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Regierung plant Sterbehilfe

Ferdinand456

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Karl Lauterbach:

stern 43, 2014: Wege aus der Angst - stern Magazin | STERN.DE

Als kleine Hilfestellung wird im neuen "Stern"-Magazin gleich ein Weg aufgezeigt, wie man sich aus angeblich überflüssigen "Phobien" befreit. "Wege aus der Angst" auf dem Titelblatt.

Hierzu möchte ich zwei kleine Skandale berichten:

Am 2. Oktober 2014 waren zu Maybritt Illners Sendung Mediziner und Sterbehelfer geladen. 10 Minuten vor Schluss wurde ein Einspieler gezeigt, der unter anderem auch den Suizid von Robin Williams beschrieb. Dieser nahm sich, noch recht jung im Alter von knapp über 60 Jahren, das Leben. Offiziell wurde berichtet, dass 40 % aller Suizide ab dem 60. Lebensjahr stattfinden.

Dr. Montgomery wurde von selbsternannten Sterbehelfern in dieser Sendung immer wieder dafür kritisiert, dass er das Wort "umbringen" erwähnte. Nach genanntem Einspieler nun seine berechtigt schockierte Frage: "Sollen wir all diese Leute in dieser Phase etwa umbringen????". Er meinte damit auch Menschen wie Robin Williams, denen eventuell durch kurzen Klinikaufenthalt hätte geholfen werden können.

Nun der Skandal: In darauf folgendem Wortschwall von Seiten einiger Beteiligter antwortete Maybritt Illner: "Herr Montgomery, diese Leute würden sich doch sowieso umbringen!!!". Ein weiterer Beteiligter erwähnte: "Dann hätte er sich nicht erschießen müssen!". Er meinte Gunther Sachs, der aufgrund seines vagen Verdachts, er leide unter Alzheimer, Selbstmord begangen hatte.

Domian, welcher sowieso öffentlich die Meinung vertritt, Arbeitslose könnten sich öfter mal einen Tritt in den Hintern geben, plädierte in selber Woche dafür, dass man nun "mit Hochdruck an der aktiven Sterbehilfe!!" arbeiten müsse. "Aktiv" bedeutet, dass der Arzt die Spritze setzen darf.

Mir kommt nun der vage Verdacht auf, dass die Kombination des "Stern"-Magazins (Lauterbach-Interview plus gleichzeitig per Schlagzeile "Wege aus der Angst") doch ein keiner Hinweis dafür sein könnte, dass Kritiker der aktiven Sterbehilfe in naher oder ferner Zukunft als "Phobiker" bezeichnet werden könnten.

Ich möchte an dieser Stelle nochmals daran erinnern, dass ich vor 17 Jahren für lebenslang geisteskrank erklärt wurde, obwohl ich mich bester Gesundheit erfreue. Erste Stimmen in der Bevölkerung finden sich bereits, dass man doch den "armen chronisch depressiven" Menschen beim Sterben helfen solle (was ja Maybritt Illner mit ihren Worten bestätigte, indem sie lapidar anmerkte, dass, hätte man Robin Williams nicht beim Sterben "geholfen", er sich sowieso umgebracht hätte).

In der Sendung "hart aber fair" stellte ein Sterbehelfer, der bereits 200 Menschen in den Tod begleitet hatte, ein selbst erfundenes System vor. Es leitet Gas in die Atemwege der Patienten, um sie beim Sterben zu betäuben. Er selbst, der ethisch dazu verpflichtet wäre, den Patienten zu verlassen, wenn er stirbt, oder aber ihm das Leben zu retten, sollte er bei ihm bleiben, hat nun offen zugegeben, dass er bei ihm bleibt, um zu beobachten, ob alles seinen richtigen Weg geht und sogar eine selbst erfundene kleine Maschine zur Gaseinleitung einsetzt. Als Dr. Marianne Koch vorsichtig erläuterte, sie sehe es nicht als ihre Aufgabe, Gas in Atemwege von Kranken zu leiten, wurde sie von dort anwesender Ethik-Professorin scharf angegangen, dass sie das aber (gefälligst) endlich so sehen solle.

In diesem Sinne wollte ich einen Warnschuss loslassen. ARD, ZDF und WDR haben sich mit Maybritt Illner und Domian einen kleinen Skandal geleistet, der nicht versteckt gehört, sondern an die Öffentlichkeit. Die Sendung "hart aber fair" war immerhin fair genug, auch den öffentlichen Druck auf Kranke darzustellen, der mittlerweile in Belgien und Holland entstanden ist.

Ich selbst bleibe dabei, mich nicht als "Phobiker" bezeichnen lassen zu müssen, wenn ich politische Dinge wie ärztliche Diagnosen oder weitere merkwürdige Dinge kritisch betrachte. Ich bin kein "Phobiker", wenn ich nachfrage, bevor mich ein Arzt in eine kleine Gaskammer stecken möchte und ich bin kein Phobiker, wenn ich mich daran stoße, dass ein nicht gerade arbeitslosenfreundlich gesinnter Domian (SPD-Mitglied übrigens) fröhlich in seiner Sendung für die aktive (!) Sterbehilfe plädiert.

An dieser Stelle möchte ich nochmals daran erinnern, dass auch die zur Vergasung vorgesehenen Opfer der Euthanasie keine Angst zeigen durften, als sie in Lastwagen geführt und abgefahren wurden. Streckenweise wurden sie dazu aufgefordert, fröhlich "Mussi denn zum Städele hinaus" zu singen, während sie in den LKW liefen. Als weitere Erläuterung nochmals einen Beitrag zur Geschichte der Euthanasie im Anhang.
 

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Danke für den Posting.

Ich kenne selbst aus eigener Anschauung diese Sprückeklopferei über Sterbehilfe. Meist auch mit einer kleinen Anspielung auf den Zustand meines Mannes.

Es bleibt dabei, mir geht jedesmal das Messer im Sack auf, denn es bleibt MORD MORD MORD....es gibt immer einen Weg, auch den der natürlichen Akzeptanz, des Schwerstkranken.

