Psychologische Begutachtung

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hsm1

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Ein junger Mann, 21, hat aus verschiedenen Gründen die Ausbildung abgebrochen, sich arbeitslos gemeldet und ist derzeit in einer "Maßnahme". Nun bekam er die Aufforderung, an einer sechsstündigen psychologischen Begutachtung teilzunehmen, sonst könnte er nach dem Lehrabbruch nicht wieder ausbildungssuchend gemeldet werden. (An dieser Bezeichnung hängen aber mindestens die Übernahme der Bewerbungskosten und ab 21 auch die Zahlung des Kindergeldes.) Kann bitte jemand sagen, was sich dahinter verbirgt, was in diesen 6 Stunden (lange Zeit!) passiert? Die Befürchtung ist halt, dass da die Tagesverfassung sozusagen festgeschrieben wird und über Jahre hinweg in den Akten stehen bleibt. Außerdem soll er sämtliche Ärzte der Schweigepflicht entbinden und weiß nicht, was das für Folgen hat. Wozu gibt es denn dann Schweigepflicht, wenn die Ämter einen zur Aufhebung zwingen können? Dieser junge Mann blickt jedenfalls gar nicht durch, was das alles für Folgen haben kann, und hat mich um Rat gefragt. Ich hatte konkret damit aber auch noch nichts zu tun und gebe deshalb diese Frage hier mal weiter.

Vielen Dank für alle Antworten.
 

gelibeh

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Außerdem soll er sämtliche Ärzte der Schweigepflicht entbinden und weiß nicht, was das für Folgen hat. Wozu gibt es denn dann Schweigepflicht, wenn die Ämter einen zur Aufhebung zwingen können?
Können sie nicht. Was steht denn da genau? Dass er verpflichtet ist? Dann würde ich mal den Datenschützer dazu befragen. Zu der Untersuchung selber kann ich nichts sagen. Er hat aber einen Anspruch, das Gutachten einzusehen.
 

Anna B.

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Hallo,

unbedingt den Datenschutz mit einschalten..

ich habe gerade eine allgemeine Beschwerde über die Bundesagentur für arbeit beim Datenschutz laufen..und deine Anfrage würde genau meine Anfrag dahingehend unterstützen..

also bitte direkt an

poststelle@bfdi.bund.de

und zusätzlich noch

Nuernberg.Kundenreaktionsmanagement@arbeitsagentur.de

inzwischen spinnen die doch total..in fast jedem Fall fordern sie Schweigepflichtentbindungen mit der Drohung der Nichtleistung...

wie kann man so offen und unverfroren Gesetze außer acht lassen?

wenn ich falsch parke krieg ich auch nen Knöllchen und die dürfen permanent gegen den Datenschutz verstoßen?

ne, nicht mit uns oder??


und hier noch Hinweise zum berufspsychologen Service :)icon_neutral:)

Fragen und Antworten zum Berufspsychologischen Service - www.arbeitsagentur.de
 
G

Gelöschtes Mitglied 28343

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Ein junger Mann, 21, hat aus verschiedenen Gründen die Ausbildung abgebrochen, sich arbeitslos gemeldet und ist derzeit in einer "Maßnahme". Nun bekam er die Aufforderung, an einer sechsstündigen psychologischen Begutachtung teilzunehmen, sonst könnte er nach dem Lehrabbruch nicht wieder ausbildungssuchend gemeldet werden.

Ich frage mich gerade, ob der Lehrabbruch der einzige Grund ist den jungen Mann psychologisch begutachten zu lassen.
Schweigepflichtsentbindung ist freiwillig.
 

hsm1

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"Ich frage mich gerade, ob der Lehrabbruch der einzige Grund ist den jungen Mann psychologisch begutachten zu lassen.
Schweigepflichtsentbindung ist freiwillig."


Ja, also objektiv gibt es sicher keinen anderen Grund. So wie ich ihn kenne, ist er eher ruhig und schüchtern, hat sich bestimmt mit keinem bewusst angelegt und auch fleissig neue Bewerbungen geschrieben. Deshalb ist er ja so geschockt...
 
G

Gelöschtes Mitglied 28343

Gast
Da scheinbar keine Begründung vorliegt, warum das psychologische Gutachten angefertigt werden soll, würde ich nach der Begründung fragen. Das ganze in schriftlicher Form und gegen Empfangsbestätigung abgeben.
 

