rückkehr in die gesetzliche krankenversicherung (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

semper fi

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hallo forum,

ich wurde in den basistarif der privaten krankenversicherung eingeordnet, nachdem mein bisheriger tarif zu teuer wurde und das jobcenter ja nur bis zur höhe des basistarifs die kosten übernimmt. ich war vor der arbeitslosigkeit (mittlerweile beziehe ich alg II) selbständig, deshalb die private kv.

der basistarif ist das allerletzte, man ist teilweise schlechter gestellt als gesetzlich versicherte. man teilte mir mit, dass ich nur dann wieder in die gesetzliche kv wechseln kann, wenn ich eine sozialversicherungspflichtige beschäftigung aufnehme, sprich über 400 € pro monat verdiene.

ist diese aussage richtig oder gibt es eventuell doch noch eine andere möglichkeit für eine rückkehr?

vorab vielen dank für eure antworten!
 
S

Spitzbart

Gast
Krankenversicherungspflicht bei Hartz IV

Nach der Regelung zur Krankenversicherungspflicht 2012 müssen auch Empfänger von Arbeitslosengeld II privatversichert bleiben, sofern sie vor dem Bezug privatversichert waren. Dies kann beispielsweise auf Selbständige zutreffen, deren Unternehmen Insolvenz anmelden muss. Im Gegensatz zu gesetzlich Versicherten wurde bei Privatversicherten mit Hartz IV-Anspruch aber bis Anfang 2011 nur ein Teil der Beiträge übernommen. Den Rest musste der Versicherte selbst tragen.

Mittlerweile hat das Bundessozialgericht jedoch die Leistungsträger zur vollständigen Übernahme verpflichtet (Az: B 4 AS 108/10 R), um die Krankenversicherungspflicht zu gewährleisten. Die Leistungsträger übernehmen nach einer Vereinbarung zwischen Gesundheitsministerium und PKV-Branche (August 2011) auch die Beitragsschulden, die vor 2011 angefallen sind.

https://www.1a.net/versicherung/krankenversicherung/krankenversicherungspflicht
 
E

ExitUser

Gast
Hallo semper,
wer hat Dir das denn mitheteilt?
Die gesetzliche, oder die Private Versicherung?
Oder Dein SB?

Ich kann Dir nur sagen, wie es bei mir war.
Ich war auch privat versichert.
Allerdings hatte ich in der Schweiz gearbeitet, und war dort verpflichtet, mich privat zu versichern, obwohl ich meinen Wohnsitz noch in Deutschland hatte.
Als ich mich jetzt hier in Deutschland arbeitslos gemeldet habe, musste ich in die gesetzliche Krankenversicherung zurück, weil die Agentur für Arbeit meine private nicht zahlen würde.
Ich bin dann zur IKK, wo ich vor der Arbeit in der Schweiz auch schon versichert war, und die haben mich auch wieder aufgenommen.
Die Private habe ich zum Ende des Monats gekündigt.

Ich habe hier noch einen Link für Dich gefunden:
https://www.finanztip.de/recht/versicherungen/pkv-arbeitslose.htm
 

semper fi

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ich bin unter 55 und nicht verheiratet. ich hatte mich bei mehreren gesetzlichen kv erkundigt und die teilten mir durchweg mit, dass es erst mit aufnahme einer versicherungspflichtigen beschäftigung möglich sei, ihnen beizutreten. allein meine private kv sei verpflichtet, mich weiterhin zu behalten, eine andere möglichkeit bestehe nicht.

diese meine private kv hat mich halt kurzerhand in den basistarif verfrachtet, denn nur den müsse sie anbieten. Ich hatte am ende meiner selbständigkeit eben auch probleme, die monatlichen beiträge abzuführen, wobei ich das mittlerweile schrittweise nachgezahlt habe. das sei unter anderem ein grund, warum ich in den basistarif musste.

von seiten des jobcenters kam eigentlich überhaupt keine hilfe, die hatten irgendwie keine lust sich damit zu beschäftigen, sondern sagten ebenfalls nur, dass nach einer letzten höchstrichterlichen entscheidung sie die kosten für den basistarif übernehmen müssen, mehr aber eben auch nicht.

also irgendwie argumentieren die alle in die gleiche richtung. na ja, ist halt blöd gelaufen mit der arbeitslosigkeit, aber den basistarif empfinde ich halt als doppelte bestrafung, das ist unter dem standard der gesetzlichen und ich muss ja zudem jedes mal die kosten vorstrecken. ganz toll mit den paar piepen vom alg II!

ich hatte mich ja auch schon durchs internet gewühlt und anscheinend bin ich da wohl echt vorerst mal gefangen. aber so 100%ig schlau werde ich daraus halt doch nicht, also ich sehe da außer über einen neuen job keine andere möglichkeit für eine rückkehr. aber vielleicht gibt es ja doch einen ausweg?
 
S

Spitzbart

Gast
Eine Möglichkeit sehe ich noch.

Gehe zum Versichertenältesten der GKV bei welcher du vor dem Wechsel in die PKV versichert warst und schildere diesem den Fall. Unter Umständen hat der bzw. diejenige noch einen Tipp für dich.


