Rechtsschutz-Versicherung für zukünftigen alg1-Empfänger sinnvoll?

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Otto27

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Man liest ja hier viel von Problemen, Willkür von Arbeitsagentur usw. und frage mich gerade obs evtl. sinnvoll ist, sich gleich vorbeugend eine Rechtsschutzversicherung zu holen (oder hat man das quasi als alg1-Empfänger automatisch, weil es evtl. Kostenübernahme gibt?). Falls eine Rechtsschutzversicherung sinnvolll ist, welche Pakete soll man dann hier buchen? Gibt ja welche wo man optional noch verschiedene Bereiche dazunehmen kann, z. B. Berufs-Rechtsschutz, nur fällt alg1 und eventuelle Rechtsfragen mit Arbeitsagentur überhaupt darunter?
 

Nena

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Ich hatte noch nie Probleme mit der AfA.

Du hast nichts "automatisch". Wenn jemand kein Geld hat (und das nachweist), kriegt sie Beratungshilfe, wenn sie die braucht (und das entscheidet jemand Drittes).

Nein, finde ich nicht. Nicht pauschal.

Manche RSV schließen SGB-Probleme aus. Darauf solltest Du achten. Dass das, was Dir wichtig ist, nicht ausgeschlossen ist (besser noch ausdrücklich eingeschlossen).
 

Otto27

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Und übernimmt die Beratungshilfe dann auch die Gerichtskosten bei evtl. verlorenen Prozessen?

Und wenn ihr noch bisschen Geld habt und die Beratungshilfe nicht in Anspruch nimmt, wie macht ihr das rein praktisch. Also man hört ja z. B. oft man solle nie die Eingliederungsvereinbarung unterschreiben und z. B. erst mal mitnehmen und prüfen lassen (z. T. auch vom Anwalt). Nur ohne Rechtschutz-Versicherung, also man kann ja nicht für jeden Wisch der von Arbeitsagentur kommt, dann wirklich immer zum Anwalt gehen und das prüfen lassen und das ganze kann sich ja auch lange ziehen, z. B. könnte die erste Eingliederungsvereinbarung (rechtliche) Fehler enthalten, man geht zum Anwalt, der zeigt auf was darin falsch ist, das bemängelt man dann bei Arbeitsagentur und zack, machen sie halt eine neue und man muß dann wieder zum Anwalt und das prüfen lassen und dann evtl. jedes mal auch etwas Geld dafür bezahlen...das gleiche analog evtl. auch wenn irgendwelche Maßnahmen vereinbart werden usw.
 

Nena

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Und übernimmt die Beratungshilfe dann auch die Gerichtskosten bei evtl. verlorenen Prozessen?
Nein, damit kriegst Du eine Beratung bezahlt.

man hört ja z. B. oft
hmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm
glaub ich nicht
nie ungeprüft vielleicht, schon gar nicht ungelesen/unverstanden

Du darfst unterschreiben, was Du möchtest. Es ist sinnvoll, dass Du liest und verstehst, was Du unterschreibst. Du musst nichts unterschreiben (nicht mal den Antrag auf ALG).

frage mich gerade obs evtl. sinnvoll ist, sich gleich vorbeugend eine Rechtsschutzversicherung zu holen
Nein, finde ich nicht. Für mich stünden die Kosten in keiner Relation zu einem etwaigen Ertrag. Ich kann doch selber lesen und schreiben und auch schon vorher sprechen. Ich kann kein Juristisch, nein. Aber ich hätte auch nicht die Nerven, wegen jedem Schriftstück zu einem Anwalt zu lafen (auch noch zu dem, den meine RSV mich schickt, weil Kooperationspartner oder so).
 

Otto27

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Nein, damit kriegst Du eine Beratung bezahlt.
Ok, nur wenn dir dann z. B. zur Klage geraten wird und es dann auch machst, trägst du dann halt trotzdem das Prozess-Risiko (und wenn du verlierst mußt du die Gerichtskosten übernehmen...) und mit einer Rechtschutzversicherung wird dir das halt alles abgenommen. Und häufig ists ja auch so, dass Anwälte (oder Berater) irgendwie sagen, sie sehen ganz gute Chancen, aber wirklich garantieren können sie den Gerichts-Erfolg halt nicht. Um mal Beispiel zu nennen, Eingliederungsvereinbarung wird als Verwaltungsakt festgelegt, der Sachbearbeiter hat gewisse Berufserfahrung und es ist daher nicht total ungeschickt umgesetzt/formuliert, es sind paar kleinere Punkte drin, die dir nicht gefallen und die evtl. juristisch angreifbar sind, nur will man dann wirklich Klage riskieren und wenn man verliert dann fette Gerichtskosten-Rechnung bezahlen?

