben Das geht ganz schnell, ist kostenlos und bringt Ihnen nur Vorteile. So werden Sie sicherlich auf Gleichgesinnte stoßen, welche gerne versuchen, Ihnen weiter zu helfen, damit Sie den richtigen Weg finden. Ebenso habe Sie damit Zugriff auf unsere Vorlagen zu Widersprüchen, Klagebeispiele etc... Hier können Sie sich registrieren.

    Hoffentlich finden Sie, was Sie suchen.

Sanktion 60 % wegen Nichtbewerbung auf ungeeignete Stelle

bauhaus99

Elo-User/in
Thematiker*in
Mitglied seit
7 Apr 2017
Beiträge
14
Bewertungen
2
Liebe User,
heute hatte ich eine nette Postzustellungsurkunde in der Post. Sanktion zu 60 %.

Ich erhielt einen Vermittlungsvorschlag per Zustellungsurkunde mit der Aufforderung mich auf eine Stelle zu bewerben die jedoch zu 100% keine Reaktion des Arbeitgebers hätte erwarten lassen können. Auf den Vorschlag, dass ich mich da nicht erst bewerben brauche, antwortete ich wie folgt:

"Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit nehme ich Stellung zu einer nicht vorgenommenen Bewerbung.

Ja, der Vermittlungsvorschlag ist mir zugegangen.

Aber:

1. Entsprach dieser Vermittlungsvorschlag nicht meiner Qualifikation
2. Es wurde ausdrücklich ein Verwaltungsfachangestellter gesucht
3. Hatte die Gemeindeverwaltung auf deren Homepage eine genauere Stellenbeschreibung welche mich nach zwei Zeilen bereits ausschloss
4. Bekam ich den Vermittlungsvorschlag einen Tag nachdem die Bewerbungsfrist bereits, laut Homepage, ABGELAUFEN war
5. Bewerbungsgespräche waren abgeschlossen und eine Entscheidung getroffen (telefonische Nachfrage)

> Unzumutbar!

Aus oben genannten Gründen wäre eine Bewerbung sinnlos gewesen außer um auf eine Absage zu warten. Eine genaue Stellenbeschreibung für ein Verfahren vor dem Sozialgericht Dresden, sollten Sie mich sanktionieren, werde ich mir von der Gemeindeverwaltung jene Ausschreibung dann gern zukommen lassen.

Ich verweise auch gern auf Ihre „Fachlichen Weisungen“.

§ 16 (1) SGB II verweist auf § 35 SGB III
(2) Die Agentur für Arbeit hat durch Vermittlung darauf hinzuwirken, dass Ausbildungsuchende eine Ausbildungsstelle, Arbeitsuchende eine Arbeitsstelle und Arbeitgeber geeignete Auszubildende sowie geeignete Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhalten. Sie hat dabei die Neigung, Eignung und Leistungsfähigkeit der Ausbildungsuchenden und Arbeitsuchenden sowie die Anforderungen der angebotenen Stellen zu berücksichtigen.

Ferner im Anhang > Fachliche Anweisungen Ihres Hauses > Punkt 10.8"


Jemand ne Idee?
erstmal Widerspruch und abwarten oder lieber, was ich eigentlich gern am Wochenende machen wollen würde, Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz beim Sozialgericht einlegen?

Außerdem:
Ich werde für einen Zeitraum für die Zukunft sanktioniert, obwohl ich für diese Zeit noch gar keinen Bewilligungsbescheid habe!? Mein Bescheid läuft Ende des Monats aus und einen neuen habe ich noch nicht obwohl Antrag vor 6 Wochen gestellt.
 

erwerbsuchend

VIP Nutzer/in
Mitglied seit
18 Jun 2017
Beiträge
3.146
Bewertungen
2.001
Ich erhielt einen Vermittlungsvorschlag per Zustellungsurkunde mit der Aufforderung mich auf eine Stelle zu bewerben die jedoch zu 100% keine Reaktion des Arbeitgebers hätte erwarten lassen können.
Woher weißt du, ohne den AG konkret kontaktiert zu haben, dass eine Bewerbung auf diese Stellenausschreibung für dich absolut zu einer Absage und noch nicht einmal einem VG geführt hätte? Für das JC zählen nur konkrete Reaktionen und Antworten von AG auf konkret vorliegende Bewerbungen. Wäre es für dich so unzumutbar gewesen, wenigstens eine normale Bewerbung abzuschicken, auch wenn du eine Absage erwartest? Dir sollte zudem bewusst sein, dass bei einem VV auch der AG eine Benachrichtigung vom JC erhält, inklusive Rückmeldebogen.

5. Bewerbungsgespräche waren abgeschlossen und eine Entscheidung getroffen (telefonische Nachfrage)
Diese Aussage des AG hast du in Schriftform vorliegen?

Ich werde für einen Zeitraum für die Zukunft sanktioniert, obwohl ich für diese Zeit noch gar keinen Bewilligungsbescheid habe!?
Welcher Sanktionszeitraum ist in dem Bescheid genannt?

