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Rentennachweis DDR Zeit

Velochen

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#1
Hallo allerseits,

Ich glaub mich trifft der Schlag.

Meine Mutter wollte nach über 40 Jahren harter Arbeitszeit nun ihre Rente beantragen. Soweit so gut, sie ließ sich den Antrag zuschicken und das Trauerspiel nimmt seinen Lauf.

Ihr fehlen nun die Arbeitsnachweise der kompletten DDR Zeit (ca 20 Jahre). Den Nachweis/Ausweis den sie wohl mal hatte, ist während des Umzugs (nach Österreich) 2001 wohl verschollen gegangen.
Lediglich die Arbeitszeit nach der Wende konnte ermittelt werden.

Nun lese ich im Internet das die Aufbewahrungsfrist der DDR Lohnunterlagen 2011 ausgelaufen ist und somit auch hier jeglicher Nachweis wohl schon vernichtet ist. Kurzum sie steht nun mit leeren Händen da. Ihre Rente wird sich wohl kaum über 500 - 600 Euro bewegen, wenn überhaupt.

Das ist doch der reinste Wahnsinn, die Frau hat sich über 40 Jahre lang den Buckel krumm gearbeitet. Geht nun aufgrund ihrer Tätigkeit als Pflegekraft körperlich vorbelastet in den Ruhestand und wird mit so einer mickrigen Rente abgespeist, nur weil der Staat es nicht mehr für nötig gehalten hat, die Aufbewahrungspflicht für diese Unterlagen aufrecht zu erhalten. Jeder Hühnermist wird in Deutschland gesammelt, gespeichert und auf ewig bewahrt, aber hier sah man keine Veranlassung dazu.

Gibt es irgendeinen Weg, die fehlenden Jahre noch ermittelt zu bekommen?
 
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#2
Also bei mir sind die Zeiten aufgeführt, es gibt blos immer wieder Problem mit meiner Armeezeit, und mit meiner Studienzeit mal ist das dabei mal nicht, da ich noch alle Unterlagen habe ist das zwar kein Problem, aber ich habe das aufgegeben die in aller Regelmäßigkeit auf Ihre Fehler hinzuweisen, ich werde das machen wenn ich in Rente gehe.

Aber zu Deiner Frage Du solltest Beweisen können das Du wann wo gearbeitet hast Zeugnisse usw. In den alten Betrieben nachfragen wenn es überhaupt noch gibt vielleicht die Nachfolger, wenn es Die auch nicht gibt mal an die Finanzverwaltung wenden die haben Sicher noch was, auch können alte Arbeitskollegenhelfen die bezeugen können das da gearbeitet hast.

Ansonsten mal einen Rentenberater aufsuchen!
 

jockel

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#3
Hallo allerseits,

Ich glaub mich trifft der Schlag.

Meine Mutter wollte nach über 40 Jahren harter Arbeitszeit nun ihre Rente beantragen. Soweit so gut, sie ließ sich den Antrag zuschicken und das Trauerspiel nimmt seinen Lauf.

Ihr fehlen nun die Arbeitsnachweise der kompletten DDR Zeit (ca 20 Jahre). Den Nachweis/Ausweis den sie wohl mal hatte, ist während des Umzugs (nach Österreich) 2001 wohl verschollen gegangen.
Lediglich die Arbeitszeit nach der Wende konnte ermittelt werden.

Nun lese ich im Internet das die Aufbewahrungsfrist der DDR Lohnunterlagen 2011 ausgelaufen ist und somit auch hier jeglicher Nachweis wohl schon vernichtet ist. Kurzum sie steht nun mit leeren Händen da. Ihre Rente wird sich wohl kaum über 500 - 600 Euro bewegen, wenn überhaupt.

Das ist doch der reinste Wahnsinn, die Frau hat sich über 40 Jahre lang den Buckel krumm gearbeitet. Geht nun aufgrund ihrer Tätigkeit als Pflegekraft körperlich vorbelastet in den Ruhestand und wird mit so einer mickrigen Rente abgespeist, nur weil der Staat es nicht mehr für nötig gehalten hat, die Aufbewahrungspflicht für diese Unterlagen aufrecht zu erhalten. Jeder Hühnermist wird in Deutschland gesammelt, gespeichert und auf ewig bewahrt, aber hier sah man keine Veranlassung dazu.

Gibt es irgendeinen Weg, die fehlenden Jahre noch ermittelt zu bekommen?
Das ist der Normalzustand, den man sich mit der Einheit eingebrockt hat. Vor lauter Menschenwürde werden die rentenversicherungspflichtigen Zeiten und Beiträge in den Ämtern für alle übernommenen DDR-Untertanen vernichtet.

So sieht die Wahrheit des CDU-Gangsters Wolfgang Schäuble und des DDR-Unterhändlers Günther Krause aus - zu dem Zeitpunkt wo beide den Einigungsvertrag unterschrieben und damit die Eigentumsschutzrechte für die DDR-Untertanen zusicherten. Zum Eigentum gehören auch die Renten und Altersversorgungen aller Art.

Durch nachfolgende bundesdeutsche Raubgesetze wurde der Einigungsvertrag völlig ausgehebelt und jeder DDR-Bürger sitzt auch in anderen Angelegenheiten vor einem Scherbenhaufen

Zum Raub gehört auch, daß viele Anrechnungs- und Zurechnungszeiten aus der DDR vom Gaunerwesten nicht anerkannt werden. Auch die Zeiten und Beiträge der Freiwilligen Zusatzrentenversicherung der DDR werden vom Westen nicht den Westbetriebsrenten gleichgestellt und gesondert bevorzugt berechnet.

