Rechnung vom Anwalt gerecht?

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melissa28

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Hallo forums-mitglieder,

hab da mal ne frage, vllt kennt sich ja jmd aus.

Bin vor mehreren Monaten zum amtsgericht und habe den beratungshilfeschein gekriegt, damit ich zum anwalt kann, um meine scheidung einreichen zu können.
bin dann zu einem anwalt und er hat gesagt er übernimmt die sache.
ca 2 monate danach wurde mein anwalt angeschrieben wegen dem umgangsrecht. es wurden ein paar briefe hin und her geschrieben und der umgang geregelt. danach wurde nichts mehr in dieser sache gemacht. nun läuft der umgang seit ca. 4 monaten reibungslos.

vor zwei wochen habe ich den anwalt gewechselt und heute hatte ich im briefkasten eine rechnung über fast 400€ für die regelung des umgangrechts. ich habe ihn angerufen und gefragt ob das nicht über pkh oder den beratungsschein geht und er meinte darauf hin zu mir, dass das nicht geht, weil ich unterschrieben habe das umgangsrecht aussergerichtlich zu regeln.

ich weiß nun nicht weiter... mein anwalt wusste das ich von der arge geld kriege und mir das nicht leisten kann.
kann ich da was tun oder muss ich die rechnung nun direkt bezahlen?
 
E

ExitUser

Gast
Hi Melissa,
ich habe zwar keine passende Antwort auf Deine Frage, aber in einem anderen Fall habe ich einfach mal auf die Website 0800meinanwalt.de geklickt und die kostenlose Hotline angerufen - die haben mir dann einen ordentlichen Kontakt hergestellt und mein Problem gelöst.

Gruß Paul
 

Arania

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vor zwei wochen habe ich den anwalt gewechselt

Welcher Anwalt hat denn jetzt die Rechnung gestellt? Warum hast Du den Anwalt gewechselt?
Den Beratungsschein hättest Du vorher beantragen müssen und PKH auch, falls diese überhaupt in Betracht gekommen wäre
 

Nachtschattengewächs

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Vermute mal fast, der zweite Anwalt hat die Rechnung geschrieben. Dann hättest Du in der Tat ein Problem: Der Staat bezahlt in ein und derselben Sache nur einen Anwalt. Wer wechselt, bezahlt den nächsten selber. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Geschichte gerichtlich oder außergerichtlich gelaufen ist.

Wenn Du die §§ benennst, kann ich Dir dazu mehr sagen. Ein Blick in das sog. "RVG" (steht in jeder Buchhandlung herum und ist gerne klein und rot) bringt auch Klarheit.

Arania muß ich insoweit korrigieren, als daß niemand verpflichtet ist, den Beratungshilfeschein vorher selbst zu besorgen. Der Anwalt kann die Beratungshilfe auch nachträglich beantragen, wenn er mit der Staatskasse abrechnet. Wichtig ist nur, genau wie zum AG sämtliche Belege mitzubringen. Wenn der Mdt. erst bei Erhalt der Kostennote darauf hinweist, daß er Anspruch auf Beratungshilfe haben dürfte, sollte das auch kein Problem sein; ist nur nicht die feine englische Art.

Prozesskostenhilfe kann im (gerichtlichen) Verfahren, in dem man anwaltlich vertreten wird, grundsätzlich nur der Anwalt beantragen. Er läßt sich dem Antragsteller "beiordnen".

By the way: Falls sich mal jemand fragen sollte, was ein Anwalt bei Beratungshilfe eigentlich verdient:
Bloße Beratung ohne Schriftverkehr ca. 40 Euro,
mit Schriftverkehr (egal wie viele Briefe) ca. 85 Euro.
 

Arania

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Prozesskostenhilfe kann nach § 114 S. 1 ZPO jeder Partei in einem gerichtlichen Verfahren gewährt werden. Typischerweise sind dies der Kläger und der Beklagte. Aber auch Nebenintervenienten, oder (in speziellen Verfahren) Antragstellern oder Antragsgegnern, Gläubigern und Schuldnern kann Prozesskostenhilfe gewährt werden. Neben natürlichen Personen, können auch juristischen Personen (vgl. § 116 ZPO) Prozesskostenhilfe erhalten. Eine Gewährung an Ausländer oder Staatenlose ist möglich. Dies gilt allerdings nur für die Rechtsverfolgung vor deutschen staatlichen Gerichten. Für grenzüberschreitende Verfahren innerhalb der Europäischen Union gelten die Regelungen in §§ 1076 bis 1078 ZPO.

