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ratlos wegen Umzug

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stayceymarie

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#1
ich habe ein ziemlich großes problem, oder besser meine schwiegermama.

sie ist jetzt 53 jahre alt und wohnt in oberhausen. vor einiger zeit ist sie von neuruppin dahin gezogen, weil sie da einen lebenspartner übers internet kennengelernt hatte. sie sind aber nicht in eine gemeinsame wohnung gezogen. nun haben sich die beiden getrennt und sie kommt mit der situation da gar nicht mehr klar. sie kennt da niemanden und die vergangene beziehung nagt auch noch an ihr. sie verkriecht sich in ihrer wohnung und wird mehr und mehr depressiv. da sie da oben nun ganz allein ist, wollte sie nach sachsen in die nähe ihrer 3 kinder ziehen. dass sie ohne arbeit nicht einfach nen umzug starten kann ist allen bewusst. deshalb haben wir alle zusammengelegt und wollten ihr den umzug finanzieren. dies hat sie ihrem fallmanager mittgeteilt und dieser meinte dann, dass sie sich wohnungsangebote suchen sollte, die wohnung aber der träger in sachsen bestätigen müsste. da sie in ihrer derzeitigen wohnung eine mitkündigungsfrist hat, hat sie die kündigung auch prompt eingereicht, weil sie dachte, dass das alles nun in die gänge kommt und sich vollen mutes auf wohnungssuche zusammen mit uns gemacht. nun hat sich aber folgendes problem zugetragen. die algII stelle (bei und das BGA) gewährt ihr nur die miete, die sie bisher bezahlt hat, was 214€ warm bisher war. leider ist es auch nach langer suche bisher nicht möglich gewesen eine wohnung mit so geringer miete in unserer umgebung zu finden. nach diesen schlechten nachrichten geht es ihr noch "beschissener" als vorher. sie sitzt den ganzen tag in ihrer wohnung und weint. ich möchte ihr gern helfen, bin aber mit meinem latein langsam am ende. da ich nicht weiter zusehen kann, wie sie da oben immer mehr zugrunde geht, versuche ich es jetzt über dieses forum. vielleicht gibt es ja härtefälle, in denen ein umzug in eine andere wohnung mit anderer miete gewährt werden kann. sie leidet sehr unter der derzeitigen situation und isst auch kaum noch was. deshalb hoffe ich hier auf schnelle hilfe.

lieben dank schonmal

stayceymarie
 

Arania

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#2
Vielleicht könnte sie wenigstens erstmal die Kündigung rückgängig machen damit sie nicht bald auf der Strasse sitzt, dann könnte sie in Ruhe weitersuchen, das es falsch war sofort zu kündigen muss man sicher nicht erwähnen

Ich hätte auch versucht den Umzug komplett finanziert zu bekommen, eventuell halt aus gesundheitlichen Gründen, aber auch dafür ist es nun zu spät

Ihr müsst auf jeden Fall alles versuchen das es nicht zur Obdachlosigkeit kommt
 

ethos07

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#3
Es klingt und wäre auch in der Realisierung makaber.
... und gewiss auch wieder à la Report Mainz filmreif:

Obdachlosen ist es m.W. nicht untersagt, "umzuziehen".

Ev. müsste man dann auch noch zusehen, dass die Obdachlosenunterkunft in Oberh. nicht günstiger ist als eine Thür..?

Und weiter müsste man natürlich wissen, ob man als ALGII-Empfänger, wenn man einmal im Odach ist, dort auch je wieder raus darf - obwohl eine eigene Wohnung natürlich immer teurer ist...

* * *
Falls eure Schwiegermutter wieder halbwegs aus der Depression rauskommt: Ihr könntet ev. einen TV-Sender á la Report Mainz einschalten, und die sorgen dann dass diese "SChleusung" und der Aufstieg der Schwiegermutter aus dem Obdach in Thüringen etwas schneller geht als das vermutlich dauern würde, wenn man das nur in stiller Eigenregie versucht - und vor allem, dass die gute Frau am Ende wieder rauskommt.

