Reha-Win. Wirklich ein Gewinn?

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Gelöschtes Mitglied 46910

Gast
Servus,
vermutlich werdet ihr diese spezielle Maßnahme nicht kennen?!

Zu meiner Situation:
Ich bin schon mehr als 2 Jahre Arbeitslos. Gelernt hab ich als Bürokaufmann. An meinen Qualifikationen auf dem Papier scheitert die Jobsuche kaum. Meine Zeugnisse sind alle gut.

Allerdings tu ich mich richtig schwer in den Vorstellungsgesprächen. Eine normale Unterhaltung zu führen fällt mir ohnehin schon schwer genug (lange Pausen, stottern, Aussetzer etc.). Unter Anspannung und Stress ist ein Bewerbungsgespräch der reinste Horror. Klar das ich auf meinem Gesprächspartner eher dümmlich wirke. Zu allem Überdruss kommt noch hinzu, dass der Bürobereich völlig überrannt ist - das jedenfalls bekomme ich von allen gesagt. (Aber keiner will die richtigen Schlüsse ziehen - man will mich weiterhin ins Büro drücken - obwohl ich ein Schild über den Kopf tragen muss: "Ausschlusskriterium")

Ich bräuchte also tatsächlich Hilfe.

Nun wurde mir eine Maßnahme vom Rehaberater und dem Berater des Jobcenters empfohlen und ich weiß nicht ob ich dieses Angebot annehmen soll?! Ziel dieser Maßnahme soll es sein, den Bewerbungsprozess für mich zu erleichtern. Die Berater "könnten sich Vorstellen", das der Maßnahmeträger Kontakt mit potentiellen Arbeitgebern aufnimmt, um ihm meine Situation zu schildern. In dieser Maßnahme soll (nach den Vorstellungen der Berater) noch ein Bewerbungstraining laufen, Beratungssitzungen mit einem Psychologen und mein Sprachproblem soll angegangen werden.

Prinzipiell eine Maßnahme, der ich sofort zugestimmt hätte.

Das Vorstellungen abweichen können, durfte ich beim Gespräch vor Ort erfahren. Hier wurde meine Erwartungshaltung wieder gedämpft. Auch hier sagte man mir das Berufe im Bürobereich überlaufen sind. Ein Praktikum zu finden (Ziel dieser Maßnahme) sei schwer - zumal man eher Kontakte in anderen Branchen habe. Man fragte mich, ob ich bereit wäre, andere Jobs anzunehmen.
Auf die Frage hin, wie der Tagesablauf aussieht: ich bin 6-8h vor Ort und würde im Bürobereich helfen. Als Beispiel wurde mir der Kopierdienst angetragen. Von Bewerbungstraining und Beratungssitzungen war jetzt nur noch zurückhaltend die Rede.

Mein erster Gedanke: um den Kopier-Affen zuspielen, werde ich zu schlecht bezahlt.

Im großen und ganzen unterscheiden sich die Ziele dieser Maßnahme, nicht so sehr von denen währen meiner Ausbildung im Berufsbildungswerk. Schon hier brachte der ganze Spaß keinen Erfolg.
Mit meinen Bedenken ging ich zum Berater. Er ist von dieser Maßnahme aber dennoch überzeugt und "ich soll mich einfach darauf einlassen".
Jetzt weiß ich nicht was ich tun soll. Einerseits weiß ich, das ich Hilfe brauche, andererseits habe ich keine Lust ein halbes Jahr in diesem Laden zu versauern, um (schon wieder) ganze Bücher zu kopieren...

Was soll ich tun? Dahingehend alles abblocken?
 

Roter Bock

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Die meisten Maßnahmen sind nicht sinnvoll - oder anders ausgedrückt das liegt im Auge das Betrachters.

Stottern ist ein großes Handicap bei Bewerbungen - keine Frage. Von Reha-Win, höre bzw. lese ich hier das erste mal. Möglicherweise ist das neu. Hast Du Unterlagen dazu die Du einscannen kannst? Manchmal ist es nur alter Wein in neuen Schläuchen.

Roter Bock
 
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Gelöschtes Mitglied 46910

Gast
Leider hab ich zu dieser Maßnahme keine Unterlagen.

Jedenfalls soll diese Maßnahme sehr Individuell aufgebaut sein. Zudem werden die Leute einzeln betreut. In den Jahren, in der die Sache schon läuft, haben das nur 4 Leute mitgemacht.

Die Berater machen auch den Eindruck, als ob sie sich um mich bemühen. Von zwang war bislang auch keine rede. Aber vertrauen fällt da echt schwer. Auch weil ich beim selben Maßnamensträger, vor etlichen Jahren, ein BVJ absolviert habe. Und das war tatsächlich bloße Zeitverschwendung!
 

Zeitkind

Super-Moderation
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Nun wurde mir eine Maßnahme vom Rehaberater und dem Berater des Jobcenters empfohlen und ich weiß nicht ob ich dieses Angebot annehmen soll?
Nun, als erstes solltest Du konkrete Angaben zur Maßnahme einfordern.
Daß Dir Deine "Berater" bislang nähere Informationen vorenthalten, spricht für Dein schlechtes Gefühl.
Keiner kann Dir etwas vorhalten, wenn Du detaillierte Angaben zur beworbenen Maßnahme verlangst.
An der Reaktion Deiner "Berater" kannst Du sehr schnell erkennen, welches Spiel gespielt werden soll.

Leider hab ich zu dieser Maßnahme keine Unterlagen.
Jedenfalls soll diese Maßnahme sehr Individuell aufgebaut sein.
Die Berater machen auch den Eindruck, als ob sie sich um mich bemühen.

