Regelbedarf auf 120,46 Euro abgesenkt. Ist das korrekt?

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Saturn2012

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Hallo,
ich habe eine Frage zur Berechnung des Regelsatzes einer Frau, die mit ihrem 17jährigem Sohn zusammen lebt.
Mitte Mai kam der aktuelle Berechnungsbogen, der sich wie folgt zusammensetzt:

Regelbedarf: 274,46
Bedarf für Unterkunft und Heizung: 228,71 (das ist korrekt)

Der Sohn verdient im ersten Lehrjahr 770 Brutto / 650 Netto

So wie es verstanden habe, soll sie - da Bedarfsgemeinschaft mit dem Sohn - sich fehlendes Geld von ihm holen.
Der Junge zahlt allerdings lediglich seinen Mietanteil aus eigener Tasche, da er sich in der Woche komplett allein verpflegt und am Wochenende so gut wie nie zu Hause ist.Freiwillig würde er sowieso nichts rausrücken, was ich irgendwo auch verstehen kann.

Mal dahingestellt, ob die Berechnung ok ist, kam vor einigen Tagen ein Änderungsbescheid, den ich als Anhang beigefügt habe.
Könnte mal jemand drüberschauen, ihr Regelsatz soll jetzt nur noch bei 120,46 liegen, als Begründung wurde übersteigendes Kindergeld genannt.


Frage am Rande: Ist man eigentlich automatisch in einer Bedarfsgemeinschaft, auch wenn die beiden überhaupt nicht zusammen wirtschaften bzw. haushalten?
Normalerweise würde man die Form des Zusammenlebens WG nennen, eine Gemeinschaft ist dort kaum zu erkennen, außer das man unter einem Dach nächtigt.

Danke vorab & Gruß
 

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Saturn2012

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Hallo lagune1,
Danke für den Link.
Wenn ich das richtig interpretiere, dann müsste er aus der BG rausfallen, da er seinen Bedarf aus seinem Azubi-Gehalt bestreiten kann. Seine Lehre begann im September letzten Jahres und seit dem läuft das so mit dem geringen Regelsatz für sie.
Wie nun am besten vorgehen? Einen Überprüfungsantrag stellen?
 

biddy

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@Saturn2012

Bekommt die Frau für sich selbst auch noch Kindergeld oder für ein anderes Kind (nicht der Azubi) oder liegt hier ein "Versehen" des Jobcenters vor?
Laut Berechnungsbogen ist es so, dass sie neben dem Kindergeldübertrag des Azubis (153,38 €) auch noch weitere 184 € (davon werden 154 € angerechnet, da die Versicherungspauschale abgezogen wird) als eigenes Kindergeldeinkommen hat.

Wenn ich das richtig interpretiere, dann müsste er aus der BG rausfallen
Der Sohn ist ja schon automatisch nicht mehr in der BG , da er (über-)bedarfsdeckendes Einkommen hat. Dass er nicht mehr in der BG ist, kannst Du auf Seite 1 des Bescheids erkennen, denn Leistungen werden nur noch der Mutter gewährt (ein Teil Regelbedarf und ihr Anteil an den Kosten der Unterkunft). Im Berechnungsbogen (ist ja nicht der Bescheid selbst; der endet mit der Rechtsbehelfsbelehrung) ist er nur noch mit aufgeführt, damit der Kindergeldübertrag ausgerechnet werden kann bzw. dieser für den Leistungsempfänger nachvollziehbar ist.