Wo die Diskussion fehlt, ist bei der Schmerzprävention, Palliativ Medizin, Hospizbegleitung. Aber dafür muß man ja Zeit investieren und ein Höchstmaß, um die Würde und Rechte Todkranker zu schützen. Ein rechzteitiges Eingreifen mit psychologischer Unterstützung. Schwersterkrankte müssen ein Anrecht auf ein langes und erfülltes Leben haben. Sonst schei**e ich auf diese ganze unsägliche Gleichmachergeschichte der Inklusion, die lediglich dazu dient Kranken und Behinderten oft notwendiges vorzuenthalten, was für Nichtbetroffene selbstverständlich ist.
 

hartz5

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Ich hoffe ganz ehrlich, dass , wenn ich mich in einer aussichtslosen gesundheitlichen Situation befinde, ich jemanden habe, der mir hilft, mein Leben selbstbestimmt und in Würde zu beenden und mich auf diesem Weg begleitet, ohne dafür bestraft zu werden.

Ich weiß, eine sachliche Diskussion kann es bei dem Thema nicht geben, weil es keine Grauzone gibt.

Und wenn man nicht selber in einer aussichtlosen Situation ist, wird man nie mit 100%iger Sicherhaeit sagen können, wie man sich entscheiden würde.
Wenn mich jemand aus meinem Umfeld bitten würde, würde ich aber helfen. Solange derjenige noch selbst entscheiden kann, sollte er dies auch tun dürfen.
 
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diese Sätze spiegeln ganz genau meine persönliche Einstellung, die auch aus sehr persönlichen und beruflichen Erfahrungen resultieren.


Er reduziert den Arzt zum Todescocktailverschreiber, der dem Patienten gerade in der schwersten Stunde seines Lebens, im Tode, nicht zur Seite stehen darf. Der ärztlich assistierte Suizid eröffnet nur scheinbar Freiräume, in Wirklichkeit jedoch engt er das Leben ein. Auf diejenigen, die unheilbar krank, dement oder vereinsamt sind, wüchse der gesellschaftliche Druck.
Mehr zum Thema.

Das aber wollen die Menschen nicht. Diejenigen, die als Gesunde, weit entfernt von der konkreten Entscheidung zwischen Leben und Tod, für die ärztliche Sterbehilfe plädieren, glauben, dass Ärzte den Suizid dann für sie übernähmen.

Die letzten Stunden eines finalen Patienten abzukürzen, wenn Erstickungsängste aufkommen, Krampfen und Panikattacken können ein Gnadenakt sein. Etliche Ärzte tun schon heute diesen letzten barmherzigen Akt und dosieren Schmerzmittel oder Beruhigungsmittel sehr hoch so das sich der Sterbende friedvoll hinüberschläft. Genau hier muß jedoch eine sehr scharfe Grenze gezogen sein, die kompromisslos das Leben schützt.
 

hartz5

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Freier Wille für die, die entscheiden KÖNNEN und Respekt vor der Entscheidung des Betroffenen und Hilfe, die derjenige sich wünscht.
 

Archibald

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Ich hoffe ganz ehrlich, dass , wenn ich mich in einer aussichtslosen gesundheitlichen Situation befinde, ich jemanden habe, der mir hilft, mein Leben selbstbestimmt und in Würde zu beenden und mich auf diesem Weg begleitet, ohne dafür bestraft zu werden.
Solange derjenige noch selbst entscheiden kann, sollte er dies auch tun dürfen.
Du kennst den "Menschen"? Ich möchte nicht dass jemand auch nur den Hauch einer Chance bekommt es für mich als Kassenpatienten so aussehen zu lassen als hätte ich meinem Leben selbst ein Ende gesetzt.

Wir leben in einer Zeit in der zugunsten des Kommerz alle Dämme brechen.
Organspenden werden manipuliert. Wer weiß wie viele Leben hätten nicht enden und für Hirntod erklärt werden "müssen", wäre da nicht ein potenter Empfänger in der Datei gewesen.

Wer den daraus Vorteile generierenden Kräften auch noch entgegen arbeitet muss bei der €SPD sein, oder doch zumindest ähnlich abgestumpft wie diese oder die CDUler, die z.B. Hüftgelenke für ältere Menschen einem wirtschaftlichen Damokles unterwerfen wollten.

Ich bin sicher dass wenn man nur etwas tiefer gräbt, wer denn letztlich hinter dieser Diskussion steckt, man sehr schnell bei jenen ankommt, die einen nicht zu verachtenden monetären Vorteil aus den "sich selbst" tötenden Menschen ziehen. Und ist dieser Damm erst gebrochen dauert es nicht lange bis Menschen regelrecht in Todessehnsucht manövriert werden.

LG, Archibald
 

hartz5

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Es gibt halt nur schwarz und weiß...

Ich bin für an strikte Regeln gebundene Sterbehilfe, weil ich es für absoluten Schwachsinn halte, wenn diese Panikmache ala "alle Ärzte scharren schon mit den Hufen um Kassenpatienten um die Ecke bringen zu dürfen" losgeht....

Ist doch verlogen...da endlagern in deutschen Altersheimen Tausende von alten Menschen, die vegetieren ohne ausreichende medizinische Hilfe vor sich und niemanden scherts, wenn die schneller übern Jordan gehen....Autopsien von in Heimen verstorbenen Menschen dürften gen Null gehen, weil Kostenfaktor.....und wenns um ein paar Einzelfälle von Menschen geht, die selber entscheiden wollen und um Hilfe bitten, dann wird gleich was von staatlich organisiertem Massenmord gefaselt....

Kein Arzt wird da mitmachen und hier gehts um Sterbehilfe durch Ärzte....die es aber eh in D nie geben wird, weil die Kirchen viel zu grossen Einfluss haben.
 

Archibald

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diese Sätze spiegeln ganz genau meine persönliche Einstellung, die auch aus sehr persönlichen und beruflichen Erfahrungen resultieren.


Er reduziert den Arzt zum Todescocktailverschreiber, der dem Patienten gerade in der schwersten Stunde seines Lebens, im Tode, nicht zur Seite stehen darf. Der ärztlich assistierte Suizid eröffnet nur scheinbar Freiräume, in Wirklichkeit jedoch engt er das Leben ein. Auf diejenigen, die unheilbar krank, dement oder vereinsamt sind, wüchse der gesellschaftliche Druck.
Mehr zum Thema.