Soll, könnte, hätte sind vage Angaben und bestenfalls für Märchen und Fabeln geeignet.
Was zählt sind schriftliche Angaben mit Zeit, Ort, Ablauf, Bedingungen, Voraussetzungen und Referenzen.
Laß Dich auf keinen Fall ins Boxhorn jagen, denn das ganze Prozedere klingt mir wie eine Trägerfalle.
Bereite Dich auf den nächsten Termin vor, indem Du Deine Fragen aufschreibst und im Gespräch abarbeitest.
Wollen sie keine näheren Informationen rausrücken, erfordert das eine plausible Begründung (die es nicht gibt).
Dann kannst Du den Kram ablehnen - wer "kauft schon die Katze im Sack?"
 

IchHabsSoSatt

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Da sehe ich eine andere, bzw. begleitende Alternative.
Die Maßnahme antreten, da sie eventuell gezielt auf ein Bewerbungsgespräch vorbereitet,
aber wahrscheinlich keinen Langzeiteffekt erzielt.
Gleichzeitig unbedingt einen Sprachtherapeuten aufsuchen, damit auf längere Sicht auch wieder Sebst - Bewusstsein und - Sicherheit aufgebaut wird.

Gr
IchHabsSoSatt
 

Dark Vampire

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Wie wäre es evtl. einen Psychologen aufzusuchen und der soll mit dir dann daran arbeiten?Und/oder ne stationäre oder Tagesklinik als Therapie?


Der Bürobereich ist tatsächlich überall überlaufen, wer da nicht 20 ist blond und 2 Titten hat und 30 Jahre Berufserfahrung hat da wenig Chancen. (sollte sich aber keiner angegriffen fühlen!!)
 
G

Gelöschtes Mitglied 46910

Gast
Jetzt bin ich eine Stunde durch die Mangel genommen worden... und ich weiß weiterhin absolut nicht was ich tun soll!

Zum einen wirken die Herren (Fallmanager und Sachbearbeiter des Integrationsdienst) ehrlich bemüht mir zu Helfen - zum anderen wehrt sich jede Faser meines Körpers gegen diese Maßnahme!

Zum Gespräch selbst: das 1 stündige Gespräch wirkte recht offen. Jedoch hab ich schon eine gewisse Drohkulisse gespürt. Die Argumente wurden ausgetauscht - dabei machte man mir klar, das es keine Alternativen zu dieser Maßnahme gibt und wenn ich diese Maßnahme nicht mitmache, würde das Rehaverfahren beendet werden, da man dann keine Grundlage mehr dafür sieht. Für andere Förderungen (Hilfe bei der Gestaltung des Arbeitsplatzes etc.) müsste ich erneut einen Antrag stellen.

Des weiteren hab ich um eine schriftliche Beschreibung dieser Maßnahme gebeten. Entnerven, trotzig und fast schon ärgerlich verweigerte man dies.

Wie gesagt, auf der einen Seite spüre ich das die Herren mir Helfen wollen und dann tun sie mir fast schon Leid, wenn sie sich bei mir abmühen - weil ihnen doch kein Vertrauen entgegen bringen kann. Dann frag ich mich aber: wieso sollte ich ihnen auch Vertrauen? Würde alles über Vertrauen laufen - würde es so etwas wie eine Eingliederungsvereinbarung gar nicht geben.

Ergebnis war eben das man das Ganze auf ende März vertagt und das ich mich bis dahin entscheiden soll, ob ich bei dieser Maßnahme mitmachen will.

Was ich auch schon Überlegt hab: diese Maßnahme setzt ein "Eignungstest" voraus. Wenn ich mich hier einfach dumm stellen würde? Vielleicht hab ich dann ruhe? Oder man kommt mir mit anderen Trägern die sich solchen Fällen annehmen?!
 

gelibeh

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Des weiteren hab ich um eine schriftliche Beschreibung dieser Maßnahme gebeten. Entnerven, trotzig und fast schon ärgerlich verweigerte man dies.
Dann fordere das doch noch einmal schriftlich an. Du brauchst nähere Informationen um Dich entscheiden zu können.
Auf die Frage hin, wie der Tagesablauf aussieht: ich bin 6-8h vor Ort und würde im Bürobereich helfen. Als Beispiel wurde mir der Kopierdienst angetragen. Von Bewerbungstraining und Beratungssitzungen war jetzt nur noch zurückhaltend die Rede.
Das würde ich da irgendwie mit einbauen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 46910

Gast
Was mich am aller meisten Irritiert: warum wirken die Herren so, als ob sie mir tatsächlich und ehrlich helfen wollen?

Muss mich das beeindrucken?
Ist das nur eine Masche?
 

Zeitkind

Super-Moderation
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Was mich am aller meisten Irritiert: warum wirken die Herren so, als ob sie mir tatsächlich und ehrlich helfen wollen?
Weil Du ihnen helfen sollst, ihren überflüssigen Gammelplatz zu rechtfertigen. :wink:
Arbeit kann man deren Tätigkeit ja nicht nennen. :icon_hihi:

Mach Dir mal keine Sorgen, die versuchen Dich weichzukochen.
Wie gelibeh schon geschrieben hat, fordere schriftlich nachweisbar eine ausführliche Maßnahmebeschreibung an.
Wenn die nicht mal dazu in der Lage sind, darfst Du deren "ehrliches Bemühen" richtig einordnen.
Kann ich Dir aber schon jetzt sagen: Die sind so ehrlich, wie eine SPD und um Dich bemüht, wie eine RFB. :icon_pfeiff:
 
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