Die DDR wurde und wird versklavt und ausgeraubt durch die Westmachthaber im Interesse der Privatwirtschaft. Die Ost-Einwohner macht man arbeitslos, hilfebedürftig und arm. Willst Du Dein Recht haben, mußt Du dafür zahlen. Das ist im Westen so üblich. Bist Du hilfebedürftig und arm gemacht worden in Kohls blühenden Landschaften, wo es keinem schlechter, aber allen besser geht, dann kannst Du Dir auch das Recht in die Esse schreiben.

So sieht die Ehrlichkeit der Westganoven aus.

Den Nachweis über Arbeitszeiten und rentenversicherungspflichtige Verdienste, kannst Du nur noch über

  • den aufbewahrten DDR-Sozialversicherungsausweis (SVK-Ausweis),
  • über aufbewahrte Arbeitsverträge,
  • Lohn- und Gehaltsnachweise oder
  • Zeugenaussagen ehemaliger Arbeitskollegen
  • alle Jahre wieder die von der Rentenversicherung erhaltene Renteninformation mit den bis dahin aufgelaufenen Rentenversicherungszeiten und -beiträgen (Erwerbsbiographie)
der Rentenversicherung gegenüber beibringen.

Die Alg-Bescheide auch gut aufbewahren, weil die eine Rolle spielen zum grundsätzlichen Anspruch der Renten - sprich Anwartschaftszeiten. Wer die Anwartschaftszeiten nicht packt, hat nicht mal Anspruch auf eine Hungerrente. Dann muß man zum Sozialamt und die Grundversorgung beantragen - mit noch mehr sozialen Einschnitten.

Vor paar Jahren wurden die Ex-DDR-Bürger durch die Medien gewarnt, daß die Sozialversicherungsunterlagen aus den Archiven der Rentenversicherungsträger entsorgt werden. Damals konnte man sich diese Nachweise noch rechtzeitig nach Hause anfordern.

So was gehört sicher aufbewahrt in ein Bankdepot oder zur Aufbewahrung zu einem Notar. Davon auch Kopien anfertigen und an einem dritten, sicheren Ort hinterlegen. Dann wird es relativ unwahrscheinlich werden, daß alle Nachweise gleichzeitig und an allen Aufbewahrungsorten verloren gehen.

Der DDR-SVK-Ausweis ich bares Geld wert und den sollte man wie ein rohes Ei vorsichtig und schonend behandeln.

Der Westen bietet so einen Ausweis seinen Untertanen nicht an, weil ihm die Zettelwirtschaft viel lieber ist. Die Machthaber spekulieren auf Nachweisverluste durch Zettelwirtschaft und durch Nachweislücken büßt man noch mehr an Rentenzahlungen ein.

Das gilt für Untertanen, nicht aber für deren Machthaber. Die werden mehrfach vor Altersarmut geschützt und bewahrt. Die bekommen Übergangszahlungen für nicht mehr ausgeübte Ämter und Jobs, haben risikolose bzw. -arme Versicherungsprivilege spezieller Art oder der Steuerzahler zahlt ihnen unbesehen die Altersversorgung ohne irgendwelche eigene, erbrachte Beitragsleistungen.

Das ist der Preis der Ganoveneinheit, den wir Ossis zu zahlen haben. Aber die meisten wollten die D-Mark, den Konsumterror, das Rumreisen an bis dahin unerreichbare Urlaubsorte.

Dafür erhält man mit erhaltener Massenarbeitslosigkeit, Hungerlöhne und vieles andere die Quittung für diesen Einheitswahnsinn.

Und die Polkitik und Privatwirtschaft macht 25 Jahre nach der Einheit immer noch feste Unterschiede in Ost und West - in Löhnen und Gehältern, in Renten und an anderen Beispielen weiterhin sichtbar. Sie wollen grundsätzlich keine Einheit, sondern nur ausplünderungsbare Untertanen gesamtdeutsch, gesamteuropäisch.
 

Muzel

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#4
Sein SVK-Buch hütet man doch wie seinen Augapfel.
 

jockel

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#6
Habt Ihr den (grünen?) SV-Ausweis noch?
Nicht zu laut sagen, sonst schickt Pippi Langstrumpf Nahles ihre Sozialschnüffler in alle Haushalte der Ossi-Erwerbslosen, um diese SVK-Bücher zu beschlagnahmen und öffentlich zu verbrennen, damit keine anständigen Altersrenten anerkannt und gezahlt werden müssen. So macht man es nunmal in Kolonien und westbesetzten Gebieten.

Und Riester, Raffelhüschen, Rürup, (Un-)Sinn bekommen dann wieder Aufträge die passende Propaganda zu erfinden, daß das Vernichten der SVK-Bücher nach Bertelsmann-, INSM- und Ifo-Art eine notwendige, gute Tat sei.

INSM-Experten Rürup Raffelhüschen - Die Iniatitive Soziale Marktwirtschaft - Riesterrente - Rüruprente
 

Don Vittorio

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#7
Es gibt auch sowas wie Eigenverantwortung !
Wer erst wenn es um den Rentenantrag geht feststellt,dass die Unterlagen fehlen,der ist an der Situation nicht unschuldig.
Man kann nicht für alles den Staat verantwortlich machen.

Da bleibt wirklich nur der Beschwerliche Weg selbst von alten Kollegen und Vorgesetzten zu versuchen einen Nachweis zu erhalten.
 

