Recht auf Vorschuss aufgrund von Mittellosigkeit?

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Huibuu

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Hallo!
Meine momentane Situation ist etwas brisant.
Ich habe vor einiger Zeit meinen Erstantrag auf ALG2 gestellt. Wie eigentlich zu erwarten, dauert die Bearbeitungszeit nun bereits länger, als mir zunächst mitgeteilt wurde (Personalmangel usw). Da ich mittlerweile aber mehr als pleite bin, habe ich mich beim Amt an unterschiedlichen Stellen darüber erkundigt, ob eine Art Vorschuss möglich wäre, was aber zunächst überall verneint wurde, bzw. wurde mir gesagt, dass dies nur in Form eines Darlehen möglich sei, welches man aber auch beantragen müsste, und was im Endeffelt genau so lang dauern würde, wie die Bearbeitung des eigentlichen Antrags.

Ich habe aber gelesen, dass man aufgrund von Mittellosigkeit die Möglichkeit hat, unter Vorlage von aktuellen Kontoauszügen die Möglichkeit hat, bereits vorab eine Barauszahlung zu erhalten.

Heute sprach ich diesbezüglich beim Amt vor. Mir wurde jedoch gesagt, dass dies die Sachbearbeiterin zu entscheiden hätte, und so lange die meinen Antrag nicht bearbeitet hat, ist es nicht möglich zu wissen, ob mir so ein Vorschuss überhaupt zusteht.

Das erscheint mir etwas paradox, denn wenn mein Antrag bereits bearbeitet wäre, würde ich ja auch schon Leistungen bekommen und wäre nicht in dieser Situation...

Kann mir irgendwer sagen, ob das tatsächlich so ist, wie mir heut im Amt gesagt wurde, oder was ich nun tun könnte?

Vielen Dank schon mal!
 

EMRK

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ExitUser

Gast
... ob das tatsächlich so ist, wie mir heut im Amt gesagt wurde, oder was ich nun tun könnte? ...

§ 42 SGB II
Vorschüsse


(1) Besteht ein Anspruch auf Geldleistungen dem Grunde nach und ist zur Feststellung seiner Höhe voraussichtlich längere Zeit erforderlich, kann der zuständige Leistungsträger Vorschüsse zahlen, deren Höhe er nach pflichtgemäßem Ermessen bestimmt. Er hat Vorschüsse nach Satz 1 zu zahlen, wenn der Berechtigte es beantragt; die Vorschußzahlung beginnt spätestens nach Ablauf eines Kalendermonats nach Eingang des Antrags.
(2) Die Vorschüsse sind auf die zustehende Leistung anzurechnen. Soweit sie diese übersteigen, sind sie vom Empfänger zu erstatten. § 50 Abs. 4 des Zehnten Buches gilt entsprechend.
(3) Für die Stundung, Niederschlagung und den Erlaß des Erstattungsanspruchs gilt § 76 Abs. 2 des Vierten Buches entsprechend.
Du schnappst Dir eine zweite (und dritte und vierte ... :biggrin:) Person und reitest nochmal in aller Frühe (erster in der Reihe bei Öffnung des AA) beim Amt vorbei, drückst denen Deinen formlosen Antrag auf Vorschuss wg. Mittellosigkeit in die Hand und wartest (wahrscheinlich den ganzen Vormittag) auf das Geld. Beharrlichkeit zahlt sich aus.

Sehe gerade, EM.. war schneller.
 
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Nuckel

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Du schnappst Dir eine zweite (und dritte und vierte ... :biggrin:) Person und reitest nochmal in aller Frühe (erster in der Reihe bei Öffnung des AA) beim Amt vorbei, drückst denen Deinen formlosen Antrag auf Vorschuss wg. Mittellosigkeit in die Hand und wartest (wahrscheinlich den ganzen Vormittag) auf das Geld. Beharrlichkeit zahlt sich aus.