Das aber wollen die Menschen nicht. Diejenigen, die als Gesunde, weit entfernt von der konkreten Entscheidung zwischen Leben und Tod, für die ärztliche Sterbehilfe plädieren, glauben, dass Ärzte den Suizid dann für sie übernähmen.

Die letzten Stunden eines finalen Patienten abzukürzen, wenn Erstickungsängste aufkommen, Krampfen und Panikattacken können ein Gnadenakt sein. Etliche Ärzte tun schon heute diesen letzten barmherzigen Akt und dosieren Schmerzmittel oder Beruhigungsmittel sehr hoch so das sich der Sterbende friedvoll hinüberschläft. Genau hier muß jedoch eine sehr scharfe Grenze gezogen sein, die kompromisslos das Leben schützt.
Ein :danke: aus tiefster Seele, und von jemandem, der das Fett markierte 2003 bei einem nahen Familienmitglied, das an einem malignen Pleuramesotheliom erkrankt war, selbst miterlebte.

LG, Archibald
 

Charlot

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Ich hoffe ganz ehrlich, dass , wenn ich mich in einer aussichtslosen gesundheitlichen Situation befinde, ich jemanden habe, der mir hilft, mein Leben selbstbestimmt und in Würde zu beenden und mich auf diesem Weg begleitet, ohne dafür bestraft zu werden.

Ich weiß, eine sachliche Diskussion kann es bei dem Thema nicht geben, weil es keine Grauzone gibt.

Und wenn man nicht selber in einer aussichtlosen Situation ist, wird man nie mit 100%iger Sicherhaeit sagen können, wie man sich entscheiden würde.
Wenn mich jemand aus meinem Umfeld bitten würde, würde ich aber helfen. Solange derjenige noch selbst entscheiden kann, sollte er dies auch tun dürfen.
Ganz meine Meinung.
Als ich mal meinen Hund, der mich 13 Jahre begleitete, einschläfern lies, war dies eine sehr schwere Entscheidung und ich habe 3 Tage nur geheult.
Trotzdem war es das beste für dieses Lebewesen, da ich die Qual nicht mehr vertreten konnte.
 

hartz5

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Ich finde es einfach nur schockierend, dass Sterbehilfe in engen Regeln von den Gegnern gleich zum staatlich organisierten und verordentem Massenmord gepuscht wird.
 
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Du wirst doch einen Hund nicht mit einem Menschen vergleichen wollen?

Ganz meine Meinung.
Als ich mal meinen Hund, der mich 13 Jahre begleitete, einschläfern lies, war dies eine sehr schwere Entscheidung und ich habe 3 Tage nur geheult.
Trotzdem war es das beste für dieses Lebewesen, da ich die Qual nicht mehr vertreten konnte.
Eine sehr verschrobene Ethik finde ich....und voll daneben in der Diskussion.
 

Archibald

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Es gibt halt nur schwarz und weiß...
Ja, offensichtlich für dich. bar jeglicher Kenntnis wichtiger Faktoren.
Deine Einlassung hört sich für mich an wie wenn einer hier hereinschneit, und uns rät uns doch endlich um Arbeit zu bemühen anstatt unsere Zeit mit hier und mit herumjammern zu verschwenden.

Dein Argument mit den heute in Altersheimen herumliegenden regelrecht verreckenden Alten ist in Wirklichkeit Bestätigung für meine Ansicht, denn wie einfach wird es mit legaler Sterbehilfe jemand so verkommen zu lassen und ihm/ihr "beizeiten" einen Cocktail anzubieten oder einfach nur aufs Nachtkästchen zu stellen.

Sterbehilfe gibt es bereits heute, nur haben finanzielle Erwägungen dabei in der Regel (noch) keinerlei Relevanz. Das wird sich jedoch mit ihrer absoluten Legalisierung schnellstens ändern.

LG, Archibald
 

hartz5

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Wenn Panikmache zur Meinung und persönliche Anfeindungen anders meinender der einzige Weg sind, dann fühl ich mich bestärkt.....
 

Archibald

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Ich finde es einfach nur schockierend, dass Sterbehilfe in engen Regeln von den Gegnern gleich zum staatlich organisierten und verordentem Massenmord gepuscht wird.
Der Staat ist wie bei HatzIV nur Marionette verschiedener Interessen und Politiker Vorteilsgewährung erwartende Ausführende, auf ihn spiele ich daher nicht an wenn ich "kommerzielle Interessen" in den Raum stelle.

LG, Archibald
 
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Ja und genau hier fehlt es bei der "Endlagerung", statt legal kommerzialisierte Sterbehilfe zu diskutieren, sollte der Ansatz lauten, Leben lebenswert machen, auch im Alter, unheilbarer Krankheit und Behinderung. Wer noch nicht erlebt hat wieviel Spaß, Dankbarkeit und Freude es bringt aus einem alten Buch vor zu lesen, oder ein altes Plüschtier auszupacken um eine Freude zu bereiten, ein Lieblingsessen zu füttern, soll bitte die Klappe halten oder sich erst mal selbst diesen Aufgaben stellen. Dann denkt man anders.
 

hartz5

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Ich hab Dich schon verstanden....Du stellst finazielle Interessengruppen in den Vordergrund, die durch die Regierung zum verordneten Massenmord ärmerer Bevölkerungsschichten kommen wollen.....

Kannst Du ja auch glauben...
 

Sansiveria

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Wer noch nicht erlebt hat wieviel Spaß, Dankbarkeit und Freude es bringt aus einem alten Buch vor zu lesen, oder ein altes Plüschtier auszupacken um eine Freude zu bereiten ...
Sieht das der Pflegebedürftige auch so oder würde der es unter Umständen anders sehen, wenn er selber entscheiden dürfte?

Das muss natürlich nicht bei Jedem der Fall sein - ist sicher individuell.

Das, was du sagst, klingt mir etwas sehr nach ... Selbstbestätigung suchen ...

Sorry, wenn das jetzt ein falscher Begriff ist, aber ein anderer fällt mir grade nicht ein.
 
