Rente für Patienten

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Patient

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Hallo zusmammen!

Ich bin seit vielen jahren Patient und beziehe eine Rente wegen voller EU. Hier bei Euch habe ich nun schon einiges an Informationen finden können und danke dem Forum dafür.

Mein Leid ist psychisch bedingt und wenn Ihr erlaubt dann werde ich ein wenig von mir berichten. Mir geht es sehr einsam und ich suche einfach Menschen die mich vielleicht ein bisschen verstehen und in meinem Dasein weiterbringen möchten/können.

Früher hab ich gerne - und immer wenn es mir bewusst wurde, ich gesehen hab, daß Jemand in meinem Umfeld Hilfe benötigt - auch sofort geholfen.

Meine Mitmenschen waren mir wichtig.
Mir ging es lange gut und ich habe nichts vermisst. Mein Leben lief also, wenn man so will. Ich habe immer alles gern getan , gegeben ohne daran zu denken, daß ich mal wieder etwas zurück bekommen möchte. Als dann aber diese beschi....e Krankheit auftauchte, seit dem ist alles anders. Niemand interessiert sich mehr für mich, mir kommt es so vor als möchte niemand meine Wahrheit hören.

Meine Erfahrung ist die, daß mich ALLE Menschen außer dem Fachpersonal - seit meinem "outing" - (ich habe das Thema aufgemacht, bei den Menschen, die mir lieb sind) behandeln,
als hätte ich "sie nicht mehr Alle."
Sie reden mir laufend eine Schuld ein und schmeissen mir Sätze an den Kopf,wie:

"früher, warst Du noch ein netter Mensch..."
"Dein Vater hat es immer gesagt"
"Wir waren alle mal depressiv"
"Komm wieder arbeiten, dann vergisst Du Deine kleinen Probleme schon"

Außerdem habe ich Bewährung bekommen, weil ich einer Frau und Ihrem kleinen Kind geholfen habe als deren Onkel ausgeflippt war und sie mit einem Knüppel bedroht hat. Ich habe aus Zivilcourage und später aus Notwehr gehandelt, um eine "fremde Mutter mit ihrem Kind" vor heftiger Gewalt zu schützen. Ich fühle mich fertig gemacht, ruhig gestellt und all meine Werte sind zusammengebrochen. Ich glaube an gar nichts mehr und habe Angst, daß die mich demnächst einsperren.

Mich versteht anscheinend auch fast niemand mehr und ich verstehe auch niemanden mehr. Ich würde am liebsten sterben und wieder mit dem Universum verschmelzen.
Mir fällt es schwer das zu tun, was mein Gegenüber von mir verlangen würde. Deshalb mache ich das was mich gerade emotional "beflügelt" und sage den Menschen direkt ins Gesicht, was mir im Gespräch eben einfällt. Ich halte Ihnen einen Spiegel vor, weil ich keine Kraft mehr habe. Ich war früher auch schon direkt, aber heute...

...heute kommt halt noch die Vorwurfs oder Jammerstimme dazu. Ich habe mich so schrecklich verändert, ich verstehe die Welt nicht mehr. Früher hätte ich die Leute einfach ein wenig hinterfragt, sie in ein Gespräch verwickelt um dann zu zeigen wer ich bin. Heute weiß ich gar nicht mehr, wer ich bin.

Mir kommt es so vor als würden die Menschen sich dadurch angegriffen fühlen und mich im Gegenzug gleich "verhaften", weil sie wissen, daß ich mit Depressionen überleben muss, sie von Depressionen und Traumata keine Ahnung haben und ich ihnen dummerweise auch noch meine Seele offenbart habe.

Bestimmt versteht mich aber hier jemand, auch wenn vielleicht welche hier sind auch, denen es genauso schwer fällt zu schreiben oder sich mit der Umwelt auseinander zu setzen. Ich bin mittlerweile so erschöpft und fühle mich getreten, nicht wahrgenommen und einsam. Gerne würde mich interessieren, wie Ihr das macht, damit umgeht und fertig werdet.