Also rein praktisch gesehen, ohne Rechtsschutzversicherung kann man dann doch wirklich fast nie gegen so was vorgehen ohne ein unverhältnismässiges Risiko einzugehen, oder? Außerdem ich glaube in erster Instanz muß man doch auch seine Anwaltskosten (bis 1000€?!) selbst bezahlen und selbst bei gewonnen Prozess bekommt man das Geld nicht wieder erstattet. Oder will man es dann wirklich auch noch risikieren sich selbst, ohne Anwalt, zu verteidigen?
 

hansestadt

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Eine Rechtsschutzversicherung ist immer sehr sinnvoll,weil es sehr ins Geld gehen kann,aber Du solltest beachten,dass Du bei Abschluss einer Rechtsschutzversicherung immer eine Sperrfrist von einigen Monaten haben tust und danach ist sie erst voll einsetzbar.Ich bin dankbar das ich sie habe,weil mein Anwalt für mein komplettes Rentenverfahren daraus bezahlt wird,sonst hätte ich ein Problem.
 

specht59

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Man liest ja hier viel von Problemen, Willkür von Arbeitsagentur usw
Wenn man sich durch dieses Forum klickt, kann man schon den Eindruck bekommen, dass eine Rechtsschutzversicherung nicht schaden könnte. Ich hatte es mir auch überlegt. Aber es liegt wohl in der Natur der Sache, dass hier eher dann geschrieben wird, wenn man mit oder ohne eigenes Zutun ein Problem mit den Behörden hat. Zudem geben Rechtsschutzversicherungen nur eine Deckungszusage, wenn Aussicht auf Erfolg besteht. Einfach mal prozessieren, um Sand ins Getriebe zu streuen oder weil man zu einer Massnahme keine Lust hat, wird die Versicherung eher nicht finanzieren. Ich finde, wenn man nicht in einer speziellen Situation ist, wo z.b. hinsichtlich Krankheit, Rente, Leistungsfähigkeit Streitigkeiten abzusehen sind und wenn man irgendwo einsieht, dass zum Bezug des ALG1 auch ein paar Pflichten gehören, kann man darauf verzichten.
 

hansestadt

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Wenn man sich durch dieses Forum klickt, kann man schon den Eindruck bekommen, dass eine Rechtsschutzversicherung nicht schaden könnte. Ich hatte es mir auch überlegt. Aber es liegt wohl in der Natur der Sache, dass hier eher dann geschrieben wird, wenn man mit oder ohne eigenes Zutun ein Problem mit den Behörden hat. Zudem geben Rechtsschutzversicherungen nur eine Deckungszusage, wenn Aussicht auf Erfolg besteht. Einfach mal prozessieren, um Sand ins Getriebe zu streuen oder weil man zu einer Massnahme keine Lust hat, wird die Versicherung eher nicht finanzieren. Ich finde, wenn man nicht in einer speziellen Situation ist, wo z.b. hinsichtlich Krankheit, Rente, Leistungsfähigkeit Streitigkeiten abzusehen sind und wenn man irgendwo einsieht, dass zum Bezug des ALG1 auch ein paar Pflichten gehören, kann man darauf verzichten.

Hallo specht59,

ob mann darauf verzichten kann,dass liegt auch immer am eigenen Geldbeutel,mit dem man dann gegebenfalls den Anwalt aus eigener Tasche bezahlen muss und da sind 200 Euro für eine Beratung schnell zusammen und bei Erstellung von Schriftstücken,Stellungnahmen,Widersprüche oder Klagen hast Du die 1000 Euro ganz schnell erreicht oder weit überschritten.

Du kannst ohne Vermögen oder ausreichenden Einkommen auch einen Beratungsschein beim Amtsgericht beantragen,aber auch dort wird inzwischen sehr stark eingespart und man verweigert es immer öfter,weil man die Beratung erst einmal selber tragen soll,Prozesskostenhilfe wird man schon eher bekommen.