AEMR

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Nun bekam er die Aufforderung, an einer sechsstündigen psychologischen Begutachtung teilzunehmen, sonst könnte er nach dem Lehrabbruch nicht wieder ausbildungssuchend gemeldet werden.
Gab es die Aufforderung vom Jobcenter schriftlich oder als die übliche akustische Verunsicherungs- und Drohkulisse? Wenn schriftlich, hing dann da eine Rechtsfolgenbelehrung dran? Falls schriftlich, ist ausdrücklich auch das sinngemäße "sonst könnte er nach dem Lehrabbruch nicht wieder ausbildungssuchend gemeldet werden" geschrieben worden, wie bitte ganz genau?

Die Befürchtung ist halt, dass da die Tagesverfassung sozusagen festgeschrieben wird und über Jahre hinweg in den Akten stehen bleibt.
Das fürchte ich auch.

- - - -

Wie lächerlich, die unfähigen SB werden selbst durch den Psychologischen Dienst veredelt: "Dienstleistungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit ... Der Berufspsychologische Service wirkt bei der Qualifizierung des Personals der Bundesagentur"

Beratung und Vermittlung in Arbeits- und Ausbildungsstelle
...

Im engsten gesetzlichen Sinne ist ein 21-Jähriger kein Jugendlicher, daher kann es um einen

Berufswahltest (BWT)
wohl nicht gehen (und, da wohl kein Abitur, um den Studienfeldbezogenen Beratungstest (SFBT) ja auch nicht)

Dienstleistungen des Berufspsychologischen Service - www.arbeitsagentur.de

Ob der junge Mann um den sechsstündigen Test herumkommt, jetzt, wo er eine Ausbildung abgebrochen hat, weiß ich leider nicht.

Grundsätzlich: Informationen ans Jobcenter vermeiden, wo es nur geht, das JC verdient leider gar kein Vertrauen.

Wer genau soll die psychologische Begutachtung durchführen, ist das eindeutig gesagt worden?

Sei so gut und halte uns auf dem Laufenden.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28343

Gast
Ob der junge Mann um den sechsstündigen Test herumkommt, jetzt, wo er eine Ausbildung abgebrochen hat, weiß ich leider nicht.

Dürfen die Teenies heute nicht mal mehr eine Ausbildung abbrechen (die Gründe kennt nur der junge Mann), ohne dafür gleich psychologisch begutachtet zu werden?

Es ist hier wichtig zu wissen, wie das JC diesen ... begründet.
 

AEMR

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Untersuchen lassen darf der Leistungsträger grundsätzlich schon:

§ 62 Untersuchungen

Wer Sozialleistungen beantragt oder erhält, soll sich auf Verlangen des zuständigen Leistungsträgers ärztlichen und psychologischen Untersuchungsmaßnahmen unterziehen, soweit diese für die Entscheidung über die Leistung erforderlich sind.

§ 62 SGB I Untersuchungen Sozialgesetzbuch (SGB) Erstes Buch (I)

Aber warum überhaupt psychologisch? Die Erwerbsfähigkeit lässt sich anhand der körperlichen Einschränkungen ermitteln, also beim Amtsarzt, nicht beim Psychologen.

Alles andere wäre doch eher ein Eignungstest, also eine berufsberaterische Tätigkeit, die allenfalls psychologische Anteile hat im Sinne von Feststellung von Eignung und Neigung.

Andererseits: eine Ausbildung abgebrochen ... da können die Druck machen ... und werden das wohl auch. Er soll vorsichtig sein.

Nicht, dass das JC jemanden per Unterstellung einer psychischen Krankheit abschieben will. Oder ist meine Sorge unbegründet?
 
G

Gelöschtes Mitglied 28343

Gast
Untersuchen lassen darf der Leistungsträger grundsätzlich schon:

§ 62 SGB I Untersuchungen Sozialgesetzbuch (SGB) Erstes Buch (I)

Einfach so, weil es denen gerade passt? Hab da eine böse Ahnung auch in Hinblick auf der Maßnahme, die er gerade besucht.

Aber warum überhaupt psychologisch? Die Erwerbsfähigkeit lässt sich anhand der körperlichen Einschränkungen ermitteln, also beim Amtsarzt, nicht beim Psychologen.

Eben.

Alles andere wäre doch eher ein Eignungstest, also eine berufsberaterische Tätigkeit, die allenfalls psychologische Anteile hat im Sinne von Feststellung von Eignung und Neigung.

Dann ist das auch als Eignungstest zu benennen.

Andererseits: eine Ausbildung abgebrochen ... da können die Druck machen ... und werden das wohl auch. Er soll vorsichtig sein.

