Reicht der vereinfachte Antrag nicht oder warum habe ich beim ersten Termin den "großen" ALG 2 Antrag bekommen?

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Marius2

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Hallo, an alle Mitglieder des Forums.

Ich habe zum ersten Mal in mein Leben einen Arbeitslosengeld 2 Antrag gestellt (vereinfachter Antrag) am 16.11.21 online. Gestern am 23.11.21 hatte ich dein ein Termin mit einer Arbeitsvermittlerin wo auch die Sachbearbeiterin dabei war die für mein ALG 2 zuständig ist. Wir haben 1 Stunden über meine Situation geredet . Kurz vor Ende wurde mir noch
ein neuer ALG 2 Antrag(der große, sag ich mal) in die Hände gedrückt, mit der bitte alles auszufüllen und zurückzuschicken. Ich soll auch noch ein paar Sachen nachreichen,die hatte ich aber schon mit,weil mir gesagt wurde ich sollte die zum Termin mitbringen.Da wurde mir aber nur gesagt,die brauchen die jetzt nicht sehen,die sollte ich dann auch mit der Post schicken. Verstehe ich nicht...
Jetzt zu meiner Frage.. Reicht der vereinfachte Antrag nicht oder warum geben die mir nochmal den großen ALG 2 Antrag in die Hand zum Ausfüllen? Und wenn ich den großen jetzt ausfülle ist da ein Blatt bei mit der Überschrift
Schuldenübersicht, wo ich meine Schulden darlegen soll, aber ich weiß nicht wie viel schulden ich genau überall habe.War Jahre lang obdachlos.

Mfg
 

Ruhrpottmensch

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Hallo Marius & Willkommen hier

Eigentlich sollte Stand Jetzt bis zum 31.12.2021 der "vereinfachte" Antrag reichen... Ja.
Wie hat sich denn der Antrag den Du mitbekommen hast, von dem vereinfachten unterschieden?
Schau mal hier, da gibt es alle möglichen Formblätter (die es zum Teil für den vereinfachten Antrag nicht braucht):

Was mich ein bisschen stutzig macht, ist dieses "Blatt" mit der "Schuldenauskunft". Das gehört auch zu einem regulären Antrag NICHT dazu!
Riecht für mich so, als wäre Dein zuständiges Jobcenter ein s.g. "Kommunales Jobcenter" (Vergleich mal bitte hier:https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Optionskommunen). Die "spinnen" sich gern mal eigene "Beiblätter" zusammen, um so einem Antragssteller alles mögliche aus den Rippen zu leiern. Grundsätzlich ich Deine "Schuldensituation" nicht erheblich für eine Leistungsberechnung bzw. die Leistungsgewährung...

So etwas musst Du gegenüber dem Jobcenter also NICHT äußern!
 

abcabc

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Schuldenübersicht, wo ich meine Schulden darlegen soll, aber ich weiß nicht wie viel schulden ich genau überall habe.War Jahre lang obdachlos.
Es gibt keine Pflicht dazu angaben zu machen. Entweder weglassen oder "Nein" ankreuzen - sowas kann man vergessen/verdrängen und es kann keine Konsequenzen haben bzgl. Schulden falsche Angaben zu machen.....


Sind da auch Infozettel oder vergleichbares, deren Empfang oder Kenntnisnahme du bestätigen sollst?
Dazu gibts im SGB auch keine Pflicht.....

Leider sitzt das JC erstmal am längeren Hebel und kann versuchen dich "auszuhungern", bis du die Forderungen erfüllst. Zwar kann man vor dem SG versuchen im Eilverfahren das JC zur Zahlung zu verpflichten, aber das ist immer mit Aufwand verbunden...
 

Marius2

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Hallo Ruhrpottmensch und abcabc.

Danke erstmal für eure Antworten.Mir kommt das auch alle komisch vor.Ja mein Jobcenter ist ein Kommunales Jobcenter.Ich schick hier mal ein paar Blätter rein.
Ich möchte halt ein ganz normalen Alg 2 Antrag ausfüllen.Zu wie viel % ist es denn sicher,dass man keine Schuldenübersicht ausfüllen muss.?
 