Anna B.

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#8
Bei meinem Vater waren durch die Kriegswirren...Gefangenschaft..usw. usw. viele, viele Rentenunterlagen einfach weg..

er konnte durch eidesstattliche Erklärungen ca. 40 % bei der DRV wieder gut machen...

also unbedingt selber immer drauf achten..

auch wenn sie 2001 wußte, dass durch den Umzug alles "weg" war, warum hat sie sich dann nicht zu der Zeit bereits gekümmert?

kennt sie noch Kollegen aus der Zeit in der DDR? die können auch ggf. eidesstattliche Erklärungen abgeben...

ggf. kann das "Bundesarchiv" noch Auskunft geben..

siehe hier:

https://www.bundesarchiv.de/benutzung/sachbezug/personenbezogen_genealogie/01302/index.html.de

https://www.bundesarchiv.de/imperia...ung/sachbezug/lohn-_und_gehaltsunterlagen.pdf

einen Großteil der Problematik kann sie sich aber selber ans Revers heften..sie hätte sich selber rechtzeitig kümmern müssen...
 

pinguin

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#9
Ich verstehe das nicht; jedem Ex-DDR-Bürger ist es zur Wende quasi "eingebläut" worden, wenigstens den grünen Sozialversicherungsausweis tunlichst aufzuheben, ist der doch im Zweifel der einzige Nachweis über die an die Rentenversicherung abgeführten Beträge. Ist dieser Ausweis unabhängig von irgendwelchen Lohnunterlagen vorhanden, (und freilich immer ordentlich ausgefüllt worden), lassen sich alle Rentenansprüche aus DDR-Zeiten klären.
 

Muzel

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#10
In den Kriegswirren ist sicher viel abhanden gekommen. Aber wenn man umzieht, hat das wohl kaum mit Kriegswirren zu tun. Meinen Eltern ist es sogar gelungen mir den SVK Ausweis zuzuschicken, denn den hatte ich bei der angeblichen Fluchtversuch nicht dabei.
 

Velochen

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#11
Hallo,

Erstmal Danke für die vielen Antworten.

Mir ist klar, dass wir nicht unschuldig an dieser Situation sind, das ist mir durchaus bewusst, nur bringt mich bzw. meiner Mutter diese Erkenntnis nun auch nicht weiter. Ich find es trotzdem ein Unding das Unterlagen der Löschung preisgegeben werden, obwohl im Jahre 2011 zumindest laut Internet noch ca 290.000 ungeklärte Rentenkonten vorlagen. Meine Mutter ist da mit Sicherheit kein Einzelfall. Man handelt nachdem Motto: Tja Pech gehabt, hättet euch mal drum kümmern sollen, nun schaut zu wie ihr zurecht kommt. In den Nachrichten heuchelt man dann vor, man müsse unbedingt etwas gegen Altersarmut tun und hier nimmt man sie bereitwillig in Kauf.

Was den SV-Ausweis angeht, den hat sie wohl mit nach Österreich mitgenommen. Daher ging sie wohl auch davon aus, dass alles in Ordnung ist. Das Problem ist halt, sie findet ihn nicht mehr. Ich werde mit ihr auf jedenfall nochmal alles auf den Kopf stellen. Finden wir ihn allerdings nicht mehr, dann schauts wohl schlecht aus.

Deine Mutter kann, so fern sie sich an die Arbeitgeber noch erinnert, persönlich jeden einzelnen abklappern und dort wegen den Unterlagen nachfragen. Die müssten eigene Archive haben. Aber spätestens nach 10 Jahren vernichten auch die ihre Unterlagen.
An die Arbeitgeber erinnert sie sich durchaus, nur wie du schon geschrieben hast, nach 10 Jahren vernichten auch die ihre Unterlagen. Meine Mutter ist 2001 nach Österreich ausgewandert, daher glaube ich kaum, dass die noch irgendwelche Unterlagen haben, aber probieren können wir es ja mal.

Auch die Zeiten und Beiträge der Freiwilligen Zusatzrentenversicherung der DDR werden vom Westen nicht den Westbetriebsrenten gleichgestellt und gesondert bevorzugt berechnet.
So eine freiwillige Zusatzversicherung hatte sie laut eigener Aussage damals wohl auch abgeschlossen.

Jedenfalls danke für die Tipps.
 

Anna B.

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#13
bzgl. der Vernichtung von den alten Lohn-Unterlagen wurde seinerzeit ..2011...also öffentlich sehr viel berichtet..spätestens zu der Zeit hätte man wach werden müssen und sich kümmern...

es gibt gesetzliche VErjährungsfristen und die werden halt eingehalten..und laut genug kundgetan wurde es ja..

haben dir die Links was genutzt, die ich eingestellt habe? Bundesarchiv?
 
E

ExitUser

Gast
#14
Natürlich habe ich noch, ich habe auch noch mein Wehrdienstausweis und Gesundheitsbuch, mein Impfausweis; mein Studienbuch wie mein Studentenausweis
Die Frage war eigentlich mehr für die TE. :wink:

--------------------------------------------------------------------------------------------

Von einer Verwandten weiß ich, daß sie bis in die Fünfziger hinein als junges Mädel/Frau bei einem Landwirt gearbeitet hat inkl. Kost u. Logis. War in der Nachkriegszeit wohl nicht unüblich in ländlichen Gegenden. An einen schriftlichen AV hat damals natürlich niemand gedacht. Hauptsache, was zu essen u. ein Dach überm Kopf.