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saniveria,

ich habe meine Eltern gepflegt und meinen Mann, einige Jahre auf einer Onkologie und Neurologie verbracht. Da weiß man was Sache ist. Selbstbestätigung brauche ich bestimmt nicht....was dahinter wohl für verquere Gedanken stecken hinter solchen Meinungen? auf jeden Fall von meiner Warte aus Unwissen.
 

Archibald

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Wenn Panikmache zur Meinung und persönliche Anfeindungen anders meinender der einzige Weg sind, dann fühl ich mich bestärkt.....
:icon_mrgreen: Ursache und Wirkung, der Vorwurf des Schwarz/Weißdenkens steht seinen Folgen in nichts nach.
Für Bestärkung also kein Anlass, eher für die Not den Horizont etwas zu erweitern. :wink:

Aber zrück zum /schwierigen) Thema.
Da scheinst du mich miss zu verstehen. Ich bin nicht dagegen, jemanden die Möglichkeit zu eröffnen seinen Qualen ein Ende zu bereiten, oder bereiten zu lassen.
Legalisierung, wie derzeit angestrebt allerdings wäre kontraproduktiv und mit allen bereits erwähnten Folgen. Sterbehilfe ist heute zwar nicht legal, wird aber angewandt, dort wo sie wirklich und absolut notwendig ist.
Die Schranke des Illegalität sollte erhalten bleiben weil sie eine absolut nötige Schranke darstellt.

@denjenigen der hier im Thread mit Einschläfern von Haustieren argumentiert.
Schäme DICH!
Ich habe mich auch von 3 sehr lieben Haustieren trennen müssen (jeweils 13, 20 und 15 Jahre bei mir) um sie zu erlösen.
Du kannst dir aber sicher sein dass es noch einmal eine ganz andere Hausnummer ist, wenn du die Entscheidung darüber treffen sollst, deinen Sohn, Bruder oder deine Mutter zu erlösen. Wenn dich danach Monate und Jahre lang Alpträume verfolgen, ob du die richtige Entscheidung getroffen, oder aus Selbstsucht und Schwäche implizierten Mord begangen hast. Ob da nicht doch noch der Hauch einer Chance bestanden hätte anders zu entscheiden.

LG, Archibald
 

hartz5

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Aber zrück zum /schwierigen) Thema.
Da scheinst du mich miss zu verstehen. Ich bin nicht dagegen, jemanden die Möglichkeit zu eröffnen seinen Qualen ein Ende zu bereiten, oder bereiten zu lassen.
Legalisierung, wie derzeit angestrebt allerdings wäre kontraproduktiv und mit allen bereits erwähnten Folgen. Sterbehilfe ist heute zwar nicht legal, wird aber angewandt, dort wo sie wirklich und absolut notwendig ist.
Die Schranke des Illegalität sollte erhalten bleiben weil sie eine absolut nötige Schranke darstellt.
Nur, weil Du die Phantasie von kommerziellen Interessen hast, kannst Du nicht allen Befürwortern der eng gefassten begleiteten Sterbehilfe für die, die sich entscheiden KÖNNEN, einen engen Horizont unterstellen. Ich will auch nicht, dass das Ganze missbraucht wird. Ich will aber auch nicht, dass man deswegen ALLEN die Möglichkeit zur eigenen Entscheidung verweigert.

Es besteht ein Riesenunterschied zwischen dem, was Du Dir vorstellst und dem, was ich für erstrebenswert halte.

Es geht immer um die Grenzen, in denen sich das Ganze bewegen wird.
 
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Wie sieht es denn eigentlich im Falle einer Patientenverfügung aus, die man vorher erstellt hat?

Wenn man dort festgehalten hat, dass man im Falle einer unheilbaren Krankheit nicht von Maschinen und Geräten am Leben gehalten werden möchte.
 

Archibald

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Es geht immer um die Grenzen, in denen sich das Ganze bewegen wird.
Nachdem ich meine Ansichten exakt dargestellt habe solltest auch du aus dem Nebel kommen.
Wo und wie willst du Grenzen so stecken, dass Missbrauch so gut unmöglich wird.

LG, Archibald.
 
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Wie gesagt charlot, SCHÄM Dich, das ist für mich absolut indiskutabel. Habe selbst schon von meinen Tieren einschläfern lassen müssen, und erlebe es fast täglich auf meiner Arbeit. Das gleich zu setzten mit einem kommerziellen töten eines Menschen, würde mir echt nicht in den Sinn kommen.
 

hartz5

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Wo und wie willst du Grenzen so stecken, dass Missbrauch so gut unmöglich wird.
Der Patient muss in der Lage sein, selbst zu entscheiden.

Missbrauch ist NIE unmöglich. Überall, wo der Mensch seine Finger im Spiel hat, wird es Missbrauch geben. Deshalb kann ich aber nicht ALLEN Patienten das Recht auf freie Entscheidung absprechen...
 
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@ Domino,

ja das geht und wird auch respektiert eine Pat. Verfügung in Bezug auf reine Apparatemedizin..


Wie sieht es denn eigentlich im Falle einer Patientenverfügung aus, die man vorher erstellt hat?

Wenn man dort festgehalten hat, dass man im Falle einer unheilbaren Krankheit nicht von Maschinen und Geräten am Leben gehalten werden möchte.
 

Charlot

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Wie gesagt charlot, SCHÄM Dich, das ist für mich absolut indiskutabel. Habe selbst schon von meinen Tieren einschläfern lassen müssen, und erlebe es fast täglich auf meiner Arbeit. Das gleich zu setzten mit einem kommerziellen töten eines Menschen, würde mir echt nicht in den Sinn kommen.
Mag für Dich indiskutabel sein, aber warum soll ich mich schämen ?
Weil ich eine andere Meinung habe als Du ?
Jeder, der nicht Deiner Meinung ist, denkt falsch ?

Oder gestehst Du anderen Menschen auch eine eigene Meinung zu ?
 

Sansiveria

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saniveria,

ich habe meine Eltern gepflegt und meinen Mann, einige Jahre auf einer Onkologie und Neurologie verbracht. Da weiß man was Sache ist. Selbstbestätigung brauche ich bestimmt nicht....was dahinter wohl für verquere Gedanken stecken hinter solchen Meinungen? auf jeden Fall von meiner Warte aus Unwissen.
Ich mag mich mißverständlich ausgedrückt haben - entschuldige. Aber das, was du da vorgebracht hattest ... das entschädigt doch nicht für den Rest des Tages an Schmerzen und Einsamkeit, die ein Mensch empfinden mag.

