Riesen- Fehler gemacht: Praktikum verschwiegen. Was tun? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Max555

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Hallo liebes Forum,

ich wende mich in einer prekären Lage an euch.
Vorher noch ein paar Worte zu meiner Situation: Bin Anfang 30, derzeit arbeitslos, habe vorher studiert, mich dann allerdings aufgrund einer Nierenerkrankung und daraus folgenden Nierenversagens und persönlicher Probleme exmatrikuliert, da meine Eltern mich finanziell nicht mehr unterstützen können. Nun hege ich die Hoffnung, mein Studium, bei dem mir eine Studienarbeit, die Diplomarbeit und ein Praktikum fehlt, irgendwann beenden zu können.

Nun hat sich die Gelegenheit ergeben, dass ich ein Praktikum mache, dass ich - wenn ich mich wieder immatrikuliere - auch als Pflichtpraktikum anerkennen lassen könnte. Dieses Praktikum mache ich seit Anfang April.

Nun zu dem Problem, dass mich umtreibt: Für April habe ich noch ALGII- Leistungen bekommen, und zwar den Grundbedarf von 399,00 EUR. Seitdem habe ich keinen Weiterbewilligungsantrag gestellt, also geht es um einen Monat, in dem das JC sozusagen "beschissen" habe.

Meine Frage ist nun, wie ich in Zukunft mit dem JC kommunizieren soll. Denn eigentlich wollte ich demnächst einen Antrag auf Weiterbewilligung der Leistungen stellen, allerdings ist dann ja auf den Kontoauszügen die Überweisung des Arbeitgebers ersichtlich (250,00 Euro monatlich). Ich denke ich werde reinen Tisch machen und sagen: "Es tut mir Leid, ich habe vergessen für diesen Monat April das Praktikum anzugeben. Ich habe meinen Fehler bemerkt, und seit Mai keinen Weiterbewilligungsantrag gestellt, v.a. aus Angst, das Praktikum könnte mir verweigert werden."

Wie seht ihr das? Das Praktikum endet Ende August oder Ende September (das ist noch offen). Spätestens danach muss ich ja einen Antrag auf Weiterbewilligung stellen.


Hoffentlich habe ich meine Lage verständlich geschildert...:icon_question:

lg,

Max
 

Zeitkind

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Hast Du Dich denn beim JC abgemeldet?
Wenn nicht, würde ich jetzt schleunigst eine Veränderungsmitteilung mit dem Kontoauszug des Zuflußes nachreichen (nachweislich).
Du wirst so oder so dazu Stellung nehmen müssen.

Wie sieht es mit Termin beim SB aus?
 

Max555

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Hallo Aufgewachter,

danke für deine Meldung.

Abgemeldet? Nein, nicht das ich wüsste. Ich muss mich leider korrigieren:
Habe für April und Mai je 399,00 EUR bekommen. Das Geld wird ja immer im Voraus überwiesen.

Termin mit einem SB habe ich nicht. Weiß ja jetzt nicht, wie ich mit dem Problem so wirklich umgehen soll. Habe Angst, dass die mir das Praktikum verweigern. Man liest ja so einiges....

Muss man sich denn beim JC abmelden? Ich beziehe seit Juni keine Leistungen mehr, das ist doch quasi eine "Abmeldung", oder?
 

Zeitkind

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Termin mit einem SB habe ich nicht. Weiß ja jetzt nicht, wie ich mit dem Problem so wirklich umgehen soll. Habe Angst, dass die mir das Praktikum verweigern.
Wer soll Dir ein Praktikum verweigern, welches Du bereits ableistest?
Gibt es einen Praktikumsvertrag? Wer zahlt denn überhaupt Krankenversicherung?
Muss man sich denn beim JC abmelden? Ich beziehe seit Juni keine Leistungen mehr, das ist doch quasi eine "Abmeldung", oder?
Darum geht es nicht. Wichtiger ist die Veränderungsmitteilung während des Leistungsbezuges, die Du ja nicht abgegeben hast.
Demnach hast Du Deine Mitwirkungspflichten (§ 60 SGB I) verletzt.

