Reha auf eigenen Antrag: Vor- oder Nachteil?

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Versatile

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Hallo ihr Lieben,

ich brauche bitte mal Eure Meinungen / Erfahrungen.

Ich bin seit Herbst 2008 krank geschrieben, habe kurz danach meinen Job verloren und beziehe Krankengeld.

Nach wie vor fühle ich mich kein Stück besser als im letzten Jahr und sehe nicht, wie ich wieder arbeiten sollte.
Muß dazu sagen, daß mich dieser Zustand schon seit Jahren begleitet, mir die Arbeit von Woche zu Woche schwerer fiel, bis dann letztes Jahr der endgültige Zusammenbruch kam, von dem ich mich anscheinend nicht erholen kann.

Ich war auch schon beim VDK weil ich eine Beratung wollte, wie es bei mir weitergehen soll, da sich nichts verändert an meinem Befinden.
Die empfahlen mir direkt, einen Rentenantrag zu stellen.
Nun hatte ich eigentlich mal überlegt, eine Reha-Maßnahme zu beantragen, habe auch von der KK schon die Unterlagen bekommen.

Aber mittlerweile bin ich skeptisch geworden und weiß einfach nicht, was das richtige ist.

Gehe ich mit einer Reha ein Risiko ein in Hinblick auf den Rentenantrag?
Falls sie mir nichts bringt und die mir aber Arbeitsfähigkeit bescheinigen, was dann?
Auf der anderen Seite besteht ja die Chance, daß die mir die AU attestieren - könnte das dann eher von Vorteil sein?

Ich weiß echt nicht weiter im Moment und kann mich einfach nicht entscheiden.

Das Problem ist, daß ich an einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse leide, die aber leider von den meisten Ärzten als nicht relevant betrachtet wird.
Zwar bekomme ich gegen die Unterfunktion entsprechende Hormone, aber die massiven Symptome werden einfach nicht besser und ich fühle mich total krank und elend. Erschwerend kommt hinzu, daß diese Krankheit schon seit mindestens 10 Jahren vorhanden ist, aber nie behandelt wurde.
Für Ärzte ist es klar, daß sich mit der Hormoneinnahme alles bessern müßte, tut es aber nicht, was mit dem Autoimmunprozess zu tun hat.
Doch die Docs in meiner Umgebung schieben alle Symptome jetzt auf eine Depression, da ich ja "nichts habe". :icon_neutral:

Naja, das ist ein ganz kompliziertes Thema, jedenfalls käme für mich eine psychosomatische Klinik in Frage, aber ich glaube nicht, daß meine Beschwerden psychische Ursachen haben, sondern diese Krankheit die Ursache ist.
Also kann ich mir auch nicht vorstellen, daß eine Reha wirklich viel bringt, will mich aber auf der anderen Seite nicht verschliessen.

Was würdet ihr mir raten?

Viele Grüße
Versatile
 

Muzel

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Hallo!
Wenn du einen Rentenantrag stellst, dann es dir trotzdem passieren, dass du in die Reha musst. Du wirst höchstwahrscheinlich nach Antragstellung zu einem Gutachter der DRV geschickt und wenn der entscheidet, dass du vorher zur Reha musst, dann stehst du vor dem gleichen Problem.
Ich würde allerdings den Rat des VdKs folgen und einen Rentenantrag stellen. Der VdK hat mich auch gut beraten.
Es ist zu dem noch nicht sicher, ob der Gutachter dich in die Klinik schickt.
 

Kerstin_K

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Ich würde mich an Deiner Stelle ganz darauf konzentrieren, ob Dir die Reha gesundheitlich etwas bringen könnte. Irgendwelche Rentengeschicjten sind aus meiner Sicht der nächste Schritt.


Also: Wenn Du der Meinung bist, dass es Dir nach der Reha besser gehen könnte, dann mach sie. Wenn das dann doch nichts gebracht haben sollte, kannst Du immer noch Rente beantragen.
 

Versatile

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Hallo ihr beiden,

Danke für Eure Antworten. :icon_smile:

Das war auch meine Idee, halt einfach gucken, ob die Reha tatsächlich was bringt. Also jede Chance nutzen, die mich gesundheitlich weiterbringen könnte.

Also verstehe ich es richtig, daß es allein auf mein Befinden nach der Reha ankommt, und nicht daraus irgendwelche Nachteile entstehen könnten so nach dem Motto: "sie wollen ja arbeiten, wollten deshalb die Reha machen, und jetzt plötzlich wollen sie die Rente?!?!!"

Sorry, ich glaub ich les auch manchmal vielleicht zu viel und mache mich dadurch verrückt.... :confused:
Aber in so einer heiklen Angelegenheit will ich auch nix falsch machen und mir nachher nichts vorwerfen müssen.
 

Kerstin_K

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Also ich fände es unlogisch, wenn Dir daraus Nachteile entstehen würden, wenn Du versuchst, wieder gesund zu werden. Wenn mir jemwnd mit dieser Argumentation käme, da würde ich mich mit allen Mitteln gegen wehren.
 

