Rechtliche Fragen

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Frust1964

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Hallo zusammen,
ich habe ja kürzlich meinen Fall geschildert, ich bin Geisteswissenschaftler und über 50.
Nun schiebe ich schon einige Zeit einige offene Fragen vor mich her und dachte mir, hier ist vielleicht der Platz, wo ich sie loswerden kann.
Ich war zuvor einige Jahre Hartz-IV-Empfänger im Jobcenter Tübingen, wo ich mich ganz gut beraten fühlte. Dann zogen wir nach Ravensburg, wo meine Frau eine Stelle bekommen hat und nun wurde ich als Arbeitslos ohne Leistungen bei der Arbeitsagentur geführt. Hier war es zunächst erträglich, dann kam ich zu einer Integrationsberaterin. Und von der fühle ich mich jetzt richtig schlecht behandelt und weiß nicht, wie ich weiter vorgehen soll.
Ich war früher einmal auch im Computerbereich tätig und wollte fragen, ob ich in diesen Bereich wieder einsteigen kann. Die Integrationsberaterin hat alles vom Tisch gewischt. Ich sei zu alt um im Computerbereich noch etwas zu bekommen und sie würde eine Weiterbildung nicht befürworten.
Dann meinte sie, warum ich nicht arbeitssuchend gemeldet sei. Wenn ich mich weiter als Arbeitslos ohne Leistungen führen lasse, dann müsse sie mir jede Menge Stellenangebote als Lagerarbeiter zuschicken, auf die ich mich dann bewerben müsse. Sie meinte auch, für die Rentenversicherung mache es keinen Unterschied, ob die Agentur meine Beiträge zahle oder nicht. Beim nächsten Termin habe ich mich dann abgemeldet. Sie meinte auch, die Bewerbungskostenerstattung sei eine Kann-Leistung (wobei klar im Hintergrund schwebte, dass sie es nicht bewilligen würde). In dieser Stunde hat sie mir einen Weg in die Selbständigkeit aufgezeigt und ich war ganz hoffnungsfroh. Bei dem folgenden 3. und letzten Termin hat sie die Selbständigkeit nicht weiter angesprochen, sondern mir lange und breit erklärt, dass ich nur noch als Verpacker oder Lagerist eine Chance auf eine Stelle hätte. Danach war ich wirklich sehr niedergeschlagen.
Was meint Ihr dazu? Ich bin leider nicht der Typ, der die Konfrontation sucht. Was würdet Ihr mir raten zu tun, Dienstaufsichtsbeschwerde oder kann ich eine(n) andere(n) Integrationsberater(in) verlangen? Ich verstehe auch nicht, warum die Integrationsberaterin mich so unter Druck gesetzt hat, mich aus der Arbeitslosigkeit abzumelden.

Über Eure Meinung und Ratschläge würde ich mich sehr freuen.
 

Fritz Fleißig

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Du bist nach deinen Angaben jetzt nicht mehr Bezieher von ALG II, sondern "arbeitslos ohne Leistungsbezug". Krankenversichert bist du sicher über die Familienversicherung deiner beschäftigten Frau.

Der beste Ratschlag, den man dir nur geben kann: abmelden! Das hast du aber anscheinend ohnehin schon getan.

Was erwartest du von der Arbeitsagentur? Sinnvolle Vermittlungsvorschläge, vor allem noch für eine qualifizierte akademische Beschäftigung? Hilfe bei der Fortbildung? Gute Beratung? Du siehst ja selbst, wie es damit aussieht.

Rentenmäßig sind Zeiten der Arbeitslosigkeit ohne Leistungsbezug nur Anrechnungszeiten, erhöhen also nicht den Betrag deiner Rente, da keine Beiträge gezahlt werden. Du kannst diese Zeiten allenfalls zur Erfüllung von Wartezeiten für die vorgezogene Rente mit 63 Jahren verwenden. Schau mal in deinen Versicherungsverlauf, ob du die 35 Jahre Wartezeit nicht ohnehin schon zusammen hast. Im übrigen kannst du jederzeit freiwillige RV-Beiträge einzahlen (monatlicher Mindestbeitrag derzeit etwa 85 Euro) und hast dann vollwertige Beitragszeiten.

Die Arbeitsagentur wird alles tun, um gerade Arbeitslose ohne Leistungsbezug aus der Statistik herauszubekommen, beispielsweise indem diese durch allerlei Schikanen zur eigenen Abmeldung "motiviert" werden. Das mußt du nicht als bösen Willen verstehen, sondern einfach als Bestreben, möglichst "gute" Statistiken zur Arbeitslosigkeit zu produzieren. Wer sich abmeldet, ist logischerweise auch nicht mehr offiziell arbeitslos.

