Rausgeworfen beim Maßnahmeträger nach Krankmeldung (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

pr0vince

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Wir wurde trotz chronischer Krankheiten (Bandscheiben, Hyperreagible Bronchien, haufenweise Allergien und selbstverständlich chr. Depression mit Angststörungen) vom Amtsarzt zugesichert das ich 8h pro Tag leichte bis mittelschwere Arbeiten vollrichten könnte solange diverse Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden.
Jetzt wurde mir ohne Mitspracherecht eine "Aktivierungsmaßnahme" aufgezwungen. Da ich aber im Bezirk (Rügen/Vorpommern) lebe wo der Bus 2x am Tag fährt und man nicht mal Handyempfang hat stand mir genau ein einziger Bildungsverein zur Wahl frei.
Die Maßnahme YOLO - Man lebt nur einmal (kein scherz) eine Bildungsmaßnahme für junge Erwachsene und Jugendliche um an die Berufswelt herangeführt zu werden. (ich werde 37)
Ich musste dort also Unterschreiben nachdem ich mit Auto hingefahren wurde und war dann wie der Zufall es wollte krankgeschrieben.
und obwohl alle Beteiligten eine Kopie vom Amtsärztlichen Gutachten besitzen und von den Krankheiten wissen erfahre ich heute bei meiner Krankmeldung beiläufig das mein Beschäftigungsverhältnis abgebrochen wurde und mein SB informiert ist.
Dürfen die das überhaupt?

Die AU lag immer rechtzeitig beim Jobcenter vor. Ich müsste doch safe sein oder?
Der Maßnahmeträger denkt er hätte mehr Rechte als das Jobcenter und sowas wie Datenschutz kennen die auch nicht.
 

Frank71

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Erst einmal würde ich selbst Drei Kreuze machen wenn ich aus der Maßnahme raus komme, krank ist krank.

Wenn du die AU immer rechtzeitig eingereicht hast dann ist doch alles gut, da wird nichts passieren.
 

pr0vince

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mein SB sagt heute er will mir sofort neue Unterlagen schicken sobald ich wieder gesund bin damit ich sofort wieder in der selben Vollzeit Maßnahme lande. wie Nett.
 

HermineL

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Dann weise den SB darauf hin das derzeit deine Leistungsfähigkeit ungeklärt ist und er gem. § 44a SGB II den ärztlichen
Dienst mit der prognostischen Feststellung deiner Leistungsfähigkeit für die nächsten 6 Monate beauftragen soll und das
du bis zur Klärung durch den ÄD der Vermittlung nicht zur Verfügung stehts. Das gleiche gilt auch für Maßnahmen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 67605

Gast
Dann weise den SB darauf hin das derzeit deine Leistungsfähigkeit ungeklärt ist und er gem. § 44a SGB II den ärztlichen
Dienst mit der prognostischen Feststellung deiner Leistungsfähigkeit für die nächsten 6 Monate beauftragen soll und das
du bis zur Klärung durch den ÄD der Vermittlung nicht zur Verfügung stehts. Das gleiche gilt auch für Maßnahmen.
Was soll das bringen? Zeit schinden? Er war doch erst beim Ärztlichen Dienst.
 

pr0vince

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Ich soll mir am 19.11. jetzt neue Unterlagen abholen beim SB für die selbe unbezahlte 6 Monate Maßnahme. Kann ich dafür noch rückwirkend Widerspruch einlegen?

Ich müsste sonst jeden Tag 9km zu Fuß laufen weil es dort keinen Bus gibt. (unbewohntes Gewerbegebiet). Überhaupt ist der Mehraufwand für mich finanziell und gesundheitlich untragbar und würde mich deutlich mehr kosten als eine 30% Sanktion
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Fahrtkosten muss das JC (meist durch den Maßnahmeträger) bezahlen. Die können dir ja das Taxi bezahlen, wenn sie unbedingt wollen, dass du da mitmachst. Und mitmachen kannst du natürlich erst, wenn dir diese Fahrtkosten im Voraus gezahlt werden, die Kosten kannst du ja in der Höhe nicht vorstrecken.
 