Sehe gerade, EM.. war schneller.

kann der zuständige Leistungsträger.

Muss er nicht ! Leider.
 

Huibuu

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UPDATE: Auch wenn man erst denkt, es wird besser...wird es nur noch schlimmer.


Nachdem ich hier eure sehr hilfreichen Antworten erhielt und bereit war, mit dem ausgedruckten Schreiben zum Amt zu stiefeln, trudelte dann doch mein Leistungsbescheid ein.
Ich war froh, rief aber trotzdem nochmal an, um mich zu erkundigen, wann denn dann das Geld bei mir ankommen würde. Meine SB sagte mir, dass es eigentlich immer zeitgleich mit dem Bescheid käme, höchstens einen oder zwei Tage später.
Natürlich kam aber nichts. Am 16.09. erhielt ich den Bescheid, bis heute hab ich immer noch kein Geld. Nach endlos vielen Anrufen meinerseits kam dann irgendwann heraus, dass es einen Systemfehler gab, wodurch in meinem Antrag der Status für September immer noch als "offen" gekennzeichnet wurde, obwohl meine SB schon alles angeordnet hatte. Die entschuldigte sich, als das herauskam, tausendmal bei mir und sagte, sie hätte es direkt erneut angeordnet. Ich solle jetzt nochmal 3-4 Tage warten, dann hätte ich mein Geld. Heute ist der 4te Tag. Kein Geld.
Also rief ich erneut an. Und erreichte NIEMANDEN. Ich habe den kompletten Morgen über bei 4 verschiedenen Nummern, immer im Wechsel angerufen, darunter meine SB und der Team leiter. Zwischendurch rief ich auch in der Zentrale an, da ich wusste, dass die auch, zwar begrenzt, in das System einsehen können. Dort wurde mir dann mitgeteilt, dass man keine Zahlungsausgänge in meinem Antrag aufrufen könnte, und dass sie daher davon ausginge, dass noch nichts rausgegangen ist.

Als ich mich dann gerade auf den Weg machen wollte, um persönlich vorzusprechen, da ich telefonisch ja niemanden erreichte (obwohl ich höchstwahrscheinlich so auch mit niemandem hätte sprechen können, da ich ja schließlich keinen Termin hatte), rief mich dann ein anderer SB zurück, mit dem ich vorher noch nie gesprochen hatte. Der verschaffte sich dann erneut einen Überblick und gab mir eine weitere neue Info: Die Zahlungen wären erst ab November bewilligt. Warum in meinem Bescheid etwas anderes stehe (nämlich ab dem 1.9.) wisse er nicht. Dafür müsste er meine Akte noch einmal überprüfen.
Nachdem er das getan hatte, rief er mich zurück und musste gestehen, dass es keinen Grund dafür gibt, dass meine Leistungen für September und Oktober nicht bewilligt bzw. noch nicht ausgezahlt wurden. Ein weitere "Systemfehler"... Er hätte jetzt alles erneut angeordnet und ich könnte mich ja zumindest ein bisschen freuen, da nun die Zahlungen für September und Oktober auf einmal kommen würden (yay...). Allerdings nicht vor Mittwoch. Als ich dann meinte, dass mir das nicht besonders viel bringt, da ich am 1. meine Miete bezahlen muss, meinte er, da könnte er nichts machen.

Als ich ihn dann aber darauf hinwies, dass diese Verspätung nicht durch mein Verschulden entstand und dass ich darauf bestehe, eine Barauszahlung zu bekommen, um meine Miete rechtzeitig zahlen zu können, gab es dann auf einmal doch einen anderen Weg: Er schlug mir vor, die Leistungen für September als Barauszahlung zu vermerken, die ich mir am Montag abholen könnte. Er würde einen Vermerk hinterlassen, dass er das anordnet und dann sollte das klappen.

