Ratlos - Krankengeld läuft aus , aber weiterhin AU wg. Unfall

vogel33

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Hallo,
ich wäre für eure Hilfe sehr dankbar....
Hier meine Geschichte:
Ich bin seit 2014 AU wg. Depressionen, Panikattacken etc. - jetzt ging es mir besser und ich wollte wieder arbeiten. Ich hatte schon alles vereinbart mit meiner Arbeitsstelle und eine Woche vor Arbeitsbeginn hatte ich einen Unfall im Haushalt (beim Fenster putzen von der Leiter gefallen - Prellungen, Zerrung Handgelenk, Fuss etc.).
Jetzt bin ich weiterhin wg. dem Unfall (und nicht mehr wg. Depressionen !) AU geschrieben und mir läuft das Krankengeld bald aus (1. November).
Was soll ich denn jetzt dann tun ? Soll ich mich arbeitslos melden trotz AU ? Ich hoffe nicht dass diese orthopädischen Probleme vom Unfall noch mehrere Monate dauern werden, aber im Moment habe ich zu grosse Schmerzen um zu arbeiten. Ich dachte man bekommt Arbeitslosengeld nur wenn es absehbar ist dass man länger als 6 Monate noch krank ist oder wenn man Erwerbsunfähigkeitsrente beantragen möchte (was ich im Moment aber nicht möchte) o.ä. ?
Bin für jeden Hinweis und Hilfe dankbar
LG
 

Ines2003

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Wenn du wegen einer andren Erkrankung AU bist, dann hast du, wenn ich richtig Informiert bin wieder Anspruch auf 78 Wochen Krankengeld.
 

Machts Sinn

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vogel33

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Das krankengeld läuft hier aus weil die 78 Wochen vorüber sind.
LG
 

Machts Sinn

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bist du also seit Mai 2014 arbeitsunfähig und warst zuvor nie wegen Depressionen, Panikattacken etc. AU?
 

Doppeloma

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Hallo vogel33,

Ich bin seit 2014 AU wg. Depressionen, Panikattacken etc. - jetzt ging es mir
besser und ich wollte wieder arbeiten. Ich hatte schon alles vereinbart mit
meiner Arbeitsstelle und eine Woche vor Arbeitsbeginn hatte ich einen Unfall im
Haushalt (beim Fenster putzen von der Leiter gefallen - Prellungen, Zerrung
Handgelenk, Fuss etc.).
Das läuft wohl (sehr wahrscheinlich) auf "leider Pech gehabt" hinaus, hättest besser nicht Fenster putzen sollen ehe du wieder die Arbeit aufgenommen hast ... bereits ein Tag ohne AU hätte genügt, dass du für die Unfallfolgen einen neuen (separaten) Anspruch auf Krankengeld erworben hättest.

Das wäre ein " offizieller Abschluss" der alten AU (mit der alten Diagnose) gewesen und dein Anspruch auf erneute Krankengeldzahlung (bis zu 78 Wochen, weil eine neue Blockfrist dafür begonnen hätte) wäre aus der neuen Erkrankung (Unfallfolgen) nach Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit erwachsen ...

Jetzt bin ich weiterhin wg. dem Unfall (und nicht mehr wg. Depressionen !) AU
geschrieben und mir läuft das Krankengeld bald aus (1. November).
Die Änderung der Diagnose bei durchgehender AU bewirkt keine Verlängerung der Krankengeldzahlungen, die "neue" Krankheit gilt als "Hinzugetreten" und verlängert den Anspruch daher nicht. :icon_evil:

Ich denke mal @MachtsSinn will auf den (eventuellen) Beginn einer neuen Blockfrist hinaus (für die ausgesteuerten Depressionen), das funktioniert aber nicht denn diese Blockfrist dafür wird erst 2017 ablaufen, wenn du seit 2014 AU gewesen bist ... diese 3 Jahre (für diese konkrete Krankheit) beginnen genau am ersten Tag der ersten AU-Bescheinigung dafür.