Mit den Pflichten bei ALG 1 ist es alleine oftmals nicht getan und es werden Leistungen trotz Rechtsanspruch verweigert oder gestrichen und dann bekommt man ganz schnell dicke Backen,um nicht aus der Wohnung zu fliegen.Ich habe das alles erleben dürfen und ich musste am Ende eine Dienstaufsichtsbeschwerde nach Nürnberg gegen einen Mitarbeiter vom Arbeitsamt stellen,weil er mir alles an Leistungen verweigert hatte und kurze Zeit später bekam ich eine Entschuldigung vom Amtsleiter und ich habe mein Geld bekommen.

Man muss es erst immer selber erlebt haben und dann sieht man plötzlich vieles aus einem ganz anderen anderen Blickwinkel.
 

specht59

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Man muss es erst immer selber erlebt haben und dann sieht man plötzlich vieles aus einem ganz anderen anderen Blickwinkel.

das glaube ich. Ich hatte jetzt den ALG1-Bezieher im Auge, der von seinem ALG1 leben kann. Der braucht meines Erachtens keine Rechtsschutzversicherung. Schlimmstenfalls muss halt mal eine blöde Massnahme machen oder eine Stelle annehmen, die einem nicht gefällt, aber das ruiniert einen ja nicht. Aber sobald das ALG1 oder die aufgezwungene Stelle nicht zum Leben reicht sind, wir natürlich im Bereich der Komplikationen, wo eine Rechtsschutzversicherung schon hilfreich sein kann.
 

Kerstin_K

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MAn darf auch nict vergessen, dass viele Rechtschutzversicherungen heute nur noch Verträge mit Selbstbeteligung anbieten. Da ist man dann bei jedem Fall mit 150 EUR dabei. Das kann sich ein ALG II Empfänger nicht leisten.

Und wenn man zu viele Schadenfälle hat, egal ob man gewinnt oder verliehrt, dann fliegt man ganz schnell raus. Und dann hat man grosse Probleme , eine neue Versicherung zu finden.
 

hansestadt

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MAn darf auch nict vergessen, dass viele Rechtschutzversicherungen heute nur noch Verträge mit Selbstbeteligung anbieten. Da ist man dann bei jedem Fall mit 150 EUR dabei. Das kann sich ein ALG II Empfänger nicht leisten.

Und wenn man zu viele Schadenfälle hat, egal ob man gewinnt oder verliehrt, dann fliegt man ganz schnell raus. Und dann hat man grosse Probleme , eine neue Versicherung zu finden.

Hallo Kerstin K,

viele Versicherungen kann man mit und ohne Selbstbeteiligung abschließen,ohne SB ist der Beitrag etwas höher.Das man bei zu vielen Schadenfällen rausfliegen kann,dass ist wirklich so.

Es ist sehr schwer bei ALG 2 die Beiträge aufzubringen,dass kann ich nur bestätigen,aber ohne kann es noch viel teurer werden.

Es ist am Ende egal ob ALG 1 oder ALG 2,wenn man sie braucht,dann spielt das alles keine Rolle und bei großen Problemen setzt man sie ein,auch mit dem Risiko rauszufliegen,man kann ja nicht warten,dass die Probleme weniger werden.
 

HermineL

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Es ist sehr schwer bei ALG 2 die Beiträge aufzubringen,dass kann ich nur bestätigen,aber ohne kann es noch viel teurer werden.
Bitte erkläre mir Unwissenden warum dies bei ALG II teurer werden sollte. Für den Anwalt gibt es den Beratungsschein, für einen
Prozess PKH und wenn man im Sozialgerichtsverfahren unterliegt kostet einen das auch nichts.
Unabhängig davon kann man sich auch den Anwalt und PKH sparen und macht das alles selber. Das ist mitunter besser als
mit einem "fähigen" Anwalt.
Jetzt erkläre mir was mich da mehr kostet als eine Rechtsschutzversicherung ohne SB für 30-40 Euro im Monat ?
Das Geld kann man zumindest als ALG II Empfänger besser anlegen. Als Arbeitnehmer oder ALG I Empfänger ist es schon etwas anderes.
 

hansestadt

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Bitte erkläre mir Unwissenden warum dies bei ALG II teurer werden sollte. Für den Anwalt gibt es den Beratungsschein, für einen
Prozess PKH und wenn man im Sozialgerichtsverfahren unterliegt kostet einen das auch nichts.
Unabhängig davon kann man sich auch den Anwalt und PKH sparen und macht das alles selber. Das ist mitunter besser als
mit einem "fähigen" Anwalt.
Jetzt erkläre mir was mich da mehr kostet als eine Rechtsschutzversicherung ohne SB für 30-40 Euro im Monat ?
Das Geld kann man zumindest als ALG II Empfänger besser anlegen. Als Arbeitnehmer oder ALG I Empfänger ist es schon etwas anderes.

