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reine anerkannte Kosten? Was ist das, und wieso trifft das auf mich zu?

Haibu

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#1
Hallöchen zusammen. Mal wieder das Thema Unterkunft, explizit Heizen. Kurze Abfassung der Vorgeschichte: Vor einigen Monaten in ein neues Bundesland gezogen, nun kam nach Mahnbescheid endlich auch die Rechnung des alten Stromversorgers, ich hatte mit Radiator heizen müssen, wusste das alte JC auch und hat früher auch den hohen Strombedarf gezahlt, da die Monatsmiete äußerst gering war (Bruchbude). Haushaltsstrom hatte ich schon mit mtl. Abschlag von satten 80,- vom Regelsatz mehr als beglichen. Nachforderung des alten Stromversorgers beläuft sich auf über 900,-.
Nun kommt es: Das alte JC hatte ich telefonisch informiert und per Einschreiben die Forderung des Stromversorgers zukommen lassen. Einschreiben wurde auch abgeholt (habe Beleg). Plötzlich ist aber das neue JC vom neuen Bundesland im Spiel und will Kosten übernehmen (warum auch immer). Unterlagen natürlich noch mal geschickt, weil (so der Sachbearbeiter) Einschreiben im Haus (altes JC) ja mal verloren gehen könnten. Das wäre ja normal. Wieso schick ich dann teure Einschreiben?
Jetzt bekam ich ratzfatz Post vom neuen JC, dass sie ca. 40% der Heizkosten der alten Unterkunft übernehmen würden. Ich bliebe dann auf über 500,- an Kosten sitzen. Begründet wird dies mit REINEN ANERKANNTEN Heizkosten. Wobei meine monatlichen 80,- als Abschlag für Strom von meinem Regelsatz gar nicht berücksichtigt werden, sondern ein Teil als Leistung des JC für Heizkosten angerechnet werden soll. In dem Schreiben beruft man sich auf § 22 SGB II. Dies fand aber doch früher bereits Anwendung, da das alte JC diese Kosten als tatsächliche Kosten anerkannt hat. Das Heizen mit Radiator war dem alten JC bekannt, ich wurde nie aufgefordert die Kosten zu senken. Nicht durch Umzug (dann wäre die Miete auch deutlich höher gewesen), oder sonstige Maßnahmen. Die können also nicht so tun, als hätten sie davon nie etwas gehört.

Was hat es denn nun mit diesen reinen anerkannten Kosten auf sich? Ist das eine eigene Formulierung des JC?

Wenn ich mich nicht klar ausgedrückt habe, stelle ich gerne den gesamten Text hier ein. Müsste ich dann abtippen.

Danke!
 

gelibeh

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#2
Gibt es in der neuen Kommune eine Deckelung bei den angemessenen Heizkosten? Ehrlich gesagt verstehe ich das so nicht. Kannst Du den Wortlaut nicht abschreiben? Mach Dir bitte die Mühe.
 

Barrit

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#3
Frage:
ist es ein formloses Schreiben oder ein rechtskräftiger Bescheid den Du bekommen hast ?
 
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#4
Na ja, die jetztige Behörde kann ja nun nicht mit ihren Regelungen argumentieren.

Widerspruch ist hoffentlich eingereicht?
 

gelibeh

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#5
Na ja, die jetztige Behörde kann ja nun nicht mit ihren Regelungen argumentieren.
Können schon, dürfen nicht.
 
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#6
Heizen mit Radiator
Hallo,
Jobcenter will wahrscheinlich die Kosten wie in bundesweiten Heizspiegeln „benutzen“.

Möglicherweise ist die Argumentation im Urteil des SG Stuttgart anwendbar. Viel Glück ! :wink:

Urteile zum Thema Hartz IV und Heizspiegel

Sozialgericht Stuttgart, Beschluss vom 22.06.2012
AZ: S 18 AS 2968/12 ER
Heizkostenermittlung mit Heizspiegel für Wohnung mit Gaseinzelöfen und Stromradiatoren unwirksam
Sind sowohl im Heizspiegel einer Stadt als auch im bundesweiten Heizspiegel nur Daten über zentral mit Erdgas beheizte Wohnraum berücksichtigt, stellen diese Heizspiegel keine ausreichende Grundlage für die Ermittlung der Angemessenheit der Kosten für die Beheizung einer Wohnung mit Gaseinzelöfen und Stromradiatoren dar. Dies entschied das Sozialgericht Stuttgart und verpflichtete ein Jobcenter im Wege einer einstweiligen Anordnung vorläufig zur Übernahme der Heizkosten eines Leistungsempfängers.