Versichertenälteste

bei den Rentenversicherungsträgern (z.T. auch bei Krankenkassen) Mittler zwischen den Versicherten und dem Sozialversicherungsträger.

Rechtsgrundlage: § 39 SGB IV und Satzungsrecht der Versicherungsträger.

Aufgabe: Versichertenälteste haben die Versicherten und die Leistungsberechtigten zu beraten und zu betreuen.

Charakterisierung: Sie werden gewählt, üben ein Ehrenamt aus, erhalten für ihre Tätigkeit eine Entschädigung und haften für Verschulden.

https://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/versichertenaelteste.html
 

semper fi

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aha versichertenälteste, noch nie davon gehört, muss ich mich mal schlau machen. wobei meine zeit in dieser gesetzlichen kv nun auch schon wieder fast 7 jahre zurückliegt, bei denen hatte ich auch angefragt und wurde eben abgewiesen.

ach ja, ich hatte vorhin vergessen, mich für eure beiden antworten zu bedanken, also: danke!
 

Uwe Paul

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Hallo,

ich habe ein großes Problem. ich weiß zwar, dass ich bei einem Hartz IV Bezug wieder privat krankenversichert bleibe, weil es ein höchstrichterliches Urteil in dieser Sache gibt. Ich bin zur Zeit selbständig tätig und lebe auch aus diesen Einnahmen. Zu jener Zeit, bevor ich bei der gesetzlichen Krankenversicherung hätte bleiben müssen, habe ich mich privat versichert. Aus Kostengründen musste ich schon vor nunmehr zwei Jahren von der Central zur Hanse Merkur wechseln, die dieses Jahr auch Beitragsstabil blieben.

Ich zahle in meinem Tarif zur Zeit 305,86 € im Monat. Also weniger als wenn ich gesetzlich krankenversichert geblieben wäre. Dennoch, man muss jedes Jahr neu prüfen und wenn krankheitsbedingt Krankheiten dazu kommen, die zuvor unbekannt waren, könnte es für einen Kassenwechsel schwierig werden.

Was ist nun, wenn ich meine selbständige Tätigkeit beende und Hartz IV bekommen würde? Die ARGE muss bis zum Basistarif weiter zahlen. Aber wenn der jetzige Tarif günstiger ist als der Basistarif der privaten Krankenversicherung, kann man dann in dem preisgünstigeren Tarif bleiben, auch wenn dieser eine Selbstbeteiligung von 600,00 € vorsieht??

Also, 600,00 € muss ich selber tragen, bevor ich Rechnungen über die Hanse-Merkur abrechnen kann. Das wären pauschal 50,00 € mehr zu dem jetzigen Tarif.

Das ist noch immer billiger, als der Basistarif, wobei ich hier die Frage 2 stelle, wie hoch der Basistarif tatsächlich ist, bzw. wie wird dieser berechnet?

Das würde aber bedeuten, dass ich jede Arztrechnung zur ARGE bringen muss, damit diese bezahlt würde, doch würde dies auch nicht im Basistarif so enden? Meines wissens ist der Basistarif ohne Selbsbeteiligung. Also, direkt alles zur Kasse schicken?

Denn Selbstbehalt hin oder her, ich könnte die 600,00 € ja niemals von den ARGE Sozialleistungen zahlen. Die Folge wäre, wie wohl auch beim Baistarif, dass jede Rechnung von der ARGE gezahlt werden müsste.

Oder andersherum gefragt, verbietet sich das alles von selbst, das heißt mit anderen Worten, das ich grundsätzlich den Basistarif wählen und beantragen muss, weil ein Eigenanteil bei ARGE Hartz IV Leistungen nicht statthaft sind?

Allerdings meine ich, dass es doch letzten Endes egal sein müßte, denn wenn trotz der 600,00 € Selbstbeteiligung, die von der ARGE übernommen werden müsste, unter dem Strich dies wesentlich billiger wäre, als eben der schlechtere Basistarif mit schlechteren versicherungsleistungen wohl noch schlechter als bei gesetzlich Versicherten?

Gruss, Uwe
 

wommi

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Ich denke mal, das die Frage erlaubt sein muß, wie Du darauf kommst, dass das JC den Eigenanteil übernehmen muß ?
 

ZynHH

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Deine Versicherung kostet also nicht 305,xx Eur sondern 355,xx Eur monatlich... die 600 Eur musst du schon auf den Monat runterbrechen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das JC da mitspielt.
 

mathias74

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Ich frag mich schon lange wieso Privatversicherte nach Jahren oder Jahrzenten wieder zur gesetzlichen zurück wollen :icon_eek: auch Selbstständige können sich von anfang an weiter bei der gesetzlichen Versicherung versichern aber man wollt ja sparen und jetzt wo die Privaten immer teurer werden will man ganz schnell zu den gesetzlichen zurück, dass das aber nicht so einfach geht merken jetzt erst viele. Mein Mitleid mit den Privatversicherten bei den privaten KK hält sich in Grenzen :icon_party:
 
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