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Ruhrpottmensch

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Ich habs mir gedacht... 😜

Das sind alles ziemlich "selbstgebaute" Unterlagen. Weichen zumindest von der "Optik" her von denen der BA etwas ab.

Anlage "Vermögen" & "Einkommen" musste ich Anfang 2021 auch ausfüllen. Das gehört auch normalerweise zu einem regulären Antrag. Bedenke dabei, die (Vermögens)Prüfung ist z.Z. "nur" ausgesetzt nicht vollständig entfallen. D.h. das kann man ruhig ausfüllen... Wenn eh kein großes Vermögen (Über 60.000€) da ist, solls ja auch nicht weh tun...

Dieser Kladeratsch mit der "Schuldenauskunft" würde ich definitiv nicht ausfüllen. Da würde ich an Deiner Stelle mal beim JC nachfragen, auf welcher rechtlichen Grundlage Sie das wissen möchten und ob Sie mir exakt benennen können, dass solche Angaben zu Leistungsberechnung/-gewährung unabdingbar von Nöten sind... 😉

Nein... Das musst Du NICHT ausfüllen! Ich finde im SGB II auf jeden Fall keinen Paragraphen, der so etwas verlangt... 😜
 
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Marius2

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Habe jetzt mal das halbe Internet durchforstet und nirgendwo was von gelesen, dass ich eine Schuldenauskunft ausfüllen muss.
Ich mach es so wie Ruhrpottmensch das machen würde.
Ich streich den Zettel einfach mal durch und füll den Rest aus.
Ich glaub die wollen ein auch echt hinhalten.Ich soll mir auch eine Bestätigung holen wo draufsteht ,dass ich kein Anspruch auf ALG 1 habe,obwohl mir die SB mir gesagt hat "Ich habe keinen Anspruch auf ALG 1" und das auch in mein Unterlagen vermerkt hat.Brauche
es trotzdem schriftlich.
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

Ist das jenes, dass wir Optionskommune nennen?
Ich wusste gar nicht, dass die auch die wichtigen Anträge slebst zusammenschustern.

Ich weiß nicht. Ich kenne mich damit nicht aus. :icon_kratz:
 

Ruhrpottmensch

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Ich streich den Zettel einfach mal durch und füll den Rest aus.
Dann kann es aber durchaus sein, das dass JC anschließend "nervt" und nachfragt, warum das Beiblatt nicht ausgefüllt worden ist.
Ich würde -wenn ich das Blatt leer lasse bzw. "Durchstreiche"- durchaus schon einen Schrieb dabei legen, in dem ich die rechtliche Grundluge solcher Angaben erbitte und direkt auf auf die "Möglichkeit " eines "vorläufigen Bewilligungsbescheid" hinweisen (Wenn die meinen es fehlt etwas, dann hast Du zumindest vorläufig schon mal Leistungen "sicher"). Nicht, dass die Dich tatsächlich "am lange Arm" verhungern lassen, nur weil dieses eine "Beiblatt" nicht ausgefüllt worden ist...
Ich soll mir auch eine Bestätigung holen wo draufsteht ,dass ich kein Anspruch auf ALG 1 habe,obwohl mir die SB mir gesagt hat "Ich habe keinen Anspruch auf ALG 1" und das auch in mein Unterlagen vermerkt hat.
Das ist auch fas normal... Braucht einfach die Leistungsabteilung, um zu prüfen ob nicht doch Anspruch auf vorrangige Leistungen da sind.
Daher wollte der SB Ja auch die ganzen Unterlagen nicht auf seinem Tisch haben. Mit der Leistungsabteilung hat der (gerade in kommunalen Jobcenter) nichts am Hut. Das ist dann wieder ein anderer Mitarbeiter... ;)
 