Sozialgericht Lüneburg, Beschluss vom 16.02.2010
AZ: S 45 AS 34/10 ER
Neuer Beschluss schränkt Heizspiegel-Nutzung ein
Die im Heizspiegel angegebenen Werte beziehen sich nur auf Gebäudeflächen von mehr als 100 Quadratmetern. Mit dem Beschluss AZ: S 45 AS 34/10 ER hat das Sozialgericht Lüneburg nun entschieden, dass der Heizspiegel nicht länger für Wohneinheiten bzw. Wohnungen, deren Fläche 100 Quadratmeter unterschreiten und die gleichzeitig über eigene Heizungsanlagen verfügen, herangezogen werden kann. Als Folge dieses Beschlusses ist damit zu rechnen, dass Leistungsempfänger gegen als zu hoch eingestufte Heizkosten einen Widerspruch einlegen werden.

Hierzu lesen -->

Stellungnahme von co2online zu Heizspiegel und Hartz IV

Hartz IV | Heizspiegel

Hartz IV | Heizspiegel
 

Haibu

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#7
Bitte entschuldigt meine späte Rückmeldung. Ich war zwischenzeitlich auf Fortbildung und kann daher erst heute antworten. Ich stelle nachfolgend mal den gesamten Text des Schreibens vom JC ein.

Sehr geehrte..........,

Ihr Antrag vom 10.06.2014 auf Kostenübernahme Ihrer Heizkostenabrechnung für den Abrechnungszeitraum vom .... bis .... wird gemäß §22 Abs. 1 Satz 1 SGB II teilweise genehmigt.

Begründung:
Mit Schreiben vom ..... reichten Sie Ihre Heizkostenabrechnung des Jahres 2013 ein und beantragten die Übernahme der noch ausstehenden Kosten. Für das Jahr 2013 haben Sie demnach noch eine Nachzahlung in Höhe von 823,17 EUR zu entrichten.
Im Rahmen der Gewährung von Leistungen zur Grundsicherung für Arbeitsuchende nach § 22 SGB II sind jedoch nur die angemessenen Unterkunftskosten zu berücksichtigen.

Heizkosten:
Die Heizkosten wurden bei der Berechnung des Arbeitslosengeld 2 für den o.g. Zeitraum monatlich berücksichtigt. Dies ergibt für das Jahr 2013 einen Betrag von 981,00 EUR, der bereits bei den laufenden Kosten der Unterkunft nach dem SGB II berücksichtigt wurde.

Entsprechend Ihrer Heizkostenabrechnung belaufen sich Ihre reinen anerkannten Heizkosten im Jahr 2013 auf 1390,44 EUR (1576,20 EUR abzgl. 185,76 EUR Haushaltsstrom). Dies ergibt eine Nachzahlung von 409,44 EUR für die reinen anerkannten Heizungskosten. Diese wird von der Kommune übernommen.
Der beantragten Kostenübernahme wird daher tweilweise in der Höhe von 409,44 EUR zugestimmt.

Der Betrag von 409,44 EUR wird in den nächsten Tagen zur Zahlung auf Ihr Konto angewiesen. Ich bitte Sie, die gesamte Nachzahlung eigenständig an den auf der Abrechnung bezeichneten Gläubiger zu überweisen.