Ich fange eine Ausbildung an, stelle fest der Beruf ist nicht, wie ich ihn mir vorgestellt habe, also breche ich ab. Deshalb habe ich noch lange keinen an der Klatsche und muss psychologisch begutachtet werden, um wieder den Status Ausbildungssuchend zu bekommen.

Nicht, dass das JC jemanden per Unterstellung einer psychischen Krankheit abschieben will. Oder ist meine Sorge unbegründet?

Die Begründung fehlt.
Ansonsten, ein bisschen Paranoia schadet nicht.
 

AEMR

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Hier ein vielleicht ähnlicher Fall. Zitat eiszeit:

meine Tochter sucht eine Ausbildungsstelle. Nachdem sie Anfang 2010 ihre Ausbildung aus mir unbekannten gründen abgebrochen hat, sucht sie derzeit eine neue Ausbildungsstelle. Ihre bisherigen Bewerbungen waren erfolglos.

Nun verlangt die Arbeitsagentur das sie sich beim Psychologischen Dienst vorstellt. Kann die Agentur sie dazu zwingen und was wären die Folgen wenn sie sich weigert?

https://www.elo-forum.org/allgemeine-fragen/77679-psychologischer-dienst-arbeitsagentur.html

Nordlicht22 meinte:

da die Tochter auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz ist und bereits eine Lehre abgebrochen hat, wird dies keine amtsärztliche Untersuchung sein.
Die AfA hat einen sog. psych. Dienst. Dies sind eigentlich "normale" SB, die gelernt haben diese "Idiotentests" auszuwerten. Das sind keine Psychologen! Das ist der wichtige Unterschied.

Diese psych. Tests. liefen vor 20 Jahren noch unter Eignungstest und wurden besonders bei der Lehrstellenvermittlung und bei Anträgen auf Umschulungen eingesetzt.

Heute sollen die Fragebogen auch auf die soziale Kompetenz ausgeweitet worden sein. Ich habe sie bisher nicht gesehen und Aufgrund des Alters wohl nicht mehr in den Genuss kommen.

Da neben dem Bildungsstand, dem logischen Denken, der Merkfähigkeit und der Belastbarkeit jetzt die soziale Kompetenz dazugekommen ist, wurde daraus der psych. Dienst. Sind trotzdem keine Psychologen - der Name ist irreführend.

@ Eiszeit
sie sollte sich trotzdem vor dem Termin erkundigen wer diese Tests durchführt und was damit erreicht werden sollen. Das bitte schriftlich.

Wenn da psych. Dienst der AfA steht, dann dürfte das für sie von Vorteil sein. Festzustellen was für sie passen könnte, was sie auch mit ihren Einschränkungen erreichen kann und dazu dann vielleicht auf einen Beruf aufmerksam gemacht zu werden, auf den sie selbst nicht gekommen wäre - warum nicht??

Wenn da allerdings amtsärztliche psych. Untersuchung steht, dann sollte das hinterfragt werden. Diese Gutachten wird sie so schnell nicht wieder los.

Psychologische Tests dürfen ausschließlich nur durch Fachpersonal durchgeführt und ausgewertet werden. Bei diesen Tests geht es weniger um die Antwort die Fragen, sondern wie der Proband sich während der Tests verhält. Um daraus die richtigen Schlüsse ziehen zu können, bedarf es einer qualifizierten Ausbildung.

https://www.elo-forum.org/allgemeine-fragen/77679-psychologischer-dienst-arbeitsagentur.html
 

AEMR

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#JesseJames49

Ich fange eine Ausbildung an, stelle fest der Beruf ist nicht, wie ich ihn mir vorgestellt habe, also breche ich ab. Deshalb habe ich noch lange keinen an der Klatsche und muss psychologisch begutachtet werden, um wieder den Status Ausbildungssuchend zu bekommen.

Ja, das sehe ich genau so.
 

guinan

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Hi,

der junge Mann WILL ja eine weitere Ausbildung machen. Da hilft es nicht, einen auf paranoia zu machen, wie vorgeschlagen. Denn dann steht in den Akten, dass sie nicht leisten müssen. Also kriegt er keine Ausbildung. Oder ihm wird geraten, eine Reha zu beantragen (bzw dazu gezwungen). Hat dann zur Folge, dass der Rehaträger das ablehnt, das Jobcenter aber alle Sachen zur Arbeitsförderung ablehnt (einschlließlich Bewerbungskosten und Fahrtkosten zu Vorstellungsgesprächen, Bildungsgutschein, Ausbildungsbeihilfe oder was man sonst noch kriegen kann).

