Richter: Ohrlochstechen bei Kindern womöglich Straftat (1 Betrachter)

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Hartzeola

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Das Stechen von Ohrlöchern bei Kindern ist nach Ansicht eines Berliner Richters möglicherweise auch dann eine strafbare Handlung, wenn die Eltern einwilligen. Im Rahmen eines Zivilprozesses um ein missglücktes Ohrlochstechen vor dem Amtsgricht Berlin-Lichtenberg sagte der Richter Uwe Kett, er erwäge, die Strafgerichte einzuschalten. Möglicherweise handele es sich um rechtswidrige Körperverletzung, sagte Kett vor dem Hintergrund des umstrittenen Beschneidungsurteil des Kölner Landgerichts.

Bei dem Berliner Prozess wurde über die Schmerzensgeldklage eines Mädchens verhandelt, das nach Auffassung seiner Eltern ein Trauma beim Ohrlochstechen erlitten hatte. Laut Klageschrift hatten die Eltern dem seinerzeit dreijährigen Mädchen zum Geburtstag auf seinen Wunsch hin das Stechen von Ohrlöchern geschenkt. Im Dezember vergangenen Jahres waren Eltern und Kind zu einem Tattoostudio in Berlin-Lichtenberg gegangen. Dort hatten zwei Mitarbeiterinnen dem Kind gleichzeitig die Ohrlöcher gestochen.

"Dies hat dem Kind sehr weh getan", hieß es in der Klageschrift. Ein Ohrloch habe zudem höher gesessen als das andere, weshalb die Eltern das Stechen reklamierten und nicht bezahlten. In der Verhandlung sagte der Richter mit Blick auf eine mögliche Strafbarkeit, das Kind habe zwar selbst die Ohrlöcher gewollt. Es sei jedoch nicht klar, ob der Wille einer Dreijährigen ausreiche, um den Vorwurf der Körperverletzung auszuschließen. Auch sei zweifelhaft, ob die Einwilligung der Eltern dem Wohl des Kindes gedient habe.

Kett bezog sich auch auf das Kölner Urteil zur Strafbarkeit der Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen. Das Kölner Landgericht hatte die Beschneidung eines Vierjährigen als strafbare Körperverletzung gewertet, obwohl die Eltern ihre Einwilligung gegeben hatten.

Das Berliner Verfahren wurde am Freitag mit einem Vergleich abgeschlossen. Auf Vorschlag von Kett erhält das Mädchen ein Schmerzensgeld von 70 Euro "für sein Sparschwein", wie der Richter sagte.
Richter: Ohrlochstechen bei Kindern womöglich Straftat | STERN.DE
 
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oh, oh,

ich hab auch ohrlöcher solange ich denken kann. ob es weh getan hat weiß ich nun nicht, aber ich war immer stolz auf meine ohrringe als ich in die schule kam :icon_smile:.

meine stammten übrigens vom juwelier, akkurat angezeichnet damit sie auf gleicher höhe sitzen. ich frag mich warum geht man damit ins tattoostudio?

das mit beschneidungen zu vergleichen? für meinen geschmack liegen dazwischen welten. das eine ist ein wunsch, wenn auch von einem kind, das andere ist ideologisch religiös motiviert aufgrund des status der eltern. gefallen die ohrlöcher nicht mehr, lässt man sie einfach zuwachsen, eine beschneidung ist nicht rückgängig zu machen, ein bleibender schaden fürs leben.

ansonsten ich habe sehr lange menschen, fast jeden alters ins ohr gepickst oder hab ein "heißes" ohr gemacht. kennt fast jeder vom blutabnehmen. ist das auch körperverletzung?

liebe grüße von barbara
 

ZynHH

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Der nächste Richter verweigert das Haareschneiden bei den Kindern...oder die Fingernägel.
 
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..ich hasste schon das haarekämmen....lieber ZnyHH

liebe grüße von barbara
 
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hallo heidschnucke,

soweit hab ich gar nicht gedacht *lach. war in gedanken lediglich bei meinen ehemaligen Pats.

liebe grüße von barbara
 
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Den Eltern gehört was auf den Hintern: man denke, ein dreijähriges Kind.

Typisch dann auch noch den Piercer zu verklagen.
 

Holger01

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Mein Gott, ein dreijähriges Kind, klein, das ganze Wachstum noch vor sich.

Da ist es wirklich nicht nötig, schon künstlich Löcher zu stechen.

Wir sind doch nicht in Afrika, wo das, u.a. bei den Massai, Teil der Kultur und Tradition ist.

Das ist vermeidbarer Schmerz. Für das Kind noch gar nicht erfassbar. Nein, das muss nicht sein.
 