Für die Beurteilung deines Falles wäre es hilfreich, wenn du alle damit zusammenhängenden Dokumente in anonymisierter Form hier hochladen könntest.
 

bauhaus99

Elo-User/in
Thematiker*in
Mitglied seit
7 Apr 2017
Beiträge
14
Bewertungen
2
Danke für deine Antwort.

1. Die Stellenausschreibung aud dem Internet hätte mich nach der zweiten Zeile rausgeschmissen, nach der dritten erst recht und bis zur siebten geforderten (zwingenden) Quali wäre ich net gekommen.
2. Ich kenne den Dienstherren der Behörde persönlich. Der wird mir auch sicher nen Dreizeiler aufsetzen. Sehe ich kein Problem darin aus dem hervorgeht, dass es sinnfrei gewesen wäre.
3. Aktueller BWZ bis Ende August. Sanktionszeitraum 01.09-30.11 2018. Wie gesagt. Habe ja net mal nen neuen Bescheid - wie kann man mich ohne Leistungsbewilligung/Ablehung dann sanktionieren?
4. Für diese Stelle, ich drücke es jetzt mal übertrieben aus, wurde ein Gärtner gesucht aber ich bin nunmal Maurer :) Nein, bin ich net. Aber die Ausschreibung war absolut nichts was ich annähernd könnte.
 

erwerbsuchend

VIP Nutzer/in
Mitglied seit
18 Jun 2017
Beiträge
3.146
Bewertungen
2.001
2. Ich kenne den Dienstherren der Behörde persönlich. Der wird mir auch sicher nen Dreizeiler aufsetzen. Sehe ich kein Problem darin aus dem hervorgeht, dass es sinnfrei gewesen wäre.
Warum hast du dann ein solches Schreiben nicht direkt als Antwort auf den VV an das JC geschickt? Gerade wenn du denjenigen persönlich kennst, dürfte das doch kein Problem gewesen sein.

3. Aktueller BWZ bis Ende August. Sanktionszeitraum 01.09-30.11 2018. Wie gesagt. Habe ja net mal nen neuen Bescheid - wie kann man mich ohne Leistungsbewilligung/Ablehung dann sanktionieren?
Ist denn davon auszugehen, dass du mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit auch ab September 2018 weiter im ALG 2-Bezug sein wirst?
 

bauhaus99

Elo-User/in
Thematiker*in
Mitglied seit
7 Apr 2017
Beiträge
14
Bewertungen
2
Zu 2. Du bist auf dem Dorf hier. Da haste Stigma genug. Werd mir aber von ihm was schreiben lassen.
Zu 3. Ja. Dem wird so sein, dass ich in Bezug bleiben werde.
 

captaink

Elo-User/in
Mitglied seit
9 Sep 2010
Beiträge
14
Bewertungen
2
:peace:Hallo, bauhaus99
lass dir von der Gemeinde eine schriftliche Bestätigung ausstellen, dass die Stelle zum Zeitpunkt der Jobvermittlung bereits vergeben war. Erwähne aber AUF GAR KEINEN FALL, dass du den Arbeitgeber kennst. Sonnst könnte der SB denken, dass der dir nur ein Gefälligkeitsschreiben ausgestellt hat. Auch dein Bekannter soll kein Wort diesbezüglich erwähnen.
 

bauhaus99

Elo-User/in
Thematiker*in
Mitglied seit
7 Apr 2017
Beiträge
14
Bewertungen
2
:peace:Hallo, bauhaus99
lass dir von der Gemeinde eine schriftliche Bestätigung ausstellen, dass die Stelle zum Zeitpunkt der Jobvermittlung bereits vergeben war. Erwähne aber AUF GAR KEINEN FALL, dass du den Arbeitgeber kennst. Sonnst könnte der SB denken, dass der dir nur ein Gefälligkeitsschreiben ausgestellt hat. Auch dein Bekannter soll kein Wort diesbezüglich erwähnen.
Vielen Dank. So schlau sind wir auch hier auf dem Dorf schon. Selbst wenn, wird er das die Verwaltung machen lassen.
 

erwerbsuchend

VIP Nutzer/in
Mitglied seit
18 Jun 2017
Beiträge
3.146
Bewertungen
2.001
Zu 2. Du bist auf dem Dorf hier. Da haste Stigma genug. Werd mir aber von ihm was schreiben lassen.
Was hat dies mit einer Bewerbung auf eine ausgeschriebene Stelle zu tun? Wenn du den Entscheider persönlich kennst, dann adressiere doch deine Post in dem Fall an ihn persönlich. Das geht auch bei Behörden und Ämtern.

Bist du zudem der einzige Erwerbslose in deinem Ort? Man sollte damit eigentlich gelassen umgehen. Lass die anderen doch reden und denke dir dabei immer, auch sie kann es früher oder später selber mal treffen.

Zu 3. Ja. Dem wird so sein, dass ich in Bezug bleiben werde.
Dann ist auch eine Sanktionierung möglich.
 
Oben Unten