Über Jahre, denn so lange zieht sich so ein Verfahren hin, wird er dann alle Kosten aus der eigenen Tasche zahlen müssen. Sollte jemals irgendwer so ein Verfahren gewinnen, wird er nie im Leben alle Quittungen noch bei sich liegen haben, sodass das Jobcenter unmengen an Geld für Arbeitsförderung gespart hat.

In genau dieser Situation bin ich seit 1,5 Jahren. Ich soll alles selbst zahlen, mich nicht vom Sofa weg rühren, schizophrener Weise mich aber weiter bewerben ohne dass die Kosten für Vorstellungsgespräche und Bewerbungskosten gezahlt werden und ratet mal, wer in deren Augen nun auch noch faul und selbst Schuld ist, wenn er arbeitslos bleibt. Richtig, ich selbst.

Wichtig: Diese Gutachten sind verbindlich, was EINSCHRÄNKUNGEN betrifft. Sie sind aber weiterhin nur VORSCHLÄGE, was FÖRDERUNGEN betrifft. Und die Förderungen lehnt das Jobcenter dann einfach ab.

Das Gutachten hat also nur einen Zweck: Dich zu behindern. Wenns weiter geht auch noch mit dem Stempel "Behinderter". Dann bist du zwar nicht behindert, wirst aber behindert wo es nur geht. Ein guter Arbeitssklave für spätere Zeitarbeitsfirmen. Und zwar egal wie gebildet du bist. Ich habe einen Universitätsabschluss. Mir wird gesagt, ich solle Kekse verpacken. Die Bewerbungskosten fürs Kekseverpacken trage natürlich dennoch ich selbst.

Mein Tipp: Ob es möglich ist, sich zu weigern, weiß ich nicht. Wenn nicht, bestehe den Test mit "überdurchschnittlich" und sieh dich vor, im Gespräch irgendetwas von Einschränkungen zu erwähnen. Vor allem weine nicht. Weinst du, heißt es, du wärst nicht belastbar genug für die Umschulung oder die Ausbildung. Dann ist Sense, dann läuft der Verwaltungsapparat, der dich zum Behinderten macht. Und du siehst die nächsten Jahre sicher kein Land mehr.

Einschränkungen zugeben bringt nur dann etwas, wenn man ewig Hartz4 Bezieher bleiben möchte.

Übrigens leistet dieser Test NICHT, dass Berufe vorgeschlagen werden. Er misst nur allgemeine Fähigkeiten. Entweder heißt es, alles in Ordnung (dann kriegste nicht mehr, als du vorher hattest) oder es heißt, eingeschränkt in diesem oder jenem Falle (dann gibts Dinge, auf die darfste dich nicht mehr bewerben, auch wenn du möchtest- oder Bildungsgutscheine und andere Sachen werden gestrichen)
 

AEMR

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Was hartaber4 im Mai 2012 sagte, klingt interessant:

Zum Widerspruchsrecht wäre also anzuraten, schon bei Antragstellung der Übermittlung zu widersprechen, wenn man Kontrolle über den Datenfluss (informationelle Selbstbestimmung) behalten und haben möchte!
Ärztliche Gutachten als besonders schutzwürdige Sozialdaten sind von der Übermittlung ausgenommen, wenn die Kundin/der Kunde dieser Übermittlung ausdrücklich widerspricht.

Die Kundinnen/die Kunden sind über ihr Widerspruchsrecht schriftlich zu informieren (§ 76 Abs. 2 Nr. 1 SGB X).

Bei Kundinnen/Kunden mit Leistungsanspruch erfolgt diese schriftliche Information in der Regel bei der Arbeitslosmeldung/Antragstellung durch die Aushändigung des entsprechenden Merkblattes


https://www.elo-forum.org/infos-abwehr-behoerdenwillkuer/91585-ubermittlng-soz-med-daten-76-sgb.html