Aber es kommt noch schlimmer.
Durch Deine fehlende Veränderungsmitteilung [tdgs]können[/tdgs] werden sie Dir ein Verfahren wegen Betrug nach § 263 StGB anhängen. :icon_kinn:
Denn Überzahlungen wurden ja bereits geleistet.
Ich verstehe nicht, wie naiv Ihr an den Weihnachtsmann glaubt. :icon_mad:
Jeder wird doch bei Leistungsbezug vollständig über den Ernst der Lage
und vor allem über seine Mitwirkungspflichten aufgeklärt.
Ich selbst habe vor kurzem Erstantrag gestellt und wurde, was die Pflichten betrifft, regelrecht in die Mangel genommen.
:icon_neutral:
Aber vielleicht muß erst ein kräftiger Dämpfer her, um erwachsen zu werden.
An Deiner Stelle würde ich schnellstens einen Termin mit Deinem zuständigen
SB machen und mit offenen Karten spielen. Was anderes bleibt Dir eh nicht übrig.
 

Wutbuerger

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Wieso machst du dir so einen Kopf ... offensichtlich hast du in diesem Monat keine Stelle vom JC vermittelt bekommen . War das Praktikum ohne Vergütung , sagst du einfach das du der Vermittlung zur Verfügung gestanden hast , in der Regel kann man Praktika doch auch abbrechen ?
War das Praktikum mit Arbeitslohn verbunden siehts anders aus , dann würde ich nachträglich eine Veränderungsmitteilung schreiben , da sich das ja auf die Zahlung von ALG2 auswirken würde .
 

Zeitkind

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Wieso machst du dir so einen Kopf ...
Ich denke, das macht er zu recht. Und scheinbar hat der TE ja den Kontakt zum JC schleifen lassen bzw. abgebrochen.
Und auch ein Praktikum muß beim Leistungsträger angemeldet werden.
"Macht man ein vom Leistungsträger nicht genehmigtes Praktikum, macht man sich strafbar!
Ob es sich dabei um ein bezahltes oder unbezahltes Praktikum handelt, ist unrelevant."
(***********.de)
War das Praktikum ohne Vergütung , sagst du einfach das du der Vermittlung zur Verfügung gestanden hast , in der Regel kann man Praktika doch auch abbrechen ?
Die Vergütung hatte TE schon angegeben:
allerdings ist dann ja auf den Kontoauszügen die Überweisung des Arbeitgebers ersichtlich (250,00 Euro monatlich).
 

Wutbuerger

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Ich denke, das macht er zu recht. Und scheinbar hat der TE ja den Kontakt zum JC schleifen lassen bzw. abgebrochen.
Und auch ein Praktikum muß beim Leistungsträger angemeldet werden.
"Macht man ein vom Leistungsträger nicht genehmigtes Praktikum, macht man sich strafbar!
Ob es sich dabei um ein bezahltes oder unbezahltes Praktikum handelt, ist unrelevant." (***********.de)
Die Vergütung hatte TE schon angegeben:
Danke für die Fakten, war mir entgangen .Sich vom Anwalt beraten zu lassen kann ja nicht schaden. Ansonsten sehe ich zwei Probleme ..erziehltes Einkommen und eine Beschäftigung ausgeübt .Das mit dem Einkommen , da bleiben 120 abzugsfähig pro Monat .Da wird den TE mehr treffen das er 150 mtl für die KK nachzahlen muß .Meldet er das beim JC wirkt das mE Strafbefreiend ,wenn noch keine Ermittlungen laufen.
Bezieht sich der Begriff "Leistungsträger" oben auf das JC oder einen evtl Maßnahmenträger?
 

Heidschnucke

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Sehr Dumm für Dich! Das JC wird dir daraus einen Strick drehen, das ist Fakt!

Du kannst nur versuchen Schadensbegrenzung zu betreiben, ersten eine Selbstanzeige, und auf milde Hoffen. Einkommen darlegen, es wird zu einer Nachberechnung kommen.

Was hast du zu erwarten a) eine Sanktion weil du das Praktikum gemacht und nicht gemeldet hast und b) eine Rückforderung von Leistungen weil das Geld welches aus dem Praktikum erzielt wurde angerechnet wird.

Mach eine Selbstanzeige, wenn die deine Sozialdaten abgleichen z.B. KK usw. kommt das sowieso raus, (machen die in der Regel alle 3 Monate) die Rennen dann gleich zu Gericht wegen Sozialbetrug, da können sie mal einen Prozess Gewinnen. Wenn du das machst können die das zwar auch, aber die Vorzeichen sind ganz andere, um den Richter milde zu stimmen.