Der Junge zahlt allerdings lediglich seinen Mietanteil aus eigener Tasche
Seinen Anteil für Strom, ggf. Telefon/Internetkosten, Verbrauchsartikel im Haushalt, wozu ja nicht nur Lebensmittel gehören, müsste der Sohn auch noch anteilmäßig abgeben, finde ich, damit die Mutter nicht draufzahlen muss aus ihrer eigenen Regelleistung. Das Kindergeld des Sohnes bekommt vermutlich sie auf ihr eigenes Konto? Sie muss ja von den 153,38 €, die ihr als ihr Einkommen (Kindergeldübertrag) angerechnet werden, leben, da dieses Geld ihren Regelbedarf ergänzt. Die restl. 30,62 € des Kindergeldes ... reichen die für die Hälfte der Stromkosten, Telefon, diverse Haushaltsartikel usw., die der Sohn verbraucht?
 

Saturn2012

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Bekommt die Frau für sich selbst auch noch Kindergeld oder für ein anderes Kind (nicht der Azubi) oder liegt hier ein "Versehen" des Jobcenters vor?

Nein, keine weiteren Kinder. Für sich selbst bekommt sie auch nichts dergleichen.
Der Sohn ist ja schon automatisch nicht mehr in der BG , da er (über-)bedarfsdeckendes Einkommen hat.

Wieder was dazugelernt, danke. Ich dachte nach wie vor, der geringe Regelsatz liegt hauptsächlich an einer vermeintlichen BG .

Seinen Anteil für Strom, ggf. Telefon/Internetkosten, Verbrauchsartikel im Haushalt, wozu ja nicht nur Lebensmittel gehören, müsste der Sohn auch noch anteilmäßig abgeben, finde ich, damit die Mutter nicht draufzahlen muss. Oder erhält sie das Kindergeld auf ihr Konto, so dass sie es gleich einbehält für solche Sachen?

Sein Kindergeld geht auf ihr Konto, er legt die Differenz zur Miete dann on top. Ich sehe es auch so, dass er sich korrekt anteilig beteiligen müsste, das wird jedoch nur in der Theorie funktionieren. Freiwillig gibt er überhaupt nichts, da er ja kaum zu Hause ist. Dazu kommt, das die Mutter lieber verhungern würde, als ihrem kleinen König Geld abzuknöpfen. Aber das ist dann eher ein innerfamiliäres Problem, welches sie selber lösen muss.

Der Knackpunkt ist also, das fälschlicherweise doppelt Kindergeld angerechnet wurde? Sorry, für mich ist das alles ein wenig verwirrend.:confused:
 

ela1953

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Ich seh es auch so, dass 154 Euro Kindergeld zu viel angerechnet werden.


@Saturn2012

Bekommt die Frau für sich selbst auch noch Kindergeld oder für ein anderes Kind (nicht der Azubi) oder liegt hier ein "Versehen" des Jobcenters vor?
Laut Berechnungsbogen ist es so, dass sie neben dem Kindergeldübertrag des Azubis (153,38 €) auch noch weitere 184 € (davon werden 154 € angerechnet, da die Versicherungspauschale abgezogen wird) als eigenes Kindergeldeinkommen hat.

Der Sohn ist ja schon automatisch nicht mehr in der BG , da er (über-)bedarfsdeckendes Einkommen hat. Dass er nicht mehr in der BG ist, kannst Du auf Seite 1 des Bescheids erkennen, denn Leistungen werden nur noch der Mutter gewährt (ein Teil Regelbedarf und ihr Anteil an den Kosten der Unterkunft). Im Berechnungsbogen (ist ja nicht der Bescheid selbst; der endet mit der Rechtsbehelfsbelehrung) ist er nur noch mit aufgeführt, damit der Kindergeldübertrag ausgerechnet werden kann bzw. dieser für den Leistungsempfänger nachvollziehbar ist.