Hinweise:
Der Heizkostenverbrauch ist in der Regel angemessen, wenn der verbrauchsbestimmte Anteil der Heizkostenabrechung den von der Wohnungsgröße bestimmten Anteil nicht übersteigt. Ist der Anteil nach Verbrauch höher als der Anteil nach Wohnungsgröße, wird der übersteigende Teil nach Verbrauch in der Regel wegen unwirtschaftlichen Verhaltens nicht übernommen.
Zudem sind die monatlichen Heizungspauschalen so festgesetzt bzw. übernommen worden, dass sie bei der Beachtung der Grundsätze wirtschaftlicher Lebensführung zur Deckung des Gesamtheizungsbedarfs ausreichen. Ich mach schon jetzt darauf aufmerksam, dass ergänzend zu den monatlichen Abschlagszahlungen nach Ablauf der Heizperiode grundsätzlich keine weiteren Beträge übernommen werden, es sei denn, es ergeben sich Änderungen in den Preisen des Energieversorgers oder es ergeben sich Änderungen in der Zusammensetzung Ihrer Haushalts-/Bedarfsgemeinschaft oder in Ihren Wohnverhältnissen.
Ich bitte Sie daher so verantwortungsvoll mit dem Heizungsverbrauch umzugehen, dass Nachzahlungen erst gar nicht anfallen. Es liegt also in Ihrem eigenen Interesse, den Wärmebedarf laufend zu kontrollieren und im Rahmen angemessener Durchschnittswerte zu halten, da Kosten für einen überdurchschnittlichen Energieverbrauch aus Mitteln des SGB II nicht getragen werden können.

Rechtsbehelfsbelehrung:

Gegen diesen Bescheid kann jeder Betroffene oder ein von diesem bevollmächtigter Dritter innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe Widerspruch erheben. Für minderjährige ....



Für mich stellen sich da einige Fragen. Vl. bin ich aber auch nur zu doof.

1. Die vom alten Energieversorger geforderte Nachzahlung beträgt 923,74 EUR, das JC aber schreibt etwas von 823,17 EUR. Wieso werden 100,57 EUR geschluckt?

2. Woraus resultieren die Zahlen 1390,44 EUR (reine anerkannte Heizkosten), 1576,20 abzgl 185,76 (Haushaltsstrom)? Woher kommen die 185,76 Haushaltsstrom? Ich hatte monatlich einen Abschlag von 80,- EUR Strom vom Regelsatz gezahlt. Ich komme irgendwie nicht mit den Zahlen zurecht. Ok, 1576,20 minus dem unverständlichen 185,76 Haushaltsstrom = 1390,44.
1576,20 EUR waren die Gesamtstromkosten. Von Mai bis Dezember hatte ich vom Regelsatz schon 652,46 gezahlt. Damit also als Single schon ordentlich in die Heizkosten investiert, denn 80,- monatlich hab ich mit meinen paar Haushaltsgeräten nicht verbraucht.
Während der Heizperiode habe ich zudem schon ca. 1,5 Schüttraummeter Holz verfeuert, da blieb vom „Heizgeld“ für Strom nichts mehr über. Und dennoch hatte ich in der Bude morgens manchmal nur 14°C.

3. Was macht einen „offiziellen“ Bescheid aus? Muss da eine gewisse Form gewahrt werden? Oder reicht die Rechtsbehelfsbelehrung am Ende des Schreibens?

4. Die erwähnten 409,44 EUR wurden bereits auf mein Konto überwiesen? Sollte ich die zurückschicken, wenn ich Widerspruch erhebe? Oder damit erstmal den Stromversorger befriedigen, damit ich vl. noch ein Gerichtsverfahren abwehren kann?

5. Wieso plötzlich diese Probleme, denn im Vorjahr hat das alte JC die Kosten übernommen. Trotz mehrfacher Bitte hat das JC damals meine Heizumstände vor Ort nicht begutachtet. Und wieso "schlägt" sich das neue JC aus einem ganz anderen Bundesland darum, plötzlich die Kosten, wenn auch nur teilweise, zu übernehmen? Schieben sich die JC gegenseitig Geld rüber?


Ich danke euch vielmals! Hoffentlich könnt ihr etwas Licht in mein Dunkel bringen.
 

hans wurst

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#8
Für mich ist das mit den Zahlen nicht nachvollziehbar. Der Rückgriff des JC auf die in 2013 gezahlten Kosten, um daraus die Nachzahlung zu berechnen ist jedoch unzulässig.