Praxisleitfaden zur Einschaltung des Ärztlichen Dienstes im Bereich des SGB II und SGB III

https://www.arbeitsagentur.de/zentr...09-2011-Einschaltung-Fachdienste-Anlage-1.pdf
 

guinan

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Problematisch ist hier außerdem, dass es sich um den psychologischen Dienst und nicht um den ärztlichen Dienst handelt. Die haben nicht mal ein Gutachten Teil A und B. Es gibt nur ein einziges. Und in meinem Falle behaupten die, sie brauchen nicht nur sich darauf beschränken, dass die Zielfrage beantwortet wird. Nein, sie meinen, sie müssten ebenfalls darlegen, wie sie zu diesem Urteil gekommen sind. Und das heißt, sie geben Diagnosen weiter, Lebensgeschichte und ob man THerapie macht oder nicht oder Medikamente nimmt. Was dann alles gegen einen verwendet wird. In meinem Falle hat man mir schon die Arbeitsförderung verweigert, WEIL ich Therapie mache (dann wäre die medizinische Reha ja noch nicht abgeschlossen), ebenfalls, WEIL ich NICHT Therapie mache (ich würde das ja brauchen, ohne ginge es nicht) und mir wurde schon gesagt, VIELLEICHT würde man mir helfen können, wenn ich Medikamente nehmen würde (mein Arzt hält das keinesfalls fr nötig). Alles Dinge, die ich im Gespräch mit dem Arzt erklärt habe, weil ich dachte, er hätte Schweigepflicht und es würde nur das ERGEBNIS weitergegeben. Dem ist aber NICHT so.

Und ich krieg die Sachen bisher dort auch nicht wieder raus.


Übrigens: Nun gebe ich gar keine Auskunft mehr darüber, ob ich Therapie mache oder nicht- was dann zu dem Eintrag in Verbis geführt hat, ich würde die aktive Mitarbeit verweigern. Zusammen mit dem Datenschutzbeauftragten ließ sich zwar klären, dass ich diese Angaben nicht machen müsse. Allerdings ließe das System der Akte Verbis keine nachträglichen Änderungen zu. Das heißt also, es bleibt dort drin, obwohl ich im Recht bin.
 

gila

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Ein junger Mann, 21, hat aus verschiedenen Gründen die Ausbildung abgebrochen, sich arbeitslos gemeldet und ist derzeit in einer "Maßnahme". Nun bekam er die Aufforderung, an einer sechsstündigen psychologischen Begutachtung teilzunehmen, sonst könnte er nach dem Lehrabbruch nicht wieder ausbildungssuchend gemeldet werden. (An dieser Bezeichnung hängen aber mindestens die Übernahme der Bewerbungskosten und ab 21 auch die Zahlung des Kindergeldes.) Kann bitte jemand sagen, was sich dahinter verbirgt, was in diesen 6 Stunden (lange Zeit!) passiert? Die Befürchtung ist halt, dass da die Tagesverfassung sozusagen festgeschrieben wird und über Jahre hinweg in den Akten stehen bleibt. Außerdem soll er sämtliche Ärzte der Schweigepflicht entbinden und weiß nicht, was das für Folgen hat. Wozu gibt es denn dann Schweigepflicht, wenn die Ämter einen zur Aufhebung zwingen können? Dieser junge Mann blickt jedenfalls gar nicht durch, was das alles für Folgen haben kann, und hat mich um Rat gefragt. Ich hatte konkret damit aber auch noch nichts zu tun und gebe deshalb diese Frage hier mal weiter.

Vielen Dank für alle Antworten.


"Wir hier" ... ebenso wie dein junger Bekannter sollten GENAU wissen, was hier vorgeschlagen wird und warum.

Also: "Berufspsychologischen Service" Infos schon oben im Link: Fragen und Antworten zum Berufspsychologischen Service - www.arbeitsagentur.de - er ist erwachsen und sollte anhand der einzelnen Punkte dort und seiner persönlichen Selbsteinschätzung entscheiden können, ob er dadurch Vorteile und Unterstützung hat.

Die Tests werden von Fachkräften durchgeführt (Dipl.-Psych)
Wenn er zum "Berufspsychologischen Service" soll, benötigt er keine Schweigepflichtsentbindung irgendwelcher Ärzte - denn hier geht es nicht um medizinische Diagnosen und Feststellungen!

"Psychologischer Dienst":
Hier sind die Infos der HEGA maßgeblich (wie schon genannt) HEGA 09/11 - 11 - Praxisleitfaden zur Einschaltung der Fachdienste - www.arbeitsagentur.de

Wenn er nicht "krank" oder eingeschränkt ist in der Form, dass eine Ausbildung evtl. über einen speziellen Träger oder Berufsbildungswerk etc. gemacht werden sollte, oder er in seiner Erwerbsfähigkeit eingeschränkt ist, dann ist NUR WEIL ER EINE ANDERE AUSBILDUNG MÖCHTE hier der SB meiner Meinung nach NICHT befugt, eine Erkrankung, Beeinträchtigung oder ähnliches zu "fantasieren" und jemand zu dieser ÄRZTLICHEN UNTERSUCHUNG zu schicken.

