Qualifizierungsmaßnahme / Kein Job zu finden wegen Vorstrafe bzw. laufender Bewerbung (1 Betrachter)

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LeopoldVonSchleck

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Hallo :smile:

ich bin hier neu! Falls ich das falsche Unterforum gewählt habe, sorry und bitte verschieben.

Vielleicht mal kurz was zur Vorgeschichte: Ich bin inzwischen Ende 20 und verfüge leider über keine abgeschlossene Berufsausbildung. Aus diversen Gründen stand ich dem Arbeitsmarkt einige Zeit nicht zur Verfügung. Diese waren u.a. der Tod Angehöriger, der Verlust der Wohnung und dadurch ein zweijähriges Wohnen in einem Männerheim. Ich habe mit meinem SB auch Glück gehabt, er ließ mich solange in Ruhe bis ich meine Angelegenheiten geklärt hatte.
Seit 8 Monaten wohne ich wieder in einer eigenen Wohnung, bin quasi wieder am Start und möchte auch das Berufliche angehen. Aus der Zeit "früher" stammt leider auch eine Bewährungsstrafe von 10 Monaten (Betrug). Die Bewährung läuft planmäßig im November aus.

Ich habe gemeinsam mit dem SB eine Qualifizierungs/Weiterbildungmaßnahme gesucht. Nach zweimaligen Fehlversuchen, da mir die jeweilige Maßname nicht zusagte, worauf der SB entgegnete wenn es mir nicht gefällt, suchen wir eben was anderes, wurde etwas gefunden, was sich auch gut angehört hat. Die Teilnahme hieran wurde per EV festgehalten, die ich auch unterschrieb. Es sollte im Mai losgehen, allerdings konnte ich die Maßnahme nicht antreten, da ich verunfallt war. Ich warte daher seit meiner Genesung Mitte Mai auf einen neuen Starttermin.

Nun soll ich in einer Woche plötzlich zu einem anderen SB, der einem Team "Best Agers" angehört. Ich weiß allerdings nicht, was er genau von mir will, von einer älteren Bekannten hörte ich aber, der Herr sei ein "scharfer Hund", der Klienten gerne in sinnlose Beschäftigungsmaßnamen drückt. Der Herr ist aber eigentlich nicht für mich zuständig und was ich in einem "Best-Agers"-Programm soll, weiß ich auch nicht.

Ich habe eine gültige EV, die noch bis September wirksam ist und will wenn überhauptdas machen, was dort abgemacht ist. Ich sehe es richtig, dass man mich zu nix anderem zwingen kann? Wenn er etwas mit mir abschließen will, also weigern, wissend da er keine gültige EV durch einen EV-VA ersetzen kann? Dass ich da gar nix unterschreiben muss, weiß ich ja.

Weiterhin ist aufgrund der Vorstrafe außerhalb des Jobcenters kein Arbeitsverhältnis zu kriegen, nichtmal ein 450,- Job ist drin. Ich habe einige Erfahrung in der Gastro (Kellner) und früher an der Kasse, allerdings kann ich alles was mit Geld zu tun hat, wohl nun abhaken.
Ich hatte zwar Vorstellungsgespräche, die insgesamt auch jeweils gut liefen, hätte am nächsten Tag Probearbeiten können, immer am Ende kam die Frage "Polizeiliches Führungszeugnis" bzw. ob da "Delikte mit Geld, Vermögen" verzeichnet wären. Ich habe wahrheitsgemäß geantwortet, Zack, Ausschlusskriterium.

Es kann ja so nicht weitergehen. Selbst wenn ich von den 450,- nur 170,- behalten darf, bin ich darauf angewiesen, da das Geld nicht reicht und teilweise ab dem 20. des Monats Freunde für mich einkaufen, die dies auch nicht ewig mitmachen werden, da sie studieren, eine Ausbildung machen oder nen Mindestlohnjob und damit auch nicht viel Geld haben.

Habe auch langsam keine Lust mehr mich weiter zu bewerben, da ich zwar durchaus eingeladen werde, es aber doch nix wird. Wie soll ich mich also verhalten?
Ein Führungszeugnis an sich kann der Chef ja ohnehin nicht verlagen. Er darf nur Fragen, wenn es berufsbezogen ist. Kann ich die Vorlage eines FZ also verweigern?
Soll ich die Frage nach "Vorstrafen" einfach verneinen, also lügen? Was passiert mir im schlimmsten Fall, wenn es herauskommt?

Ich hoffe das es irgendwie eine Lösung gibt.

Liebe Grüße!
 

Sawastro

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AW: Qualifizierungsmaßnahme / Kein Job zu finden wegen Vorstrafe bzw. laufender Bewerbun

Rechtlich gesehen hat der Arbeitgeber keinen Anspruch auf Vorlage eines Führungszeugnisse allerdings darf er dich sehr wohl nach Vorstrafen fragen, die für die Art des zu besetzenden Arbeitsplatzes von Bedeutung sind.

Und hier wird es dann heikel. Antwortest du wahrheitsgemäß, kriegst du den Job nicht. Verschweigst du etwas und der Arbeitgeber findet es heraus ( und das kann schon durch ein simples Gespräch unter Kollegen passieren), dann fliegst du in hohem Bogen fristlos aus der Stelle. Unter Umständen kann sich sogar eine Regresspflicht ergeben.

So rein vom Gefühl her würde ich sagen, ehrlich währt am Längsten. Wenn du in einem entsprechenden Vorstellungsgespräch darauf angesprochen wirst, steh zu dem was du getan hast. Oder wenn du ganz mutig bist sprich das Thema von dir aus an. bevor dich jemand danach fragt (was, wie du schon ganz richtig bemerkt sowieso passieren wird)
Im Endeffekt kannst du damit nichts verlieren aber es soll schon Fälle gegeben haben, wo grade solche eine Aufrichtigkeit und das Eingeständnisse, eines schweren Fehler gemacht zu haben mehr bewirkt hat als ein Schweigen oder noch schlimmer eine erfundenen Story.

Es kommt auf den Versuch/ die Versuche an. Wenn du wirklich neu anfangen willst, dann aber bitte nicht mit dem gleichen Fehler. Hätte dich ja beinahe schon mal 10 Monate deines Lebens gekostet.
 

alge

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AW: Qualifizierungsmaßnahme / Kein Job zu finden wegen Vorstrafe bzw. laufender Bewerbun

Nach eigenem Bekunden bist du erst Ende Zwanzig.
Per se ist die Vorstrafe kein Ausschlusskriterium Dich einzustellen.

Zu Deiner konkreten Frage ob Du die Vorstrafe verheimlichen darfst, schau mal hier:

HENSCHE Arbeitsrecht: Auskunftspflicht des Stellenbewerbers

Viel Erfolg wünsch ich Dir
Gruß
Alge
 
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