Psychische Probleme im Job: "Depressionen werden oft geheim gehalten"

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Schadbär

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Es hört nie auf. Einfach unglaublich, dass die Gunst der Stunde genutzt wird, um die Öffentlichkeit wieder darüber "aufzuklären", dass Arbeitslose oft wegen unerkannter Depressionen und mangelndem Antrieb ihren Job verloren haben und deswegen arbeitslos sind:

Psychisch krank: Psychiater Hegerl über Umgang mit Depressionen - SPIEGEL ONLINE

Ich bin fassungslos, mit welcher Skrupellosigkeit sich Hegerl jetzt (wieder) auf die Arbeitslosen stürzt. Als würde es helfen, Pillen zu schlucken, um einen Job zu finden. So weit ich mich erinnere, war der Co-Pilot der Germanwings nicht arbeitslos. Was hat denn das jetzt alles mit dem Absturz einer Maschine zu tun? Ekelhafte Trittbrettfahrerei auf Kosten von Arbeitslosen und vor allem auf Kosten der vielen Opfer, die jetzt ihre Angehörigen verloren haben, den Co-Piloten inbegriffen. Meine Meinung.
 
E

ExitUser0090

Gast
AW: Nach Airbus-Absturz die Gunst der Stunde: Arbeitslose sollen zum Psychiater

Deine Überschrift ist etwas schlecht gewählt. So sagt der Typ das nicht.

Im Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit sagt er einfach nur das hier:

Hegerl: Genau da setzt unser Konzept des psychosozialen Coachings an. Bei Modellprojekten mit Langzeitarbeitslosen konnten wir zeigen, dass die richtige Diagnose und Behandlung der Betroffenen auch ihre Chancen erhöht, einen neuen Job zu finden. Durch Unterstützung der Deutschen Bahn Stiftung können wir das Projekt jetzt ausweiten. Natürlich wissen auch andere Unternehmen, dass psychische Erkrankungen hohe Kosten verursachen, und versuchen daher etwa über Stressmanagement-Programme vorbeugend tätig zu werden.
 
E

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Gast
Krankheit = Malus.
Krankheit behandlen kostet GELD und Zeit.
Pillen schlucken hilft eigenlich nur der Pharmaindustrie um Geld zu verdienen.
Diese ganze verlogene Debatte sollten einfach aufhören
Kranke kosten Geld und sind eigentlich für die Gesellschaft nur Ballast.
Arbeitslose ( wie ich selbst ) kosten auch nur Geld und haben keinen Nutzen.
So sagt es keiner, aber so denken viele. Besonders unsere von Gottes Gnaden gewähle Politiker. :icon_motz:
 
E

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Depressionen haben die verschiedensten Ursachen. Arbeitslosigkeit ist eine davon.
 

Anna B.

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Enke war bestimmt nicht arbeitslos...

meine Kollegin, die sich vor 10 Jahren umgebracht hat, auch nicht...

der Sohn meines Chefs, der sich vor 25 Jahren erhängt hat, der war auch nicht arbeitslos...
 

arbeitslos in holland

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es werden wie so oft dinge miteinander verwechselt.

schaue ich zum fenster raus, werde ich zz depressiv.:frown: ich habe dann keine depression, sondern eine depressive phase.
jemand der depressionen hat, hat depressionen bei gutem und schlechtem wetter und kann ohne medikamente gar nicht mehr leben
 
E

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Gast
Enke war kurz davor Nr1 Torwart der NM zu werden.
Als Torwart bist du eben der HELD oder der Versager.
exkrement Position.
Siehe auch Torhüter in der NHL ( Eishockey )
Da macht guter Goalie 50% oder mehr aus. Ein Schuß mehr gehalten bist du der Held, geht der Schuß ins Tor und du siehts nach meinung der Experten schlecht aus DANN gute Nacht.
Druck = Ultra hoch.
 

ZynHH

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Enke war kurz davor Nr1 Torwart der NM zu werden.
Als Torwart bist du eben der HELD oder der Versager.
exkrement Position.
Siehe auch Torhüter in der NHL ( Eishockey )
Da macht guter ein Goalie 50% oder mehr aus.
Druck = Ultra hoch.