(Für diesen formidablen Realty-Plott nehme ich übrigens Tantimen.
Nein. eigentlich ist alles überhaupt nicht lustig, ihr Ä... da oben!!)
 

wolliohne

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#4
Bitte auch alle möglichen Unterstützungen ausschöpfen.

Ich denke hier an Caritas,Diakoni,Sozialamt örtl.Parlament/Parteien und Presse.

evtl.bei uns im Beratungsbüro, jeden Montag von 11-13.00 Uhr
 
E

ExitUser

Gast
#5
Ich verstehe das nicht so ganz, der Wohnraum für eine Person darf doch mehr kosten als 214€, egal, wie hoch die Miete vorher war. Nach meiner Meinung darf die Miete für eine Person bis zu 320€ warm betragen.
Da würde ich auf alle Fälle mal nachhaken.
Außerdem ist die Notwendigkeit eines Umzuges hier klar gegeben.
Vielleicht kennen ja Einige hier entsprechende Gesetzestexte.
 

stayceymarie

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#6
erstmal danke für die schnellen antworten. inzwischen hab ich von ihr nun noch nen zusätzlichen grund erfahren, warum sie da weg will. sie wird von ihrem ex-typen regelrecht terrorisiert. er klingelt permanent bei ihr, ruft bei ihr an. sie meint, sie will ihre ruhe vor ihm haben. ihn anzeigen möchte sie aber auch nicht. das hat sie heut morgen nun schweren herzens ihrem fallmanager erzählt, und dieser hat sie morgen auf ein erneutes gespräch eingeladen und gemeint, sie soll die ohnung in unserer nähe noch nicht ganz absagen. vielleicht gibts nun in dieser richtung nen erfolg.

allgemein sei noch zu sagen, dass die kündigungsfrist noch bis ende märz geht ... also direkt auf der straße sitzen tut sie momentan nicht. erst ab april mehr oder weniger.

@ arania: dass die wohnung gleich zu kündigen übereilt war, hab ich ihr auch schon gesagt und ist sie sich inzwischen auch bewusst

@ ethos07: meinst du mit thür thüringen? sie möchte gern zu uns nach sachsen. das dürfte aber am ende glaube hier ne weniger große rolle spielen, ob thüringen oder sachsen, denn es geht ja mehr oder weniger um die tatsache, dass sie wenn sie umzieht nur die alte miete bezahlt bekommt, was aber wohnungsmäßig nicht umsetzbar ist.

@ wolliohne: das mit den einzelnen institutionen hab ich ihr erstmal gesagt und je nachdem, was morgen in dem gespräch rauskommt, werden wir uns ggf in dieser richtung erkundigen.

@ghansafan: leider kenn ich mich mit den gesetzestexten nicht so gut aus und bissl hilfe in ingendwelchen gesetzen zu finden wäre schön. vielleicht gibt es ja auch ähnliche fälle, die gerichtlich durchgekommen sind, wo man sich evtl drauf stützen könnte.
 
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#7
Lieber Fragesteller,

am einfachsten wäre es für sie, dass ihr ein Arzt die Depressionen bescheinigt (auf Grundlage der Vorgeschichte).
Nimmt sie vielleicht schon Medikamente dagegen?
Falls JA sollte es nur eine Formsache sein!

Damit hätte sie schon mal einen gravierenden Umzugsgrund, den die ARGE
nicht einfach so ignorieren darf/kann!

Wenn ihr Ex sie stalken sollte, MUSS sie ihn anzeigen.
Zum einen ist es eine Straftat, und er sollte dafür belangt werden,
zum Zweiten hat sie dadurch wieder mehr in der Hand, was ihren Umzug begründet!

Ein weiter Grund ergiebt sich daraus resultierend aber auch,
dass sie aufgrund sozialer, familiärer Bindung umziehen möchte.

