Rechte stehen oft unbehelligt da - Das Kartell der Verharmloser (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Regelsatzkämpfer

Priv. Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
6 Juli 2011
Beiträge
3.464
Bewertungen
864
In vielen Städten erfahren Vereine gegen rechts Ablehnung statt Unterstützung, heißt es in einem Bericht der Amadeu Antonio Stiftung

Tikozigalpa heißt das einzige alternative Zentrum im Raum Wismar an der Ostsee. Man würde meinen, dass dessen bunte Projekte von der Stadt willkommen geheißen und unterstützt werden. Aber das Gegenteil ist der Fall: Die jungen Anti-rechts-Aktivisten des Tikozigalpa fühlen sich in ihrem Kampf gegen Rassismus von den Behörden alleingelassen. Immer wieder griffen Neonazis ihr alternatives Zentrum mit Steinen an - doch von der Polizei würden die Attacken als Kinderstreiche verharmlost.

Das Beispiel ist nur eines von zahlreichen, das die angesehene Amadeu Antonio Stiftung in ihrem Bericht "Kartell der Verharmloser" schildert, der an diesem Dienstag in Berlin vorgestellt wird. "Opfer rechter Gewalt, Beratungsstellen und Opfervereine kämpfen bundesweit gegen eine Mauer aus Ignoranz und Verharmlosung an", heißt es in dem Bericht, der der taz vorab vorlag. "In vielen Städten existiert eine Kultur des Wegschauens." ....
- taz.de

"Das Kartell der Verharmloser: Wie deutsche Behörden systematisch rechtsextremen Alltagsterror bagatellisieren" wird am Dienstag vorgestellt und auf Amadeu Antonio Stiftung ~ Informationen zur Arbeit gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus; Engagement gegen Nazis; Mut gegen rechte Gewalt; Projekte gegen Antisemitismus; Arbeit von Bürgerstiftungen; Kinderrechte; Menschenrechte gestellt.
 

Feind=Bild

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
23 Januar 2010
Beiträge
3.520
Bewertungen
367
Immer wieder griffen Neonazis ihr alternatives Zentrum mit Steinen an - doch von der Polizei würden die Attacken als Kinderstreiche verharmlost.
Aber ne eingeschlagene Scheibe bei der Schröder-Köpp is gleich ein Anschlag.

Aber man siehts ja auch hier im Forum, daß man gerne das sichtbar Braune einfach nicht sehen will!
 

Regelsatzkämpfer

Priv. Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
6 Juli 2011
Beiträge
3.464
Bewertungen
864
Problem ist halt auch, dass es nicht wenige gibt die gar nicht merken, dass sie eindeutig braunes Gedankengut vertreten. So haben wir einen gefährlicher werdenden Alltagsfaschismus in unserer Gesellschaft. Von da ist der Sprung nicht mehr weit.
 
E

ExitUser

Gast
hallo ihr lieben,

ich bin schon länger sehr eingehend mit dem thema zu braunem gedankengut beschäftigt. ich hab mich fürwahr nicht darum gerissen. manchmal wächst man dann in so eine aufgabe hinein. eine braune schizoide welt.

die grenzen sind oft sehr fliessend gestaltet im alltag. vielen fällt das gar nicht auf, da werden die new-age bewegungen bemüht, der lifestyle. das geht vom selbstfindungskurs bis ökologischen gartenbau über moden bis waldgottesdienste.

alles wird anektiert und infiltriert, verkauft wird es dann mit dem siegel rückbesinnung auf "alte werte". simplify your life.

es ist schick geworden sich mit "altreligiösen mythen" vermeintlich auseinander zu setzen, sei es auf mittelaltermärkten oder beim hobbyarchäologen WE. spurensuche, um in sich selbst des braunen pudels kern entdecken.

rudolph steiner (esotherischer gründervater der waldorfschulen) nie war er so populär wie heute. mir begegnet dieses "atlanter und arier" wissen inzwischen fast täglich.

könnt es ja mal nachguukeln. mit einer modernen waldorfschule hat es nicht viel gemein. also sogar ein missbrauchtes schulkonzept.

ein wenig mehr beharrlichkeit im alltag, ein wenig mehr geschichtliches wissen, eine bessere wahrnehmung einer solidarischen wertegesellschaft täte bestimmt mehr als gut. jede/er sehnt sich ein bischen nach heiler überschaubarer welt, und strebt danach. in einer chaoswelt mehr denn je. es ist ein urwunsch.