Außerdem war Enke vor ein paar jahren durchaus arbeitslos, dann ist seine kleine Tochter gestorben....:icon_frown:
 
E

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Gast
Außerdem war Enke vor ein paar jahren durchaus arbeitslos, dann ist seine kleine Tochter gestorben....:icon_frown:

Freigestellt und weiter 100% Bezüge.
Bitte
Ja es ist schlimm wenn jemand aus der Familie stirbt , aber € 170000 oder € 2000 im Monat macht ja wohl einem unterschied.
 
E

ExitUser

Gast
Der Lokführer kann ja nichts dafür.
Der hat die Arschlochkarte gezogen.
Nennt mich Herzlos oder was auch immer.
Jemand der so viel Geld verdient wie Herr Enke MUSS sich auch darüber im klaren sein was es bedeutet in der NM als Nr1 zu spielen.
Ist der Druck zu hoch kann Ich immer noch mehr Geld verdienen in der Bundesliga als jeder Normalo.
 

arbeitslos in holland

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du verstehst depressionen sowenig wie ich

ein todkranker freund, hat mich einmal gefragt, was ich davon halten würde, wenn er suizid begehen würde

ich habe geantwortet, dass ich das verstehen könnte. ich muss ja nicht mit der krankheit leben, sondern der andere.
 
P

Pichilemu

Gast
In den Augen vieler sind Depressionen einfach keine Krankheit. Solche Leute werden nicht ernst genommen.

Ich war mal viele Jahre depressiv (hatte aber eine organische Ursache, die ich inzwischen mit Tabletten gut bekämpfen kann) und ich kenne die Zeit noch zu gut. Ich hatte keinen Antrieb, ich sah auch keine Zukunft, die Tage gingen irgendwie vorbei, oder auch nicht, die meiste Zeit verbrachte ich im Bett und starrte die Wände an. Das Leben war mir in dem Moment völlig gleichgültig. Ich scheiterte in der Schule, das war mir völlig egal, ich verzog keine Miene und machte einfach das, was ich immer gemacht hatte - nichts.

Ich freue mich ja dass ich immerhin das los bin. Ich habe ja auch so schon genug mit meiner Psyche zu kämpfen.
 

arbeitslos in holland

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bei meinem besten freund war es eine angeborene chronische krankheit, die in den endzwanzigern ausgebrochen ist, von den ärzten fehldiagnostiziert wurde und letztendlich das einpflanzen eines defribrillators nötig machte.

vor einen jahr spielten wir tisch-tennis und ein jahr später kennt mein bester freund, der nie ernsthaft krank war, das personal auf der krankenstation und schockt einen damit :eek:
eine freundin, die er vorher wegen torschlußpanik nicht fand, war dann beruflich krankenschwester.

da war ich als bester freund und kumpel abgemeldet. ich konnte auch nicht mit ihm als "kranken" umgehen->aufgeschwemmt wegen dem cortison

das war dann der bruch :frown:

aus meiner eigenen sichtweise, wäre ich zum zeitpunkt, als er den suizid erwägte, bei der selben perspektive und prognose schon lange gegangen.

ich bezweifle aber, dass ich den mut gehabt hätte, das überhaupt zu thematisieren. das wäre das klassische bild einer depression gewesen:

1.) einschneidendes erlebnis/traumatisierung
2.) unwille/unfähigkeit über die eigenen gefühle zu sprechen
3.) rückzug in sich selbst
4.) suizid(versuch)

mein freund hat damals ein erschreckendes interesse für die unterschiedliche arbeitsweise von defribrillatoren entwickelt und kannte die technischen daten auswendig.
sorry, aber mit 26-27 jahren bin ich nicht interessiert, an den daten von technischen apparaturen zur lebensverlängerung
und dann noch so nonchalant zu erfahren, dass er "einfach umfallen" könnte, wenn er wieder eine "gewischt" bekommt :eek:
das schlimme war dann für mich das interesse dafür "vorzuheucheln". dabei hätte es x-andere themen gegeben, die mich wirklich interessiert hätten.

die waren aber damals eben für den "kranken" nicht mehr machbar und ausgeblendet.