Das die ARGE ihr lediglich die bish. Mietkosten erstatten möchte
liegt daran, dass sie dem Umzug nicht zustimmen möchte.
Und ohne Zustimmung muß sie lediglich die bisherigen Mietkosten übernehmen!

Ich würde daher anraten:
1.) Anzeige bei der Polizei (Bescheinigung).
2.) Mit polizeilicher Bescheinigung zum Arzt; Dort Attest.
3.) Schriftlich (Einschreiben) Eilantrag auf Umzugsgenehmigung bei derz. zust. ARGE stellen (Kopien von Strafanzeige und Attest beilegen). Darin
auch auf psychosoziale gesundheitliche Misstände aufmerksam machen
und an amtliche Fürsorgepflicht erinnern!

Indes können ihre Kinder in der Wunschheimat bereits nach geeigneten
Wohnraum suchen (bis max. 50 qm²). Für jede in Frage kom. Wohnung
einen Antag auf KDU aufsetzen (die örtl. Argen haben Vordrucke dafür,
welche vielerorts sogar online abgerufen/ausgedruckt werden können).
Sie enthalten im Groben Angaben über Adresse der Wohnung, Größe,
Mietkosten (aufgeschlüsselt in kalte und warme Kosten), Beheizungsart,
Renovierungszustand und Alter des Gebäudes.

Genehmigt die derz. zust. Arge den Umzug dann immer noch nicht,
sofort einen Anwalt für Sozialrecht aufsuchen!
Das kostet max € 10,-.
Einen entsp. Beratungsschein bekommt sie beim örtl. Sozialgericht,
beim Rechtspfleger oder über das Bürgerbüro (einfach nachfragen).
Dazu muß sie ihren akt. AlgII-Bescheid und ihren Personalausweis
vorlegen!

Alles Gute und mfG,
DLH

P.S.:
Anträge für KDU, ggf. Renovierung u. Wohnungsausstattung
sind dem ZUKÜNFTIGEN Träger zuzustellen.
Der "Alte" erhält lediglich eine Veränderungsmitteilung.
KULANTE Arge-SB (es gibt sie wirklich ^^) übernehmen sogar
die Ummeldung des HE hin zum neuen Leistungsträger!
 

ethos07

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#8
.. ihrem fallmanager erzählt, und dieser hat sie morgen auf ein erneutes gespräch eingeladen und gemeint, sie soll die ohnung in unserer nähe noch nicht ganz absagen. vielleicht gibts nun in dieser richtung nen erfolg.

Das wollen wir aber mal hoffen!!
Vielleicht ist diesem FM auch bewusst, dass es - nach dem von Report-Mainz an die Öffentlichkeit gebrachten Skandal, dass eine Arge jemanden durch ihre absurde Sanktionspraxis obdachlos macht, zu diesem Problem des "gnadenlos Gerechtseins" aus der Erwerbslosenbewegung heraus kein Pardon mehr geben wird :icon_evil:!- Vielleicht liest die Arge aus O. hier ja auch ab & zu mal mit und nimmt unsere Anregungen mit auf...


allgemein sei noch zu sagen, dass die kündigungsfrist noch bis ende märz geht ... also direkt auf der straße sitzen tut sie momentan nicht. erst ab april mehr oder weniger.

Das ist gut - da bleibt vermutlich genug Zeit, das Problem zu lösen! Sehr schön wenn Dritte Probleme von Betroffenen hier rechtzeitig einbringen, denn man selbst ist als HartzIV-Betroffene/r nicht selten so fertig mit der Welt, dass man nicht mehr richtig handlungsfähig ist.


@ ethos07: meinst du mit thür thüringen? sie möchte gern zu uns nach sachsen.
ja, hab' s schlicht vertan

das dürfte aber am ende glaube hier ne weniger große rolle spielen, ob thüringen oder sachsen, denn es geht ja mehr oder weniger um die tatsache, dass sie wenn sie umzieht nur die alte miete bezahlt bekommt, was aber wohnungsmäßig nicht umsetzbar ist.