Wer fragt diese Menschen denn, was sie eigentlich möchten?
Mir gegenüber wurde schon oft kommuniziert, dass da ein ausdrücklicher Todeswunsch besteht - verbal und nonverbal. Sowohl im Pflegeheim, im Pflegedienst, im privaten Bereich und auf der Palliativstation.
Leider ist es uns nicht erlaubt, diesen Wünschen nachzugeben ...
 

Archibald

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Der Patient muss in der Lage sein, selbst zu entscheiden.

Missbrauch ist NIE unmöglich. Überall, wo der Mensch seine Finger im Spiel hat, wird es Missbrauch geben. Deshalb kann ich aber nicht ALLEN Patienten das Recht auf freie Entscheidung absprechen...
Ich hatte es fast erwartet. Missbrauch bei Sterbehilfe ist derzeit unmöglich. So sollte es auch bleiben.
Ein Patient der noch so klar ist im Kopf, selbst zu entscheiden kann das bereits heute niemand spricht ihm das Recht zu freier Entscheidung ab oder könnte das, nur ist es heute in Deutschland illegal dabei "Hilfe" zu leisten. Man muss sich also die Hilfe, und das ist auch möglich, in dem Fall von anderer Stelle holen.

Auf dem Niveau von Allgemeinplätzen und Umschreibungen zu diskutieren habe ich allerdings bei diesem sehr ernsten Thema keine Lust und klinke mich daher hier aus. Meine Ansichten habe ich zumindest zweifelsfrei dargestellt.

LG, Archibald
 
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Ich war niemals mit dem Wunsch nach sterben konfrontiert. Alle haben bis zuletzt an Hoffnungen angeknüpft, trotz Schmerzen, Leid. Wenn jemand da ist, ist er auch nicht alleine...Genau das verkennen viele.

hierzu eine Buchempfehlung:

http://www.lovelybooks.de/autor/Kristian-Gidlund/Nach-mir-das-Leben-Was-ich-am-meisten-vermissen-werde-wenn-ich-nicht-mehr-bin-1091910906-t/

Ja darum geht es am Schluss, so kindisch und aussichtslos der Wunsch ist, aber fast alle versuchen dem Tode noch ein letztes Schnippchen zu schlagen.
 
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Kommerzielle Sterbehilfe darf es nicht geben,kein Geschäft mit dem Tod, es reicht schon aus,wenn sich so manche Bestatter die Taschen damit vollstopfen.
Wann Sterbehilfe angebracht ist oder nicht,dazu muss man selbst erst in die Lage kommen,deshalb kann ich hierzu auch nichts sagen.

Wie sieht es denn eigentlich im Falle einer Patientenverfügung aus, die man vorher erstellt hat?
Wenn man dort festgehalten hat, dass man im Falle einer unheilbaren Krankheit nicht von Maschinen und Geräten am Leben gehalten werden möchte.
Wenn ich dies so verfügt hätte,so wünschte ich,dass dies auch so eingehalten wird,jedoch sind dabei eigene Fehlentscheidungen nicht berücksichtigt,wer kann schon in die Zukunft schauen,dafür sollten dann schon Verwandte miteinbezogen werden,die noch nachkorrigieren können.
 

Sansiveria

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Ich war niemals mit dem Wunsch nach sterben konfrontiert. Alle haben bis zuletzt an Hoffnungen angeknüpft, trotz Schmerzen, Leid. Wenn jemand da ist, ist er auch nicht alleine...
Dann hast du bisher noch nie allein Nachtdienst gemacht - verantwortlich für 60 Patienten. Da musst du zwangsläufig einen Sterbenden allein lassen.

... aber fast alle versuchen dem Tode noch ein letztes Schnippchen zu schlagen.
Eben: FAST alle - was ist mit den anderen?
Was ist mit denen, die bewusst das Essen und Trinken einstellen und dann an der Infusion oder an der Magensonde landen?
Das bewusste Einstellen von Nahrungsaufnahme werte ich als Sterbenswunsch - und die Maßnahmen dagegen als Zwang zum Leben!
 
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Gast
Tausende Nachtdienste...und mir geht es um die persönliche Erfahrung im privaten Bereich und nicht um das Prinzip "Gießkanne".

So ansonsten gibt es mich im Thread als Mod, und nicht mehr als Mitdiskutant. nur soviel, den meisten hier würde ich meinen kranken Mann keine Stunde lang anvertrauen, allenfalls einigen wenigen.
 

hartz5

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Ich hatte es fast erwartet. Missbrauch bei Sterbehilfe ist derzeit unmöglich. So sollte es auch bleiben.
Ein Patient der noch so klar ist im Kopf, selbst zu entscheiden kann das bereits heute niemand spricht ihm das Recht zu freier Entscheidung ab oder könnte das, nur ist es heute in Deutschland illegal dabei "Hilfe" zu leisten. Man muss sich also die Hilfe, und das ist auch möglich, in dem Fall von anderer Stelle holen.
Ja, wenn nicht anders möglich, KOMMERZIELLE Hilfe...die sich nicht jeder leisten kann und somit spricht man ihm das Recht auf ärztlich begleitete gewünschte Sterbehilfe ab.
Patienten MÜSSEN um ärztliche Sterbehilfe bitten dürfen und dieses muss respektiert und ggfs umgesetzt werden.

Nichts anderes ist mir ein Anliegen. Dass sich kein Patient an KOMMERZIELLE Organisationen wenden muss oder Verwandte oder Freunde sich evtl strafbar machen müssen sondern er mit HILFE seines Arztes diesen Weg gehen darf, wenn es sein freier Wille ist.

Nicht Ärzte sollen auf den Patienten zugehen sondern genau andersrum.
Warum ist das ein Allgemeinplatz ? Das ist genauso detailliert wie Deine Ablehnung mit der Begründung von Massenmordphantasien durch ärztliche Willkür als Einsparmaßnahme....
 