Seinen Anteil für Strom, ggf. Telefon/Internetkosten, Verbrauchsartikel im Haushalt, wozu ja nicht nur Lebensmittel gehören, müsste der Sohn auch noch anteilmäßig abgeben, finde ich, damit die Mutter nicht draufzahlen muss aus ihrer eigenen Regelleistung. Das Kindergeld des Sohnes bekommt vermutlich sie auf ihr eigenes Konto? Sie muss ja von den 153,38 €, die ihr als ihr Einkommen (Kindergeldübertrag) angerechnet werden, leben, da dieses Geld ihren Regelbedarf ergänzt. Die restl. 30,62 € des Kindergeldes ... reichen die für die Hälfte der Stromkosten, Telefon, diverse Haushaltsartikel usw., die der Sohn verbraucht?
 

biddy

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Der Knackpunkt ist also, das fälschlicherweise doppelt Kindergeld angerechnet wurde? Sorry, für mich ist das alles ein wenig verwirrend.:confused:

Ich führe Dich hin:

Schau' mal in den Berechnungsbogen und dort auf Scan3 in die Zeile "Kindergeld". Dort stehen als Einkommen einmal in der Spalte der Mutter 184 € und ein weiteres Mal 184 € in der Spalte des Auszubildenden.
In die Spalte der Mutter gehören keine 184 € Einkommen, da sie ja selbst keines erhält und auch nicht für ein weiteres Kind.

Dann weiter unten: Dort werden ihr pauschal 30 € Versicherungspauschale als Freibetrag auf ihr Einkommen Kindergeld gewährt und dann ihr (angebliches) Einkommen Kindergeld dazugerechnet:

- 30 € Versicherungspauschale (Freibetrag)
+ 184 € Kindergeld der Mutter (angeblich ...)
-----------
= 154 € zu berücksichtigendes Einkommen Mutter

Das ist falsch, denn sie hat ja keinerlei eigenes Einkommen Kindergeld in Höhe von 184 €.


Nun zum Kindergeldübertrag des Azubis an die Mutter:

Er hat zu berücksichtigendes Erwerbseinkommen von 416 € (auf den Azubilohn wurde ein Freibetrag von 234 € gewährt), dazu kommen 71,12 € Kindesunterhalt (stimmt das denn so??) und 184 € Kindergeld.
Macht zusammen 671,12 € Einkommen des Azubis siehe Berechnungsbogen.
Er hat aber laut Berechnungsbogen nur einen Bedarf von insgesamt 517,74 € (Scan2).

671,12 € sein anzurechnendes Einkommen
- 517,74 € sein Alg-II-Bedarf
-----------------
= 153,38 € seines Einkommens (Kindergeld) benötigt er also nicht mehr .... jedenfalls nach dem SGB II ...

Diese 153,38 € sind das seinen Bedarf übersteigende Kindergeld und werden nun eben als Einkommen der Mutter (nach dem EStG die Kindergeldberechtigte) angerechnet.

Fakt bleibt aber wohl (siehe oben), dass ihr 184-30= 154 € zu viel angerechnet werden, so dass sie eben diese 154 € mehr Alg II erhalten müsste.
 

biddy

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Nein, war falsch, sorry: 184 € bekommt sie zu wenig, nicht nur 154 €.

Das Jobcenter muss die 184 € als Einkommen und nach Abzug der Versicherungspauschale also 154 €, die ihr als Einkommen angerechnet werden, herausnehmen.

An die Stelle der 184 € der Mutter (die sie ja angeblich laut JC als eigenes Kindergeld erhält) treten dann die 153,38 € Kindergeld aus Übertrag vom Sohn. Auf diese 153,38 € müssen ihr nun die 30 € Versicherungspauschale (= sogenannte "Einkommensbereinigung") als Freibetrag gewährt werden, so dass dann tatsächlich ihr nur 153,38-30= 123,38 € als Einkommen aus Kindergeldübertrag angerechnet werden dürfen.

307,38 € werden ihr jetzt als ihr Einkommen angerechnet (154+153,38 €, siehe Berechnungsbogen Scan3 ganz unten)
- 123,38 € dürften ihr nur angerechnet werden (153,38 € aus Kindergeldübertrag minus 30 € Vers.pauschale)
--------------
= 184 € müsste sie mehr bekommen
 

Saturn2012

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Hut ab, Super verständlich geschrieben!