Muzel

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Es sollen schon "Wunderheilungen" in so einer Reha stattgefunden haben. (nicht ganz ernst gemeint).
 

Kerstin_K

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Muzel, ich weiß , was Du meinst. Aber mir wäre meine Gesundheit den möglichen späteren Sress mit dem Rententräger wert. Wenn es nur eine kleine Chance gibt, dass die Reha was bring, würde ich das auf jeden Fall versuchen, denn die Gesundheit sollte immer an erster Stelle stehen.
 

Muzel

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Wenn ich nur glauben könnte, dass den Reha Ärzten meine Gesundheit genauso wichtig wie mir ist, wäre ich beruhigt. Aber ich denke, dass vielen Reha-Trägern ein volles Haus wichtiger ist, als meine Gesundheit. Die Häuser stehen heute doch unter einen enormen Leistungs- und Erfolgsdruck.
 

Kerstin_K

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Muzel, wenn man mit der Einstellung rangeht, kann man gleich jede ärztliche Behandlung sein lassen, oder?

Hier kommt noch hinzu, dass jetzt eine Reha bei der KK beantragt wird. Also ein anderer Kostenträger als für die Rente. Das könnte hilfreich sein.

ZUdem sollte man sich über die Rehaeinrichtung schlau machen. Und wenn die nicht passt, REchtsmittel einlegen, damit man die pasende Reha bekommt. Oder gleich eine passende Klinik vorschlagen im Antrag.

Man muss es halt versuchen. Anders geht es nicht und ich denke, der Versuch kann nich schaden.
 

Versatile

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Also, der Träger der Reha wäre schon die BfA und nicht die KK.
Die hatten mir nur den Antrag zugeschickt und gemeint, wenn die Krankenkasse den Antrag an die Rentenanstalt weiterleitet ginge es angeblich schneller mit der Bearbeitung, als wenn ich es selber dorthin schicke.

Also, meine Beschwerden trage ich schon wirklich seit etwa 20 Jahren mit mir rum, und sie werden immer schlimmer.
Nach eigenen Recherchen und Forschungen handelt es sich u. a. um ein hormonelles Problem, womit sich aber kein Arzt wirklich auskennt.
Angeblich wird mit der Gabe des Schilddrüsenhormons alles wieder gut, dem ist aber de facto nicht so! Zumal ja auch der Autoimmunprozess statt findet und die Befindlichkeiten bestimmt, das liegt nicht nur allein an der Höhe des Hormonspiegels, wie man sich fühlt.

Außerdem habe ich noch einige Vorerkrankungen mit mehr als 10 OPs, aber daß das den kompletten Körper belastet und das gesamte Hormonsystem aus der Bahn haut, das will auch keiner glauben.
Vor 8 Jahren Total-OP mit Hormonersatz-Therapie seitdem, und es geht immer weiter bergab.
Die Zusammenhänge sieht keiner, ich weiß aber, daß sie körperlicher Natur sind.
Doch außer der Diagnose "Depression" fällt denen nichts ein, aber ich fühle mich vom Gemüt her einfach nicht depressiv. Höchstens agressiv könnt' ich werden bei der Ignoranz und Borniertheit der meisten Ärzte. :icon_motz:

Doch egal, ich gehe dennoch in eine psychosomatische Klinik, weil ich nach jedem Strohhalm greife. Wunder erwarte ich ganz sicher nicht, und ich denke auch daß das eigentliche Ziel für die BfA darin besteht, die Leute schnellstmöglich wieder arbeitsfähig schreiben zu können.
Sollte es tatsächlich so sein und ich mich wieder fit und gesund fühlen, dann Hallelujah!
Aber wenn nicht, dann lasse ich mich da auch nicht reindrängen.

Ich habe mir jetzt drei Kliniken ausgesucht, die ich als Wunsch-Kliniken angeben werde. Auf einer Seite mit Klinikbewertungen haben die recht gute Kommentare bekommen, und somit will ich mich nicht in eine Klitsche abschieben lassen, wo das kaputte Mobiliar von 1949 drin steht und man erst recht Depressionen bekommt, auch wenn man vorher gar keine hatte ..... :icon_party:
 

Muzel

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Zur Richtigstellung: Ich meine nicht, dass eine Reha nichts bringt, außer den Betroffenen um ihre Rente. Wenn ein Betroffener meint, die Reha kann ihn helfen, soll er sie beantragen. Wenn aber einer und dazu zähle ich mich, meint, dass bei mir die Heilung lediglich auf Papier stattfinden kann und das dann meine Rente pfutsch ist, der hat ein Problem, wenn sie als Vorstufe zur Rente bewilligt wird.
Ich denke, dass jeder Betroffene selbst entscheiden soll, nutzt mir die Reha oder eben nur der DRV bzw dem Träger.
 
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