Goldfield

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Ich war niemals mit dem Wunsch nach sterben konfrontiert. Alle haben bis zuletzt an Hoffnungen angeknüpft, trotz Schmerzen, Leid. Wenn jemand da ist, ist er auch nicht alleine...Genau das verkennen viele.
Ich kenn auch die andere Seite, wo NICHT alleine waren ganz im Gegenteil und "erlöst"werden wollten, wo das klar und ernsthaft äusserten das sie gehen möchten weil das kein Leben mehr ist.

Erst zuletzt leider, wo mittlerweile erlöst wurde-er sagte nicht nur einmal er hofft das es bald vorbei ist, er war und wollte in kein Hospiz sondern wollte zuhause Sterben wo er auch gut von der ganzen Familie versorgt wurde, wenn jemand von sich aus erlöst werden möchte wo zb.Krebs oder COPD im Entstadium hat, sollte man diesen Wunsch erfüllen und Respektieren-Aktzeptieren, mit klaren Gesetzen, ohne Wischi-Waschi-Auslegungs § wo Kommerz wenig bis keine Chance hat und wenn jemand Schlupflöcher ausnutzt mit aller Härte bestraft werden, keine Bewährung sondern Mindeststrafe nicht unter 10 Jahre.

Man kann es klar Regeln das neben den klaren Gesetzen kaum Schlupflöcher vorhanden sind, wo der Patient zb.den Wunsch nicht nur vor der Familie oder Freunde, Ärtzte sondern auch vor einem Notar/Anwalt den Wunsch äussert und dieses nochmals einem Richter vorgelegt wird, wo dann letztendlich zustimmt, so das einige Personen involviert sind wo Klüngel untereinander keine Chance hat. ( Nur ein spontaner Gedanke )
 
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Der Tod hat in dieser Gesellschaft keinen Platz mehr,gehört aber zum täglichen Leben.
Würde man sich ständig damit befassen,dürfte man nicht mehr Arbeiten gehen,es könnte einen ja auch die ungewollte Sterbehilfe bei bester Gesundheit treffen.
 

Vincet

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Wenn die Sterbehilfe legalisiert wird, welche Grenzen gäbe es dann?
Dürfte ein völlig gesunder Mensch freiwillig diese Dienstleistung in Anspruch nehmen? Oder wären gesunde Menschen ausgeschlossen?
Dürfte ein depressiver zum Suizid neigender Mensch diese Dienstleistung in Anspruch nehmen?
Wie ist es mit einem todkranken Mensch, der aber keinerlei Schmerzen hat? Wenn er sterben will, wäre die Sterbehilfe dann legal?

Welche Grenzen gibt es? Ich würde einfach gerne wissen, wer sterben darf und wer nicht. In meinen Augen dürfte ein todkranker Mensch mit starken Schmerzen, die selbst mit Morphium nicht mehr zu bewältigen sind, die Sterbehilfe in Anspruch nehmen, wenn er sie denn will. Aber alles andere? Da muss man abwegen.
 
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Wenn die Sterbehilfe legalisiert wird, welche Grenzen gäbe es dann?
Dürfte ein völlig gesunder Mensch freiwillig diese Dienstleistung in Anspruch nehmen? Oder wären gesunde Menschen ausgeschlossen?
Wenns nach der Agentur für Arbeit ginge,kein Problem,die leisten eh schon indirekte Sterbehilfe.:wink:
Nur liegt man nicht auf dem Friedhof,sondern ist in seinen eigenen vier Wänden lebendig begraben.
 

Goldfield

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Heute übrigens im TV bei der ARD um 21:45 Uhr bei Jauch Thema:
"Mein Tod gehört mir!": Zeitlebens hat sich Udo Reiter für das Recht auf einen selbstgewählten Tod und auf Sterbehilfe eingesetzt. Lebenssatte und kranke Menschen, so der frühere MDR-Intendant, müssen würdevoll und selbstbestimmt sterben dürfen. Reiter selbst hat seinen Worten vor wenigen Tagen die Tat folgen lassen und sich das Leben genommen.
Gäste:
Thomas Gottschalk Moderator und Freund von Udo Reiter ;Franz Müntefering SPD/ehemaliger Parteivorsitzender und Bundesminister a.D. ;Bettina Schöne-Seifert Professorin für Medizinethik ;Nikolaus Schneider Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland

Günther Jauch - Talk / Gespräch
 

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Dürfte ein völlig gesunder Mensch freiwillig diese Dienstleistung in Anspruch nehmen? Oder wären gesunde Menschen ausgeschlossen?
Wohl absurde Frage, denn diese Gruppe kann das in der Regel ohne fremde Hilfe selbst bewerkstelligen.

Es geht doch um so schwer erkrankte Menschen, die (auch aufgrund z.B. ihrer Schmerzen und/oder Immobilität) nicht in der Lage sind, das alleine hinzubekommen.

Film-Tipp zum Thema:

http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Meer_in_mir
 

XxMikexX

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Vielleicht wird als "Fördermaßnahme" demnächst die Pille für das sozialverträgliche Frühableben verteilt.

Würde mich nicht wundern.
 

Ferdinand456

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Bei Markus Lanz wurde gestern eine junge Dame interviewt, die gemeinsam mit ihrer Mutter in die Schweiz gereist war. Die Mutter war seit letztem Jahr vom Hals ab gelähmt und äußerte immer wieder den Wunsch, bis die (noch sehr junge) Tochter vor vier Wochen gemeinsam mit ihr zur Einschläferung fuhr.

Das erinnerte mich an einen Bekannten, der einen schweren Schlaganfall hatte. Auch er wollte, als die Reha partout nicht anschlagen wollte, unbedingt sterben. Seine Frau überredete ihn, Antidepressiva einzunehmen. Heute ist er froh, dass er noch lebt.

