Rezeptgebühren bei chronischer Krankheit - Kosten vom Jobcenter erstattet bekommen - geht das? (Mehrbedarf)

G

Gelöschtes Mitglied 67474

Gast
Ich bin chronisch krank und muss zweimal in der Woche zur Lymphdrainage. Seit 2 Jahre bekomme ich die. Nun habe ich im letzen Jahr die Kosten für Rezeptgebühren von meiner Krankenkasse zurück bekommen. Im letzten Jahr waren das immer Rezepte mit jeweils 6 Terminen (um die 28 bis 29€ pro Rezept). Seit 2 Monaten ungefähr bekomme ich immer 15 Termine auf einem Rezept und muss fast 60€ zahlen. Klar, das geht ordentlich ins Geld, wenn man nur 424€ bekommt und da die Fixkosten abzieht, die monatlich anfallen.

Kann ich dennoch das Geld vom Jobcenter zurück erstattet bekommen, weil die Krankenkasse nicht alles zurück erstattet.

Wie kann ich so einen Antrag für Mehrbedarf formulieren, wenn JC keine Formulare aushändigen kann?
 

ZynHH

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Hast du die Zuzahlungsbefreiung bei der Krankenkasse nicht beantragt?
 

HermineL

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Wenn du chronisch krank bist musst du dir das durch deinen Doc bescheinigen lassen und bei der Krankenkasse einen Antrag auf Befreiung stellen.
Danach hast du die Möglichkeit alle Belege zu sammeln und dir die Kosten nachträglich erstatten zu lassen oder aber vorab an die Krankenkasse zu überweisen. Wenn alle Mitglieder der BG H4 Beziehen zählt der Regelsatz des Haushaltsvorstands. Dieser liegt 2019 bei 424 Euro monatlich (5.088 Euro jährlich). Für ihre Bedarfsgemeinschaft müssen Leistungsempfänger demnach folgende Zuzahlungen im Kalenderjahr 2019 leisten: 2 Prozent Zuzahlung: 101,76 Euro, 1 Prozent Zuzahlung für chronisch Erkrankte: 50,88 Euro.

Du zahlst also am Jahresanfang einmalig 50,88 Euro (2019) an die Krankenkasse und alle Mitglieder der BG sind für den Rest des Jahres von der Zuzahlung befreit.
 
G

Gelöschtes Mitglied 67474

Gast
Hast du die Zuzahlungsbefreiung bei der Krankenkasse nicht beantragt?
Für dieses Jahr nicht - nein. Aber die haben mir von sich aus für das kommende Jahr 2020 diesen Antrag "Befreiung von den Zuzahlungen" zugeschickt. Da soll ich 103,68€ bezahlen.
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

Für dieses Jahr könnte ich wie schon im letzten Jahr kurz vor Weihnachten, alle originalen Belege dort hinschicken/persönlich abgeben und bekomme dann das Geld zurück, aber auch nicht alles.
 

Zermürbt38

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Lasse dir wie auch Hermine bereits schrieb (war schneller) dir deine chronische Erhrankung attestieren. Somit hast du nur eine Zuzahlungspflicht von einem Prozent und kannst dich anschließend befreien lassen. Der überbezahlte Betrag, bekommst du selbstverständlich von deiner Krankenkasse zurück erstattet.

Die meisten Krankenkassen bieten an, dass man darauffolgend meist im Dezember dann die Vorauszahung der verpflichteten Zuzahlungsgebühr leisten kann. Nimmt man dieses Angebot an somit brauch man ab 01.Januar eines jeden Jahres keine Zuzahlungen mehr zu leisten.

Was wichtig ist alle Quittungen aufzuheben. Dies gilt natürlich auch für Krankenhaus, Apotheke und und und.
 

ZynHH

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Dann solltest du den Antrag für 2019 jetzt stellen und deine Ausgaben für Behandlungen und Rezepte durch die Apotheken etc-Quittungen belegen. Dein Name muss auf den Quittungen stehen. Deine Apotheke und andere , physio etc.stellen dir neue Quittungen aus, wenn du sie nicht seit Januar gesammelt hast.
 
G

Gelöschtes Mitglied 67474

Gast
Ich habe eben nochmal in meinen Unterlagen gewühlt und folgendes gefunden, was ich bereits im Sommer zugeschickt bekam:
"Antrag auf langfristigen Heilmittelbedarf". Ich kapier gar nichts mehr. :( Bin überfordert.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Langfristiger Heilmittelbedarf ist was anderes - dabei gehts darum, dass du keine Einzelrezepte mehr brauchst, sondern das gleich fürs ganze Jahr bewilligt bekommst.
Die Zuzahlung ist dabei dennoch fällig, aber die Verordnung geht dann nicht mehr aufs Budget des Arztes. Und du musst dich nicht um die Rezepte kümmern.

