Rechtsfolgebelehrung aktuell??? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, GĂ€ste: 1)

Status
FĂŒr weitere Antworten geschlossen.

Hawk321

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
30 Oktober 2005
BeitrÀge
194
Bewertungen
19
Hallo zusammen,

habe vom Amt (trotz Merkmal das ich keine ZA mehr machen will) ein "Angebot" bekommen, von einer ZA...

Stelle selbst passt...aber ich will nie wieder ZA vom Amt machen (ausser ich suche selbst).

Die haben mir direkt einen Brief geschrieben (die ZA) wie toll die mich finden und meine Bewerbung sei so gut...(hab nie was hingeschickt)...

Nun bekomme ich einen Vorstellungstermin zugeschickt...(200km entfernt)...in denen auch geschrieben steht,...Fahrkosten uebernehmen wir nicht...soll das Amt machen....

Weiterhin wird mein Profil gelobt (immer noch nicht mich dort beworben)...
In der Post ist auch ein Bewerberbogen beigefuegt, welchen ich ausfuellen SOLL....meine Hobbys und die Kontaktdaten der frueheren Arbeitgeber geht denen nichts an...auch bin ich nicht einverstanden damit, das meine persoehnlichen Daten samt Bild an alle moeglichen potentiellen Kunden in der Republick weitergeleitet werden....

Nun zum wesentlichen, im Stellenvorschlag war keine Rechtsfolgebelehrung enthalten, die Stelle kam, bevor ich den ALG1 Antrag abgeben hab!
Nun hat sich 2009 so einiges geaendert....

Ist es immer noch aktuell, das Stellen ohne Rechtsfolgebelehrung in den Korb koennen???
 

Martin Behrsing

Redaktion
Mitglied seit
16 Juni 2005
BeitrÀge
21.604
Bewertungen
4.231
Hier mal etwas zu den Sperrzeiten und den Anforderungen an ein Stellenangebot. P.S. Zeitarbeit kannst du nicht ausschließen, da diese ausdrĂŒcklich zumutbar ist.

Anforderungen an das Stellenangebot bei einer Sperrzeit wegen Arbeitsablehnung
SGB III §§ 121, 144 Abs. 1 S. 1 Nr. 2


SG Chemnitz, Urteil vom 15. 11. 2007 - S 6 AL 253/06

Professor Dr. Richard Giesen und Professor Dr. Oliver Ricken, Gießen/Bochum

Dem KlĂ€ger, der zuvor als Kellner gearbeitet hatte, bewilligte die beklagte Bundesagentur fĂŒr Arbeit fĂŒr die Zeit ab dem 1. 10. 2005 Arbeitslosengeld. Obwohl die Beklagte dem KlĂ€ger am 21. 10. 2005 ein Stellenangebot als Koch unterbreitete, allerdings hierbei keinen bestimmten Lohn nannte, nahm der KlĂ€ger mit dem potenziellen Arbeitgeber keinen Kontakt auf. Die Beklagte stellte daraufhin den Eintritt einer 3-wöchigen Sperrzeit fest. Hiergegen wandte sich der KlĂ€ger und war vor dem SG Chemnitz erstinstanzlich erfolgreich. Nach dessen Auffassung setzt der Eintritt einer Sperrzeit bei Arbeitsablehnung voraus, dass die Agentur fĂŒr Arbeit dem Arbeitslosen zuvor eine zumutbare BeschĂ€ftigung angeboten hat. Was zumutbar ist, ergebe sich aus § 121 SGB III. Da sich nach dieser Vorschrift die Zumutbarkeit auch nach der Höhe der erzielbaren VergĂŒtung richte, mĂŒsse die Höhe der VergĂŒtung im Arbeitsangebot angegeben werden. Dabei sei insbesondere § 121 III SGB III eine Schutzvorschrift fĂŒr den Arbeitslosen, der hieraus einen Anspruch herleiten könne, dass die beklagte Bundesagentur fĂŒr Arbeit ihm nur zumutbare Arbeitsangebote unterbreite und folglich vor Übersendung eines Arbeitsangebotes die erzielbare VergĂŒtung abprĂŒfe. DarĂŒber hinaus mĂŒsse es auch einem Arbeitslosen selbst möglich sein, die Zumutbarkeit eines Stellenangebotes anhand der in § 121 SGB III genannten Kriterien zu prĂŒfen. Erhalte der Arbeitslose ein Arbeitsangebot, ohne dass der erzielbare Lohn angegeben wird, so entspreche dieses nach Auffassung des Gerichts nicht den GrundsĂ€tzen einer sachgerechten Arbeitsvermittlung, so dass die Nichtverfolgung eines solchen Arbeitsangebotes auch keine Sperrzeit begrĂŒnden könne.