Wenn der Umzug - wider alle Erwartung !- nicht mit der Arge ordentlich geregelt werden können sollte, wäre mein Vorschlag auch noch weicher machbar: irgendjemand vermietet deiner Verwandten bei Euch die Rumpelkammer für - sage ich mal 213,00 €. Und nach ein paar wenigen Monaten geht das Zusammenleben dort absolut nicht mehr - ich denke, dass dann die dortige Arge die für eine angemessene Wohnung zulässigen Kosten für eine eigene Wohnung übernehmen müsste.

@ wolliohne: das mit den einzelnen institutionen hab ich ihr erstmal gesagt und je nachdem, was morgen in dem gespräch rauskommt, werden wir uns ggf in dieser richtung erkundigen.

Das unbedingt. Auch an die Mietervereine in Oberhausen denken! (In Berlin z.B. setzt sich der Mieterverein in ähnlichen Fällen bestens rechtskundig für die Mieterinteressen ein.)

Und ganz wichtig: unbedingt immer eine Begleitung mit zu den Terminen nehmen - . (Schau mal die Tipps hier im Forum unter Gegenwehr-, ganz oben)


@ghansafan: leider kenn ich mich mit den gesetzestexten nicht so gut aus und bissl hilfe in ingendwelchen gesetzen zu finden wäre schön. vielleicht gibt es ja auch ähnliche fälle, die gerichtlich durchgekommen sind, wo man sich evtl drauf stützen könnte.
bei uns würde ich dafür den Mieterverein/Mieterverband empfehlen, wie es in Oberhausen damit aussieht weiss ich nicht.
Übrigens: die zulässigen Höchstmiete unter ALGII ist immer lokal unterschiedlich festgelegt. Auch mir scheint die von deiner Verwandten in O. jedoch arg niedrig - nur wenn man da mal in so einer Billigbude drin ist, wird einem nicht ohne weiteres eine höhere Miete zugestanden. Allerdings ev. morgen im Gespräch auch das reife Alter deiner Verwandten, die psychischen Probleme als Ermessensspielraum dem FM nahelegen und darauf beharren, dass wenn sie in O. bleiben müsste, dann eh ebenfalls ein Wohnungswechsel nicht zu umgehen wäre.
Sollte kein MIetspiegel für O. existieren kann's schwierig werden, welche Mietobergrenze für ALG-II-Bezieher in O gültig sind - da schummeln dann die Argen oft gern (sollte dies hier mit eine Rolle spielen, vielleicht auch mal mit der darin 'erprobten' Userin frettchen per PN Kontakt aufnehmen - falls sie Zeit dafür hat ;-)
).
 

ethos07

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#9
Indes können ihre Kinder in der Wunschheimat bereits nach geeigneten
Wohnraum suchen (bis max. 50 qm²).
Meines Wissens wird inzwischen bundesweit - oder täusche ich mich da? - nur noch die sog. "Produktmiete" betrachtet - d.h. die Multiplikation aus Quadratmeterzahl und Mietkosten (kalt) pro Quatratmeter.
 

Schmitti

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#10
So erst mal vielen Dank für all Eure Tips und Meinungen.
Ich bin die besagte Schwiegermama von stayceymarie.

Euer Forum ist einfach Spitze. Ich habe mich gründlich durchgeschnüffelt und bin somit auf die empfohlenen Anwälte gestoßen. :icon_daumen:

Habe mich dort kurzerhand angemeldet, bekam auch sofort einen Termin und das Ergebnis:

ICH HABE DIE UMZUGSERLAUBNIS BEKOMMEN!!!! Denn so einfach geht das Verbot nicht, wenn man von einem Bundesland in ein anderes zieht.

Also nicht einfach abschrecken und sich alles gefallen lassen, sofort handeln und sich erkundigen..... kann ich nur empfehlen.

Danke nochmals an alle und auch an meine Schwiegertochter, die mich hierhergeführt hat :icon_klatsch:
 
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