Ghansafan

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Ich soll mir am 19.11. jetzt neue Unterlagen abholen beim SB für die selbe unbezahlte 6 Monate Maßnahme.
Gibt es dazu eine Einladung gemäß § 59 SGB II i.V. § 309 SGB III ? Denn nur eine solche Einladung verpflichtet zum Erscheinen.

Da die Maßnahme durch den Träger aufgrund von AU beendet wurde, müsste ja von der Sache her diese Maßnahme neu vereinbart bzw. zugewiesen werden.
Es ergibt sich ja nun alleine schon eine ganz andere Laufzeit.
 

pr0vince

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ja das war eine schriftliche Einladung zum "Beratungstermin" und mit taxi hingefahren werden? Die lacht mich doch aus?
 

gila

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Mir stellt sich hier zuallererst die Frage wie der Amtsarzt auf eine solche Einschätzung kommt du könntest mit diesen Einschränkungen vollschichtig einsatzfähig sein... wenn der Amtsarzt muss sich ja auf irgendwelche ärztlichen Unterlagen berufen. Nächste Frage ist hast du genügend ärztliche Unterstützung in deinem Umfeld? Hier wäre auch natürlich ein Psychiater wichtig wegen deiner Depressionen und Angststörungen, sowie auch Fachärzte wegen deiner anderen Beschwerden.
Was sagen denn deine Ärzte zu dieser Einschätzung und Situation?
Ich würde hier wahrscheinlich mal erst mit einer längeren Krankmeldung reagieren, abwarten was vom Jobcenter kommt und in der Zwischenzeit hier eine Strategie ausarbeiten, denn es kann ja wohl nicht sein dass du unter diesen Voraussetzungen ein zweites Mal in dieselbe Maßnahme sollst, und eventuell noch nicht einmal klar ist ob die Maßnahme für dich überhaupt Sinn macht.

Und wieso sprichst du hier von einem Beschäftigungsverhältnis? Was ist denn der Inhalt dieser Maßnahme... Das müsste man auch mal wissen, vielleicht kannst du die Infos entsprechend geschwärzt hier mal hochladen.
Wird denn im Rahmen deiner Maßnahme auf die Einschränkungen Rücksicht genommen so wie es der Amtsarzt ja schließlich begutachtet hat?
 

pr0vince

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Mein Hausarzt sieht das alles relativ gleich und würde mich die nächsten 6 Monate ohne zu zögern krankschreiben.
Was die Amtsärztin betrifft war es so das sie jede Diagnose einzeln abgefragt hat und so tat als wäre sie vergesslich damit ich mich extra wiederholen muss. Sie hat quasi ne Checkliste abgearbeitet nur um zu sehen ob ich mir selbst widerspreche. Sie tat auch so als wüsste sie nicht was eine Hyperreagibilität ist etc.
Am Ende hat sie mich gefragt, ob ich noch Drogen konsumiere (hab vor 14 jahren zuletzt Gras geraucht und nur nebensächlich erwähnt beim Lungenarzt) und ob ich mir das nicht vielleicht alles einbilden würde, mit der Psyche und mich da absichtlich reinsteigere usw.
Man hat ihr auch deutlich angemerkt wie egal ihr das alles war was ich gesagt hab. Lag vielleicht auch daran das ihre Chefin vom Jobcenter daneben saß.
Ich kam mir jedenfalls ein bisschen verarscht vor btw zum Glück ist mein Hausarzt nicht so inkompetent.
 
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gila

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Also sowas ist ja nun wirklich reichlich übel...
Und wieso sitzt eine Chefin vom Jobcenter neben ihr? War das die Chefin des ärztlichen Dienstes und war diese eine Medizinerin?

Hat man dich denn darüber überhaupt informiert warum eine zweite Person anwesend ist und eine Genehmigung von dir eingeholt? Oder hast du gedacht das könnte und müsste so sein und dich nicht getraut dagegen zu widersprechen?

Ansonsten hat da niemand in einem solchen Gespräch und medizinischer Untersuchung etwas verloren.