Markus Lanz zeigte einen Einspieler, wie eine Schweizer Ärztin ein noch recht fittes Ehepaar per Infusion einschläferte. Sie fragte noch: "Sind Sie einverstanden?". Beide bejahten. Dann die Ärztin: "Hachjööö, er wird schon ganz müde...". Sie war unglaublich nett. Markus Lanz meinte, das Filmmaterial sei so wichtig, weil dadurch ja der freie Wille beider bewiesen sei. Merkwürdig, dass bei jeder Hinrichtung der ISIS jedes Filmmaterial angezweifelt wird und dem amerikanischen Geheimdienst in die Schuhe geschoben. "Fimmaterial gefälscht - das waren die Amis". Hier nun zweifelt niemand. Und selbst wenn es der erklärte Wille beider war, ich muss gerade hieran denken:

Sekten: Die spektakulärsten Massenselbstmorde - SPIEGEL ONLINE

Und ich muss an meine Eltern denken. Würden meine Eltern auf die Idee kommen, sich gemeinsam einschläfern zu lassen, würde ich eine gerichtliche Zwangseinweisung veranlassen. Zwangsweise Medikamentengabe wäre natürlich ein anderes Thema. Und würde ich z. B. erst im Nachhinein erfahren, dass irgendeine mir unbekannte Ärztin meine Eltern auf deren Wunsch eingeschläfert hätte, sie würde ihres Lebens nicht mehr froh werden.

In der Kommentarspalte zum selben Thema äußerte gestern eine Art Jugendlicher, dass er es gut fände, wenn es so "Selbstmordkammern" wie in Futurama (keine Ahnung, was das ist, irgendein Film) gäbe. Jeder könne dort hinein und sich umbringen und das müsse gesetzlich erlaubt sein.

Irgendwas ist mit unserer Gesellschaft schief gelaufen. Man scheint den Respekt vor dem Tod verloren zu haben und dessen Endgültigkeit nicht zu verstehen. Lauter kleine Amokläufer? Zuviele Videospiele gesehen? Zuviel Gewalt, Schnelligkeit und Computer? Ich finde darauf keine Antwort.

Übrigens: So wie derzeit propagiert wird, dass zwischen 60 % und neuerdings 77% (die Zahlen schwanken je nach Institut, ich kann wetten, in Kürze sind es 90 %) der Deutschen für die aktive Sterbehilfe sind, so wurde ehemals ja auch propagiert, dass alle ALG-II-Empfänger in Kolonnen Schnee schippen sollten und dass 70 % der Deutschen dafür seien.

Wenn es um das Thema Sterbehilfe geht: Denkt erst einmal an eure Eltern. Anschließend überlegt ihr mal, dass 95 % aller Suizidenten im Anschluss froh sind, dass man sie gerettet und sogar vorübergehend eingesperrt hatte. Nur 5 % schaffen es irgendwann, sich das Leben zu nehmen.

In diesem Sinne verabschiede ich mich hier. Nicht, um zu sterben, sondern weiter und sehr lange ein super schönes tolles Leben zu genießen, das ich liebe, seit ich geboren bin, also seit fast 50 Jahren. Ich wünsche euch, dass ihr ähnlich schöne Gefühle für das Leben entwickeln könnt. Wer es nicht kann, sollte therapeutische Hilfe suchen. Tschüss.

EDIT: Hier noch der User, der der Meinung ist, man solle Suizidkammern aufstellen:

http://www.spiegel.de/forum/member-426873.html

Bezeichnenderweise ist er ein Befürworter der Todesstrafe. Im Übrigen wird derzeit geprüft, ob der Hungertod des hungerstreikenden Bruchsaler Häftlings eine unterlassene Hilfeleistung von Seiten irgendwelcher Gutachter war, die ihn hätten ab einem gewissen Stadium zwangsernähren müssen. Der Meinung bin ich ebenfalls. Hungerstreikende wollen nicht sterben. Sie wollen Mißstände beseitigen und hoffen, dass irgendjemand sie sieht, jemand ihnen zuhört, und dass man ihren Tod bedauern würde, insofern ins Gespräch kommen und eventuell etwas ändern würde. Und dass der aalglatte und immerschöne Markus Lanz sich nicht tiefgehend mit dem Thema "Tod" befassen konnte, verstehe ich zwar, jedoch weiß er nicht, welche Verantwortung er da auf sich nimmt, wenn er versucht, so schwerwiegende Themen in seinen Super-Lach-und-Fröhlich-Shows nebenbei mal so anzukratzen.
 

Roter Bock

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bei dem Thema muss ich an meine eigene Mutter denken. Sie wollte immer selbstständig bleiben und auch selbstbestimmt diesen Planeten verlassen, wenn Sie ein schwerer Pflegefall wird. Das sagte Sie mir lange bevor Sie krank wurde.

Es kam ganz anders. Durch einen Gehirntumor wurde meine Mutter zu einem großen Kleinkind. Eine Operation in der Klinik blieb ohne Erfolg. Die Chancen waren eh gering. Knapp äußerlich war es natürlich meine Mutter, aber von der selbstbewussten, schlagfertigen und lebenserfahren Frau blieb nichts mehr übrig. Ihr Wunsch war, nicht im Pflegeheim zu sterben - den konnte ich Ihr noch erfüllen.

Als Ihre Krankheit bekannt wurde, rief mich als erstes eine Freundin von Ihr an - ich solle unbedingt die gehorteten Tabletten suchen, sie hätte gesagt das Sie sich in auswegloser Situation damit umbringen wollte. Ich lehnte ab danach zu suchen. Wenn Sie es schaffte sich daran zu erinnern (Der Gehirmtumor löschte weite Bereiche ihrer "Festplatte" Gehirn) dann würde ich Sie nicht daran hindern. Als ich das sagte kannte ich aber schon Ihren letzten Willen, den Sie noch in gesunden Zeiten geäußert hat.

Ich wäre nie auf die Idee gekommen einen Arzt um Sterbehilfe zu bitten - es ist eine Entscheidung zwischen mir und Ihr gewesen, jeder Einmischung von Dritten erteilte ich eine klare Absage. Und diese Einmischung wurde versucht. Frau "Oberschwester" arbeitete schon an einer Überweisung ins Pflegeheim.

Genauso wurde schon vor Gericht eine gesetzliche Betreuung angeregt. ich bekam rechtzeitig Wind von der Sache und ein Rechtsanwalt half mir dabei selbst Betreuer meiner eigenen Mutter zu werden. Etwas was zwischen mir und Ihr besprochen und versprochen war sollte ausgehebelt werden.