Jetzt sehe ich aber schon kommen, dass ich da Montag hingehe, und mir dann gesagt wird, dass es keinen Vermerk gibt bzw. dass es aus irgend einem anderen Grund nicht möglich sei (mir würde übrigens zum Thema Barauszahlung vorher gesagt, dass dieser Antrag auf Mittelosigkeit nun nicht mehr möglich wäre, da mein Bescheid ja schon verschickt wurde und deshalb davon auszugehen wäre, dass mein Geld bald eintrifft ...ha...ha...).

Ich hab das Gefühl, dass sich die Informationen immer wieder verändern, abhängig von der Person, mit der ich spreche. Daher würde ich gern wissen, auf was ich mich im Schlimmstfall am Montag berufen könnte, wenn mir also wirklich gesagt werden sollte, dass es keinen Vermerk gibt oder ich aus irgend einem anderen Grund keine Barauszahlung (oder eine zu niedrige) bekommen soll.

Wäre super, falls mir jemand helfen könnte. Ich bin langsam echt am verzweifeln...

Danke schon mal!
 

EMRK

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Wenn du unbedingt mit dem JC telefonieren musst, dann notiere dir immer den Namen des Gegenüber. Dann kannst du dich im Streitfall auf diesen berufen.

Bezüglich der Zahlung würde ich noch den 30.09. abwarten und schon am Dienstag beim JC mit Beistand aufschlagen, falls das Geld bis dahin nicht eingegangen ist.
 

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Huibuu

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Ja, ich weiß alle Namen, von allen Menschen, mit denen ich da gesprochen habe. Und ich hab dem SB, der mir besagten Vermerk versprochen hab, auch gesagt, dass ich mich im Zweifelsfall auf ihn berufen werde.

Bis zum 30.09. muss ich gar nicht warten, da ich ja weiß, dass das Geld noch gar nicht raus ist. Wurde mir ja heute gesagt.
 

EMRK

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Bis zum 30.09. muss ich gar nicht warten, da ich ja weiß, dass das Geld noch gar nicht raus ist. Wurde mir ja heute gesagt.

Sagen können die viel, noch dazu am Telefon. Wenn du die Aussage nicht schriftlich hast, ist sie keinen Cent wert.

PS: Die letztliche Entscheidung liegt bei dir. Ich gebe lediglich Tipps.:rolleyes:
 

Huibuu

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Ich weiß. Ich geh ja, wie gesagt, auch eigentlich schon davon aus, dass ich Montag da stehen werde und es eben besagten Vermerk nicht geben wird und ich eben kein Geld bekommen soll.
Daher frag ich ja hier nach, was ich in so einem Fall tun könnte.
 
S

silka

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Ich weiß. Ich geh ja, wie gesagt, auch eigentlich schon davon aus, dass ich Montag da stehen werde und es eben besagten Vermerk nicht geben wird und ich eben kein Geld bekommen soll.
Daher frag ich ja hier nach, was ich in so einem Fall tun könnte.
Wenn also am Montag kein Geld auf dem Konto ist, dann mit aktuellem Kontoauszug zum JC und dort einen Vorschuß nach § 42 SGB I beantragen.§ 42 SGB I Vorschüsse
Kannst du schriftlich vorbereiten oder dort mündlich zur Niederschrift beantragen. Ich empfehle Vorbereitung.
Sofortauszahlung in Bar oder Barscheck verlangen.
Höflich bleiben, sachlich und geduldig bleiben, das Verlangen mehrfach vorbringen.
Den Teamleiter deines zuständigen SB verlangen, falls keiner sich zuständig fühlt.
Es dauert oft fast einen Tag, aber was ist ein Tag im Vergleich zu deinen Wochen??
Ich betone immer BARzahlung verlangen, weil oft genug damit vertröstet wird:
"Das Geld werde noch heute garantiert angewiesen."
Das ist meist gelogen und wenn es doch wahr ist, dauert es weiter 5-7 Tage, bis es auf dem Konto ist. Das aber weißt du dann erst diese weiteren 5-7 Tage später.
 
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