Ich habe gerade in den vorherigen Bewilligungsbescheid vom Mai geguckt, dort wurde das Kindergeld nur einmal angerechnet, dort war es dann noch korrekt. Erst in dem neuen, geänderten Bewilligungsbescheid den ich angehängt habe, erscheint es doppelt.

Dafür habe ich gesehen, das die 71,12 Euro Unterhalt immer angerechnet wurde, obwohl der Daddy im bereits Februar diesen Jahres verstorben ist. Der zusätzliche Hinweis war toll, wäre mir so nie aufgefallen.

Vielen vielen Dank, das hat mir sehr geholfen.
 

ela1953

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So ist es - 184 Euro bekommt sie zu wenig.

Auch sollte der Sohn bei der Familienkasse einen Antrag auf Abzweigung stellen.

Die Antwort war bei mir und meinem Sohn, dass keine Abzweigung genehmigt werden kann, weil ich meinen Sohn in meinen HAUSHALT AUFGENOMMEN hätte.

Habe dann der Kasse geschrieben, dass ich ALGII bekomme und meinen Sohn daher nicht in meinen Haushalt aufnehmen kann. Er muss von seinem Einkommen die vom Jobcenter errechneten KdU zahlen (wie bei einer eigenen Wohnung) und seinen Lebensunterhalt auch von seinem Einkommen bestreiten. Außerdem bin ich ja verpflichtet, das Kindergeld FÜR DAS KIND auszugeben.

Als ALGII Empfängerin muss ich aber vom KG meinen Lebensunterhalt bestreiten, weil MIR das Jobcenter das KG als Einkommen anrechnet.

Und für meinen Unterhalt wird das Kindergeld ja nicht gezahlt.

Mein Sohn behielt danach seine Abzweigung und das Jobcenter durfte nichts mehr an mich übertragen.

Nein, war falsch, sorry: 184 € bekommt sie zu wenig, nicht nur 154 €.

Das Jobcenter muss die 184 € als Einkommen und nach Abzug der Versicherungspauschale also 154 €, die ihr als Einkommen angerechnet werden, herausnehmen.

An die Stelle der 184 € der Mutter (die sie ja angeblich laut JC als eigenes Kindergeld erhält) treten dann die 153,38 € Kindergeld aus Übertrag vom Sohn. Auf diese 153,38 € müssen ihr nun die 30 € Versicherungspauschale (= sogenannte "Einkommensbereinigung") als Freibetrag gewährt werden, so dass dann tatsächlich ihr nur 153,38-30= 123,38 € als Einkommen aus Kindergeldübertrag angerechnet werden dürfen.

307,38 € werden ihr jetzt als ihr Einkommen angerechnet (154+153,38 €, siehe Berechnungsbogen Scan3 ganz unten)
- 123,38 € dürften ihr nur angerechnet werden (153,38 € aus Kindergeldübertrag minus 30 € Vers.pauschale)
--------------
= 184 € müsste sie mehr bekommen
 

Saturn2012

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Demnach wären jetzt drei Dinge zu tun !?

1) einen Überprüfungsantrag rückwirkend bis Februar diesen Jahres zu stellen, da irrtümlicherweise jeden Monat Unterhalt i.H. von 71,12 Euro angerechnet wurde.

2) Dem aktuellen Bescheid zu widersprechen, da 184 Euro Kindergeld zu viel berechnet wurde.

3) Bei der Familienkasse einen Antrag auf Abzweigung stellen.
 

Saturn2012

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Danke!
Wegen der Halbwaisenrente müsste ich nachfragen, bin mir aber ziemlich sicher, dass er die bekommt. Die Mutter hat einen Antrag auf Erziehungsrente gestellt, darüber wurde aber noch nicht entschieden wie ich gerade erfahren habe. Da werden sie ihr bei positivem Bescheid wahrscheinlich wieder das ALG II kürzen - aber das ist dann eher nachvollziehbar (da Einkommen), als ihr mit einem Kind doppelt Kindergeld anzurechnen.