Also Widerspruch, zum Teil mit dieser Begründung;
BSG, Urteil vom 22.03.2010 - B 4 AS 62/09 R
Wie das BSG (vgl Urteile vom 2.7.2009 - B 14 AS 36/08 R und vom 16.5.2007 - B 7b AS 40/06 R) bereits entschieden hat, gehören diese Kosten, die nach regelmäßiger Übernahme der Betriebs- und Heizkostenvorauszahlungen der jeweiligen Monate entstehen, als einmalig geschuldete Zahlungen zum aktuellen Bedarf im Fälligkeitsmonat. Da die Beklagte den Klägern im Zeitpunkt des vom Vermieter bestimmten Fälligkeitstermins der Nachforderung (30.4.2007) laufend Leistungen ua für Unterkunft und Heizung bewilligt hatte, begründete die Nachforderung der Betriebs- und Heizkosten eine wesentliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse iS des § 48 SGB X. Eines gesonderten Antrags der Kläger auf Übernahme dieser Kosten bedurfte es nicht, weil der Antrag auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts, welcher der laufenden Bewilligung zu Grunde lag, bereits Kosten für Unterkunft und Heizung umfasste. Mit der Vorlage der Heiz- und Betriebskostennachforderung haben die Kläger die Höhe dieses Bedarfs lediglich weiter konkretisiert.
BSG Urteil vom 2.7.2009, B 14 AS 36/08 R
Zu den tatsächlichen Aufwendungen für die Heizung iS des § 22 Abs 1 Satz 1 SGB II in Mietwohnungen gehören bei entsprechender vertraglicher Vereinbarung (vgl § 556 Bürgerliches Gesetzbuch <BGB> iVm § 2 Nr 4 Betriebskostenverordnung) die gegenüber dem Vermieter geschuldeten, in monatlichen Abschlägen zu zahlenden Heizkostenvorauszahlungen. Sie sind entsprechend ihrem Fälligkeitstermin im betreffenden Monat zu berücksichtigen. ..... Kommt es nach Abrechnung der tatsächlich verbrauchten Wärme dagegen zu Nachzahlungsverlangen des Vermieters, gehören solche einmalig geschuldeten Zahlungen zum aktuellen Bedarf im Fälligkeitsmonat (entsprechend bereits für die einmalige Beschaffung von Heizmaterial BSG SozR 4-4200 § 22 Nr 4 RdNr 9 mwN).
Bedeutet, das es egal ist, ob und wieviel das JC 2013 gezahlt hat.

Und die 409€ solltest du umgehend an den Energieversorger überweisen.
 

gelibeh

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#9
Hattest Du zwei Zähler? Eigentlich läuft ein Radiator doch über die Steckdose, oder?
Für mich müssten die Gesamtstromkosten, abzüglich 12x32€ Regelsatzanteil Haushaltsstrom, gezahlt werden.
 

Haibu

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#10
Hallo. Nein, ich hatte keinen zweiten Zähler. Der normale Haushaltsstrom und der Radiator liefen über einen Zähler. Daher war/ist ja nicht zu trennen, was genau "Heizstrom" war, obwohl ich mit den 80,- mtl. Abschlag ja schon eine fette Kröte gefressen habe.

Auf was kann ich mich denn berufen, wenn ich das JC anschreibe? Ich habe definitiv diesen Strom fürs Heizen verbraucht. Obwohl es dennoch saukalt war, obwohl das JC durch die niedrige Miete monatlich "gespart" hat und obwohl ich eigentlich gegen sinnlosen Stromverbrauch bin. Mit den Jahren hatte ich zB. alles an Beleuchtung auf LED umgestellt.
 

Haibu

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#11
*verschämtguck*

Hat nicht doch noch jemand ein paar Tips?
 

gelibeh

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#12
Ich weiß nicht ob es dazu schon ein Gerichtsurteil gibt, vielleicht kennt ja jemand eines. Jedenfalls hat, meiner Meinung nach, das JC den kompletten Strombetrag abzüglich Deinen Regelsatzanteil zu übernehmen, weil alles über einen Zähler lief und sich nicht trennen lässt.
 
E

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#13
Für micht klingt das eher so, als wäre bereits ein Teil der Kosten übernommen, aber nicht an den Versorger gezahlt worden.