Mann kann auch versuchen zu argumentieren das sie Ihre Beratungspflicht nicht nachgekommen sind, was nur bedingt klappen könnte sicher hast du ein Merkblatt bekommen, oder bist im Persönlichen Gespräch darauf hingewiesen wurden, und hast das alles Unterschrieben. Und wenn nicht kommt der schöne Spruch: " Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. "

Die Beratung mit einen Fachanwalt halte ich für durchaus angebracht! Wozu ich raten würde
 

Heidschnucke

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Wieso machst du dir so einen Kopf ... offensichtlich hast du in diesem Monat keine Stelle vom JC vermittelt bekommen.
Kopf machen würde ich mir schon. Denn wenn Du Leistungen bekommst musst du auch zu Vermittlung bereit sein, und da er ein Praktikum gemacht hat, hat er ja nicht zur Vermittlung bereitgestanden.

Leider ist es nicht so das man wenn man Leistungen bekommt nicht machen kann was man möchte in einigen Dingen wird man eben vom JC fremdbestimmt!

Und dafür bin 1989 auf die Straße gegangen und für Freiheit gekämpft. Aber frei nach Rosa Luxenburg "Freiheit ist immer die Freiheit der anders Denkenden."
 

Zeitkind

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webeleinstek

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Nun hat sich die Gelegenheit ergeben, dass ich ein Praktikum mache, dass ich - wenn ich mich wieder immatrikuliere - auch als Pflichtpraktikum anerkennen lassen könnte. Dieses Praktikum mache ich seit Anfang April.

Nun zu dem Problem, dass mich umtreibt: Für April habe ich noch ALGII- Leistungen bekommen, und zwar den Grundbedarf von 399,00 EUR. Seitdem habe ich keinen Weiterbewilligungsantrag gestellt, also geht es um einen Monat, in dem das JC sozusagen "beschissen" habe.

Meine Frage ist nun, wie ich in Zukunft mit dem JC kommunizieren soll. Denn eigentlich wollte ich demnächst einen Antrag auf Weiterbewilligung der Leistungen stellen, allerdings ist dann ja auf den Kontoauszügen die Überweisung des Arbeitgebers ersichtlich (250,00 Euro monatlich). Ich denke ich werde reinen Tisch machen und sagen: "Es tut mir Leid, ich habe vergessen für diesen Monat April das Praktikum anzugeben. Ich habe meinen Fehler bemerkt, und seit Mai keinen Weiterbewilligungsantrag gestellt, v.a. aus Angst, das Praktikum könnte mir verweigert werden."

Wie seht ihr das? Das Praktikum endet Ende August oder Ende September (das ist noch offen). Spätestens danach muss ich ja einen Antrag auf Weiterbewilligung stellen.
Sicher ist das alles blöd. Darum dass Du das Geld zurückzahlen musst, wirst Du auch wohl nicht drumherum kommen. Bei meinen WBA habe ich noch nie Kontoauszüge abgegeben. Es wurden auch nur ein einziges Mal welche von mir verlangt. Das ist aber schon Jahre her. Ansonsten wird in den WBA nur immer gefragt ob es irgendwelche Änderungen gab. Die ich dann auch wahrheitsgemäß mit nein beantwortet habe.

Dass Probleme auf Dich zukommen würden, dürfte klar sein. Aber was wäre, wenn Du sagst, Du hast das Praktikum gemacht, in der Hoffnung, dass daraus ein festes Arbeitsverhältnis wird. In Deiner Freude darauf hast Du vergessen das Einkommen dem JC mitzuteilen.
Das Ganze ändert zwar nichts an der Sache, dass Du es hättest mitteilen müssen und ein Teil des Geldes zurückzahlen muss. Wie schon geschrieben, standen Dir 120 Euro jeden Monat zu, der Rest wird angerechnet.
Aber da Du Dich dann damit um eine Arbeitsstelle bemüht hast, kannst Du vielleicht auf Milde hoffen und die strafrechtlichen Konsequenzen bleiben Dir möglicherweise erspart.