Es passiert eher selten, dass man auf diesem Wege (weil die ausgesteuerte Krankheit schon früher mal zur AU führte = Beginn der Blockfristen dafür) einen baldigen Beginn einer neuen Blockfrist nutzen kann ... :icon_evil:

Diese ganzen Berechnungen sind viel zu kompliziert für einen Laien, das müsste man sich bei der KK (AU - und Diagnose-Liste) ausdrucken lassen für mehrere Jahre, um da einen anderen Zeitpunkt herausfinden zu können ...

Wenn du tatsächlich erstmalig 2014 daran erkrankt bist (mit AU), dann darfst du davon ausgehen, dass der Termin der Aussteuerung korrekt ist und durch die neue Erkrankung auch nicht mehr zu ändern ist.

Was soll ich denn jetzt dann tun ? Soll ich mich arbeitslos melden trotz AU ?
Ich hoffe nicht dass diese orthopädischen Probleme vom Unfall noch mehrere
Monate dauern werden, aber im Moment habe ich zu grosse Schmerzen um zu
arbeiten.
Dir wird nichts Anderes übrig bleiben als dich bei der AfA zu melden, allerdings nicht "weil du arbeitslos bist" sondern weil dein Krankengeld abgelaufen ist und du aktuell noch stark in deiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt bist.

Beachte den feinen Unterschied in der Wortwahl, denn als komplett krank (du gibt dort nur die Bescheinigung zur Aussteuerung ab aber keine AU-Bescheinigungen mehr) hast du tatsächlich keinen Anspruch auf ALGI, arbeitslos bist du ja auch nicht also kannst du nur versuchen ALGI gemäß § 145 SGB III zu bekommen.

§ 145 SGB III Minderung der Leistungsfähigkeit

Ich dachte man bekommt Arbeitslosengeld nur wenn es absehbar ist dass man länger
als 6 Monate noch krank ist oder wenn man Erwerbsunfähigkeitsrente beantragen
möchte (was ich im Moment aber nicht möchte) o.ä. ?
Das ist soweit auch richtig und weil du aktuell (offenbar) noch nicht abschätzen kannst ob du noch länger als 6 Monate nicht arbeiten kannst (bei deinem AG) solltest du von deinen Ärzten entsprechend deutliche Befunde /Einschätzungen dazu bei der AfA vorlegen können bzw. beim ÄD der AfA ...

Denn die SB gehen deine gesundheitlichen Probleme nichts an, die haben auch nicht zu beurteilen wie lange das noch dauern könnte bis du wieder "Leistungsfähig genug" für den Arbeitsmarkt sein wirst.

Dafür sind die Amtsärzte da und dort wird man dich auch hinschicken (oder zumindest einige ärztliche Unterlagen für eine Begutachtung nach Aktenlage einfordern), du selbst musst dich immer mit deinem "Restleistungsvermögen" der Arbeitsvermittlung zur Verfügung stellen.

Welchen Rahmen und für welchen Zeitraum dieses "Restleistungsvermögen" dann gerade hat ist die Entscheidung des Amtsarztes ... es liegt also auch ein wenig an deiner "Diplomatie" und den medizinischen Unterlagen die du dort (DIREKT beim ÄD) abgeben kannst, ab wann man dich wieder für genesen einschätzen wird ... bei über 6 Monate bekommst du auch ALGI bis dahin ...

Bei "unter 6 Monate" wird man den Antrag ablehnen, das solltest du versuchen zu vermeiden, aber dann kann man immer noch Widerspruch einlegen mit entsprechenden medizinischen Nachweisen deiner Ärzte ...

Man muss auch nicht unbedingt EM-Rente beantragen, es darf auch eine medizinische oder berufliche Reha sein, bist du schon in DRV-Reha gewesen wegen deiner psychischen Probleme ... die solltest du beim Amtsarzt der AfA ruhig mit ansprechen, denn ob du davon wirklich "geheilt" bist wird sich erst noch herausstellen, wenn dich der Arbeitsalltag wieder hat ...