Hartzeola

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Nach Berliner Prozess

Debatte über Ohrlochstechen bei Kindern

01.09.2012 · Der Ärzteverband stuft das Ohrlochstechen bei Kindern ebenso wie die Beschneidung als „Körperverletzung“ ein. Die Sprecherin eines Piercing-Verbands sagte der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, Kinder sollten erst ab 14 Jahren Ohrlöcher bekommen.

Nach der Debatte über die Beschneidung von Säuglingen und Kindern mehrt sich nun Kritik am Ohrlochstechen. „Ohrlochstechen ist aus unserer Sicht eine Körperverletzung und ebenso ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit des Kindes wie die Beschneidung“, sagte der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Wolfram Hartmann, der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (F.A.S.). Es sei „teilweise abenteuerlich“, was Kindern schon im Säuglingsalter zugemutet werde. Das Loch im Ohrläppchen sei eine irreversible Schädigung, da es nicht mehr zuwachse. „Natürlich ist die Beschneidung ein noch wesentlich weitergehender Eingriff, aber auch das Ohrlochstechen ist ein schmerzhafter Eingriff in die körperliche Unversehrtheit eines Kindes“, sagte Hartmann weiter.
Nach Berliner Prozess: Debatte über Ohrlochstechen bei Kindern - Inland - FAZ
 

Kleeblatt

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Als ich 12 Jahre alt war wollte ich unbedingt Ohrlöcher haben, denn alle Mädchen hatten die in meiner Klasse und außerdem hatte mir meine Oma 2 Paar ganz tolle geschenkt.
Nichts da, meinte meine Mutter, sie sei damals wegen des Schmerzes nach einem Ohrloch abgehauen und das wolle sie bei mir nicht auch nochmal haben.

Nun ja, seinerzeit zu ihrer Zeit ... :biggrin:

Also habe ich gewartet bis ich volljährig war, mir dann bei einem guten alten Juwelier die Löcher angezeichnet und mir 2 machen lassen, - so etwas von schmerzlos, also mal ehrlich. Hat am 1. Tag etwas geziept, - gelegentlich. Am 2. Tag war nichts mehr und nach 1 Woche war alles komplett verheilt.

Einziges Problem an der Sache bei mir, - es wächst schnell wieder zu und ich darf nicht länger als max. 1 Woche ohne Ohrringe rumlaufen - DANN wird es allerdings schmerzhaft die wieder mit Ohrringen aufzupieken.

Übrigens habe ich mir bei einem anderen Juwelier einige Jahre später ein 3. Loch stechen lassen, - ebenfalls völlig schmerzfrei.

Wie gesagt, - will Frau es irgendwann nicht mehr haben dann einfach keine Ohrringe mehr reintun und nach spätestens einem Monat ist es dicht und zugewachsen. = Alles wie zuvor.

Mein Sohn wollte auch mit 14 Jahren unbedingt ein seitliches Loch für einen kleinen Stecker haben, - na meinetwegen und der ging ebenfalls zu einem weiteren Juwelier damals. Der ist ein echter Jammerlappen, - schon immer gewesen. :biggrin: Aber dem tat das ebenfalls nicht weh , - komischerweise. Das Loch ist bei ihm durchgängig in Benutzung und er bereut nix.

So weit ich weiß wächst allerdings eine Vorhaut nicht wieder nach und stellt damit den ursprünglichen Zustand wieder her.
Also kann man das nicht miteinander vergleichen.

Aber Ohrlöcher würde ich niemals Kindern unter 12 Jahren genehmigen. Schon wegen Spiel und Sport nicht. Müssen eben warten bis sie sich zusätzlich verschönern dürfen.
 
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Meiner Mutter wurden als Kind Ohrlöcher gestochen, die später zwar wieder soweit zugewachsen sind, daß sie für Ohrringe nicht mehr geeignet waren, aber immer noch deutlich sichtbar waren - nix mit "alles wie zuvor".

Ich habe dankend verzichtet, als sie mich fragte, ob ich welche haben wollte.

Ich denke, wenn das Kind in einem Alter ist, selbst die Folgen einer Entscheidung zu überblicken, und dann den Wunsch äußert, sich Ohrlöcher stechen zu lassen, sollte man das erlauben, aber nur durch einen Fachmann durchführen lassen. Welches Alter das ist? Sollten vielleicht auch Fachleute entscheiden, ich als Laie würde 14 oder 16 Jahre vorschlagen...
 