Macht also unabhängig von der Befreiung Sinn.
 

Woodruff

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Du zahlst also am Jahresanfang einmalig 50,88 Euro (2019) an die Krankenkasse und alle Mitglieder der BG sind für den Rest des Jahres von der Zuzahlung befreit.
Da mich auch die Chroniker- Regelung (1%) betrifft, erhalte ich auch immer das Angebot der Vorauszahlung von der AOK.

Mir ist es zu viel die 50,88 Euro (2019) auf einmal zu bezahlen. Als ALG II Empfäger muss ich der AOK ja auch keinen kostenlosen Kredit geben. Daher sammle ich weiterhin meine Belege und nach ca. 5 bis 6 Monaten, wenn die Befreiungssumme erreicht ist, reiche ich sie dann ein.

So habe ich keine (für mich zu hohe) einmalige Belastung. Mit den mtl. kleineren Summen für meine Rezepte komme ich so besser zurecht.
 

avrschmitz

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Wenn du chronisch krank bist musst du dir das durch deinen Doc bescheinigen lassen und bei der Krankenkasse einen Antrag auf Befreiung stellen.
Das ist ein Vordruck in der Grösse einer AU. Nur mit anderem Text. Für den Arzt ist das eine Kleinigkeit das auszustellen.

Ich hatte aufgrund eines Klinikaufenthalts Anfang 2018 damals die Befreiung beantragt. Die Zuzahlung für den Tagessatz des Klinikaufenthalts und bis dahin angefallene Rechnungen über Medikamente habe ich bei der Kasse eingereicht. Alles was über die 1% waren würde recht schnell erstattet. Gleichzeitig bekam ich einen Ausweis, dass ich für den Rest des Jahres befreit war. Den habe ich dann bei den Ärzten vorgelegt und es wurde bereits auf dem Rezept angekreuzt, dass ich in der Apotheke nichts bezahlen musste.
 

HermineL

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Mir ist es zu viel die 50,88 Euro (2019) auf einmal zu bezahlen. Als ALG II Empfäger muss ich der AOK ja auch keinen kostenlosen Kredit geben. Daher sammle ich weiterhin meine Belege und nach ca. 5 bis 6 Monaten, wenn die Befreiungssumme erreicht ist, reiche ich sie dann ein.
Das kommt ja auch immer da drauf an wie viel Zuzahlungen man hat. Ich brauche um auf die 50.88 Euro zu kommen keine 2 Monate. Da zahl ich das lieber im voraus. Auch nicht unerwähnenswert ist es das, wenn man die Zuzahlungsbefreiung erhält, alle Angehörigen die mit in einem Haushalt leben befreit sind.

Das ist ein Vordruck in der Grösse einer AU. Nur mit anderem Text. Für den Arzt ist das eine Kleinigkeit das auszustellen.
Genau so ist es und mann muss das auch nicht jedes Jahr neu erbringen. Ich habe meine letzte vor 3 Jahren abgegeben.
So sieht das Teil aus:
muster-bescheinigung-schwerwiegende-chronische-erkrankungen.jpg
 

Mona Lisa

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Meine Bescheinigung ist von 2003 und sieht noch ganz anders aus.

Eine neue habe ich noch nicht gebraucht. Warum auch? Meine Krankheit ist unheilbar.

LG Mona Lisa
 

ZynHH

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Es heißt ja chronisch, weil es dauerhaft, chronisch, ist. :popcorn:

 

Woodruff

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Es heißt ja chronisch, weil es dauerhaft, chronisch, ist. :popcorn:
Ja da hast Du recht,
dass habe ich schon einmal einem Mitarbeiter der AOK erklärt. Der wollte das aber nicht akzeptieren.
Daraufhin habe ich nochmal meinen Hausarzt kontaktiert, weil der AOK- Mensch eine neue Bescheinigung wollte. Mein Hausarzt fand das auch nicht so lustig, deshalb hat die KK noch einen netten Brief von ihm bekommen, dann hat die KK es verstanden.
 
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Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Ich hab bisher jedes Jahr ne neue Bescheinigung gebraucht... Aber inzwischen bin ich ja nicht mehr befreit.
 

Kerstin_K

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Echt nicht? Das geht auch ausserhalb des Leistungsbezogen dann muss man nur das Einkommen nachweisen.
 

Mona Lisa

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Zu Arbeitslosenhilfezeiten war man völlig von der Zuzahlung befreit. Was ich alles mit 50 Euro machen könnte...

LG Mona Lisa
 
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