Was bei mir noch hängengeblieben ist: Sie hat tatsächlich mehrere Zeugen beibringen können, die diese Zeiten bestätigt haben. Mit präzisen Details kann ich jetzt leider nicht mehr dienen.
 

Muzel

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#15
Ich bin über das Notaufnahmelage Gießen in den Westen gekommen. Da hatte ich das grüne Buch noch nicht, trotzdem hatten die alle Arbeitsverhältnisse und wurden gleich dem AA gemeldet. So wurde mein Arbeitslosenanspruch festgestellt.
 

Doppeloma

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#16
Hallo Velochen,

Ihr fehlen nun die Arbeitsnachweise der kompletten DDR Zeit (ca 20 Jahre). Den Nachweis/Ausweis den sie wohl mal hatte, ist während des Umzugs (nach Österreich) 2001 wohl verschollen gegangen.
Lediglich die Arbeitszeit nach der Wende konnte ermittelt werden.
Das ist aber der einzige Nachweis den sie selbst dafür erbringen könnte, man ist eben (leider) selber verpflichtet seine Arbeitszeiten und Einkünfte auch nachweisen zu können, sie hat doch sicher auch bereits früher schon Renten-Informationen erhalten wo man das prüfen soll ob das alles komplett ist oder nicht ???

Ich weiß, dass es nicht fair ist nun feststellen zu müssen, dass man auf den kleinen grünen Ausweis unbedingt besser hätte aufpassen sollen, ich habe selbst 2 Stück davon und bin froh darüber, dass sie jeden Umzug seit der Wende gut überstanden haben, denn sehr viele der Firmen in denen wir mal gearbeitet haben gibt es ja schon lange nicht mehr.

Zur ersten "Kontenklärung" (bei meiner Scheidung damals für den Versorgungsausgleich) musste ich die Kopien daraus noch alle beglaubigen lassen, man kann wohl auch für einzelne Zeiten/Arbeitsstellen eine "eidesstattliche Versicherung abgeben, dass man dort von/bis beschäftigt gewesen ist aber das muss die DRV sicher nicht akzeptieren für 20 Jahre ... :icon_kinn:

Ich erinnere mich, dass meine Mutter da auch Probleme hatte, einige Jahre nachzuweisen wo sie in einem Privathaushalt (versicherungspflichtig) gearbeitet hatte, das war nirgends bei der Rentenkasse noch vermerkt und diesen AG gab es wohl längst nicht mehr als sie das nachweisen sollte, sie bekam dafür auch keine Rentenzeiten mehr anerkannt und das lange vor 2011.

Nun lese ich im Internet das die Aufbewahrungsfrist der DDR Lohnunterlagen 2011 ausgelaufen ist und somit auch hier jeglicher Nachweis wohl schon vernichtet ist. Kurzum sie steht nun mit leeren Händen da. Ihre Rente wird sich wohl kaum über 500 - 600 Euro bewegen, wenn überhaupt.
Die Frage stellt sich ja zunächst ob es da von ihr überhaupt je was Verwertbares gegeben hat, diese Frist wurde ja sogar bis dahin schon verlängert ... um "Nachzüglern" noch eine Chance zu geben und es gab sicher auch dort Lücken in den Unterlagen, wo Firmen schnell nach der Wende komplett eingestampft wurden und sich darum noch Niemand Gedanken gemacht hat solche Unterlagen überhaupt irgendwo zentral aufzubewahren.

Aus den DDR-Einkommen haben sich auch sonst keine übermäßig "üppigen" Rentenbeträge ergeben, soviel sei dir zum Trost versichert.

obwohl im Jahre 2011 zumindest laut Internet noch ca 290.000 ungeklärte Rentenkonten vorlagen. Meine Mutter ist da mit Sicherheit kein Einzelfall.
Deine Mutter ist da ganz sicher kein Einzelfall aber "ungeklärte Rentenkonten" kann es ja auch aus anderen Gründen geben, das muss ja nicht nur mit DDR-Arbeitgebern zu tun haben ... die es vielfach nach der langen Zeit ohnehin nicht mehr gab /gibt, auch die "Ur-Bundesbürger" kümmern sich da nicht unbedingt "vorbildlich" um ihre späteren Rentenansprüche. :icon_evil:

Man handelt nachdem Motto: Tja Pech gehabt, hättet euch mal drum kümmern sollen, nun schaut zu wie ihr zurecht kommt.
Nach dem Motto wird nicht nur in solchen Fällen gehandelt, du schreibst von 2001 wo es nach Österreich ging, seit wann ist sie wieder in D, hat sie da nie eine Renteninformation erhalten, da wird doch extra darauf hingewiesen wenn Zeiten fehlen, dass man sich darum kümmern soll ... leider werden diese Infos oft achtlos beiseite gelegt, weil man meint bis zur Rente ist ja noch viel Zeit, was soll ich mich damit jetzt schon befassen ...