Ich habe gesagt,dass die Beiträge für einen ALG 2 Bezieher natürlich schwerer aufzubringen sind,als für einen ALG 1 Bezieher,ich muss wohl nicht erklären warum.

Die sind heute nicht mehr so großzügig mit dem Beratungsschein bei Amtsgericht,sondern dort wird inzwischen auch hart bei den kleinen Leuten gespart,dass wurde mir vor wenigen Tagen durch einen Anwalt bestätigt und auch durch eine Rechtspflegerin beim Gericht und die müssen es wissen.

PKH ist schon wieder einfacher zu bekommen,weil es dann schon eine Instanz weiter ist und das wird übernommen,aber auch die Beratung muss man sich leisten können,wenn man den Schein nicht bekommt.

Natürlich sind Verfahren beim SG kostenlos,aber es sind nicht alle Menschen so fähig wie Du und können sich selber beim SG sehr gut vertreten und einen fähigen Anwalt ersetzt ein Laie niemals.

Wenn das Gericht Probleme macht oder Naturgemäß die Gegenseite und das sind bei den SG in aller Regel die Behörden,dann wünsche ich Dir in einen Jahre langen Prozess mit Deiner Selbstvertretung ohne Anwalt viel Spaß,die Behörde wird sich darüber freuen.

Mit der Rechtsschutz habe ich Stück Unabhängigkeit und es gibt im Leben auch noch reichlich andere Probleme,als nur das Arbeitsamt oder die Rentenversicherung und in vielen Bereichen gibt es eine Anwaltspflicht und was machst Du dann,natürlich selber zahlen.

Es ist jeden freigestellt,ob er eine Versicherung braucht oder auch nicht.
 
G

Gelöschtes Mitglied 49359

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Falls eine Rechtsschutzversicherung sinnvolll ist, welche Pakete soll man dann hier buchen? Gibt ja welche wo man optional noch verschiedene Bereiche dazunehmen kann, z. B. Berufs-Rechtsschutz, nur fällt alg1 und eventuelle Rechtsfragen mit Arbeitsagentur überhaupt darunter?
Grundsätzlich ist es immer verkehrt sich eine Rechtsschutzversicherung zu zulegen, wenn die Vermutung nahe liegt, es gibt Ärger!
Grundsätzlich gilt im RS ist das Ereignis vor Abschluss der Versicherung bereits eingetreten, dann gibt es keine Deckungszusage. Und den Eintritt des Ereignis wird der Schadensachbearbeiter genau prüfen.

Es gibt grundsätzlich Wartezeiten im bereich Wohnen, Arbeit und im Privaten RS sind es die Leistungsinhalte Sozialgerichtsrechtsschutz und Verwaltungsrechtsschutz - alle jeweils 3 Monate. Und selbst wenn die Wartezeit beendet ist, wird es auf Grund des bereits vor Abschluss eingetretenen Fall zur Ablehnung des Leistungsfall kommen.

Rechtsfragen mit der Arbeitsagentur oder dem JC fallen unter den Sozialgerichtsrechtsschutz.

Bestenfalls schließt man RS in allen Bereichen ab, die einen selbst betreffen.

Manche RSV schließen SGB-Probleme aus.
Ist nicht korrekt! Sozialgerichtsrechtsschutz ist genereller Leistungsinhalt des privaten Rechtsschutz

Zudem geben Rechtsschutzversicherungen nur eine Deckungszusage, wenn Aussicht auf Erfolg besteht
So darf sie garnicht entscheiden, sie darf auch grundsätzlich durch eigene Anwälte nicht beraten.
Im Rechtsschutz wird danach entschieden, ob ein Rechtsverstoß vorliegt und dann gibt es auch eine Kostendeckungszusage- natürlich hier noch zubeachten sind Fahrlässigkeit, grobe Fahrlässigkeit und Vorsatz.
 