Deshalb möchte ich nun fragen,
wie lange "muss" ich eine Therapie machen.

Mittlerweile habe ich nämlich das Gefühl, dass die mir gar nichts mehr bringt. Erst heute wieder hat mich mein Therapeut gefragt,
"wie kann ich ihnen denn helfen?"

Leute,
ich bin dort seit Jahren in Behandlung. Ich fühle mich mit solchen Fragen einfach nur verarscht. Ich nehme eine 25 Kilometer lange Anreise in Kauf und muss noch begründen, warum ich heule und kein Wort rausbringe. Sorry, aber hilfe stelle ich mir dann doch anders vor. Hauptsache ist wohl, mit dem fast 3-fachen Satz abrechnen zu können!?

Ich habe den Eindruck, daß ich mit Therapie momentan nicht mehr weiterkomme. Ich mache das nun schon seit 9 Jahren, machmal stationär und immer - begleitend - ambulant. Es gab auch Therapeuten, die zu mir sagten:

"Sie müssen damit Leben, werden ihre Erfahrungen nie verarbeiten können."

Was soll das?
Für mich ist schon das Hinkommen, zur Therapiestunde ein riesen Problem.

Deshalb: Kann man sich auch mal eine Pause nehmen?

Nicht daß ich falsch verstanden werde!
Ich habe mich selbst zur Therapie bewegt und auf Hilfe gehofft. Ich bin schon seit meinen Arbeitszeiten, als sich meine Krankheit entwickelte freiwillig in Therapie (weil ich mich nicht wiederkenne und sterben wollte) und habe (nicht "nur" 10,-€ Praxisgebühr im Quartal, sonder...) 20% SB bei jedem ambulanten Arztbesuch.

Aber mittlerweile, komme ich mit den Sprüchen der Therapeuten nicht mehr zurecht, und mir geht es besser wenn ich in meinem Garten sitze, oder im Bett liege, meine Katze streichle und über den Tod nachdenke.

Vielen Dank fürs Lesen und Antworten,
Patient

Seid vorsichtig, wenn Ihr mit Hinz und Kunz über Eure Krankheit reden möchtet, psychische erkrankungen sind noch nicht "willkommen"!
 
E

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Gast
hallo patient,

ich glaub du bist hier ganz richtig, also willkommen.

aus deiner depression kann dich hier wahrscheinlich niemand befreien, aber geteiltes leid ist halbes leid.

liebe grüße von barbara
 
E

ExitUser

Gast
Hi Patient und willkommen im Forum,

kann das was Du geschrieben hast gut nachvollziehen.

Wenn es mir so geht, daß ich nicht mehr da sein will, dann lege ich mich ins Bett, zieh mir die Bettdecke über den Kopf und schlafe. Dann bin ich "auch nicht mehr da".

Übers Sterben habe ich schon oft nachgedacht und hab lange darauf gewartet einfach so zu sterben. (Ich bin vor Jahren innerlich gestorben)
Umbringen würde ich mich aber niemals. Würde ich doch dann versäumen, was DANN gekommen wäre, wie es weitergegangen wäre ...

Ich sag mir immer: Mein Buch ist erst zur Hälfte geschrieben und es werden auch wieder andere, bessere Zeiten kommen :icon_smile:

Im übrigen sind Depressionen eine Krankheit die sehr ernst zu nehmen ist.

Die Sprüche wie "hab Dich doch nicht so" oder "geh doch einfach mal raus" oder "Du musst unter Leute", helfen mir nicht und ich kann diese saudummen Sprüche auch nicht mehr hören. Ich für meinen Teil habe sämtliche Kontakte abgebrochen (weil mich mein Umfeld nicht versteht! War ich doch "früher" ganz anders), lebe seit Jahren sehr zurückgezogen. Verlasse meine Wohnung so gut wie gar nicht mehr, habe u.a. eine schwere Depression, Angst- u. Panikzustände usw., bestelle alles was ich brauche über Internet. Weiter brauch ich wohl nicht erzählen.

Mit einer Depression muss man erstmal klar kommen.