Ich würde mal mit allen Bescheiden und Rechnungen eine Beratungsstelle aufsuchen. Vielleicht bringen die etwas Klarheit in die Sache.
 

Haibu

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#14
Bezahlt wurden damals vom JC an den Stromversorger 80,- monatlich direkt. Aber das wurde mir vom Regelsatz abgezogen und hatte nichts mit den Heizkosten zu tun.

Ich weiss ja momentan nicht, ob das a) (wie oben veröffentlicht) ein offizieller Bescheid ist, b) ich nicht schnellstmöglich Widerspruch einlege und c) dann auch fix das Geld zurücküberweise. Denn ich kann doch kein Geld ausgeben, was ich anzweifel.
 

gelibeh

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#15
Aber das wurde mir vom Regelsatz abgezogen und hatte nichts mit den Heizkosten zu tun.
Wie sind denn dann die Heizkosten bezahlt worden? Du sagst doch der Radiator lief über die Steckdose. Dann sind die Heizkosten doch in den 80€ mit drin gewesen.

Ich würde mir beim Amtsgericht einen Beratungsghilfeschein holen und einen Anwalt für Sozialrecht suchen. Falls die Widerspruchsfrist bald abläuft, lege ohne Begründung einen Widerspruch ein und schreibe, dass die Begründung nachgeliefert wird.
 

Fraggle

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#16
gelibeh hat recht.
Es muß ein Anwalt eingeschaltet werden und zwar recht schnell. Der Stromanbieter wird nicht mehr lange auf die Zahlung warten.

Wenn 80 Euro abgebucht wurden von der Regelleistung für Strom, ist auch keine Heizung gezahlt worden.
Kompliziert wird dies nun, da das alte Jobcenter einen Fehler gemacht hat. Von daher ist es besser einen Anwalt einzuschalten.

Die Stromkosten hätten so berechnet werden sollen wie bereits beschrieben. Tatsächliche Kosten abzüglich die Stromkosten, die im Regelsatz enthalten sind.
Die bereits im Regelsatz enthaltenen Stromkosten müßen selbst gezahlt werden - das sind dann die 185,76 Euro pro Jahr.
Es wurden aber bereits 80 Euro x12 vom Jobcenter monatlich für Strom von der Regelleistung gekürzt. Dies war nicht korrekt.

Gerechnet werden müßte so:
80 x12 = 960 Euro
Dazu die Nachzahlung von über 900 Euro
Von diesem Ergebnis muß dann 185,76 Euro als Haushaltsstrom abgezogen werden (die muß man selbst zahlen)

Grundsätzlich müßte eine Rückzahlung des Jobcenters auch für die abgezogenen 80 Euro erfolgen.
Die Stromkosten für die Heizung belaufen sich auf über 110 Euro pro Monat (nur mal grob überschlagen). Daher wird das JObcenter alles versuchen dies nicht zu zahlen und daher schnell zum Anwalt.
 

Admin2

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#17

Fraggle

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#18
2. Woraus resultieren die Zahlen 1390,44 EUR (reine anerkannte Heizkosten), 1576,20 abzgl 185,76 (Haushaltsstrom)? Woher kommen die 185,76 Haushaltsstrom?
Es scheint so zu sein, dass das JC normalerweise Heizkosten in einer Höhe von 1390,44 Euro als angemessene Heizkosten Jährlich anerkennt.

Die 185,76 Euro sind der Anteil der Stromkosten, die in dem Regelsatz jährlich enthalten sind.

Ehe jedoch zu hohe Heizkosten nicht gezahlt werden, müßte ein Bescheid zur Kostensenkung an den Hilfsbedürftigen geschickt werden. Das heißt die als zu hoch angesehene Rechnung müßte getragen werden, der Hilfsbedürftige hat für die Zukunft Gelegenheit seine Heizkosten zu senken.

Gab es denn mal in der Vergangenheit ein Schreiben zu Senkung der Heizkosten?

Nachspeicherheizung ist nicht gleichzusetzten mit einzelnen Radiatoren. Diese liegen im Verbrauch um einiges höher.