genau diese wünsche werden bedient, das geschieht inzwischen mit den selben subtilen implikationen und triggern mit denen auch sekten arbeiten. die konzepte eine ideologie zu etablieren gleichen sich eins zu eins.

diskussionen sind oft fruchtlos, die kann man nicht gewinnen. wissen schützt. eine der am meisten angewandten methoden ist die des pawlowischen paradoxons. die wahrnehmung wird erst verschoben bis sie sich ins gegenteil verkehrt. also erst wird eine konditionierung vorgenommen, dann langsam aber sicher verschoben bis sie sich auflöst. am ende steht ein zustand der entweder in schönem stillhalten (hilflosigkeit und akzeptanz) oder in agression endet. die grenzen der aufnahmefähigkeit sind aufgehoben. so wird aus rot dann mal braun oder aus rechts wird eben links gemacht. :icon_eek:. dem unkonditionierten und unwilligen dann eben ein selbstversagen unterstellt.

also unser aller aufmerksamkeit ist gefordert um dem zu entgehen, dazu gehört selbstbewusstsein, fundiertes wissen, eine überzeugung, dann greift das alles nicht mehr so sehr. wer selbst seine grenze ziehen kann, bis hierher und nicht weiter, dann ist schon viel gewonnen, und die macht, solch einfacher ideologien gebrochen und entzaubert. ein gespür dafür kann sich jede/er antrainieren, dann geht man dem auch nicht auf den leim. den eigenen gedanken gegenüber zivilcourage zeigen sich selbst hinterfragen, dieses dann nach aussen vorleben ist der beste schutz dagegen.

in diesem sinne: respekt yourself. wenn alle das rechte ärmchen heben, dann recke ich die linke faust, und weiß in meinem innersten es ist ist richtig so, wenn ich damit andere beschützen kann. das ist teil unseres wesens, wer das leugnet leugnet sich selbst.



liebe grüße von barbara
 

Der Brian

Elo-User*in
Mitglied seit
30 Januar 2011
Beiträge
364
Bewertungen
113
...die grenzen sind oft sehr fliessend gestaltet im alltag.
Moin,

in diesem Punkt gebe ich dir recht. Doch ist es nicht oft genug so, dass man seinen eigenen Wortschatz auf maximal 1000 Wörter eingrenzen müsste, wenn man vermeintliches Anecken - egal in welcher Richtung auch immer - um jeden Preis vermeiden will?
Vieles ist nunmal in seiner Äußerung und somit Darstellung zweideutig - ohne dass da ne böse unterwandernde Absicht dahinter steckt!
Also wieder auf den 1000er-Wortschatz beschränken und somit als erwachsener Mensch auf dem Niveau eines Kleinkindes stehen bleiben? Na klasse - genau das wollen doch unsere Eliten, Gleichmacher und deren Wasserträger...

...es ist schick geworden sich mit "altreligiösen mythen" vermeintlich auseinander zu setzen, sei es auf mittelaltermärkten oder beim hobbyarchäologen WE. spurensuche, um in sich selbst des braunen pudels kern entdecken...
Ich oute mich an dieser Stelle als "Hobbyarchäologe". Da ich mich mit Kriegsgeschehen befasse, Schwerpunkt 2. Weltkrieg, gehört das in gewissem Sinne mit dazu, wenn man etwas aktiver an die Sache gehen will.
Wie funktioniert sowas? Ganz einfach. Zunächst einmal gibt es einige Gebiete, die lokalgeschichtlich für mich sehr interessant sind. Dazu habe ich eine Unmenge an Karten, die u.a. Frontverläufe in verschiedenen Kriegsphasen darstellen. Mit diesen Karten und diversen Berichten im Hinterkopf führen mich meine Wege dann in kleine städtische Museen, in Stadtarchive, führen zu Gesprächen mit Stadthistorikern. Sehr häufig tauchen bei diesen Informationsaustauschen Ungereimtheiten auf - erst recht, wenn ich Abgleiche mit Aussagen von Zeitzeugen anstellen kann. Und dann schnappe ich mein Metalldetektorenequipment und mein GPS und "archäologiere" direkt vor Ort. Das heißt, ich interpretiere anhand von Bodenfunden, ob zum Beispiel ein Frontverlauf, wie von Involvierten geschildert, aber nicht ganz detailiert verzeichnet ist, sich tatsächlich so vollzogen hat. Und stell dir vor, da finde ich manchmal durchaus Dinge, die dazu beitragen, Lücken in historischen Aufzeichnungen zu schließen, wofür sich Stadthistoriker in den meisten Fällen dankbar zeigen. Ja, ich musste auch schon mal den KMRD antraben lassen. Nein, das ist ist keine NPD-Bezirksgruppe, sondern der KampfMittelRäumDienst...:biggrin:
Und zu allem Elend streife ich dabei am Rande auch noch das Gebiet der sog. Industriearchäologie, denn es gab auch zu dieser "bösen Zeit" diverse Produktionsstätten.