als ich ihn das letzte mal in KH besuchte und sagte, dass ich in die NL zurückmüsse, da hat mich zum ausgang begleitet und dann saßen wir auf einer besucherbank

wenn irgendjemand anders dabei war, hatte er die fröhliche maske auf, damals vor dem KH nahm er sie ab

ich frage mich bis zum heutigen tage, ob er denn von mir erwartete, dass ich ihm den suizid ausreden würde ???
ich weiss auch nicht, ob mein rückzug in die NL-besuche 2-3 mal im jahr-seine situation mit verursacht/verschlimmert hatte ???

der einzige positive aspekt an der krankeit war, dass er gezwungen war, das rauchen aufzugeben :wink:

das hatte ich auch ohne krankheit-und unter nichtberücksichtigung meiner gesundheit-schon jahre vorher geschafft.

mit heute 42 jahren bin ich schon deshalb glücklich, weil ich verhältnismäßig gesund bin :icon_smile:

das leben ist schon manchmal komisch..............
 
E

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Gast
Das Leben ist megakomisch und erst recht, wenn Erwerbslose sich nicht vorstellen können, dass man sehr wohl auch erst depressiv werden kann, wenn man gekündigt wird und/ oder länger arbeitslos ist.
 

arbeitslos in holland

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ich frage mich oft, ob er meinen "verlust", so verkraften konnte,wie ich den seinen

ich habe in den NL neu angefangen und ich hatte mit email und telefon genug kontakt zu ihm.
ich habe ihn nie gefragt, ob er damit klarkommt.......................

das ist unter "kerlen" nicht üblich.

ich wäre damals im dauerhaften sozialhilfebezug zum psychischen wrack geworden.
soviel war mir eine 20jährige freundschaft letztendlich nicht wert.

der größte witz war noch gewesen, dass er damals nach DO wollte, wo sein bruder wohnte
ich habe ihm damals gesagt, dass ich für eine frau, nicht mein leben umkrempeln würde.
paar jahre später teile ich samstags meine entscheidung mit und rufe am montag aus den NL an :biggrin:
innerhalb zwei tagen hatte ich zimmer und arbeitsvertrag
 

Albertt

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jemand der depressionen hat, hat depressionen bei gutem und schlechtem wetter und kann ohne medikamente gar nicht mehr leben

Mit so einem Unsinn tust du den Betroffenen keinen Gefallen. Wir erinnern uns, die Gegenseite wird alles aufgreifen, was in Ihrem Interesse ist. In Zukunft dann wohl auch die Zwangsmedikation, denn die Leute sollen schliesslich dem Kapital zugeführt werden.
 
E

ExitUser

Gast
Mit so einem Unsinn tust du den Betroffenen keinen Gefallen. Wir erinnern uns, die Gegenseite wird alles aufgreifen, was in Ihrem Interesse ist. In Zukunft dann wohl auch die Zwangsmedikation, denn die Leute sollen schliesslich dem Kapital zugeführt werden.
:dank:

Zudem werden hier nur Meinungen vertreten, insbesondere die von aiH, die wirklich haarsträubend sind und jeglicher Grundlage entbehren.

Wer sich, so wie ich, über Depressionen informiert hat, der sollte wissen, dass Menschen verschieden sind, diese Erkrankung völlig verschiedene Formen und Verläufe annehmen kann und dass man allein durch Medikamenteneinnahme diese Erkrankung nicht heilen kann, sondern nur Symptome unterdrückt.

Deshalb erst lesen, verstehen und dann posten!
 

arbeitslos in holland

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mag schon sein, dass ich darin scheitere, die lebens- u. gefühlswelten von depressiven menschen zu verstehen. ich kann mich auch nicht in die lage versetzen von

alkoholikern
spielsüchtigen
oder autisten

als ehemaligen fußballer hat mich aber das schicksal von robert enke berührt. da gab es vom damaligen dfb-präsidenten große ankündigungen und geändert hat sich im fußball und in der gesellschaft, rein gar nix.
besonders schlimm war es dann, als sich der fußballer biermann, zu seiner krankheit bekannte und daraufhin seine karriere beendet war.
nachdem er erlebte, was passiert, wenn man offen mit dem thema umgeht, hat er vor seinen letzten und erfolgreichen suidizversuch, das bittere resümee gezogen, dass das "outing" ein schwerer fehler war.
interessant und lesenwert ist das buch von sebastian deisler, einem der größten fußballer aller zeiten, der durch seinen ruhm und den nebenwirkungen, als mensch gebrochen wurde, aber nie zerbrochen ist.
ein ehemaliger fußballvereins- u. klassenkamerad (aus der parallelklasse)hat es als profi bis zu dem stuttgarter kickers gebracht. :icon_klatsch:
als ich 25 oder 26 war, da traf ich den zufällig in einem stadtbus. seine karriere bei den kickers war schon zu ende gewesen und es folgte nur wenig besseres.
 