Dazu käme dann auch noch, wie erwähnt wurde dass die Miete sehr niedrig war die Heizkosten aber hoch, dass die Produkttheorie evtl. zum tragen käme. Bedeutet, liegt die niedrige Miete zusammen mit den hohen Heizkosten noch im Bereich der normalerweise anerkannten Wohnkosten, muß auch die teure Heizkostenrechnung übernommen werden.

Dran bleiben und auf eine korrekte Berechnung der Stromkosten bestehen.
 

Haibu

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#19
Hmmmm. Sehe ich das richtig, dass 185,76 EUR das sind, wovon die JC meinen, dass wäre der "normale" Haushaltsstromverbrauch? Finde ich ehrlich gesagt sehr, sehr niedrig.

Vom alten JC kam niemals eine Aufforderung, die Stromkosten zu senken. Im Vorjahr wurde die Nachzahlung vom alten JC ja auch übernommen. Wohl auch deshalb, weil die monatliche Miete ca. 180,- EUR unter dem lag, was als "Minimum-Miete" anerkannt wird. Unterm Strich hat das alte JC sogar ein Plus gemacht.
Und gerade wegen der "bescheidenen" Wohnverhältnisse hatte ich das alte JC ja mehrfach gebeten, sich vor Ort ein Bild von den Wohn- und Heizverhältnissen zu machen. Wollte man aber nicht.

Ich versteh immer noch nicht, warum das neue JC so "generös" die Kosten eines anderen JC übernehmen möchte. Rechnen die untereinander ab und denken: "Mit dem neuen JC wird Kunde nicht alles nochmal durchkauen und die Kröte fressen?"

Vor dem Gang zum Amtsgericht und dem Rechtsanwalt scheue ich mich irgendwie noch. Das gibt doch zusätzlich nur Ärger. Aber es scheint, als käme ich darum nicht herum, oder?
Oder soll ich Widerspruch einlegen, dem neuen JC die Sachlage nochmal schildern und darauf hinweisen, dass ich im Falle einer Einigung einen Anwalt einschalten würde? Zuletzt ist das JC auch eingeknickt, als ich mit einer klaren Stellungnahme klargemacht habe, dass ich denen keine Formulare zur Entbindung von der Schweigepflicht (Ärzte) unterschreibe.
 

gizmo

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#20
Vor dem Gang zum Amtsgericht und dem Rechtsanwalt scheue ich mich irgendwie noch.

Das ist zu verstehen, solltest du aber ganz schnell ablegen das Gefühl.
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Das gibt doch zusätzlich nur Ärger. Aber es scheint, als käme ich darum nicht herum, oder?

Nee, mehr Ärger gibt das nicht, sondern du weist dann besser Bescheid wie deine Rechtslage ist, dafür ist ein Beratungsschein(BS) da.
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Oder soll ich Widerspruch einlegen, dem neuen JC die Sachlage nochmal schildern und darauf hinweisen, dass ich im Falle einer Einigung einen Anwalt einschalten würde?

Wenn du beim Amtsgericht aufschlägst wird der Rechtpfleger entscheiden ob du ein BS bekommst, hier kann es sein das dieser vor Ausstellung des BS erst die Antwort auf einen Widerspruch abwarten will.
----------

Zuletzt ist das JC auch eingeknickt, als ich mit einer klaren Stellungnahme klargemacht habe, dass ich denen keine Formulare zur Entbindung von der Schweigepflicht (Ärzte) unterschreibe.

Na ja, wenn du das so hinbekommen kannst-------- das glaube ich allerdings nicht.
Guß aus NS
 

Fraggle

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#21
"Hmmmm. Sehe ich das richtig, dass 185,76 EUR das sind, wovon die JC meinen, dass wäre der "normale" Haushaltsstromverbrauch? Finde ich ehrlich gesagt sehr, sehr niedrig.

Vom alten JC kam niemals eine Aufforderung, die Stromkosten zu senken. Im Vorjahr wurde die Nachzahlung vom alten JC ja auch übernommen. Wohl auch deshalb, weil die monatliche Miete ca. 180,- EUR unter dem lag, was als "Minimum-Miete" anerkannt wird. Unterm Strich hat das alte JC sogar ein Plus gemacht.
Und gerade wegen der "bescheidenen" Wohnverhältnisse hatte ich das alte JC ja mehrfach gebeten, sich vor Ort ein Bild von den Wohn- und Heizverhältnissen zu machen. Wollte man aber nicht."