Natrok

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Ok, nur wenn dir dann z. B. zur Klage geraten wird und es dann auch machst, trägst du dann halt trotzdem das Prozess-Risiko (und wenn du verlierst mußt du die Gerichtskosten übernehmen...) und mit einer Rechtschutzversicherung wird dir das halt alles abgenommen.

Das Verfahren vor den Gerichten der Sozialgerichtsbarkeit ist für Versicherte, Leistungsempfänger einschließlich Hinterbliebenenleistungsempfänger, behinderte Menschen oder deren Sonderrechtsnachfolger nach § 56 des Ersten Buches Sozialgesetzbuch kostenfrei, soweit sie in dieser jeweiligen Eigenschaft als Kläger oder Beklagte beteiligt sind (§ 183 Abs. 1 SGG).

Egal ob du gewinnst oder verlierst, du zahlst keine Gerichtskosten. Ausnahme davon bilden Rechtsstreite, wo es um Entschädigung wegen überlanger Verfahrensdauer geht. Außerdem sind Verfahren vor dem Sozial- und Landessozialgericht, sogenannte Parteiprozesse, wo du keinen Anwalt benötigst. Du kannst ohne Anwalt dich selbst vertreten.
 

Otto27

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Edit: Oh, hat sich gerade mit Natroks Post überschnitten...und wußte ich nicht, dass man für Sozialgericht quasi dann kein Gerichtskosten-Risiko trägt...also wenn ich so nachdenke, kann man sich evtl. wirklich eine Rechtsschutzversicherung dann fast sparen (zumindest wenn man sich vorher überlegt hat, das hauptsächlich wegen evtl. kommenden Stress mit Arbeitsagentur zuzulegen)...und habe zwar dann (vermutlich bald) alg1, aber war vorher nur in Zeitfirma mit Niedriglohn beschäftigt, also rein praktisch wirds ca. Hartz4-Niveau sein vom Geld her (zumindest wenn ich zusätzlich Wohngeld beantragt habe, weil ohne wirds eher noch weniger sein...) und ists vermutlich schon besser sich einfach die 30-40€ im Monat für Rechtsschutz zu sparen...

Ansonsten noch Danke für alle die sich hier beteiligt haben, hat geholfen und fühle mich jetzt gleich besser informiert :)
 
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Natrok

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Mit der PKH bleibst im Falle des unterliegens, nicht auf deinen eigenen außergerichtlichen Kosten sprich den eigen Anwalt sitzen.
 

HermineL

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Schon interessant das du dich durch eine einfache Frage direkt angegriffen fühlst und meinst deinen Ton direkt abwertend gestalten zu müssen.

Ich habe gesagt,dass die Beiträge für einen ALG 2 Bezieher natürlich schwerer aufzubringen sind,als für einen ALG 1 Bezieher,ich muss wohl nicht erklären warum.
Das habe ich wo bitte in Abrede gestellt ?


Die sind heute nicht mehr so großzügig mit dem Beratungsschein bei Amtsgericht,sondern dort wird inzwischen auch hart bei den kleinen Leuten gespart,dass wurde mir vor wenigen Tagen durch einen Anwalt bestätigt und auch durch eine Rechtspflegerin beim Gericht und die müssen es wissen.
Mit Verlaub das ist bestenfalls eine subjektive Einschätzung deinerseits die bei dir zutreffen mag oder auch bei manch anderen aber Fakt ist das der Zugang zur Beratung durch das Beratungshilfegesetz - BerHG geregelt wird un da gab es die letzte Änderung in 2015 die aber nicht die Beratungshilfe an sich betraf.


Natürlich sind Verfahren beim SG kostenlos,aber es sind nicht alle Menschen so fähig wie Du und können sich selber beim SG sehr gut vertreten und einen fähigen Anwalt ersetzt ein Laie niemals.
Wo bitte habe ich behauptet das ich darin "fähig" wäre. Das ist wiederum nur eine subjektive Einschätzung deinerseits die ich ganz anders sehe. Das ein Laie keinen fähigen Anwalt ersetzt stellt auch niemand in Abrede jedoch muss man erst einmal einen fähigen finden und die gibt es nun einmal nicht überall. Die Regel ist eher das Gegenteil wenn denn überhaupt einer zu finden ist. Was mitunter von sogenannten "Anwälten" angeraten wird und welchen Schiffbruch so manch ein Hilfesuchender damit erlitten hat kann man mannigfaltig hier im Forum nachlesen.