Um eine neue Stelle kannst du dich jederzeit in eigener Regie bemühen. Das ist weit sinnvoller, als sich auf die Arbeitsagentur zu verlassen. Beschwerden sind nur vergeudete Zeit. Fakt ist doch einfach, daß es dort meist an fachlicher Qualifikation zur wirklichen Beratung fehlt.

Da du den "Computerbereich" (ein weites Feld) angesprochen hast: vielleicht hat die SBin da nicht so unrecht. Gerade in diesem Feld tobt sich doch der Jugendlichkeitswahn so richtig aus, sofern du nicht gerade eine seltene und dringend gesuchte Spezialqualifikation hast.
 

karren

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Das ist wirklich unglaublich.An deiner Stelle würde ich mich auch abmelden.
Mal ehrlich, die ARGE kann insbesondere studierten Fachkräften ohnehin kaum was vermitteln.
In dem Bereich kenne sie sich einfach null aus und finden auch keine sinnvolle Beschäftigung (habe ich selbst alles durch).
Als Akademiker hast du dort keine Chancen, was du ja an ihren Vorschlägen gesehen hast.
Die Sache mit der Selbstständigkeit ist vielleicht nicht schlecht, aber ist es das wert wenn du nur 3 Stunden arbeiten kannst?
Wie wäre es wenn du dich als freier Mitarbeiter irgendwo bewerben würdest?
 

Doppeloma

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Hallo Frust1964,

du schreibst oben, dass du bereits seit Jahren Hartz 4 bezogen hast, nun bekommst du gar nichts mehr (vom Amt), weil (vermutlich) deine Frau in ihrem neuen Job "genug" verdient und daher kein Anspruch mehr besteht auf zusätzliche staatliche Leistungen (SGB II).

Soweit, so schlecht, denn die Vermittlungschancen werden ja nicht gerade besser, je länger die Arbeitslosigkeit schon besteht ... warum hast du erwartet /gehofft, das könnte nun am neuen Wohnort anders sein ???

Ich war früher einmal auch im Computerbereich tätig und wollte fragen, ob ich in diesen Bereich wieder einsteigen kann. Die Integrationsberaterin hat alles vom Tisch gewischt. Ich sei zu alt um im Computerbereich noch etwas zu bekommen und sie würde eine Weiterbildung nicht befürworten.

Das solltest du dir mal schriftlich einfordern, dass man nicht bereit ist deine Vermittlungs-Chancen durch entsprechende Fortbildungskurse zu unterstützen ... es wird doch offiziell so gerne davon geredet, dass die ältere Generation auf dem Arbeitsmarkt so "begehrt" ist.

Nach solchen Sachen fragt man nicht mal so, sondern sucht sich was Geeignetes aus und stellt (nachweislich !!!) einen schriftlichen Antrag diese Fortbildung (Beginn am, bei) zu bewilligen, dann sind die gezwungen sich schriftlich (per Bescheid) dazu zu äußern.

Da wird man es kaum wagen reinzuschreiben, dass du "zu alt dafür bist" ... dann könntest du dich gegen diese Diskriminierung wehren ...

Ansonsten legst du bei Ablehnung Widerspruch ein und nimmst auch den Klageweg in Kauf, das machen viel zu wenige in deiner Situation, darum ändert sich auch nichts daran ... :icon_dampf:

Dann meinte sie, warum ich nicht arbeitssuchend gemeldet sei.

Das verstehe ich nicht, was machst du dann überhaupt dort, wenn du nicht "arbeitssuchend" gemeldet bist ???

Wenn ich mich weiter als Arbeitslos ohne Leistungen führen lasse, dann müsse sie mir jede Menge Stellenangebote als Lagerarbeiter zuschicken, auf die ich mich dann bewerben müsse.

Es gibt keine "bloße Führung als Arbeitslos ohne Leistungsbezug" ... da ist man immer in der Vermittlung als arbeitssuchend oder kann sich den Schmus der AfA auch gleich ersparen ... hat die eigentlich Ahnung von dem was sie da tut ... ???

Sie meinte auch, für die Rentenversicherung mache es keinen Unterschied, ob die Agentur meine Beiträge zahle oder nicht. Beim nächsten Termin habe ich mich dann abgemeldet.

Die Agentur zahlt keine Beiträge mehr, wenn du von denen keine Geldleistung mehr bekommst, die meldet nur deine Zeiten an die DRV in denen du dort (ohne Leistung) zur Vermittlung "arbeitslos/arbeitssuchend" gemeldet bist, welche Wirkung sich daraus auf eine spätere Altersrente ergibt, wurde dir ja schon erklärt.