Die Berechnung des JC stimmt doch hinten und vorne nicht. Wie die das untereinander abrechnen ist nicht deine Sache. Du verschwendet nur Zei, wenn du da nicht aktiv wirst. Zu Bescheiden ist eine Monatsfrist für einen Widerspruch möglich.

Keine Kostensenkungsaufforderung vorher? Damit hast du schon mal gute Karten.
Miete mit 180 unter der ortsüblichen Miete, dann ist die Übernahme der gesamten hohen Heizkosten machbar.

Wie wird Warmwasser bereitet? Wenn mit Strom, dann gibt es dafür einen Zuschlag für die Wasseraufbereitung. Schätze die haben den in von den selbstzutragenden Stromkosten abgezogen und daher ist das Ergebnis 185,76 Euro als Selbstanteil der Stromkosten pro Jahr.
Alles nur geraten, weil eben nichts genau geklärt ist.

Wenn du versuchen willst dies alleine zu klären (rate eher davon ab) und Zeit dafür hast (Wann muß denn die REchnung für Strom bezahlt sein?), dann mache eine Aufstellung über a. Der Stromkosten des gesamten Jahres (inclusiv der bereitsgezahlten Abschläge) Damit hast du eine Gesamtsumme der Stromkosten.

Dann setze dem entgegen b. den bereits von dir gezahlen monatlichen Abschlag für Strom (mit Nachweis, dass das JC dieses GEld von der Regelleistung einbehalten hat)
c. den zustehenden Zuschlag für Warmwasseraufbereitung (http://forum.tacheles-sozialhilfe.de/forum/thread.asp?FacId=1583197 -lies dir den link mal durch)
d. anscheinend hat das vorherige JC gar keine Abschlagzahlungen für die Stromkosten (Heizung) geleistet, wenn dies stimmt, dass dir die gesamten monatlichen Abschlagzahlungen für Strom vom Regelsatz gekürzt wurden. Dies muß ebenfalls in den Widerspruch eingehen.

Dies muß schriftlich in Form eines Widerspruchs (innerhalb eines Monats nach Erhalt des Bescheids vom JC) gemacht werden damit man einen Nachweis in der Hand hat. Persönlich mit Eingangsbstätigung beim JC abgeben.
Auch mußt du darin die von dir zuviel gezahlten Kosten schriftlich zurückfordern. Ansonsten zahlen sie nur die ausstehende Forderung der Stromkosten.

Wenn du Pech hast zahlt das neue Jobcenter nur diese ausstehende aktuelle Forderung der Stromrechnung und macht nichts wegen den bereits zu unrecht von dir gezahlten Abschlagzahlungen. Dann mußt du einen Überprüfungsantrag (geht ein Jahr zurück) an das alte Jobcenter schicken (mit Nachweis damit dieser nicht "verloren geht").

Fehlt die Zeit, weil das Geld benötigt wird um den Strom zu zahlen dann zu einem Anwalt. Der macht dann eine einstweilige Verfügung beim Gericht. Kannst du auch selbst machen, wenn du dir das zutraust.

Du siehst also es ist ziemlich kompliziert wegen dem Wechsel der JC.



Noch ein aktueller link Warmwasser:
Tacheles Forum: Stromkostenanteil und dezentrale Warmwasserbereitung
 

Haibu

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#22
Auch an dieser Stelle möchte ich über die "Fortschritte" informieren. In der Hoffnung, dass es anderen später helfen kann.
Auf euer Anraten hin habe ich über einen Beratungsschein einen Anwalt eingeschaltet. (Danke für das Hinweisen auf den Anwalt). Dieser hat ebenfalls nach langem Hin- und Herrechnen nicht rausfinden können, mit welchen Zahlen das JC "spielt". Widerspruch ist eingereicht. Auch er vermutet, dass das JC willkürlich Zahlen eingesetzt hat. Nach dem Motto: "Der wird sich schon nicht wehren." Es ist zumindest ein gutes Gefühl, jemanden an der Seite zu haben, der Fachmann ist.
Ich werde melden, wenn sich etwas wie getan hat.
 
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