In den Nachrichten heuchelt man dann vor, man müsse unbedingt etwas gegen Altersarmut tun und hier nimmt man sie bereitwillig in Kauf.
Die Altersarmut nimmt man in vielen anderen Fällen auch "billigend in Kauf" ... mein Partner bekommt nach 35 Jahren Vollzeitarbeit auch unter 600 Euro EM-Rente, der hat nie im Osten gearbeitet aber im westlichen "Billiglohnbereich" und das betrifft jetzt und zukünftig auch immer mehr Leute ... das hat mit der generellen (eigenen) Nachweispflicht rentenrechtlicher Zeiten eher wenig zu tun. :icon_evil:

Was den SV-Ausweis angeht, den hat sie wohl mit nach Österreich mitgenommen. Daher ging sie wohl auch davon aus, dass alles in Ordnung ist. Das Problem ist halt, sie findet ihn nicht mehr. Ich werde mit ihr auf jedenfall nochmal alles auf den Kopf stellen. Finden wir ihn allerdings nicht mehr, dann schauts wohl schlecht aus.
Dann besteht ja noch Hoffnung und vielleicht findet ihr beim Suchen auch den einen oder anderen Umschlag mit den Renteninformationen von der DRV, dann kann man ja sehen was (aus DDR-Zeiten) bereits erfasst war und was nicht ... weißt du wie dieser Ausweis aussieht ???

Halb so groß wie ein normales (A5) Schulheft und meine sind außen dunkelgrün und haben genau 32 Seiten ...

Meine liegen noch immer mit im Familien-Stammbuch, den werde ich auch noch aufbewahren, wenn ich mal in Altersrente bin und wahrscheinlich nie wieder wem beweisen muss, wo ich überall mal gearbeitet habe ... :biggrin:

Viel Erfolg!

MfG Doppeloma
 

Muzel

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#17
Du kannnst auch noch beim Bundesarchiv oder beim BStU nachfragen.
 

mathias74

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#18
Ihr fehlen nun die Arbeitsnachweise der kompletten DDR Zeit (ca 20 Jahre). Den Nachweis/Ausweis den sie wohl mal hatte, ist während des Umzugs (nach Österreich) 2001 wohl verschollen gegangen.
Lediglich die Arbeitszeit nach der Wende konnte ermittelt werden.

Ihre Rente wird sich wohl kaum über 500 - 600 Euro bewegen, wenn überhaupt.
Die 500 - 600 Euro Rente ist das die Österreichische Rente oder die gesamt Rente D - A ?
Hat deine Mutter ihre Arbeitszeugnisse noch, wo man eventuell Nachweisen kann das sie gearbeitet hat ?
Ist deine Mutter wieder in D oder noch in A ?
 

Muzel

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#19
Mit Arbeitszeugnissen kann man aber nicht den Verdienst nachweisen, welcher ausschlaggebend für die Rente ist.
 

pinguin

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#20
Evtl. hat es die Möglichkeit noch, sich bei den ehemals zuständigen Finanzämtern zu erkundigen?
 

mathias74

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#21
Mit Arbeitszeugnissen kann man aber nicht den Verdienst nachweisen, welcher ausschlaggebend für die Rente ist.
Ja daran hab ich nicht gedacht, da bräuchte man noch die Lohnzettel oder eventuell die Konto Auszüge.
 

Doppeloma

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#22
Hallo mathias74,

Ja daran hab ich nicht gedacht, da bräuchte man noch die Lohnzettel oder eventuell die Konto Auszüge.
deine Hinweise sind trotzdem nicht unbedingt so schlecht, alle Unterlagen die Auskunft dazu geben könnten, wo man wann gearbeitet hat wären aber vielleicht eine Hilfe, dass die DRV eine entsprechende schriftliche Versicherung dazu akzeptieren müsste, dass man dort von/bis gearbeitet hat.

Mit den Arbeitszeugnissen ist das allerdings so eine Sache, die waren zu DDR-Zeiten nicht unbedingt üblich, es gab manchmal "Beurteilungen" (das kann man eventuell damit vergleichen) wenn man den Arbeitsplatz gewechselt hat geschah das meist auf eigenen Wunsch, auf ein Arbeitszeugnis war man dafür nicht angewiesen eine andere Stelle zu finden. :icon_evil:

Es gab allerdings auch eine "Personal-Akte" (besser bekannt unter Kader-Akte), die von einem AG zum nächsten weitergereicht wurde, habe mir meine dann nach der Wende aushändigen lassen, weil das als "datenschutzrechtlich" bedenklich eingestuft wurde, darin waren z.B. auch die Beurteilungen der Betriebe drin und oft auch die Arbeitsverträge der Firmen in denen man bereits gearbeitet hatte.

Die monatlichen Arbeitsentgelte wurden noch sehr lange Zeit in Bar ausgezahlt, (Lohntüte) gegen Unterschrift auf eine Liste des AG.
Und wer hebt schon 20 - 30 Jahre lang Konto-Auszüge auf, selbst wenn das Geld schon auf ein Konto überwiesen wurde ...

Der "normale" Arbeitnehmer hatte auch mit dem Finanzamt nichts zu tun, die Einkommenssteuererklärung haben wir erst nach der "Vereinigung" kennengelernt, so was brauchten wir früher nicht machen, was zu versteuern war wurde zwar auch direkt vom Lohn abgezogen, aber davon gab es auch nichts zurück.

Die kleinen Einkommen lagen aber auch meist unter der Steuer-Frei-Grenze also das Finanzamt wird ganz sicher keine Auskünfte geben können wer /wann/ wo / wie lange beschäftigt gewesen ist und wie hoch das monatliche Einkommen war. :icon_evil:

Da könnten eher noch alte Arbeitsverträge und Lohnabrechnungen was zu hergeben ... zumindest wären es Anhaltspunkte für die weiteren Angaben dazu.
Daran mussten wir uns auch erst nach der Wende gewöhnen, dass man sehr viele Unterlagen (fast) lebenslang aufbewahren sollte, besonders ALLES was mit der Berufstätigkeit je zu tun hatte ...