Ich denke, man könnte im Nachhinein gegen dieses Gutachten und die Art und Weise auch noch vorgehen. Man kann zwar gegen ein Gutachten keinen Widerspruch einreichen, aber sollte man einen nachteiligen Bescheid bekommen, und in diesem Falle wäre es du wärst in falschen Maßnahmen, die auf deine Beeinträchtigungen keine Rücksicht nehmen oder man will dich zu etwas zwingen mit Sanktionen, wozu du gesundheitlich nicht in der Lage bist, dann könnte man sich darauf berufen, dass diese Entscheidungen des Jobcenters auf ein Gutachten hin getroffen worden sind, was höchst zweifelhaft zustande gekommen ist.
Ob es hier sich auch noch um eine Datenschutz- oder auch Schweigepflichtsverletzung gehandelt hat, je nachdem was die anwesende Chefin hier zu suchen hatte, müssen noch darüber hinaus geprüft werden.

Wenn dein Arzt hinter dir steht, dann solltest Du vielleicht mit ihm auch ein Gespräch führen und ihn über diese Art und Weise informieren und wie es dir damit geht, vielleicht kann er dich momentan erst einmal eine Weile rausnehmen per AU und sollte dann hier irgendetwas schriftliches kommen müsste man sich dagegen extra verwahren und unter Umständen behaupten, man müsste ein neues Gutachten fertigen weil das alte Gutachten unter diesen Umständen wenig aussagefähig und kompetent gewesen ist.

Das ist natürlich keine einfache Angelegenheit, parallel dazu würde ich mich nicht nur auf einen Hausarzt verlassen sondern auch die jeweiligen Fachärzte jetzt mal verstärkt aufsuchen.
 

pr0vince

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ich wurde auch von Anfang an in den falschen Raum bestellt auf einer völlig anderen Etage. Das kann man sich echt nicht ausdenken. Was die Dame vom Jobcenter daneben gesucht hat weiß ich auch nicht aber das wird wahrscheinlich alles system haben.
 

gila

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Es wäre interessant herauszufinden wer denn diese Dame war. Hat man dir die Frau denn nicht vorgestellt die hier bei deiner ärztlichen Untersuchung anwesend sein sollte? Dazu gehört doch eine Einwilligung deinerseits.

Du würdest es dir bei deinem eigenen Hausarzt wahrscheinlich auch nicht gefallen lassen wenn er sagt hier da ist gerade mal der Klempner da der guckt mal eben zu bei Ihnen... also manches verstehe ich wirklich nicht!

Es wäre jetzt wirklich gut zu wissen wer diese Person gewesen ist und ob die eine Berechtigung hatte dabei zu sein, das geht ja nur wenn sie selber eine Medizinerin gewesen wäre und vor allen Dingen hätte man deine Erlaubnis einholen sollen. Das sind aber auch alles Argumente dass man das unterlassen hat und dass du eben aufgrund vielleicht auch deiner vielen Erkrankungen hier eingeschüchtert warst und das nicht hinterfragt hast
 

Ghansafan

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Ich müsste sonst jeden Tag 9km zu Fuß laufen weil es dort keinen Bus gibt. (unbewohntes Gewerbegebiet). Überhaupt ist der Mehraufwand für mich finanziell und gesundheitlich untragbar und würde mich deutlich mehr kosten als eine 30% Sanktion
Dann ist die Maßnahme für Dich von der Sache her gemäß § 10 SGB II unzumutbar.

Ich musste dort also Unterschreiben ...
Was hast Du unterschrieben, eine EGV mit der Maßnahme als Bestandteil ?
Ich soll mir am 19.11. jetzt neue Unterlagen abholen beim SB für die selbe unbezahlte 6 Monate Maßnahme.
Wie ich schon schrieb, für mich ist das eine neue(alte) Maßnahme, die neu vereinbart bzw. zugewiesen werden müsste. Denn die Laufzeit (Beginn, Ende Maßnahme) ist eine andere.

Also bitte da nichts unterschreiben, falls die Teilnahme an der Maßnahme da neu vereinbart werden soll.

Und Du solltest dem SB das natürlich mitteilen, was Du uns hier geschildert hast. Dir ist mit Sicherheit nicht zuzumuten, 9km zu Fuß zur Maßnahme zu gehen.

Wenn alle Stränge reißen, dann aufgrund Deiner Einschränkungen eine längerfristige AU holen.
 
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