Rechtsanwalt legt Mandat nieder - Beratungshilfeschein zurückverlangen?

Morg

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Guten Tag, ich versuche es mal kurz zu machen:


ich habe einen Rechtsanwalt mit Hilfe eines Beratungshilfescheins eingeschaltet, damit dieser bei meinem Jobcenter, das sich zunächst weigerte, meinen Antrag auf ALG II zu bearbeiten, Druck macht.
Mit der Zeit musste ich aber feststellen, dass der RA nichts davon hielt, mich über seine Schritte bzgl meines Anliegens, zu informieren. "Mit der Zeit" bedeutet, dass ich die Vollmacht im Mai unterzeichnete und von da an bis vor ein paar Tagen keinerlei konkrete Unterlagen/Informationen von meinem RA erhielt - auch nicht, nachdem ich ihn mehrfach darum gebeten habe, mich auf dem Laufenden zu halten und er mir immer versicherte, er würde mich bis dann und dann kontaktieren.

So festigte sich die Vermutung, dass der RA generell überhaupt nichts tat - er überzeugte mich ja, entgegen seiner Versprechungen, nie vom Gegenteil und entsprechend sauer stieß mir der ganze Spaß auf, sodass ich mich gezwungen sah, ihn eine Frist zu setzen. Ich forderte sämtliche (!) Schreiben, die er an's JC geschickt hat und erinnerte ihn an gewisse Paragraphen der Berufsordnung, die ihn dazu verpflichteten, mir Auskunft zu erteilen.

An dem Tag, an dem die Frist ablief, erhielt ich dann eine E-Mail von ihm. Im Anhang ganze 3 Briefe: 2 davon datiert auf Juni, einer auf den selben Tag, an dem er diese Mail schrieb, also September. Ebenso teilte er mir in der Mail förmlich mit, dass mein Verhalten ihm aufstoße und es ihm nicht möglich wäre, aufgrund meiner Verhaltensart mit mir zu arbeiten - zugegeben, da musste ich lachen. Im gleichen Schreiben legte er das Mandat dann auch direkt mit dieser Begründung nieder. Okay, damit kann ich leben, denn jetzt weiß ich wenigstens, woran ich bin und hänge nicht mehr zappelnd in der Luft.

Außerdem standen noch Dinge in dem Schreiben, wie "ich habe ihnen Schreiben zukommen lassen aber die kamen wieder zurück, da der Adressat unter der Adresse nicht erreichbar gewesen ist und somit habe ich nichts zu verschulden" - naja, interessant dass er meine Adresse auf den Schreiben an's JC aber korrekt zitiert hat und es auch nicht schaffte, mich telefonisch oder via Mail darüber zu informieren, dass seine Briefe wieder zu ihm zurück kamen. Lächerlich.


Beim Amtsgericht erfuhr ich am selben Tag (bevor ich seine Mail erhielt), dass er den Beratungshilfeschein noch nicht eingereicht hat und ich diesen daher von dem Anwalt zurück verlangen kann, um ihn dann für einen Anwaltswechsel nutzen zu können.


Hat hier schon mal jemand etwas ähnliches durch gemacht inkl des Zurückverlangens von dem Schein? Wenn ja, wie genau schreibt man dem Anwalt das am besten in so einem Fall, wo ER das Mandat bereits niedergelegt hat? Ich sprach bereits mit Leuten darüber, die mir mitteilten, dass die Chance recht hoch ist, dass der RA mir den Schein zurück gibt, weil er sich - wie anhand der paar Schreiben, die ich von ihm bekam, sowie aus der dadurch nachweisbaren Schluderei, deutlich hervorgeht - quasi in's eigene Knie geschossen hat und bei einer Klage sehr schlechte Karten hätte.


Ich würde gern ein paar Meinungen dazu lesen und, falls jemand Tipps hat, wäre ich sehr dankbar :)


Gruß
 

Couchhartzer

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Ich würde gern ein paar Meinungen dazu lesen und, falls jemand Tipps hat, wäre ich sehr dankbar
Nur einen - wegen dem Verhalten dieses Anwaltes.
Schau dich hier mal um und les dich dort ein ~> Das Beschwerdeverfahren

Wenn dort irgend etwas für dich in Frage kommt, dann schau mal welche Kammer für deinen offenbar sehr selbstüberschätzenden Anwalt zuständig ist und überlege ob du vielleicht mit so einer Kammerbeschwerde gegen sein Verhalten vorgehen willst.
 
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