Wenn das Gericht Probleme macht oder Naturgemäß die Gegenseite und das sind bei den SG in aller Regel die Behörden,dann wünsche ich Dir in einen Jahre langen Prozess mit Deiner Selbstvertretung ohne Anwalt viel Spaß,die Behörde wird sich darüber freuen.
Zumindest im Sozialrecht ist es so das wenn das Gericht Probleme macht und du hast nicht das Glück zufällig einen "fähigen" Anwalt zu haben wirst du auch mit anwaltlicher Hilfe nicht besser dastehen. Der Anwalt ist mitnichten ein Garant für Erfolg vor dem Gericht. Oft genug sogar das Gegenteil. Bei spiele dafür gibt es auch hier genug im Forum.
Ganz davon abgesehen finde ich gerade hier im Elo-Forum und auch anderswo soviel kompetente Hilfe mit der ich mich wehren kann die sehr oft wesentlich fundierter und weitergehend ist als die Beratung so mancher "Anwälte". Dieses Schwarmwissen sollte man nicht unterschätzen und leichtfertig als laienhaft abtun. Das beste daran ist es kostet mich nichts außer ein wenig investierter Zeit !!!


Mit der Rechtsschutz habe ich Stück Unabhängigkeit und es gibt im Leben auch noch reichlich andere Probleme,als nur das Arbeitsamt oder die Rentenversicherung und in vielen Bereichen gibt es eine Anwaltspflicht und was machst Du dann,natürlich selber zahlen.
Mit dem Rechtsschutz gewinne ich ein Stück Unabhängigkeit, so denn ich überhaupt einen fähigen Anwalt finde, verliere aber als ALG II Empfänger 10 % meiner Regelleistung an finanzieller Unabhängigkeit nur für den Fall das es ja irgendwann einmal sein könnte das ich einen Anwalt brauche. Subjektiv betrachtet habe ich außerhalb des Sozialrechts in den letzten 30 Jahren keinen Anwalt benötigt. Hätte aber bei ca. 25 Euro im Monatsschnitt (sind eher 40) über die Jahre rund 9000 Euro an Versicherungsbeiträgen geleistet. Eine super Kosten-Nutzungsrechnung. Lohnen tut sich das nur für die Versicherung.


Es ist jeden freigestellt,ob er eine Versicherung braucht oder auch nicht.
Das gilt nicht nur dafür sondern das gilt für alle Ratschläge, Anregungen oder sonstiges hier im Forum. Man bestimmt selber was man annehmen möchte und was nicht. In Hinsicht auf einen Rechtstreit im SGB kann man mit Hilfe des Forums sogar das Heft des Handelns in der Hand behalten und muss sich nicht blind auf einen Anwalt verlassen bei dem man nicht weiß ob er wirklich das ausschöpft was möglich ist oder nicht. Außerdem spart man sich noch den Ärger mit der Rechtsschutzversicherung wenn die sich weigert die Kosten zu übernehmen und man spart obendrauf auch noch die Versicherungsbeiträge.
In diesem Sinn und unter Kenntnis aller relevanten Aspekte möge jeder sich selber eine Meinung bilden ob er diese Versicherung als ALG II Empfänger, Aufstocker oder EMR-Rentner braucht oder nicht.
 

Kerstin_K

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Du hast vermutlich überlesen, dass die Frage des TE hier den ALG I - Bereich betrifft. :icon_wink:
Nein, habe ich nicht. Aber niemand wird nur für die Zeit eines ALG I Bezuges eine RSV abschliessen und nach ALGI kommt nunmal oft ALG II.
viele Versicherungen kann man mit und ohne Selbstbeteiligung abschließen,ohne SB ist der Beitrag etwas höher.
Ja, die gibt es, aber es gibt auch viele Versiherungsgesellschaften, die das gar nicht mehr anbieten.
Es ist sehr schwer bei ALG 2 die Beiträge aufzubringen,dass kann ich nur bestätigen,aber ohne kann es noch viel teurer werden.
es geht nicht nur um die Beiträge, sondern auch um die Selbstbeteiligung.
Ist nicht korrekt! Sozialgerichtsrechtsschutz ist genereller Leistungsinhalt des privaten Rechtsschutz
Wir hatten hier erst vor kurzem einen Thread mit einer RSV, wo SGB II und SGB XII ausgeschlossen waren.
 