Sie meinte auch, die Bewerbungskostenerstattung sei eine Kann-Leistung (wobei klar im Hintergrund schwebte, dass sie es nicht bewilligen würde).

Ja, es ist immer sehr praktisch den Leuten schon mündlich alle Ansprüche auszureden, damit sie das besser gar nicht erst schriftlich beantragen, dann müßte man sich damit ja beschäftigen und eine (Ermessens-) Entscheidung treffen, die man vielleicht auch mal irgendwo (Gericht ???) begründen müßte ... ???

In dieser Stunde hat sie mir einen Weg in die Selbständigkeit aufgezeigt und ich war ganz hoffnungsfroh. Bei dem folgenden 3. und letzten Termin hat sie die Selbständigkeit nicht weiter angesprochen, sondern mir lange und breit erklärt, dass ich nur noch als Verpacker oder Lagerist eine Chance auf eine Stelle hätte.

Mal ehrlich, auch wenn das weit "unter deinem Nivau" wäre, warum druckt sie dir dann nicht einfach mal die vorhandenen Arbeitsangebote dazu aus, nur labern kann ich auch ganz gut ... solche Jobs findest du zur Not aber auch ohne die "Unterstützung" der AfA ...

Danach war ich wirklich sehr niedergeschlagen.
Was meint Ihr dazu? Ich bin leider nicht der Typ, der die Konfrontation sucht.

Verständlich, aber so wirst du beruflich keinen Einstieg (in was auch immer) mehr finden, womit willst /sollst du dich denn "Selbsständig" machen, welche konkrete Unterstützung müßte da von der AfA kommen ???
Auch hier hilft nur Anträge stellen/Entscheidungen fordern, aber die Selbsständigkeit ist ja nun auch nicht das "Allheilmittel für jeden Arbeitslosen" ...

Die wollte dich einfach nur aus ihrem Arbeitsbereich bekommen, denn Arbeitslose ohne Leistungsbezug machen die ALO-Statistik kaputt, die kann man nämlich nicht einfach daraus streichen wie die Leute in Hartz 4 über 58 wenn sie länger als 1 Jahr nicht "vermittelt werden konnten" ... DAS ist sogar gesetzlich geregelt worden, bei der AfA gilt das aber nicht.

Was würdet Ihr mir raten zu tun, Dienstaufsichtsbeschwerde oder kann ich eine(n) andere(n) Integrationsberater(in) verlangen? Ich verstehe auch nicht, warum die Integrationsberaterin mich so unter Druck gesetzt hat, mich aus der Arbeitslosigkeit abzumelden.

Und was soll dir das bringen, hast du bisher irgendwas Positives davon gehabt dort zur Vermittlung gemeldet zu sein ... kann ich aus deinem Beitrag nicht erkennen ... :icon_kinn:

Nimm es mir nicht übel (ich bin 61 und darf das :biggrin:), wenn ich dir rate dich selber am Schopf zu packen, wenn du noch jemals beruflich wieder was schaffen willst, da wird dir KEIN AMT ernsthaft bei helfen, darauf hast du schon viel zu lange gewartet und gehofft ...

In meinem ganzen Leben hat mir nie ein "Arbeits-"Amt zu einem neuen Job verhelfen können und ich habe auch irgendwann nicht mehr in meinem früheren Beruf arbeiten können (schon aus gesundheitlichen Gründen), da muss man Abstriche machen und nehmen was machbar und möglich ist.

Das solltest du dir allerdings lieber selber suchen, ohne Druck von der AfA und manchmal findet sich früher oder später was und macht sogar Spaß, auch wenn es mit der ursprünglichen Berufsrichtung nicht mehr viel zu tun hat ... :icon_kinn:

Nein, ich bin kein Akademiker aber ich bin und habe mich trotzdem immer für fähig gehalten auch andere Richtungen mal zu probieren und irgendwie mein notwendiges Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen, wenn ich da auf die Hilfe vom AMT gewartet hätte, wäre ich schon verhungert oder seit sehr vielen Jahren in Hartz 4 gewesen ... ohne Aussichten, dass es sich mal wieder ändern könnte.

Das sind nur so meine Gedanken beim Lesen deines Beitrages, du kannst dir nur SELBER helfen ...

Alles Gute für dich!

MfG Doppeloma
 
E

ExitUser

Gast
Das die SB sagt ' sie wären zu alt für eine Weiterbildung ' : diese Aussage ist gegenüber von Ü50 das Jobcenter Standardprogramm - ich habe das auch schon gesagt bekommen.

Beziehen sie keine Leistung + sind bei ihrem Partner krankenversichert wird das JC nichts für sie tun - jede Maßnahme kostet dem JC Geld+ wird deshalb unterbleiben...
 
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