E

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Gast
Ohrlochstechen halte ich für harmlos. Früher hat die Patentante schöne geschenkt und ich war als sechsjährige ganz stolz auf meine schönen Ohrringe. Schmerzen keine!
Auch in meiner Umgebung zwei kleine Mädchen, die stolz wie Oskar auf ihre Ohrringe sind. Die eine kam vergangene Woche und sagte: Guck mal sind die nicht schön? Hab ich von meiner Oma geschenkt bekommen! Ich hab gelacht über die Freude des Kindes und es sah wirklich schön aus. Das sind doch wirklich harmlose Dinge, gibt Schlimmeres!:icon_pause::biggrin:

Beschneidungen und Ohrlochstechen sind für mich zwei paar Schuhe und nicht miteinander vergleichbar. Wenn man so nachdenkt, dann hätten mit dieser Sichtweise alle Omas und Tanten früher angeklagt werden müssen, nur weil sie ein paar Ohrringe und das Stechen dazu geschenkt haben. Ich meine, dass diese Entscheidung den Eltern selbst überlassen werden sollten. Wenn man was als Eltern nicht will, dann läßt man das.:icon_kinn:
 
E

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Gast
Also mit 3 Jahren sollte man seinem Kind keine Ohrlöcher schießen lassen. Auch nicht im Babyalter.

Ab 6 ist es aber okay, wenn das Kind es möchte.

Heutzutage wird ja gut betäubt, wo es gar nicht mehr weh tut.

Aber dass dies jetzt auch schon Körperverletzung ist, wenn man dem Kind Ohrlöcher schießen lässt, weil das Kind das möchte... :icon_neutral:
 
T

teddybear

Gast
Na ja ob nun Ohrläppchen stechen auch eine Körperverletzung darstellt, wie auch das rumschnippeln am Schwanze, kann ja jeder unbeschnippelte Mann leicht selbst durch einen Selbstversuch feststellen!

Wenn ich mir kräftig ins Ohrläppchen kneife merke ich fast gar nichts! Wenn ich mir jedoch ohne Betäubung mit dem Cuttermesser die Vorhaut abschneide, dann würde ich vor Schmerz sicher eine Rolltreppe selbst mit einer gebrochnen Hand aus der Verankerung reißen können.

Sei es drum so oder so soll man im Erwachsenenhalter selbst bestimmen können, wie man seinen Körper gern verunstalteten möchte. Kein Erwachsener sollte vorgreifend bestimmen können, etwas am Körper eines Minderjährigen zu verändern, wenn es nicht gerade aus medizinischen Gründen zwingend notwendig erscheint.
 
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Also mit 3 Jahren sollte man seinem Kind keine Ohrlöcher schießen lassen. Auch nicht im Babyalter. ...
Das ist aber in südlichen und östlichen Regionen Europas sowas wie Tradition. Da bekommen die Mädchen meist schon als Säuglinge ihren Satz Gold auf die Ohren.
 
G

gast_

Gast
Sollten vielleicht auch Fachleute entscheiden, ich als Laie würde 14 oder 16 Jahre vorschlagen...
14 oder 16? Da geht schon das Gejaule nach Piercings im Bauchnabel los :biggrin:
Schon mit 4 Jahren wissen Kinder, was sie wollen... und wenn ein Kind da Ohrlöcher möchte, kann man 10 x sagen daß das weh tut... sie wollen es trotzdem!

Halt das mal aus, das Generve! Vor allem, wenn du selbst nicht dagegen bist...

(Bauchnabelpiercing hab ich allerdings verhindert, bis Tochter 18 war)
 
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...wie gesagt ich habe selbst seit meinem 4ten lebensjahr ohrlöcher, mit 15 kam noch ein drittes dazu, es tat nicht weh. alle wurden bein juwelier geschossen. tatsache ist aber auch , das es im ohrläppchen sehr wenig schmerzrezeptoren gibt. ich denke es ist eher der schreck, oder wie die eltern das kind vorbereiten. dieselbe sache sieht man ja auch beim zahnarzt oder arzt. wenn die eltern schon damit kommen: oh das tut weh! dann tut es auch weh. ich habe sehr viele kinder gespritzt, meist impfungen. diejenigen die ohne vorbehalt kamen, sagten allenfalls "och ein kleiner picks" vor allem wenn man erklärt das es lediglich die desinfektion ist die dann etwas brennt. wenn schon die mutter danebenstand und das gesicht verzog wusst ich meist schon, gleich kommt brüllkonzert.

genauso sah ich kinder, die schwer krank waren und jede untersuchung, tagelange ports, und auch schmerzhafte biopsien mit einer stoischen ruhe ertrugen.

liebe grüße von barbara
 
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Dafür blutet es kräftig. :biggrin:

Na ja, ich hätte auch gerne noch 2 oder 4 weitere Ohrlöcher. (Keine Piercings!) Aber ich mag keine Spritzen/Pistolen.
 
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