Sollte ALGI komplett abgelehnt werden bleibt dir bei "Bedürftigkeit/Mittelosigkeit" nur der Weg zum JC ... die wollen aber auch einen Bescheid dazu sehen, dass du ALGI nicht bekommen kannst und warum ...

MfG Doppeloma
 

vogel33

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Vielen herzlichen Dank an Doppel Oma !!!
Verstehe ich das richtig dass ich kein Arbeitslosengeld erhalten werde wenn die Prognose für die AU wg. orthopädischen Problemen unter 6 Monaten liegt ? Ist das dann die Nahtlosigkeitsregel ?
Entschuldigt bitte, aber ich lese die Paragraphen dreimal durch und verstehe immer nur noch Bahnhof....
Das hiesse dann wenn es mir z.B. psychisch wieder schlechter ginge (was ich nicht hoffe !), dann wäre die Prognose einfacher dass dies länger als 6 Monate AU dauert und ich würde Arbeitslosengeld erhalten ?
Ist es wirklich so dass man nach Aussteuerung vom Krankengeld nur Arbeitslosengeld erhält wenn festgestellt wird dass man noch länger als 6 Monate weiterhin krank ist ?
Wann muss man eigentlich spätestens zum Arbeitsamt um den Bescheid der Aussteuerung abzugeben und ALG zu beantragen ? Wird das ALG auch rückwirkend bezahlt falls man erst am Datum der Aussteuerung zum Arbeitsamt geht ?
Sorry für meine vielen Fragen , aber ich blicke gerade nicht mehr richtig durch....
 

Doppeloma

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Hallo vogel33,

Verstehe ich das richtig dass ich kein Arbeitslosengeld erhalten werde wenn die
Prognose für die AU wg. orthopädischen Problemen unter 6 Monaten liegt ? Ist das
dann die Nahtlosigkeitsregel ?
Das verstehst du vollkommen richtig, denn wie du selbst schon festgestellt hast bekommt man bei "vorübergehender" AU (daraus ergibt sich diese 6-Monats-Prognose) kein ALGI, weil man mit AU (zunächst ) ganz sicher nicht in Arbeit "vermittelt" werden kann.

ALGI ist KEIN "Ersatzkrankengeld" und zumindest "fiktiv" muss man sich der Vermittlung (Restleistungsvermögen außerhalb der ausgesteuerten Krankheit) zur Verfügung stellen.

Die sogenannte "Nahtlosigkeit" greift aber nur, wenn mit einer längeren Leistungseinschränkung (als 6 Monate) zu rechnen ist UND deswegen eine Reha-Maßnahme (medizinisch/beruflich) ODER EM-Rente bei der DRV beantragt wurde.
Die Zahlungen sollen (eigentlich) nur "nahtlos" die Finanzen absichern, bis die DRV dazu entschieden hat wie es weitergehen wird.

In der Regel bekommt man ja dann Übergangsgeld (bei Reha-Maßnahmen) oder eben Rente von der DRV wenn das entschieden /bewilligt ist, ALGI wird dann dadurch also wieder "überflüssig" ... soweit die gesetzliche Theorie ....

Entschuldigt bitte, aber ich lese die Paragraphen dreimal durch und verstehe
immer nur noch Bahnhof....
Verständlich, denn für solche Ausnahmefälle wie deinen (Genesung ist innerhalb der nächsten 6 Monate möglich und "wahrscheinlich") ist diese Regelung nach § 145 SGB III eigentlich nicht vorgesehen ... :icon_evil:

Das hiesse dann wenn es mir z.B. psychisch wieder schlechter ginge (was ich
nicht hoffe !), dann wäre die Prognose einfacher dass dies länger als 6 Monate
AU dauert und ich würde Arbeitslosengeld erhalten ?
Die Konsequenz daraus siehst du schon richtig, es liegt an dir (und deinen behandelnden Ärzten) die AfA (bzw. den Med. Dienst dort) zu überzeugen, dass deine Genesung eben nicht mit (hoher) Sicherheit vor Ablauf von 6 Monaten erfolgen wird/muss (garantieren kann dir das ohnehin Niemand, aber die AfA wird natürlich lieber die "sparsamere" Variante annehmen wollen) und durchaus auch von der Vorerkrankung mit abhängig sein könnte, sonst wird nach der Begutachtung dein Antrag auf ALGI abgelehnt.