Ich halte es für möglich, das in diesem Land die Möglichkeit der Sterbehilfe in die Euthanasie umgedeutet wird, sogar nur aus rein wirtschaftlichen Gründen - den Interessen des skrupellosen Kapitals folgend. Ich lehne es ab. Dann sind die wirtschaftlich unnützen Menschen zuerst dran, nach dem Verständnis des Kapitals sind es Hartz 4 Empfänger, Grundsicherungsempfänger und alte Menschen, also alle die oft Jahrzehnte hier bezahlt haben, oder Kinder in die Welt setzten. Wir kennen die "Denke" der Arbeitgeber. Hauptsache die "Lohnnebenkosten" sinken. Dafür gehen Sie über Leichen.

Es gibt Bereiche im Leben in dem die Regelungswut des Staates ein Ende haben muss.

Muttern starb friedlich und ganz normal eines natürlichen Todes in Ihrer Wohnung. Sie konnte mit Ihren Freunden zu Hause nochmal Geburtstag feiern. Ein Pflegedienst half in der Zeit als ich arbeiten ging. Nachts war ich meist da. Nie vorher war ich Ihr so nahe, auch wenn das nervte ohne Ende.

Meine tiefe Erschöpfung nach Ihren Tod, auch durch den Kampf, was abgesprochen war gegen den Willen von Besserwissern und Gericht durchzusetzen, kann man sich nicht vorstellen.

Roter Bock
 

katja30031983

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Du sprichst mir aus der Seele, es ermöglicht eine Form der Euthanasie wie im dritten Reich!
:/ Der Unterschied im dritten Reich war es direkter. Hier indirekter: erst werden die Leute
auf 400% sanktioniert und seelisch kaputtgemacht, dass sie selber nicht mehr leben wollen. Die Arbeitgeber, Wirtschaft und Regierung kann sich dann fein rausreden - sind aber defacto nicht besser wie die Verbrecher im dritten Reich.
 
E

ExitUser

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Was bitte hat Sterbehilfe mit Hartz IV zu tun?

Ich bin für Sterbehilfe - in manchen Fällen. Psychisch Kranke gehören für mich nicht zu denen, die man in den Tod begleiten sollte, sondern ins Leben.

Aber im Fall schwerer, unheilbarer Erkrankungen verbunden mit großen Schmerzen und dem Wissen, dass der Tod ohnehin binnen weniger Monate eintreten wird, bin ich dafür, wenn der Kranke das wirklich selbst wünscht.

Die Patientenverfügung schützt einen übrigens nicht. Mein Vater hatte eine, aber wenn der Notarzt kommt, fragt der nicht danach, der schickt die Angehörigen sofort weg und macht einfach und schwupp hängt der Angehörige am Beatmungsgerät. Und wenn das erst mal geschehen ist, kann man das nicht einfach abschalten, es sei denn, man will bewusst herbeiführen, dass jemand qualvoll erstickt. Die Patientenverfügung ist den Ärzten erst aufgefallen - war ja alles durch den Notar offiziell hinterlegt -, als die Maschine schon dran war.

Diese Zeit war für meinen Vater und uns Angehörige die Hölle, er lag noch einige Zeit auf der Intensivstation und es war nur ein warten auf den Tod - ohne jede Hoffnung, dass er noch mal zu sich kommen wird.

DAS nenn ich Geld machen wollen. Leute gegen ihren Willen am Leben erhalten und noch kräftig absahnen.
 

roterhusar

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Die Erinnerung an meine sterbenden Eltern treibt mir die Schamröte in den Kopf beim lesen.
Es is nochmal ein Unterschied wenn die Kinder in ein ausgehauchtes Leben eingreifen, oder wenn eine Medizinndustrie oder eine Volksvertretung sich einmischen. Wer selber sanktioniert wird, ist mehr als hellhörig.
 

Anna B.

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Wie sieht es denn eigentlich im Falle einer Patientenverfügung aus, die man vorher erstellt hat?

Wenn man dort festgehalten hat, dass man im Falle einer unheilbaren Krankheit nicht von Maschinen und Geräten am Leben gehalten werden möchte.

Eine Bekannte erzählte vor ein paar Tagen: ihre 92 jährige Tante hatte ziemlich schlimmen Durchfall und Erbrechen...
der Arzt überwies sie ins Krankenhaus, damit sie unter Überwachung bleibt und entsprechende Maßnahmen, wie Flüssigkeitstropf usw. angeleiert werden...

was macht der aufnehmende Arzt?..fragt nach einer Patientenverfügung...die hatte sie..
für den Fall einer unheilbaren Erkrankung, ohne Chance auf ein selbstbestimmtes Leben, wollte sie, dass keine Gerätemedizin durchgeführt wird..

und was macht dieser Schwachkopf von Krankenhausarzt?..erzählt der Nichte, dass er nichts machen können..die Tante hätte ja eine Patientenverfügung und er dürfe nun keinen Tropfer anlegen...

die Nichte ist :icon_motz: bald ausgeflippt vor Wut ob soviel Dummheit und Ignoranz...und sie hat dann die Tante wieder mitgenommen und zurück ins Pflegeheim gebracht, wo dann der beh. Arzt nur noch den Kopf geschüttelt hat und selber den Flüssigkeitstropf angelegt hat...

der Tante geht es wieder gut, sie lacht wieder und kann sich wunderbar am Leben im Pflegeheim beteiligen..


eine andere alte Dame sollte eine Blutübertragung im Krankenhaus bekommen...der HB-Wert liegt derzeit nur noch 7,5...

der Krankenhausarzt schaut sie sich an und meint: was soll ich bei einer 95jährigen denn machen?...kann doch alles mögliche sein, weshalb sie Blut verliert.,,

naja, meinte die begleitende Tochter...bisschen nachfüllen würde ja schon reichen...lt. beh. Arzt..lt. Überweisung ins Krankenhaus...

nee, nee, meinte der Krankenhausarzt..ihr gehts ja jetzt gut..und was sollen wir denn da eingreifen...

auch diese Dame wurde ohne Behandlung wieder ins Altersheim zurückgebracht....der beh. Hausarzt (im Altersheim) gibt nun regelmäßig "Eisen"..damit wenigstens etwas Lebensqualität erhalten bleibt...

es gibt unter den Ärzten also genug Schwachköpfe, die eine Patientenverfügung nicht lesen und nicht verstehen können...
 
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