Restanspruch+Neuanspruch ? Und trotz Sperrfrist Bestandsschutz bei erneuter Arbeitslosigkeit

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Hilfesuchend2019

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Guten Tag,

Mein Sachverhalt ist etwas komplex und die Telefonate mit der Arbeitsagentur waren sehr widersprüchlich, daher hoffe ich dass mir hier weiter geholfen werden kann.
Ich hatte 8 Monate Arbeitslosengeld Anspruch und habe davon 6 genutzt (2 Monate Restanspruch).
Danach habe ich einen unbefristeten Job nach 14 Monaten selber gekündigt zum August 2018. Habe daher eine Sperrfrist von 84Tagen erhalten.
Nach einem Monat Arbeitslosigkeit ohne Arbeitslosengeld durch die Sperrfrist, habe ich dann eine befristete, schlechter bezahlte Stelle angenommen, die nun nach 12 Monaten nicht verlängert wird (also entsteht ein neuer Anspruch von 6 Monaten)
Mir wurde gesagt dass die Sperrfrist weiterlief während der letzten Beschäftigung und ich einen Restanspruch von 156 Tagen habe.
Meine Fragen:

1. Addieren sich mein neuer Anspruch von 6 Monaten mit meinem Restanspruch von 156 Tagen? Mir wurde am Telefon einmal gesagt, dass dies nicht der Fall ist, dass der Neuanspruch den Restanspruch aufhebt.
Und ein ander Mal, dass dies doch geht.

2.Tritt bei mir Bestandsschutz ein, obwohl ich kein Arbeitslosengeld in dem einem Monat Arbeitslosigkeit bezogen habe durch die Sperrfrist. Mir wurde mir auch da "Nein" gesagt.
Ich habe zwar kein Arbeitslosengeld bezogen und es wurde kein Beitrag berechnet durch die Sperrfrist, aber habe ich allein dadurch keinen Anspruch auf einen Bestandsschutz.

Ich hoffe ihr könnt mir weiter helfen, denn ich habe das Gefühl, dass die Berater am Telefon sich nicht sicher sind und vor allem nicht einig.

Beste Grüße
 

gila

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Ich schubse das mal nach oben in der Liste - bei derzeit so vielen Themen kann leicht mal was untergehen ...
vielleicht hat noch jemand Kenntnis im Detail - ALG I und so spezifisch ist leider nicht unbedingt mein Ding.

Ansonsten: deine Anfrage an die AfA SCHRIFTLICH stellen - dann muss sich der "Berater" ein wenig mehr anstrengen, denn dann isses rechtsverbindlich ;-)
 

BerndB

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1. Addieren sich mein neuer Anspruch von 6 Monaten mit meinem Restanspruch von 156 Tagen?

Die Antwort incl. der Bedingung steht in § 147 (4) SGB III.

2.Tritt bei mir Bestandsschutz ein, obwohl ich kein Arbeitslosengeld in dem einem Monat Arbeitslosigkeit bezogen habe durch die Sperrfrist. Mir wurde mir auch da "Nein" gesagt.
Das könnte durch § 151 (4) SGB III gedeckt sein. Bin da aber nicht sicher.
 

Kalif Ornia

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Hallo, bei mir verhält es sich ähnlich wie bei Hilfesuchend2019.
Mein Anspruch wurde durch eine Verhängung einer Sperrfrist auf 9 Monate verringert. Auch ich bin nur einen Monat arbeitslos, diesen Monat. Ab nächsten Monat habe ich eine neue Stelle.

Laut § 147 (4) SGB III
(4) Die Dauer des Anspruchs verlängert sich um die Restdauer des wegen Entstehung eines neuen Anspruchs erloschenen Anspruchs, wenn nach der Entstehung des erloschenen Anspruchs noch nicht fünf Jahre verstrichen sind; sie verlängert sich längstens bis zu der dem Lebensalter der oder des Arbeitslosen zugeordneten Höchstdauer.

Gehe ich recht der Annahme, dass da "verlängert" steht, so dass sich ein entstandener Neuanspruch mit den Restanspruch addiert? Aber das Wort "erloschenen Anspruchs" verwirrt mich ein wenig und kann ich nicht ganz nachvollziehen!

Wann entsteht ein neuer Anspruch?
Weiter in § 147 (4) SGB III
Bei Erfüllung der Anwartschaftszeit nach § 142 Absatz 2 beträgt die Dauer des Anspruchs auf Arbeitslosengeld unabhängig vom Lebensalter:
nach Versicherungspflichtverhältnissen mit einer Dauer von insgesamt mindestens 6 Monaten --> 3 Monate

Doch § 142 SGB III Anwartschaftszeit:
(1) Die Anwartschaftszeit hat erfüllt, wer in der Rahmenfrist (§ 143) mindestens zwölf Monate in einem Versicherungspflichtverhältnis gestanden hat. Zeiten, die vor dem Tag liegen, an dem der Anspruch auf Arbeitslosengeld wegen des Eintritts einer Sperrzeit erloschen ist, dienen nicht zur Erfüllung der Anwartschaftszeit.
Gehe ich recht der Annahme, dass meine Anwartschaftszeit aufgrund meiner Sperrfrist nicht mehr erfüllt ist? Demnach müsste ich wieder 12 Monate Beträge zahlen um einen Neuanspruch zu bekommen.

Nach AfA-Arithmetik wäre das so:
9 Monate Restanspruch + 6 Monate Neuanspruch = 12 Monate Gesamtanspruch .... ???

Viele Grüße, Ornia
 

BerndB

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Der erwähnte § 142 Abs. 2 SGB III regelt die Anwartschaft für Personen, die überwiegend nur kurzfristige beitragspflichtige Jobs von wenigen Wochen ausüben. Gemeint sind hier z. B. Schauspieler.
 
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