Bis 1990 hatte ich zwei kleine "Sozialversicherungsausweise", wo alles drin vermerkt wurde von Arbeitsstellen bis AU-Zeiten und jetzt füllen mehrere prall-volle Akten-Ordner aus meinen letzten gut 20 Arbeitsjahren und sonstigem Behördenkram einen halben Büro-Rollschrank ... in der anderen Hälfte befinden sich die Ordner von meinem Partner, der brachte schon ca. 10 Stück davon, aus seinem "früheren Leben", mit in unsere Ehe zum Weitersammeln ... :wink:

MfG Doppeloma
 

Velochen

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#23
Die 500 - 600 Euro Rente ist das die Österreichische Rente oder die gesamt Rente D - A ?
Hat deine Mutter ihre Arbeitszeugnisse noch, wo man eventuell Nachweisen kann das sie gearbeitet hat ?
Ist deine Mutter wieder in D oder noch in A ?
Ja, das wäre wohl die Gesamtrente D + A.
Sie lebt in Österreich.

Doppeloma sagte :
Die Frage stellt sich ja zunächst ob es da von ihr überhaupt je was Verwertbares gegeben hat, diese Frist wurde ja sogar bis dahin schon verlängert ... um "Nachzüglern" noch eine Chance zu geben und es gab sicher auch dort Lücken in den Unterlagen, wo Firmen schnell nach der Wende komplett eingestampft wurden und sich darum noch Niemand Gedanken gemacht hat solche Unterlagen überhaupt irgendwo zentral aufzubewahren.
Meine Mutter hat zu DDR Zeiten in einem Krankenhaus und später dann in einem Pflegeheim gearbeitet, beide Arbeitsstellen gibt es auch heute noch. In dem besagten Pflegeheim hat sie bis ins Jahr 2001 durchweg gearbeitet.

Doppeloma sagte :
ach dem Motto wird nicht nur in solchen Fällen gehandelt, du schreibst von 2001 wo es nach Österreich ging, seit wann ist sie wieder in D, hat sie da nie eine Renteninformation erhalten, da wird doch extra darauf hingewiesen wenn Zeiten fehlen, dass man sich darum kümmern soll ... leider werden diese Infos oft achtlos beiseite gelegt, weil man meint bis zur Rente ist ja noch viel Zeit, was soll ich mich damit jetzt schon befassen ...
Ja, kann ich nicht abstreiten, das Thema Rente hat sie schleifen lassen und sich wohl nicht weiter Gedanken drüber gemacht. Nur wie gesagt, diese Erkenntnis hilft ihr nun wo der Ärger groß ist, auch nicht mehr weiter.

Doppeloma sagte :
Dann besteht ja noch Hoffnung und vielleicht findet ihr beim Suchen auch den einen oder anderen Umschlag mit den Renteninformationen von der DRV, dann kann man ja sehen was (aus DDR-Zeiten) bereits erfasst war und was nicht ... weißt du wie dieser Ausweis aussieht ???

Halb so groß wie ein normales (A5) Schulheft und meine sind außen dunkelgrün und haben genau 32 Seiten ...

Meine liegen noch immer mit im Familien-Stammbuch, den werde ich auch noch aufbewahren, wenn ich mal in Altersrente bin und wahrscheinlich nie wieder wem beweisen muss, wo ich überall mal gearbeitet habe ...

Viel Erfolg!
Wenn sie ihn mitgenommen hat, dann ja. Laut eigener Aussage hat sie ihn mitgenommen. Irgendwo muss er ja dann auch sein. Die Frage ist halt nur wo.


Anna sagte :
bzgl. der Vernichtung von den alten Lohn-Unterlagen wurde seinerzeit ..2011...also öffentlich sehr viel berichtet..spätestens zu der Zeit hätte man wach werden müssen und sich kümmern...

es gibt gesetzliche VErjährungsfristen und die werden halt eingehalten..und laut genug kundgetan wurde es ja..

haben dir die Links was genutzt, die ich eingestellt habe? Bundesarchiv?
Tja, ich hab davon nicht viel mitbekommen und meine Mutter wohl auch nicht. Ansonsten wäre sie wohl nicht in dieser Lage. Das wir uns hätten kümmern müssen, hast du mir jetzt schon mehrmals geschrieben. :)

Kann ich noch nicht abschätzen, momentan hol ich erstmal Informationen ein, warte bis meine Mutter wieder genesen ist und aus dem Spital kommt und dann geh ich mit ihr alle Möglichkeiten durch.

PS: An den PN Schreiber, Danke!
 

Muzel

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#25
Hat sie einen Betreuer gehabt? Vielleicht hat der noch Unterlagen.
 

pinguin

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#26
Der "normale" Arbeitnehmer hatte auch mit dem Finanzamt nichts zu tun, die Einkommenssteuererklärung haben wir erst nach der "Vereinigung" kennengelernt, so was brauchten wir früher nicht machen, was zu versteuern war wurde zwar auch direkt vom Lohn abgezogen, aber davon gab es auch nichts zurück.
Es wäre aber ein Versuch? Denn auch offizielle Kleinstlöhne wurden aus statistischen Gründen erfasst. Zudem glaube ich nicht, daß ein Lohn zu DDR-Zeiten so niedrig war, als das man daraus nicht seinen Lebensunterhalt bestreiten konnte. Als Auszubildender, (damals hieß es allerdings noch Lehrling), hatte ich selbst über 700 DDR-Mark, also wird auch ein gelernter FA mehr bekommen haben.

