Regensburger Lagerkoller

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Es ist früher Mittwochabend. Im Innenhof der „Gemeinschaftsunterkunft“ Plattlinger Straße haben sich knapp 30 Personen versammelt. Ortstermin im Flüchtlingslager Regensburg. Abgesehen von CSU und CSB haben alle Stadtratsfraktionen Vertreter vorbei geschickt. Von der SPD ist Sozialbürgermeister Joachim Wolbergs überraschend gekommen. Er sieht sich heute insbesondere als „Vertreter der Verwaltung“ und hat zur Unterstützung einige Mitarbeitern dabei. Mitarbeiter der Regierung der Oberpfalz haben sich ebenfalls eingefunden. Sie sind die eigentlich Zuständigen für die „Gemeinschaftsunterkunft“ (GU).


.....


Wolbergs: „Sachleistungen statt Bargeld“

Vor der Rampe, an der zwei Mal die Woche Essenspakete an die Flüchtlinge ausgegeben werden – wer zu spät kommt, geht leer aus – lobt Wolbergs das Prinzip „Sachleistungen statt Bargeld“. Auch in anderen Bereichen gelte es, mehr dazu überzugehen, nicht Geld, sondern Sachleistungen zu verteilen. Dann werde das Geld nicht für falsche Dinge ausgegeben. Dann sei die Missbrauchsgefahr gebannt. Ob künftig auch Hartz IV-Empfänger alle vier Wochen bis zu acht verschiedenfarbige Zettel ausfüllen müssen, um sich dann zwei Mal die Woche Essenspakete von einer Rampe herunter zu reichen lassen, bleibt abzuwarten. Im Moment gilt das nur für Flüchtlinge und das ist auch gut so. Befindet der SPD-Sozialbürgermeister. Die Ausführungen von Wolbergs ernten allenfalls kleinlauten Widerspruch. Er kommt von Jürgen Mistol (Grüne) und Richard Spieß (Linke). Die übrigen Stadträte schweigen weitgehend. Die meisten Flüchtlinge hören schon gar nicht mehr zu.


Falsche Bilder und falsche Behauptungen
Abschließend nutzt Wolbergs erneut die Gelegenheit, um die Flüchtlingsinitiativen zu diskreditieren. Im Büro des GU-Leiters zeigt er Fotos auf der Internetseite des Bayerischen Flüchtlingsrats, die in seinen Augen ein falsches Bild der Situation in Regensburg zeichnen. „Hier wird mit dem Instrument von Bildern und falschen Behauptungen gearbeitet“, schwadroniert Wolbergs. Das sei unehrlich und zudem gefährlich.
Auf den inkriminierten Fotos sind unter anderem sind zerbrochene Eternit-Platten an den Gebäuden zu sehen. Ein Teil dieser Platten wurde zwei Tage vor dem Termin ausgewechselt. Das bestätigen übereinstimmend mehrere Bewohner. Es sollte vermutlich kein falsches Bild entstehen.
Ende der Veranstaltung. Eilig verlassen die Stadträte den Ort des Geschehens. Ob die Resolution im Stadtrat eine Mehrheit finden wird? Mitinitiator Jürgen Mistol (Grüne) erwartet eine „kontroverse Diskussion“.
Nach dem Termin sitzen Marion Puhle und Gotthold Streitberger noch lange mit einigen der Bewohner zusammen. Die Stimmung schwankt zwischen Fassungslosigkeit und Resignation. Aus welchem Grund Wolbergs den einladenden Initiativen das Heft aus der Hand genommen hat, um das eigentliche Anliegen – Abschaffung der Lagerpflicht – schlecht zu reden, können auch sie nicht beantworten.
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