Es gibt einige sehr gute psychosomatische Kliniken die ich bereits für einige Wochen kennengelernt habe. Habe dort sehr viel gelernt. Super Therapiegespräche gehabt. Tolle Ärzte kennengelernt. Knackpunkt ist der, wenn man nach Hause kommt dann kann man das Gelernte nicht umsetzen oder nur sehr sehr langsam. Zu Hause öffne ich mich niemanden mehr. Hab es satt die blöden Ratschläge anzuhören.

Und so tipple ich vor mich hin und hoffe, daß es mir irgendwann wieder besser geht. "Heilen" muss man sich - so glaube ich mittlerweile - selber.

LG
 

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Patient

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Vielen Dank für Eure Gedanken und Worte!

Am liebsten hätte ich,
vom Onkel Dr. ...
...eine Spritze, damit alles wieder gut ist.

Von mir aus auch...direkt ins Auge
(selbst wenn ich dabei sterben würde)
dann muss aber danach auch Alles wieder so sein, wie füher.

Wenns nur so leicht wäre, vielleicht würde ich mir auch ins Auge spritzen lassen!?

Ihr scheint evtl. auch ähnliche Erfahrungen gemacht zu haben wie ich. Es tut mir leid, wenn Ihr auch so beschiss..e Erfahrungen machen musstest und gleichzeitig freue ich mich, Euch zu treffen und Ihr mich wohl verstehen möchtet und könnt.

Vielleicht sind manche Menschen zu sensibel für diese Welt, verstehen eher Tiere und Pflanzen, den Himmel und den Tod!?

Bestimmt ist die Selbstheilung das A und O, wenn man als Mensch überleben will. Vermutlich kennt der eine oder die andere folgende Episode auch……

"...wenn man dann endlich manchmal meint auf dem Weg der Besserung zu sein (ein paar Stunden Ruhe hat…und seine Gedanken lenken kann),

dann,
geht sofort von einer anderen Seite wieder irgend ein „Hammerbrett“ los und man ist gezwungen... ganz „akut“ damit klar zu kommen, egal wie belastet man auch ist. Ohne Zeit dabei zu haben - das Gestrige und die Geschichten von den vergangenen Tagen zu verarbeiten.
Sehr sehr anstrengend...ist das alles und der Tod muss herrlich sein.

So staut sich vielleicht dann manchmal -beim einen oder der anderen so manches auf. Wenig, oder nichts wird bewältigt und ich fühle mich einfach nur fremd und einsam. Ich bin überbeschäftigt und mir ist alles zu viel, selbst meine Therapie. Alle Werte sind irgendwie zusammengebrochen und es fehlen die Kraftquellen.

Das,
mein Buch erst zur Hälfte geschrieben sein könnte,
oder Deins,
gefällt mir gut.
Ich freue mich, daß Du eine kleine Brücke bauen konntest und Dich mit dem Leben dadurch ein Stück weit verbinden kannst. Allerdings solltest Du Dein Profil überdenken und bearbeiten. Als ich Dein profil anklickte und Deine webseiten sah, dachte Du hättest eine eigene homepages und habe auf Deine Adresse: "tinyurl" geklickt...
Da wurds mir ganz schwindelig. Was bezweckst Du damit?

Bei mir ist es so, daß ich mir einrede schon viel zu viel und ...noch soviel mehr gelebt zu haben. Vielleicht so,

wie Zwei-Drei-80 jährige Menschen zusammen.
Meine Erfahrungen sind "reich" angesammelt
und ich fühle mich völlig verbraucht und augezehrt.

Ich habe zu viel gesehen und durchgemacht, mein Urvertrauen ist weg, obwohl ich es in mir hatte, ich kann das alles gar nicht verkraften. In Roseneck war ich auch schon. Die haben mich verstanden und mir auch sehr geholfen. Aber wie Du sagst, Roseneck ist ein Nest und außerhalb muss es auch gehen, wenn man überleben möchte.


Einen angenehmen Tag wünscht Euer
Patient

Mit Therapien und "Pause"
kennt sich wohl hier niemand aus?
 
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