Übrigens schreibt doch TE, daß Beiträge zur FZR abgeführt worden wären? Dieses alleine setzt schon eine bestimmte Lohnhöhe voraus. Hier sich dann nicht bei den Finanzämtern zu erkundigen, wäre wohl unvernünftig.
 
E

ExitUser

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#27
Als Lehrling hatte ich (73/76) rund 150 Mark. Davon ging sogar noch was für das Lehrlingswohnheim ab.
Eigentlich sagte man, daß im Bergbau (Braunkohle) vergleichsweise gute Verdienste waren.
Von 700 als Lehrling konnte man bloß träumen.

Mein SV-Ausweis ist übrigens jetzt auch weg. Finde ich nicht mehr. Allerdings hatte ich ihn schon vor ca. 35 Jahren hier vorgelegt u. alles aus dem Ausweis ist bei der DRV festgehalten.
 

pinguin

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22 Sep 2008
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#28
Als Lehrling hatte ich (73/76) rund 150 Mark. Davon ging sogar noch was für das Lehrlingswohnheim ab. Eigentlich sagte man, daß im Bergbau (Braunkohle) vergleichsweise gute Verdienste waren. Von 700 als Lehrling konnte man bloß träumen.
Ich müsste da sogar nochmal nachsehen; evtl. war es auch der Lohn nach der Lehrzeit.
 

Doppeloma

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#29
Hallo Pinguin,

Denn auch offizielle Kleinstlöhne wurden aus statistischen Gründen erfasst. Zudem glaube ich nicht, daß ein Lohn zu DDR-Zeiten so niedrig war, als das man daraus nicht seinen Lebensunterhalt bestreiten konnte. Als Auszubildender, (damals hieß es allerdings noch Lehrling), hatte ich selbst über 700 DDR-Mark, also wird auch ein gelernter FA mehr bekommen haben.
Es geht aber hier nicht um Statistiken, sondern darum ob die ausbezahlten Löhne und Gehälter (vom Empfänger) zu versteuern waren, man sollte nicht ganz den Zeitablauf seit dem Ende der DDR aus dem Auge verlieren ...

Ich weiß nicht in welcher Branche (und in welchem Jahr) du eine Lehre gemacht hast um 700 Mark Lehrlingsgeld zu bekommen, ich habe schon fast 20 Jahre dort gearbeitet (auch in der Metallindustrie) und konnte als FA nur träumen von so einem Monatslohn ... :biggrin:

Übrigens schreibt doch TE, daß Beiträge zur FZR abgeführt worden wären? Dieses alleine setzt schon eine bestimmte Lohnhöhe voraus. Hier sich dann nicht bei den Finanzämtern zu erkundigen, wäre wohl unvernünftig.
Richtig aber diese Eintragungen befinden sich auch im grünen Sozialversicherungs-Ausweis und nicht beim FA ... die Steuerregelungen waren deutlich anders (hatte übrigens mit FZR nichts zu tun, da ging es nur um Rentenversicherung, weil die Beiträge auch "gedeckelt" waren), wer verheiratet war und mehrere Kinder hatte (soll ja damals noch vorgekommen sein), der hat fast nie Steuern gezahlt, auch nicht auf "höhere" Einkommen.

Ich war auch in der FZR erfasst, weil ich teilweise über den versicherungspflichtigen Bereich kam (ist ähnlich der Beitragsbemessens-Grenze heute, aber man kann darüber jetzt nur privat vorsorgen, ein BRD-"Normalverdiener" erreicht diese Grenzen aber auch niemals mehr :icon_evil:), es gab also keinen Extra-Vertrag dazu, das wurde einfach mit in diesen Ausweis eingetragen und die Rentenbeiträge dann jeweils (ohne Begrenzung) aus dem kompletten Einkommen gezahlt.

Also ins Lohnbüro mit dem Ausweis, eintragen lassen "FZR ab Monat XX./ 19XX", Datum /Unterschrift/Firmenstempel = Fertig, so einfach kann Bürokratie manchmal auch sein ... ;-)))

Das landete allerdings bei der (DDR-) Rentenkasse und nicht beim Finanzamt ...
Wenn es die Arbeitsstätten allerdings noch gibt wie oben beschrieben wird, dann sollte man wohl dort direkt mal versuchen zu erfahren, ob es noch Unterlagen aus dieser Zeit in den Archiven gibt.

Vielleicht wurden die Unterlagen ja gar nicht rausgegeben (an die zentrale Sammelstelle), es ist oft erstaunlich was gerade im Gesundheits- und Pflegebereich noch so in den Archiven gefunden wird ... so bekam mein Männe mal problemlos seinen Krankenhausbericht geschickt, von einer Klinik in der er vor über 30 Jahren seine erste BS-OP hatte ...

Da hatten wir auch nicht mit gerechnet, dass die das überhaupt noch haben werden, aber für eine aktuelle Untersuchung hätte der Facharzt das "gerne mal gesehen" ... ein kurzer Anruf genügte und dann bekamen wir wenige Tage später den alten Klinikbericht per Post ... :icon_daumen:

Also völlig korrekt "Versuch macht klug" ...

MfG Doppeloma
 

jockel

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#30
Es wäre aber ein Versuch? Denn auch offizielle Kleinstlöhne wurden aus statistischen Gründen erfasst. Zudem glaube ich nicht, daß ein Lohn zu DDR-Zeiten so niedrig war, als das man daraus nicht seinen Lebensunterhalt bestreiten konnte. Als Auszubildender, (damals hieß es allerdings noch Lehrling), hatte ich selbst über 700 DDR-Mark, also wird auch ein gelernter FA mehr bekommen haben.