Ich glaube sowieso, man will sie schikanieren, so werden bspw. im 8-Wochen Takt immer und immer wieder die gleichen Unterlagen angefordert so dass man denkt, die Tapezieren damit ihre Teeküche. Ziemlich unschön, aber das ist ein anderes Thema und wenn man hier etwas liest, scheint sie damit nicht allein zu sein.

Gruß



.
 

biddy

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Danke!
Wegen der Halbwaisenrente müsste ich nachfragen, bin mir aber ziemlich sicher, dass er die bekommt.

Sie würde dann als weiteres Einkommen angerechnet werden. Sehe ich aber positiv, denn ab diesem Moment hätte der Azubi mehr Geld zur Verfügung und gibt hoffentlich dann auch mal mehr "Haushaltsgeld" an die Mum ab für die Dinge, die er im Haushalt so verbraucht als momemtan ... und damit meine ich keine Nahrungsmittel und Getränke ...

Begründung, dass er dann mehr Einkommen zur Verfügung hat: "Nur" das komplette Kindergeld kann bei der Mutter als Einkommen angerechnet werden darf (abzüglich 30 € Versicherungspauschale von ihrem gesamten Einkommen, also später dann auch zuzügl. ihrer eventuellen eigenen Rente).

153,38 € werden der Mutter aus Kindergeldübertrag ja bereits angerechnet. Würde der Junge z.B. 150 € Halbwaisenrente bekommen (nur mal so eine Zahl genommen, habe keine Ahnung), dann könnten trotzdem nur noch die restlichen 30,62 € (184 minus 153,38) bis zum maximalen Kindergeld von 184 € übertragen werden, so dass also die restlichen 119,38 € (150 minus 30,62) der Halbwaisenrente (wie gesagt nur fiktiver Betrag) beim Sohn bleiben würden. Er hätte also mehr Einkommen als jetzt.

In dem Fall - weil ja ab dann kein weiteres Einkommen des Sohnes mehr an die Mutter übertragen werden kann, da ja schon das komplette Kindergeld bei ihr angerechnet wird - würde ich dann auch mal zum Wohngeldamt gehen. Die Mutter könnte als Mieterin für ihren Sohn, der kein Alg II bezieht, Wohngeld beantragen. Ob sich ein Auszahlbetrag aufgrund der Höhe seines Einkommens und der Höhe seines zu berücksichtigenden Mietanteils ergibt, kann ich allerdings nicht sagen. Nur: Es besteht die Möglichkeit, dass das Gesamteinkommen der Familie (sollte der Sohn etwas mehr in die "Haushaltskasse" tun ...) dann noch weiter steigt. Und der Azubi ist wohngeldberechtigt, weil er nicht mit einer Person in einem Haushalt lebt, die dem Grunde nach Bafög- bzw. BAB-förderfähig wäre, seiner Mutter. Sie selbst kann kein Wohngeld für sich beanspruchen, da sie Alg II bezieht und das dem Sohn bewilligte Wohngeld dürfte ihr selbst auch nicht als Einkommen angerechnet werden lt. Wohngeldgesetz.

Aber ich schreib' wieder zu viel, merke ich. Denn wenn die Mutter auch noch eine Rente erhalten sollte, sollte sie bei derzeit etwas über 300 € Alg II ohne Rentenanrechnung dann später eh für den Haushalt Wohngeld beantragen meines Erachtens. Je nach Höhe der Rente fällt dann ja vieleicht eh das Alg II weg und auch, wenn nur ein geringer Alg-II-Aufstockungsbetrag übrigbliebe, könnte sie Wohngeld beantragen/beziehen, wenn sie dann MIT Wohngeld kein Alg II mehr benötigen würde.