Oben schreibst, die Übergänge sind fließend, weiter unten schreibst du sinngemäß (!), Hobbyarchäologen sind alle Nazis und ziehst damit eine ganze Gruppe, die einem sehr interessanten Hobby nachgeht, pauschal und mutwillig durch den Dreck!!!

Aber damit
...ein wenig mehr geschichtliches wissen,...
beweist du ja, dass du Geschichte mindestens (!) genauso selektiv betrachtest und für dich Unangenehmes genauso ausklammerst, wie du es anderen vorwirfst... :icon_neutral:
Will dich damit nicht beleidigen, denn man kann nicht alles wissen und nicht Jedermanns Interessen sind gleich. Aber auf diese Weise disqualifizierst du dich selbst und bemerkst das nicht einmal.

Der Untergang kommt deiner Meinung nach durch die "Braunen" - der Untergang kommt aber genausogut durch die "Roten", das haben Leute unter solchen Regimes genauso am eigenen Leib erfahren dürfen.
Und der Untergang kommt auch durch die Gelben, die Grünen, die Schwarzen - ja, durch das ganze Farbspektrum - auch das lehrt uns die Geschichte; nicht nur in der Vergangenheit, auch jetzt, hier und heute in der Gegenwart und in der Zukunft! Wo ist eigentlich die farblose Politik?:icon_kinn: Vielleicht lässt sich so der Untergang vermeiden?:biggrin:

Politik ist - gleich von welcher Seite sie kommt und auf welcher Seite sie steht - IMMER das gleiche Spiel: "Wie bereichern sich einige Wenige ohne große Anstrengung an Vielen." Das ist und wird ärgerlicherweise immer so sein, so lange es Menschen gibt. Mal extremer, mal weniger extrem, "Spieler" gibt´s immer...


MfG
 
E

ExitUser

Gast
hallo der brian,

du bist dann wohl auch einer von denen wo sich der wortschatz auf 1000 wörtlein beschränken muß, damit du mir selektives denken unterstellst. mir persönlich sind alte frontverläufe zimlich egal, ich lebe in einer gegend da hat das sogar täglich gewechselt. kleine lokal lücken schließen, wenn man es braucht...

mit hobbyarchäologen, die inzwischen inflationär auftauschen sind die mythenjäger gemeint, hauptsache irgend ein keltenkram oder germanisch anmutendes. da intressieren sich inzwischen die seltsamsten vereine dafür.

desweiteren ist mir der kampfmittelräumdienst sehr wohl bekannt, der ist in meiner heimatstadt im schnitt 2 mal im jahr im einsatz.

ich selbst habe in meiner laufbahn mehr als 500 minenopfer mitbehandelt. also behalte mal deine unangebrachte kritik für dich selbst. die von mir angemahnte sensibilität fehlt dir ja wohl irgendwo doch ein wenig.

ich fag mich inzwischen was das soll, weder klammere ich etwas aus, noch romantisiere ich irgendetwas. die kleine fabrik meines großvaters wurd von nazis zwangsenteignet, er bekam sie wieder abgewirtschaftet und geplündert von den franzosen zurück. noch fragen?

der heutigen linken stalinismus oder eine diktatur zu unterstellen ist ja wohl genauso neben dran. ansonsten darfst du gerne die ignoretaste verwenden. ich lege keinen wert auf braunen dialog.

liebe grüße von barbara
 

roterhusar

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
4 Juli 2006
Beiträge
3.336
Bewertungen
35
Hier ein Beispiel aus Friedrichstadt, einem Dorf hier oben. Ich bitte, die Propaganda als die zu sehen, die sie ist. Ungern greife ich auf das Zeug zurück, aber es ist das einzige Dokument. Man beachte die gleichgültigen Gesichter am Ufer. Friedrichstadt ist ein schönes Dorf, mit einer Synagoge, die von unseren Großeltern und Urgroßeltern zerstört wurde.

Die UNSTERBLICHEN sind eine neofaschistische Sekte.
 
Oben Unten