Übrigens schreibt doch TE, daß Beiträge zur FZR abgeführt worden wären? Dieses alleine setzt schon eine bestimmte Lohnhöhe voraus. Hier sich dann nicht bei den Finanzämtern zu erkundigen, wäre wohl unvernünftig.
Die DDR hatte im Gegensatz zur BRD durchweg Tariflöhne und -gehälter, von denen man seinen Lebensunterhalt bestreiten konnte - alles geregelt in den Rahmenkollektivverträgen (RKV) des jeweiligen Wirtschaftszweigs. Die Freiwillige Zusatzrentenversicherung (FZRV) fing bei sozialbeitragsplichtversicherten Bruttoarbeitsverdiensten von 601,00 DDR-Mark/Monat an und endete bis Anfang der 70er Jahre bei 1.200 DDR-Mark/Monat. Später war die FZRV von den Bruttoverdiensten her unbegrenzt. Der Beitrag betrug 10% sowohl von 75 bis 600 DDR-Mark vom Brutto für den Beschäftigten und 12,5% der Betriebsanteil, als auch für den Beitrag zur FZR.

In der DDR wurde die Kranken-, Pflege-, Unfall- und Rentenversicherung alles in diesem einen Beitrag erledigt und nicht aufgesplittert in KV, PV, RV und UV. Die dafür zuständigen Leistungsträger waren

  • die gesetzliche Sozialversicherung für die Arbeiter und Angestellten und
  • die Sozialversicherung der Staatlichen Versicherung der DDR für die Handwerker, Händler, Privatunternehmer, Landwirte
  • die Reichsbahn, die Bergleute, das Gesundheitswesen, die Post und die Kommunen hatten ihre eigenen, branchenbezogenen Sozialversicherungen
Der Unfallschutz war erweitert versichert für organisierte kulturelle, sportliche, gesellschaftliche Veranstaltungen innerhalb und außerhalb der Arbeitszeit. Das heißt gleichgestellt den Geld- und Sachleistungen, die bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten gewährt wurden.

In der DDR gab es keine privaten Zuzahlungen zur Krankenversicherung, keine IGeL und keine Praxisgebühr.

Wer wollte konnte sich aber auch privat behandeln lassen.

Zum Thema Lohnsteuer:

Nach Steuertabelle wurde der Tarifgrundlohn besteuert - galt grundsätzlich für allen Angestellten ausnahmslos - konnte maximal bis 20% vom Brutto gehen.

Die Mehrlohnbestandteile - Mehrleistungslohn für die Stücklöhner und die Mehrlohnprämie für die Zeitlöhner wurden für die Produktionsarbeiter mit 5% besteuert.

Für Angestellte gab es bis zur Einführung leistungsorientierter Gehaltsbestandteile unter den Grundlöhnen, Meistergehältern und Hoch- und Fachschultarifen (Beschluß des VIII. Parteitags der SED 1971) keine kennziffernabhängige Gehaltsprämien. Die wurden nach Lohnsteuertabelle voll besteuert, im Gegensatz zum Lohnsteuerprivileg für die Produktionsarbeiter mit den 5%.

Das Brutto klang höher bei den Angestellten, aber deren Netto war niedriger als bei den Arbeitern, deren Brutto im Vergleich zu den Angestellten niedriger war.

Das Netto war entscheidend für den Lebensstandard und nicht das Brutto, wenn gesellschaftspolitische Vergleiche gezogen werden.

Eine Extra-Einkommensbesteuerung und Lohnsteuerjahresausgleich gab es in der DDR nicht. Damit auch keine steuersenkenden Werbekosten, Außergewöhnliche Belastungen und Sonderausgaben.

War man auf Dienstreise gab es das Tagegeld I oder das Tagegeld II. Die öffentlichen Verkehrsmittel mußten vorwiegend für Dienstreisen benutzt werden. Nur in Ausnahmefällen konnte man seinen Privat-PKW, sein Motorrad für Dienstreisen einsetzen.
 
E

ExitUser

Gast
#32
Jockel, deine SED-Propaganda alias Karl-Eduard von Schnitzler ist sowas von belastend!!!

Bemühe einfach das Statistische Jahrbuch von 1888.
Das besagt, dass die Durchschnittsrente in der DDR im besagten Jahr bei 380,94 Mark lag.
Zum Vergleich, der billigste schwarzweiß Fernseher (RFT Debut) kostete im besagten Jahr 1610 Mark. Der billigste Waschautomat (Foron) kostete um die 2500 Mark

Rentner waren in der DDR nichts wert. Sie waren nur noch Belastung, weil sie infolge fehlender Eignung zum Aufbau des Sozialismus (sprich zum Arbeiten) nicht mehr oder nur bedingt geeignet waren. Deshalb wurde es auch gern gesehen, wenn sie in die Bundesrepublik auswanderten. Damit erloschen nämlich sämtliche Rentenansprüche.


Hätte die DDR ein funktionierendes Rentendokumentationssystem ähnlich dem heutigen gehabt, hätte es nie dieses Chaos mit den Rentenüberleitungen gegeben.
 

Muzel

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#33
Meine Unterlagen, dass ich bei der AOK vor 30 Jahren versichert war gab es noch.. Die Aufbewahrungsfrist für diese Unterlagen betragen 30 Jahre und die waren um..
 
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