Aber das Thema kann sie ja später noch angehen, wenn die Rente durch sein sollte und das mit der eventuellen Halbwaisenrente des Sohns geklärt ist.
 

Saturn2012

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Hallo,
es gibt ein Update zu dem von mir im Startbeitrag angesprochenem Problem.
Ich habe mich so verhalten wir ihr empfohlen hattet, d.h. einen Überprüfungsantrag gestellt, da irrtümlicherweise jeden Monat Unterhalt i.H. von 71,12 Euro angerechnet wurde, sowie dem aktuellen Bescheid widersprochen, da das JC doppelt Kindergeld angerechnet hatte.

Im Anhang habe ich sowohl den aktuellen Abhilfebescheid sowie den neuen Änderungsbescheid angehängt.
So wie ich das verstehe, werden jetzt lediglich für März 2013 die 71,12 Euro erstattet und die Höhe des Regelbedarfs hat sich anstatt der 184 Euro lediglich um 107,54 erhöht.


Vielleicht kann noch mal jemand drüberschauen?

Btw: Ich habe am Ende zusätzlich mal den ursprünglichen Bewilligungsbescheid dazugefügt (da war der Regelbedarf noch am höchsten), den sie im Mai bekommen hat. Danach kamen die ganzen Änderungsbescheide - obwohl sich an den finanziellen Verhältnissen seit dem überhaupt nichts verändert hat.
 

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biddy

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Änderungsbescheid/Berechnungsbogen 1.3.-31.3.2013:

Der nicht mehr gezahlte Kindesunterhalt ist draußen.
Durch anrechenbares Erwerbseinkommen des Sohnes plus 184 € Kindergeld hat er zu berücksichtigendes Gesamteinkommen von 600 €.
Sein Gesamtbedarf beträgt 517,74 €, so dass die 82,26 € überschüssiges Kindergeld an die Mutter übertragen werden.

Leider wurde auch hier schon wieder "vergessen" (wie auch in vielen anderen Fällen), der Mutter die Versicherungspauschale auf ihr einziges Einkommen "Kindergeld" zu gewähren. Die 82,26 € hätte eigentlich beim Einkommen in der Zeile "Kindergeld" in der Spalte der Mutter oder unter "zu berücksichtigends weiteres Einkommen" stehen müssen, dann wären die darüber stehenden "30 € Pauschale" automatisch gewährt worden, denn:

- 30,00 € (Versicherungs-)Pauschale, die es auch auf sonstiges Einkommen gibt
+ 82,26 € an die Mutter als deren Einkommen übertragenes Kindergeld
---------------
= 52,26 € zu berücksichtigendes Gesamteinkommen (in der Spalte der Mutter)

Oder anders dargestellt, wie in dem Änderungsbescheid bzw. dem dort angehängten Berechnungsbogen ab Juli:

82,26 € weiteres Einkommen/Kindergeld
- 30 € Pauschale
------------
= 52,26 € zu berücksichtigendes Gesamteinkommen Mutter

wären korrekt gewesen.

Der SB hat das Kindergeldeinkommen der Mutter aber erst später in der Zeile "Einkommen des Kindes" an die Mutter übertragen (siehe Spalte Mutter). Dann hätte der/die SB aber nicht 82,26 €, sondern 52,26 € reinsetzen müssen, denn die Versicherungspauschale steht der Mutter auf jeden Fall noch zu.

Für März fehlen der Mutter also 30 € Alg II.

Wenn für die Monate April, Mai und Juni noch keine Änderung gekommen ist, müsste die Mutter mal nachfragen bzw. erinnern. Normal ist das nicht, denn man lässt ja nicht nur einen einzigen Monat, sondern alle Monate eines Bewilligungsabschnitts überprüfen, weil es ja den gesamten Bewilligungsbescheid betrifft, der in der Regel 6 Monat umfasst. Seltsam.