Er sollte mit seinem Fallmanager u25 (mit BEISTAND!!) nochmal darüber sprechen, was er genau will und warum und darauf bestehen, dass er das schriftlich haben möchte, um dies prüfen zu können.
Er kann dem SB ruhig sagen, dass er ihn PFLICHTGEMÄß zu informieren hat - dazu gehört, dass eine Schweigepflichtsentbindung generell freiwillig ist und NUR dann in Betracht kommt, wenn es sich um einen Termin beim ÄRZTLICHEN DIENST handelt zur Begutachtung und Feststellung einer Erkrankung/Einschränkung.

Für irgendwelche Berufs-Psychotests ist das nicht notwendig!

Hat man ihm eine EGV vorgelegt? Hat er die unterschrieben?
In was für einer Maßnahme ist er?
Warum hat er die Ausbildung abgebrochen und weiß er konkret, wo es nun hin soll?

PS: aus eigenen Erfahrungen in der Familie kann ich nur zu höchster Vorsicht raten und dazu, sich umfassend SELBST zu informieren und fit zu machen und seine RECHTE genau zu kennen.
Heute Ausbildungsabbruch - morgen ein "Psycho" - übermorgen Medikamente - danach Amokläufer ... ja ... ne .... schon klar :icon_neutral:
 

hsm1

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Vielen Dank an alle (bei einigen ließ sich kein "Danke" anklicken, keine Ahnung, warum). Ein paar Ergänzungen vielleicht noch:
Den genauen Wortlaut habe ich jetzt nicht vorliegen, er hatte mir den Brief am Telefon vorgelesen, und ich wäre da auch erschrocken, wenn ich sowas im Briefkasten gehabt hätte. Ich werde ihn aber bitten, mir den Brief zu zeigen, wenn wir uns das nächste Mal sehen. Auf jeden Fall war die Rede vom psychologischen Dienst, Begründung in dem Sinne gab es nicht, nur den Hinweis, er könne sonst nicht ausbildungssuchend geführt werden.

Es handelt sich übrigens nicht ums Jobcenter, sondern um die Agentur für Arbeit, denn er bekommt ALG I. Hat mich auch gewundert, ist aber so (scheinbar aber nicht wirklich besser).

Nein, Abitur hat er nicht, aber einen einigermaßen guten Realschulabschluss. Er ist auch nicht aus der Ausbildung rausgeflogen oder anderweitig (polizeilich oder so) aufgefallen bisher.

Die derzeitige Maßnahme ist einfach eine "Beschäftigung", kein wirklicher Eignungstest. Ich hab so das Gefühl, dass alle unter 25jährigen da reingesteckt werden, damit die Statistiken stimmen und die Politiker bei jeder Mindestlohndebatte sagen können, dass es bei uns ohne Mindestlohn ja im Gegensatz zu Frankreich keine Jugendarbeitslosigkeit gibt. Diese ganze Truppe ist derzeit zumindest aus der Statistik rausgerechnet.

guinan, Du scheinst persönliche Erfahrungen mit dieser Begutachtung zu haben - tut mir leid, dass es Dir damit so schlecht geht -, kannst Du vielleicht mal kurz schreiben, was da eigentlich passiert? Gespräche/Ausfragen? Eine Art IQ-Test/Bewerbungstest? Geht es nur um berufliche Belange oder auch um Privates? (Mit welchem Recht?) An wen werden die Ergebnisse weitergeleitet? Was ist "Verbis"? (Nie gehört...) Die Zeit scheint einfach sehr lang, 6 Stunden wollen doch erstmal inhaltlich gefüllt werden...

Noch mal schönen Dank für bisherige und weitere Infos.
 

hsm1

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Hallo, will noch mal kurz mitteilen, wie es weiter ging: Unerwartet harmlos. Der junge Mann hat mitgeteilt, dass er die Begutachtung NICHT will, und bisher sind ihm daraus keine Nachteile im direkten Sinne erwachsen. Die SB ist allerdings wesentlich unfreundlicher geworden, obwohl er sich sehr um eine neue Lehrstelle bemüht und einige Eignungstests absolviert hat. Ich schätze mal, dass man ihm ein wenig "Angst machen", Stärke demonstrieren wollte. Aber immerhin gab es keine Sanktionen, nur verbale Vorwürfe, dass er nicht gut genug mitarbeiten würde.
 
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