Deine Korrektur war wieder falsch
 

strümpfchen

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Arania muß ich insoweit korrigieren, als daß niemand verpflichtet ist, den Beratungshilfeschein vorher selbst zu besorgen. Der Anwalt kann die Beratungshilfe auch nachträglich beantragen, wenn er mit der Staatskasse abrechnet. Wichtig ist nur, genau wie zum AG sämtliche Belege mitzubringen. Wenn der Mdt. erst bei Erhalt der Kostennote darauf hinweist, daß er Anspruch auf Beratungshilfe haben dürfte, sollte das auch kein Problem sein; ist nur nicht die feine englische Art.

By the way: Falls sich mal jemand fragen sollte, was ein Anwalt bei Beratungshilfe eigentlich verdient:
Bloße Beratung ohne Schriftverkehr ca. 40 Euro,
mit Schriftverkehr (egal wie viele Briefe) ca. 85 Euro.

Noch stimmt das, mit der nachträglichen Beantragung der Beratungshilfe. Aber diese Möglichkeit soll abgeschafft werden. Da jetzt schon für Belange minderjähriger Kinder (dazu gehört auch das Umgangsrecht) Beratungshilfe zumeist mit dem Hinweis auf das Jugendamt abgelehnt wird, ist es jedoch keinem Anwalt übel zu nehmen, wenn er für die genannten Beträge nicht auch noch umfangreiche, vermutlich erfolglose Korrespondenz mit dem AG führen will.

Eine Verpflichtung des Anwaltes Beratungshilfe zu beantragen besteht nicht, er muss den Mandanten lediglich auf die Möglichkeit hinweisen.

LG
strümpfchen
 

Nachtschattengewächs

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Deine Korrektur war wieder falsch

Was soll denn daran "wieder" falsch sein?!?

Ich hatte lediglich insoweit korrigiert, als daß in den Fällen einer anwaltlichen BEIORDNUNG nicht der Mandant PKH bei Gericht beantragt, sondern der Anwalt. Das einzige, was der Mdt. dazu tun muß, ist, seine persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse anhand des entsprechenden Formulars nebst Belegen nachzuweisen.

Darüber, wer so alles PKH bekommen kann, habe ich mich nicht ausgelassen - das würde an dieser Stelle wohl auch zu weit führen.

Zu weit führen würde jetzt auch, woher meine Kenntnisse stammen. Aus dem Netz sicherlich nicht.
 

Nachtschattengewächs

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@melissa28, warum hast du das unterschrieben? Außergerichtliche Vereinbahrungen sind nicht mit der PKH abgedeckt.

Vermutlich hat sie nur die außergerichtliche Vollmacht unterzeichnet - das schließt ein gerichtliches Verfahren ja nicht aus. Wäre ja noch schöner, wenn man sich im Vorfeld beim Anwalt festlegen müßte, ob man jetzt ein gerichtliches Verfahren anstreben möchte oder nicht.
So ziemlich alle zivilrechtlichen Verfahren haben mal außgerichtlich angefangen.

Schön wäre vielleicht auch, wenn sich Melissa wieder melden würde, damit wir hier nicht sinnlos durch die Gegend spekulieren müssen.
 

Arania

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Was soll denn daran "wieder" falsch sein?!?

Ich hatte lediglich insoweit korrigiert, als daß in den Fällen einer anwaltlichen BEIORDNUNG nicht der Mandant PKH bei Gericht beantragt, sondern der Anwalt. Das einzige, was der Mdt. dazu tun muß, ist, seine persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse anhand des entsprechenden Formulars nebst Belegen nachzuweisen.

Darüber, wer so alles PKH bekommen kann, habe ich mich nicht ausgelassen - das würde an dieser Stelle wohl auch zu weit führen.

Zu weit führen würde jetzt auch, woher meine Kenntnisse stammen. Aus dem Netz sicherlich nicht.
Dann können sich unsere Anwälte oder Juristen ja streiten, davon wimmelt es in meiner Familie nur so:icon_smile:
 

melissa28

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sorry, hatte die letzten tage keinen zugriff aufs internet. erstmal vielen dank für die vielen ausführlichen antworten.

mein erster anwalt hat mir die rechnung gestellt, weil er sauer war, dass ihm das mandat entzogen wurde.

ich habe ihm das mandat entzogen, weil er mir ne rechnung gestellt hatte für einen brief den er geschrieben hatte bezüglich der unterhaltsvorschusskasse.
weil ich das erste mal mit einem anwalt in kontakt komme, dachte ich mir es wird alles über den staat abgerechnet :-(
leider ist dem nicht so.
hatte am wochenende ein gespräch mit einem anwalt, der meinte zu mir, dass man im nachhinein einen beratungsschein beantragen könnte für die umgangsregelung.
ich bin mir nicht so sicher ob sowas klappt, hat jmd schon erfahrung?
 
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