hansestadt

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Es kann jeder seine persönliche Meinung darüber haben und wenn man der Meinung ist,dass man keine Versicherung benötigt,weil ja grundsätzlich alles zu teuer ist,dann darf man nachher auch nicht jammern,wenn das böse Erwachen kommt und wenn dann die finanziellen Mittel für einen Rechtsstreit fehlen und ganz besonders wenn man nicht soviel Geld im Monat zur Verfügung hat.Hat man genug an der Seite zu liegen,dann braucht man keine Versicherungen,aber hat man das Geld nicht,dann ist der Rechtsstreit oft schon zu Ende bevor er richtig begonnen hat und das wissen die Behörden sehr genau und deshalb spielen die grundsätzlich immer auf Zeit.

Ich kann nur meine Erfahrung wiedergeben und es darf jeder komplett anders sehen als ich,weil es mir letztendlich auch egal ist.

Es wird immer gute und schlechte Versicherungen geben und auch gute und schlechte Anwälte geben,aber verallgemeinern kann man es jedenfalls nicht,weil ich mit meinen Anwalt sehr zufrieden bin und ich bin sehr dankbar,dass ich diese Hilfe in meinem Rentenverfahren vor dem SG habe,denn Recht haben und bekommen ist ja bekanntlich nicht das selbe.

Wenn eine Behörde trotz Rechtsanspruch nicht zahlen möchte,dann viel Spaß beim klagen,weil die einem finanziell am steifen Arm verhungern lassen,mit ihren eigenen Anwälten,die alle Behörden beschäftigen und da kann man dann alleine gegen ankämpfen und wenn man schon einmal vorm Gericht war,dann weiß man das es kein Zuckerschlecken ist um sein Recht zu bekommen.

Ich hole mir auch sehr gerne Ratschläge im Forum,aber alleine damit wird man keinen Prozess gewinnen können,weil viele Verfahren je nach Richter unterschiedlich verlaufen können und es wird sehr schnell ein Kampf David gegen Goliath.

Ich konnte in den letzten Jahren auch viel Erfahrungen auf dem Gebiet der DRV sammeln dürfen und ich arbeite meinem Anwalt immer sehr gut zu und ich schreibe oft Richtigstellungen für meinen Anwalt,damit er immer auf dem neuesten Stand ist und zusammen ist man wesentlich stärker als alleine,sonst hätten Behörden ja auch keine Anwälte.
 
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G

Gelöschtes Mitglied 49359

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Wir hatten hier erst vor kurzem einen Thread mit einer RSV, wo SGB II und SGB XII ausgeschlossen waren
Die Police/Versicherungsschein hätte ich gerne gesehen, es gibt grundsätzlich allgemeine Versicherungsbedingungen im RS und die gelten für alle RS-Versicherer und dort wird für den Private -RS der Sozialgerichtsrechtsschutz aufgeführt ohne Ausschlüsse SGB II u. SGB XII
 
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Gelöschtes Mitglied 58736

Gast

ZynHH

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Da hätte ich gerne gewusst, welche Gesellschaft es war - einer der grossen RS-Versicherer dürfte es nicht gewesen sein.
Und trotzdem das Bedingungswerk hätte ich gerne gesehen -

Dann solltest du den Nutzer fragen:

@Kessia
Ohne Selbstteiligung, weil oft die kleinen Sachen den größten Mist machen und ich deswegen ohne Selbstbeteiligung gewählt habe.
Unter Leistungsarten steht bei meiner widerrufenen RSV unter Sozial-Rechtsschutz:
- für die Wahrnehmung rechtlicher Interessen vor deutschen Sozialgerichten
- für das dem Gerichtsverfahren vorgeschaltete Widerspruchsverfahren

Gleichzeitig steht unter Ausgeschlossene Rechtsangelegenheit, dass aus dem Bereich SGBII, SGBXII und Asylangelegenheiten kein Rechtsschutz besteht.

Lustig diese Versicherungsunternehmen. Was will ich denn mit einer RSV, die SGBII und SGBXII ausschließt? Viel bleibt da ja nicht übrig im Bereich Sozial-Rechtsschutz, wenn man diese Bereiche ausschließt.
 
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