Jaskolki77

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Was häufig bei Depressionen nicht gesehen wird: Die Betroffenen sind sich egal. Den Betroffenen sind aber auch andere egal. Sie denken nicht an den Lokführer. Sie denken nicht an Flugpassagiere. Und sie denken schon gar nicht an so etwas leeres, unbestimmtes wie: Karriere.

Sie denken nicht daran: Wie erschüttert wird meine Familie sein. Sie denken eher: Wenn ich nicht mehr da bin, werde ich ohnehin nicht spüren, wie erschüttert meine Familie ist. Ich hab bisher genug Erschütterung gespürt, mehr geht nicht.

Sollten sie sich für Suizid entscheiden, werden sie den Teufel tun, das jemand anderem mitzuteilen. Außer, sie hadern noch mit der Entscheidung, und hoffen unbewusst darauf, dass sie davon abgebracht werden.

Das klingt alles bitter. Aber es ist lächerlich, an Schwerdepressive moralische Maßstäbe anzulegen (die nicht einmal Nicht-Depressive ausreichend reflektiert haben). Und es ist lächerlich, zu glauben, Suizidtendenzen durch regelmäßige Gespräche mit "Fachkundigen" kontrollieren zu können.
 
D

Don Vittorio

Gast
Zum Thread-Titel :

In den letzten 30 Jahren hat sich in der Haltung zu psychischen Erkrankungen,von Seiten der Betroffenen und auch Nichtbetroffenen schon sehr viel positiv geändert.
Nach dem Krieg bis in die 70er Jahre waren psychische Erkrankungen in der Gesellschaft ein absolutes Tabuthema.All diesen Erkrankungen hing ein Makel an,in den Köpfen spukte immer noch herum dass man diese gefährlichen Irren wegsperren,ruhigstellen und mit Elektrochocks und kalten Bädern behandeln muss.Wer psychisch krank war,egal wie sich die Krankheit auswirkte,sofort hiess es,der/die gehört in die Klapse,gehört weggesperrt. Wer es verhindern konnte,vermied es zu einem Psychiater zu gehen,wobei diese soweiso meist noch schlimmer waren als die Mitmenschen.Lieber beging man Suizid statt in eine " Irrenanstalt " zu gehen.
Ich weiss das aus eigener Erfahrung,wie schlimm das in den 50ern zuging.Meine Mutter war manisch-schizophren und mehrmals in LKH Klingenmünster.Als kleiner Junge besuchte ich sie dort und hab dann lange eine Phobie vor Krankenhäusern aller Art gehabt.
Ein Saal mit 20-25 Patienten,die teils schrien oder seltsames Verhalten zeigte.
Bei uns wusste nur der engste Faamilienkres von der Krankheit,es hatte damals etwas von einem schlimmen Makel,ich schämte mich Schulkameraden mit nach Hause zu bringen,da sie sich schon auffällig verhielt.
Dann begann man langsam aber immer mehr an die Öffentlichkeit zu gehen,gründete Selbsthilfegruppen usw.
Natürlich gibt es immmer noch Hohlköpfe die nicht verstehen wollen oder können,was es heisst psychisch zu Erkranken und welch unzählige Varianten es gibt.
Aber Eines ist sicher,vor 40,50 Jahren hätte sich niemand hingestellt und öffentlich einen Burnout verkündet.
Dass viele Menschen aber immer noch negativ auf alles Andersartige und auf Dinge die sie nicht verstehen mit Abscheu oder Häme reagieren,das wird noch sehr lange in einem Teil der Menschheit drinnen sitzen.
Aber ein guter Anfang zu gegenseitigem Verstehen ist gemacht und das ist gut so !
 

roterhusar

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Deine Überschrift ist etwas schlecht gewählt.

Hegerl: Genau da setzt unser Konzept des psychosozialen Coachings an. Bei Modellprojekten mit Langzeitarbeitslosen konnten wir zeigen, dass die richtige Diagnose und Behandlung der Betroffenen auch ihre Chancen erhöht, einen neuen Job zu finden.

