Rücklagen für Gewährleistungsfälle

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JokerNico

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Guten Morgen allerseits,

ich wüßte gern wie ihr das so macht.

Ich bin seit Anfang März13 im IT-Handels-Bereich als Kleinunternehmer tätig.
Eigentlich ist es in dieser Branche üblich Rücklagen für Gewährleistungsfälle und Widerrufe zu bilden.
Dies ist aber durch das SGB II unmöglich.
Hat jemand vielleicht einen Tip wie ich damit umgehen soll?


Ich lasse z. Bsp. Geldeingänge durch Verkäufe eine Zeit lang liegen bis ich relativ sicher bin das der Kunde den Kaufvertrag nicht Widerrufen will.
Verkäufe gegen Ende des Monats sind dann aber etwas unvorteilhaft, da ich u. U. die Einnahme nicht im selben Monat für Ausgaben aufwenden kann.
Nun gut dies ist warscheinlich nicht ganz so tragisch, ausser vielleicht am Ende des Bewilligunszeitraumes.

Rücklagen kann ich ja im Prinzip nur bilden, indem ich meinen Freibetrag nicht für private Zwecke verwende, sondern auf mein Tagegeldkonto schiebe um langfristig eine Kapitalerhöhung zu erzielen.
Ich habe allerdings schon oft gelesen das regelmäßige Privateinlagen nicht gern vom FA gesehen werden und gern mal zu einer Betriebsprüfung führen.
Was prinzipiell überhaupt kein Problem ist.


Zum Thema Abschreibungen habe ich mir auch Gedanken gemacht.
Da ich vorerst keine großen Investitionen tätigen werde und Abschreibungen über Zeit vom Jobcenter nicht akzeptiert werden, werde ich ausschließlich die Regelung <150€ und bis 410€ als GWG sofortabschreibung nutzen.

Abschreibungen die nicht mit dieser Regelung in Einklang zu bringen sind verkneife ich mir zunächst.


Vielleicht ist jemand in der selben Zwickmühle?


Gruß JokerNico
 

Der Ratlose

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soetwas scheinen nämlich alle zu vergessen.

was ist eigentlich wenn jemand bei uns einen Artikel für 3000 € im webshop bestellt, bezahlt, und nach 2 wochen einfach wieder zurückschickt mit der Begründung das er ihm nicht gefällt ?
oder wenn in der Garantiezeit etwas kaputtgeht und nicht reparabel ist und der Preis erstattet werden muß?

Oder

was ist eigentlich wenn der LE 600 € verdient hat und davon um die 210 € Einkommenssteuern zahlen muß, er das Geld aber nicht zurücklegen durfte.
 

JokerNico

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GANZ GENAU!

und danke das du das Thema Einkommenssteuer ansprichst.
Das Thema ist ziemlich komplex.

Zwar habe ich jetzt noch einen Freibetrag aber sobald dieser verbraucht ist werde ich Einkommenssteuer zahlen müssen.
Es wird einem ganz deutlich auf diversen Plattformen und sogar bei Gründercoachings dazu geraten etwa 35% des Ertrags für die Einkommenssteuer zurück zu legen.
 

Roter Bock

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Faktisch geht Gewährleistung und Fernabsatz nicht zusammen mit der Aufstockung als Selbstständiger.

Ich habe mich für die Methode "Augen zu und durch" entschieden.

Rückstellungen sind auch keine Position in der EKS, funktioniert also nicht.

Ich habe rückwärts gerechnet nur ca. 2 % dieser Fälle beim Versand elektronischer Teile. Es hängt sehr von Deiner Produktbeschreibung und dem Markt ab.

Da Steuerrecht und EKS auch noch auseinanderfällt ist das Chaos komplett. Herzlichen Glückwunsch! Danke an den heutigen OB von HH´der diesen Schrott initiert hat.

Du bist immer ein Stückweit "begrenzt seriös" wenn Du kein Geld hast und der Schadensfall eintritt.

Roter Bock
 

JokerNico

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Das ist doch absoluter Mist.

Also nehmen wir mal an ich knacke den Ekst. Freibetrag und muss im Folgejahr 500€ zahlen kann ich zwar im Monat der Fälligkeit in der EKS die 500€ als Ausgabe angeben aber wenn ich in dem Monat sagen wir mal, nur 300€ dafür aufbringen könnte muss ich den rest aus meiner Tasche zahlen?

Und was die Gewährleistung bzw. den Widerruf angeht so werd ich mir hier also noch mehr Zeit nehmen um das Risiko zu verminden und zusätzlich Ware bei denen ich das Gefühl habe sie könnte Widerrufen werden, gar nicht erst anzubieten um diesen Problemen im Vorfeld aus dem Weg zu gehen.
So geht mir zwar Umsatz flöten aber besser als dem Kunden erklären zu müssen warum ich Ihm gerade den BEtrag nicht erstatten kann...
 

Der Ratlose

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Deswegen sind wir ja auch ins Ausland gegangen.(unter anderen)
In skandinavien ist die moral noch anders, da bestellt keiner sündhaft teuere Winterreifen bei dir , fährt damit nach Italien in den Winterurlaub und schickt dir die wieder zurück mit der begründung "die sind schiet"
Und du sollst den Preis um den Abnutzungsfaktor gemindert zurücküberweisen.
Und ein deutscher Richter findet das auch noch ok.:icon_neutral::icon_neutral:
 
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ExitUser

Gast
Dir bleibt nichts anderes übrig, als über dein Schonvermögen Rücklagen zu bilden. Die überprüfen dein Schonvermögen ja nicht ständig und es ist auch kein Problem darüber zu gehen. Du kannst ja immer damit argumentieren, dass du dem JC etwas zurücküberweisen musst und das Geld ungerne ausgibst, um es direkt zurückzahlen zu können.