Quelle: Giesen, Ricken: Anforderungen an das Stellenangebot bei einer Sperrzeit wegen Arbeitsablehnung NZA 2008 Heft 8
 

Hawk321

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
30 Oktober 2005
BeitrÀge
194
Bewertungen
19
Boar!!! Das waere ja das aus fuer fast alle Stellen von denen! Zumal einige Firmen grossmundig TARIF schreiben und dann bei einer Vorstellung der Tarif nie bezahlt wird bzw. die Firma nur etwas so ausgewaehlt hat...

DANKE!!!
 

Paolo_Pinkel

Super-Moderation
Mitglied seit
2 Juli 2008
BeitrÀge
12.837
Bewertungen
6.313
Hi,

Ă€ußerst interessant. Ich bin sowieso dafĂŒr, dass man festschreiben solle, dass die VergĂŒtung explizint in Zahlen und nicht mit irgendwelchen Tariflohngruppen oder Paragraphen angegeben wird.

Somit wird das auch fĂŒr den Arbeitssuchenden transparent. Das MĂ€rchen, dass ein Gehalt verhandelbar sei ist sowieso hinfĂ€llig. Zumindest fĂŒr viele in unserer Lage. Heutzutage regiert das Lohndiktat.

Nimmt man an gut. Nimmt man nicht an kommt der nĂ€chste. So könnte man auch viel schneller evtl. sittenwidrige VergĂŒtungen im Vorfeld filtern und mĂŒsste nicht erst persönlich bei einem AG vorstellig werden um dies zu erfahren.

Gruss

Paolo
 

Martin Behrsing

Redaktion
Mitglied seit
16 Juni 2005
BeitrÀge
21.604
Bewertungen
4.231
Wenn Tarif angegeben wird, ist das ein konkretes Angebot. Man muss ja eine Stelle nicht annehmen, wenn der Arbeitgeber sich dann nicht daran halten will.

Unbedingt aber beachten, dass mit zunehmender Arbeitslosigkeit auch Jobs angenommen werden mĂŒssen, dessen Verdiensthöhe in Höhe des ALG 1 ist.

Bei ALG 2 ist leider fast alles zumutbar.
 

McMurphy

Elo-User*in
Mitglied seit
2 Januar 2009
BeitrÀge
220
Bewertungen
1
Boar!!! Das waere ja das aus fuer fast alle Stellen von denen! Zumal einige Firmen grossmundig TARIF schreiben und dann bei einer Vorstellung der Tarif nie bezahlt wird bzw. die Firma nur etwas so ausgewaehlt hat...

DANKE!!!
Der Tarif ist unterteilt in Entgeltgruppen: 1-5 in der Regel.

Du wirst niemals egal wie gut qualifiziert du bist, ausser ein Kunde braucht sehr dringend jemanden, ĂŒber EG 3 kommen.

Dieses ganze Tarifwerk gehört verboten - Equal-Pay muss her
 

Mario Nette

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
13 Dezember 2007
BeitrÀge
12.325
Bewertungen
847
Ich bin sowieso dafĂŒr, dass man festschreiben solle, dass die VergĂŒtung explizint in Zahlen und nicht mit irgendwelchen Tariflohngruppen oder Paragraphen angegeben wird.
Das wir aber schwierig, wenn der Tarifvertrag diverse persönliche Gegebenheiten berĂŒcksichtigt. Wenn man den Bewerber nicht kennt oder ĂŒberhaupt kein Angebot an einen konkreten Bewerber macht, geht das dann einfach nicht.

Mario Nette
 
Status
FĂŒr weitere Antworten geschlossen.
Oben Unten