ela1953

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Das JC will ja gar nicht ALLE Schulden wissen.
Es wird nach Mietschulden gefragt und nach Schulden für Heizung, Strom, Wasser.
Ich habe hier schon mehrmals gelesen, dass das JC
solche Schulden übernimmt. Ob als Zuschuss oder Darlehn erinnere ich mich nicht.
Warum überzogene Bankkonten relevant sind weiß ich aber nicht.
Die anderen Bögen dienen der Vermögensprüfung und sind sonst immer beim Antrag dabei.
Die Vermögensprüfung soll jetzt zwar ausgesetzt sein . Aber wer eh nichts hat, kann ja ohne Probleme überall Striche machen. Ich glaube, dass ein Elo nicht über 60.000 Euro verfügt.
Ohne Arbeit ist der Bogen Einkommen auch schnell ausgefüllt.
Ich meine, wenn man die Bögen ausfüllt hat man schneller Geld, als wenn man erst schriftlich nach irgendwelchen Paragraphen fragt.
 

Ruhrpottmensch

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Du hast sicherlich mit Deinen Argumenten nicht ganz unrecht @ela1953 (Vor allem bei Anlage VM & Einkommen)...

Bei dem "Schuldenblatt" sehe ich das anders. Zwar gibt es wohl tatsächlich die Möglichkeit gewisse "Schulden" mit Hilfe der JC "zu stemmen" (Nein... Die verschenken kein Geld zur Schuldensanierung), da so etwas aber eh gesondert beantragt wird, frag ich mich schon, mit welche Intention da bei einem Erstantrag (!) nach gefragt wird.

Vielleicht ja doch, um so einen "Eintrag" auch bei einer etwaigen Potentialanalyse mit uns Boot zu holen?! Hmm... Hmmm... Taube ick hör Dir trapsen! 😜

Ja... Ist weit hergeholt, aber man weiß ja nie. Das ist genau das selbe wie mit der eigenen Gesundheit. "Schuldnerberatung" gehört nicht gerade zur "Kernkompetenz" eines JC... 😉
 

Marius2

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VM & Einkommen und so verstehe ich ja voll und werde ich natürlich ausfüllen,aber warum die wissen wollen ob ich Schulden bei der Bank habe oder ob ich die eidesstattliche Versicherung abgeben habe(wenn ja mit Bestätigung?) verstehe ich überhaupt nicht.Sowas geht den doch gar nichts an und hat doch nicht mit den normalen Alg 2 Antrag zutun.Hat jemand eine Idee, wie ich das am besten Formulieren kann,warum ich das nicht ausfülle ?:sorry:
 

Ruhrpottmensch

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Hallo @Marius2

Es würde ein Dreizeiler reichen. Großartig begründen müsstest Du das "Nichtausfüllen" wohl nicht, da ich hier keine wirkliche Grundlage sehe, dass so etwas relevant für den Antrag an sich bzw die Leistungsgewährung ist.

Ich würde es so machen:

Briefkopf

Betreff: Antrag auf Leistungen nach SGB II - Anlage "Schulden"

Sehr geehrter Herr/sehr geehrte Frau XY

Anbei, wie am xx.11.2021 besprochen, der erneute Antrag auf Leistungen nach SGB II.

Ich weise in diesem Zuge auf die "Anlage Schulden" und meine Verwunderung über eben jenen hin. Ich erkenne keine Notwendigkeit für einen Erstantrag auf Leistungen nach SGB II und erbitte daher eine konkrete Nennung der Rechtsgrundlage. Bis dahin möchte ich auf das Ausfüllen dieser Anlage verzichten.

Zudem weise ich auf die Möglichkeit eines vorläufigen Bewilligungsbescheid nach §7 SGB II hin und erbitte die schnellstmögliche Bearbeitung meines Antrages.

MfG

Marius2
 

Gnolf

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Schulden bei der Bank habe oder ob ich die eidesstattliche Versicherung abgeben habe
Könnte sein, das, die sich da was zusammen stricken von wegen Vermittlung, wenn jemand massive Schulden hat, besteht das Risiko, das der Lohn direkt beim Arbeitgeber gepfändet wird, was grad in der Probezeit zur Kündigung führen könnte.
Das ist allerdings das privat Vergnügen des Antragsstellers, genau so wie das Jobcenter manchmal versucht, ein Führungszeugnis zu bekommen, das steht dem Jobcenter allerdings ebenso wenig zu.
 
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