Was das FA damit zu tun hat verstehe ich nicht so richtig. Das FA weiß doch nicht, was privat ist und was nicht, denn als KLeinunternehmer ist alles und nichts privat. Die Trennung kannst du eigentlich nur für dich selbst machen.

Ansonsten ist Handel immer schlecht. Die Margen sind klein und das Risiko durch Gewährleistungsansprüche und Widerruf enorm. VOr allem hast du als Händler dem Großhändler gegenüber keinen Widerrufsanspruch. Wenn ein Kunde ein Teil für 1000 € bei dir bestellt und es nach 10 Tagen widerruft, dann sitzt du auf der Ware.

Ich bin froh, dass ich meinen Exkurs "Online Shop" hinter mir habe. Als Dienstleister lebt es sich deutlich entspannter. Der Kunde kann zwar meckern, aber ob er sein Geld zurückbekommt, liegt einzig in meinem Ermessen. Und die Margen sind traumhaft.
 

ZynHH

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Deswegen sind wir ja auch ins Ausland gegangen.(unter anderen)
In skandinavien ist die moral noch anders, da bestellt keiner sündhaft teuere Winterreifen bei dir , fährt damit nach Italien in den Winterurlaub und schickt dir die wieder zurück mit der begründung "die sind schiet"
Und du sollst den Preis um den Abnutzungsfaktor gemindert zurücküberweisen.
Und ein deutscher Richter findet das auch noch ok.:icon_neutral::icon_neutral:


Daran sind in Deutschland richtig grosse Versandhändler zugrunde gegangen.... die Leutz bestellen sich den größten TV zur WM und lassen ihn hinterher wieder abholen... und das machen tausende.... zu Weihnachten werden halbe wohnungseinrichtungen geordert, die , wenn der Besuch wieder weg ist , abgeholt werden dürfen...Fahrräder werden direkt an den Urlaubsort bestellt und dürfen dort hinterher wieder abgeholt werden...Aufsitzrasenmäher, damit das ganze Dorf zum Herbst seine Weiden niedermähen konnte, jedes Jahr hat ein anderer aus dem Ort bestellt, bis die PLZ gesperrt wurde... kost ja nix....

Was glaubt ihr, wie die deutschen Versandhändler gezittert haben, als sich die AMI´s ( z.b. Landsend) auf den weg gemacht haben, mit Lebenslangem Rückgaberecht, welches dann erst von Gerichten gestoppt wurde....
 

hartaber4

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Vieleicht sollte man nicht mit so teueren Waren handeln, wenn man sich das nicht leisten kann?

Oder solche Waren dann unter Vorbehalt oder in Kommission handeln, so wie es die Grossen ja machen :)

Bei entsprechenden Kunden fummelt auch keiner an der Hard- oder Software OHNE Referenzen und nachgewiesenen Versicherungen....

Kleines Beispiel:

Bei einem Großverlag versagt die IT..... und es kann nicht pünktlich der Datenbestand an die Druckerei übermittelt werden..... es kann nicht pünktlich gedruckt werden, es kann z.B. eine zeitlich gebundene Werbeanzeige (Unser Angebot "nur heute oder morgen" ...) erscheinen..... abgesehen von den anderen Kosten.....

Das "Sparschwein" wird sich freuen, wenn es mittels Konventionalstrafe gewürgt wird......
 

JokerNico

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Ich kaufe nie von Großhändler.
Mein Konzept beschränkt sich größtenteils auf den Gebrauchtwarenmarkt.
Ich kaufe hauptsächliche defekte Ware und setze diese wieder instand oder zerlege das Objekt in Einzelteile und verkaufe die wertvollen Teile bei Ebäh und co.
Außerdem arbeite ich hauptsächlich für Privatleute.
Mein Interesse für Netzwerktechnologie war nie sehr groß und eigentlich sollte das Dienstleistungsgeschäft nur ein zubrot sein.

Aber ich machs trotzdem.
Ich kann so besser Kunden binden und werde gern empfohlen.

In Zukunft möchte ich BGA Rework als Dienstleistung anbieten bzw. defekte Laptops wieder fit machen und mit Unterhaltungselektronik und Mobilfunk meine Handelssparte ausbauen.

Mein Ziel ist ein gut gehender An & Verkauf.

Um welche art von Versicherung handelt es sich genau in eurer Diskussion?

Zum Thema Marge:
Ich hab vor kurzem ein gutes Geschäft gemacht. 60 Stück für einen durchschnittspreis von 3,33€
Hab mit 3 Stück schon 120€ eingenommen. In verbindung mit einer Dienstleistung sind sogar noch größere Erträge drin.
Mehrere Einzelstücke sind über 100€ wert.

Damit hab ich einen super start hingelegt und werde einige Hundert Euro zum Ausbau meines Unternehmens nutzen können.
Und das obwohl ich nur 190€ eingelegt hab.

Bin irgendwie ein wenig Stolz auf mich und sammle Kraft für kommende Hürden.
 
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