Ist es wirklich so dass man nach Aussteuerung vom Krankengeld nur
Arbeitslosengeld erhält wenn festgestellt wird dass man noch länger als 6 Monate
weiterhin krank ist ?
Ja, so ist es wirklich und das wird durchaus auch (immer öfter) so praktiziert, habe gerade im Bekanntenkreis Jemandem bei Widerspruch und Beschwerde dazu geholfen, das Ergebnis steht noch aus ...
Allerdings hat die Betroffenen bereits EM-Rente beantragt und es ist eher nicht mehr mit Genesung zu rechnen, der Amtsarzt der AfA hat das allerdings ganz anders gesehen, weil die EM-Rente sich bereits im Widerspruch befindet ... so "nahtlos" wie mal (vom Gesetzgeber) gedacht läuft das eben in der Realität meistens nicht. :icon_evil:

Wann muss man eigentlich spätestens zum Arbeitsamt um den Bescheid der Aussteuerung abzugeben und ALG zu beantragen ?
Sobald dir der Bescheid der KK dazu schriftlich vorliegt solltest du die AfA zumindest schon mal dazu informieren und dir die notwendigen Antragsunterlagen holen, man wird dabei auch besonderen wert auf die zügige Klärung deiner gesundheitlichen Leistungsfähigkeit durch den ÄD der AfA legen, lass dich trotzdem nicht dazu verleiten dort gleich alles auszufüllen und zu unterschreiben, was man dir dafür in die Hand drücken wird.

Es ist aktuell noch genug Zeit (dein erstes ALGI gibt es dann ohnehin erst Ende November) und du möchtest das ALLES in Ruhe zu Hause prüfen und ausfüllen, zu den Gesundheitsunterlagen /Schweigepflichtentbindungen (die dabei sein werden) solltest du dich hier noch informieren, bevor die AfA da von dir überhaupt Unterschriften bekommt.

Mit den SB spricht man überhaupt nicht über Krankheiten, dafür ist der Amtsarzt zuständig und nicht alles was man gerne hätte solltest du wirklich unterschreiben, mach dir auch immer Kopien von allen Unterlagen und lass dir die Abgabe wichtiger Unterlagen von der AfA bestätigen ... :icon_evil:

Wird das ALG auch rückwirkend bezahlt falls man erst am Datum der Aussteuerung
zum Arbeitsamt geht ?
Du brauchst den Formular-Antrag für ALGI (den gibt es nicht im Internet) und dazu bekommst du eine Bescheinigung für deinen AG (aus deinem Einkommen wird ja das ALGI berechnet) und eine Abschluss-Bescheinigung für deine KK ...

Es wäre also nicht angebracht wahlweise erst nach der Aussteuerung dort zu erscheinen, auch wenn man deine Leistung ab Tag X zahlen muss bei Bewilligung jedenfalls .. man sollte sich da aber nicht unnötig schon "Feinde" machen und erst nach der Aussteuerung zum1. Male dort auftauchen ...

Sorry für meine vielen Fragen , aber ich blicke gerade nicht mehr richtig
durch....
Ist schon in Ordnung, lieber so als hinterher ... wenn "das Kind schon im Brunnen liegt" ... :wink:

MfG Doppeloma
https://www.elo-forum.org/schwerbehinderte-gesundheit-rente/159408-ratlos-krankengeld-laeuft-weiterhin-au-wg-unfall.html#
 

vogel33

Neu hier...
Thematiker*in
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Herzlichen Dank an Doppeloma für die sehr hilfreichen Antworten !! :)
Leider bin erkältet und kann gerade nicht viel schreiben....
ich melde mich aber wieder ....
LG
 
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