Ich hatte einen etwas ähnlich gelagerten Fall. Habe bei einer Zeitarbeitsfirma zur Probe als LKW-Fahrer angefangen. Ich wusste wirklich nicht, dass ich das angeben musste. Dachte erst wenn die mir die erste Kohle gezahlt hätten, hätte ich das dem JC mitteilen müssen. Während eines Gesprächs mit meiner SB hatte ich das erwähnt, dass ich da zwei Tage gearbeitet hatte. Daraufhin meinte sie nur, das hätte ich ihr angeben müssen. Ich hatte gesagt, dass ich keine Kohle erhalten hätte und die mich um das Geld beschissen hatten. Sie meinte spielt keine Rolle, hätte es angeben müssen. Es ist nie was nachgekommen. Weder von Staatsanwaltschaft noch von Zoll.

Also würde ich einfach den Weg versuchen, war mir nicht bekannt, tut mir auch alles leid, zuviel gezahltes Geld zahle ich natürlich zurück, aber wenn es mit einer festen Stelle geklappt hätte, wärd ihr mich sowieso los gewesen und darüber hätte ich mich mehr als alles andere gefreut. Immer einen auf doof machen, hilft manchmal ungemein. :biggrin:
Dann hättest Du hoffentlich nichts mit der StA zu tun. Denn eine Verurteilung wegen Sozialbetrug könnte sich später in Deinen Unterlagen nicht so gut machen.
 

Cha

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Das Praktikum wird dem JC eh bekannt, spätestens durch den nächsten Datenabgleich.

Deshalb mein Vorschlag:
Nicht erst im September wieder Leistungen beantragen, sondern jetzt gleich.
Mit einem Einkommen von 250 Euro hast du einen ergänzenden Anspruch.
In dem Antrag das Einkommen aus dem Praktikum angeben und die Kontoauszüge und die bisherigen Lohnbescheinigungen beifügen.

Weitere Angaben oder gar eine Entschuldigung sind unnötig.
Das Kind ist eh schon in den Brunnen gefallen.

Wenn das JC nach dem Datenabgleich den Sachverhalt ermittelt, kommt es zu einer Rückforderung und zu einem Verfahren wegen Betrug.

Wenn du selbst im Rahmen eines Antrags oder einer Veränderungsanzeige die Sache mitteilst, wirst du zwar auch Leistungen zurückzahlen müssen, aber es kann durchaus passieren, dass ein Betrugsverfahren nicht eingeleitet wird.

Sollte es zu einem Verfahren kommen, kannst du dem Richter erklären, dass du die Sache dem JC selbst mitgeteilt hast, wenn auch ein wenig verspätet.
Du kannst ihm dann auch sagen, dass die Sache dir leid tut.
Wenn dann auch noch zu Beginn des Strafverfahrens die Forderung des JC (der "Schaden") schon beglichen ist, stehen die Chancen gut, dass du mit einem blauen Auge davonkommst.

Viele Grüße

Cha
 

webeleinstek

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Sollte es zu einem Verfahren kommen, kannst du dem Richter erklären, dass du die Sache dem JC selbst mitgeteilt hast, wenn auch ein wenig verspätet.
Du kannst ihm dann auch sagen, dass die Sache dir leid tut.
Wenn dann auch noch zu Beginn des Strafverfahrens die Forderung des JC (der "Schaden") schon beglichen ist, stehen die Chancen gut, dass du mit einem blauen Auge davonkommst.
Ob es zu einem Strafverfahren kommt, ist noch gar nicht sicher. Insbesondere wenn der TE jetzt schnellstens dafür sorgt, dass der Schaden beglichen wird. Das hat nämlich auch Einfluss auf das Strafmaß.

Und ob das Ganze überhaupt vor einem Richter landet ist auch die Frage. Die Staatsanwaltschaft kann das von sich aus selbst nach § 153 StPO oder nach § 153a StPO einstellen. Sofern das JC der StA das überhaupt meldet. Es hängt alles davon ab, wieviel Reue der TE jetzt zeigt. Auch hierbei spielt eine Rolle, dass er das freiwillig mitgeteilt hat und selbst wenn der Schaden noch nicht beglichen ist, zumindest eine Ratenzahlung vereinbart, die auch eingehalten wird.

Dass die Sache bei einem Datenabgleich rauskommt, sehe ich genauso. Ich würde also nicht abwarten, bis die von selbst kommen.
 
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