Schadbär hat vollkommen Recht, sich über den Zusammenhang zwischen abstürzenden Passagierjets und "Mitwirkungsresistenz" von Hartz IV- Empfängern zu empören, denn genau das wird im SPON unterschwellig suggeriert.

Es gibt soviel ich weiß keine Untersuchungen über die Häufung von Depressionen bei Langzeitareitslosen, und somit sind Vergleiche zu unterlassen, nur um die wahren Verantwortlichen auszublenden.

Große Metaanalysen und systematische Reviews zeigen, dass Langzeitarbeitslose ein mindestens verdoppeltes Risiko für psychische Erkrankungen, insbesondere Depression und Angststörungen, haben gegenüber erwerbstätigen Personen.
Dtsch Arztebl Int 2013; 110(23-24): 413-9; DOI: 10.3238/arztebl.2013.0413

Wenn berücksichtigt wird, dass eine Langzeiterwerbslosigkeit allgemein dem Körper nicht gut tut, könnte man sagen, dass ein verdoppeltes Risiko Beweis genug ist, dass ein Zusammenhang zw. Depression sich ausschließt.
 

Albertt

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mag schon sein, dass ich darin scheitere, die lebens- u. gefühlswelten von depressiven menschen zu verstehen. ich kann mich auch nicht in die lage versetzen von

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besonders schlimm war es dann, als sich der fußballer biermann, zu seiner krankheit bekannte und daraufhin seine karriere beendet war.
nachdem er erlebte, was passiert, wenn man offen mit dem thema umgeht, hat er vor seinen letzten und erfolgreichen suidizversuch, das bittere resümee gezogen, dass das "outing" ein schwerer fehler war.
interessant und lesenwert ist das buch von sebastian deisler, einem der größten fußballer aller zeiten, der durch seinen ruhm und den nebenwirkungen, als mensch gebrochen wurde, aber nie zerbrochen ist.
ein ehemaliger fußballvereins- u. klassenkamerad (aus der parallelklasse)hat es als profi bis zu dem stuttgarter kickers gebracht. :icon_klatsch:
als ich 25 oder 26 war, da traf ich den zufällig in einem stadtbus. seine karriere bei den kickers war schon zu ende gewesen und es folgte nur wenig besseres.

Das wiederrum, verstehe ich nicht. Wie kannst du, mit dem Schicksal eines anderen mitfühlen, wenn du, wie du selbst zugibst, das Gefühl einer Depression nicht nachempfinden kannst? Nur weil auch du dich für Fußball interessierst?

Depressionen verlaufen auch nicht in einer konstanten Geraden. Sonst wäre es ja durchaus möglich, einem geregelten Tagesablauf nachzugehen. Auch ist jeder Mensch anders. Jeder Tag ist anders. Hinzukommen Stimmungsschwankungen, Ernährung, Soziales Umfeld, Persönlichkeitsstruktur usw. Alles Dinge, die eine wichtige Rolle spielen.

Tabletten sind Mist! Ganz großer Mist!

Du hast das Outing und deren Konsequenzen angesprochen. Wie soll sich denn auch etwas ändern, wenn die, die zur Unfähigkeit erzogen wurden, nicht in der Lage sind, Ihr Gegenüber zu verstehen? Bei vielen Dingen scheint es so zu sein, das man sich diese leisten können muss. Sieht man ja immer wieder in Forendiskussionen - die einen dürfen und die anderen werden sofort Mundtot gemacht, Gesperrt, Beiträge entfernt etc.

Gab doch in den letzten 10 Jahren einige Amokläufe. Was hat sich an Schulen, bezüglich "Vorbeugung von Mobbing" getan? Antwort: Nicht genug! Kannst ja mal in den Mobbing-Foren lesen, was die Teens so schreiben.
Psychoterror ist in unserer Gesellschaft eine gedultete Größe, aber wehe die gemobbten gehen zur (notwendigen!) physischen Gegenwehr über, dann ist das Geschrei groß: "Das werden wir uns als Gesellschaft nicht gefallen lassen". D.h. Die gemobbten müssen entweder den Psychoterror ertragen oder Sie werden, sobald Sie Widerstand leisten, erneut bestraft.
 
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