Änderungsbescheid ab Juli 2013:

Da hier die Höhe der Halbwaisenrente nicht bekannt ist, der Sohn im Berechnungsbogen nicht mehr auftaucht, kann ich nur vermuten, dass der Sohn soviel Einkommen hat, dass sein Gesamtbedarf gedeckt und er das Kindergeld also zur eigenen Bedarfsdeckung nach dem SGB II nicht mehr benötigt. Deshalb werden die 184 € komplett an die Mutter übertragen und als ihr eigenes Einkommen auf ihren Bedarf angerechnet.
Diesmal werden korrekt die 30 € Versicherungspauschale gewährt:

184 € Kindergeld als anzurechnendes Einkommen der Mutter
- 30 € Pauschale
-------------
= 154 € zu berücksichtigendes Einkommen Mutter

Bei den neuen Berechnungsbögen ab Juli sehe ich keinen Fehler, wenn der Sohn - je nach Höhe seines zu berücksichtigenden Gesamteinkommens inklusive Halbwaisenrente - auch ohne das komplette Kindergeld seinen eigenen Bedarf deckendes Einkommen hat.
 

Saturn2012

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Hey biddy,
du bist für mich der Knaller, vielen Dank für deine Hilfe !
Ich halte mich zwar nicht für völlig beschränkt, allerdings werde ich durch diese Bewilligungs / Änderungsbescheide niemals adäquat durchsteigen und bin deshalb sehr froh, hier Hilfe zu erhalten und nicht ständig zum Anwalt rennen zu müssen.

Toll, dass es hier Leute wie dich gibt, solltest du mal in Niedersachsen sein, gib mir Bescheid & ich lade dich gerne zu 3-17 Drinks deiner Wahl ein. ;-)

Danke!
 

biddy

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Mir fällt das nur deshalb nach einigen Jährchen Alg-II-Bezug relativ leicht, durch Berechnungsbögen zu steigen, weil ich einen ganz "miesen", viel spezielleren Alg-II-Berechnungsbogen habe bzw. früher einen noch schlimmeren hatte und da einfach durchsteigen musste. Kids, die in temporärer BG (Hälfte des Monats) bei mir leben, denen deshalb der halbe Regelbedarf als Einkommen abgezogen wird, nachdem vorn auf dem Berechnungsbogen der volle gewährt wurde, dann noch halber Alleinerziehendenmehrbedarf (die andere Hälfte steht, weil mir der volle gewährt wird, die Hälfte aber wieder abgezogen werden muss, ebenfalls unter "Einkommen", aber früher in den alten Berechnungsbögen alles zusammen in einem einzigen Betrag mit meinem anderen damaligen sonstigen Einkommen Unterhalt), dann Einkommen aus sozialvers.pflichtiger Erwerbstätigkeit und Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit (das Letztere ist eine sogenannte "Übungsleitereinnahme" mit höherem Grundfreibetrag). War's das? *überleg* ... Ja, ich glaub' schon.
Ein LSG -Richter meinte mal zu mir, er hätte mit Kollegen einen halben Tag über meinen Berechnungsbögen gehangen, um das "Ding" zu verstehen. Er hat dabei gelacht, als er mit das mitteilte, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ihm beim Lesen der Berechnungsbögen nicht zum Lachen zumute war.

Ich habe ganz früher selbst nur mit Fragezeichen über den Bögen gehangen und nix kapiert, ehrlich.









[offtopic]
3-17 Drinks deiner Wahl ein
Bin zwar nie in Niedersachsen, aber man weiß ja nie ;)
Danke trotzdem! Mein Lieblings- ist zur Zeit "Lillet berry" :D

5 cl Lillet Blanc (französischer Likörwein), 10 cl Schweppes Russian Wild Berry, Eiswürfel, 2 Achtelstücke Limette.

Sehr lecker und sieht toll aus.


*peng*

:biggrin:

[offtopic-ende]
 
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