psychische erkrankungen - neue egv - wie geht's weiter?

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cessi

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hallo!

ich les seit längerer zeit schon mit, "muss" jetzt allerdings auch mal meinen ersten beitrag schreiben, da ich nicht so ganz weiter weiß u mir hilfe erhoffe.
sorry vorab schon für die länge des textes und, wenn's hier nicht passt, dann bitte verschieben!

zu den fakten:

ich bin 27
beziehe seit april letzten jahres alg II
habe mehrere psychische erkrankungen, diagnostiziert, vom facharzt
habe bereits eine therapie in der tagesklinik gemacht u dann u wann auch ambulante, psychiatrische therapie in anspruch genommen.

der aktuelle stand ist folgender:

ich bin einigen einladungen, vier an der zahl, meine berufliche situation mit mir besprechen zu wollen, nicht nachgekommen. mit au, selbstverständlich. irgendwann wurde eine wub gefordert, auch diese habe ich, nach möglichkeit, eingereicht. bei zwei der einladungen nicht, woraufhin ein schreiben kam, in welchem von einer möglichen sanktion u der möglichkeit, mich zu äußern die rede war.
bis dato wusste das jc nichts von den psychischen erkrankungen. es war zwar bekannt, dass ich in tagesklinischer behandlung war, mehr allerdings nicht.

den einladungen bin ich auf grund einer angst- u panikstörung nicht nachgekommen, dachte mir allerdings nun, dass das ja auch kein dauerzustand sein kann.
also hab ich letzte woche alles an mut & kraft zusammengekratzt, nen beistand mitgenommen u bin zum jc marschiert.

die sb war - meiner empfindung nach - ganz freundlich.
meinte irgendwie direkt, man sehe mir ja an, wie mies es mir geht.. u über berufliche perspektiven brauchen wir erstmal gar nicht reden, meine gesundheit stünde im vordergrund.
weiterhin meinte sie, dass es sie nicht interessiert, was vorher war - wir machen jetzt nen neuanfang.

ebenfalls meinte sie, dass sie mich terminlich "erstmal" in ruhe lässt, ich's halt versuchen soll, hinzukommen, aber wenn's nicht geht, ist's "schon okay" (natürlich mit au & wub)
sie hat allerdings relativ häufig davon gesprochen, dass man ja schauen müsste, wie das mit medikamenten aussieht u ich wohl besser welche nehmen soll, sie das dann wissen muss (habe mich dazu erstmal nicht geäußert) u das wohl eine stationäre therapie auch von vorteil wäre u man eben schauen muss, wann ich da hingehe.

hat mir eine neue egv ausgestellt, die alte war vom letzten jahr u schon lange nicht mehr gültig. in der neuen egv steht nix von job, bewerbungen etc, da steht lediglich drin, dass ich mich verpflichte, alle facharzttermine wahrzunehmen. sprich, ich hab die auflage, mir wieder einen niedergelassenen psychotherapeuten zu suchen, was ich sowieso grad schon mache. (mein "alter" thera hat die stadt verlassen, darum ist die therapie bei ihm ausgelaufen.)

weiterhin steht drin, dass das jc "zu meiner unterstützung" den äd einschalten kann/wird.

eigentlich ist mir ja alles soweit klar, aber mich wundert, dass meine sb so "zugänglich" war. ich hatte bspw erwartet, mit neuem bewilligungsbescheid ab april sanktioniert zu werden - für das zweimalige fehlen der wub. nichts. weiterbewilligung mit dem vollen satz.

auch hatte ich damit gerechnet, dass sie mir mit schweigepflichtsentbindung etc kommt - auch nichts.
das wird dann wohl erst kommen, wenn der äd eingeschaltet wird, oder?
ist es allerdings nicht ein widerspruch in sich, wenn ich au mit wub bin, nicht zum jobcenter kann, aber zum äd?

weiterhin - bin ich verpflichtet, dem jc gegenüber offen zu legen, ob/welche medikamente ich nehme? ich nehme stark an, nicht? bzw, können die / der äd mich dazu zwingen medikamente zu nehmen?
selbige frage stellt sich, bei der stationären therapie. kann ich von irgendjemandem da rein gedrückt werden?
(nur um missverständnisse zu vermeiden - ich schließe weder medikamente noch eine stationäre therapie kategorisch aus, nur bin ich bei erstem der meinung, dass es das jc nichts angeht u beim zweiten, dass das eine entscheidung ist, die mein behandelnder thera u ich, auf grundlage meiner verfassung, zu treffen haben. nicht das jc)

wie verfahre ich jetzt weiter, bezüglich der "facharzttermine"? noch habe ich ja keinen. ich bin bei meiner hausärztin in behandlung u eben, wie gesagt, auf therapeutensuche, was sich, wie alle wissen - etwas schwierig gestaltet. wenn das jc auf die idee kommt, nachweise über meine bemühungen sehen zu wollen - wie sichere ich mich hier am besten ab? die fragerei bei therapeuten erfolgt ja idr telefonisch. oder geh ich da nun besser hin u lass mir quasi irgendwas "abstempeln"? (was anderes fiele mir zumindest nicht ein)
ich will dem jc ja nichts böses unterstellen, aber, wenn ich denen sage, dass ich brav meine liste abtelefoniert habe, termine allerdings erst in 6 monaten sind - könnten die mir ja unterstellen, dass ich's gar nicht versucht hab?!
 

Hartzeola

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Hallo und willkommen im Forum,

weiterhin - bin ich verpflichtet, dem jc gegenüber offen zu legen, ob/welche medikamente ich nehme? ich nehme stark an, nicht?
Vermutlich nur dann, wenn dein Sachbearbeiter im JC ein Medizinstudium abgeschlossen hat und dies nachweisen kann...:cool:
 

evelyn62

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Eine EGV darf nur mit erwerbsfähigen Klienten abgeschlossen werden. Deine Erwerbs- und Vermittlungsfähigkeit ist aber noch ungeklärt. Insofern ist die EGV schon mal nichtig. Die Verpflichtung Facharzttermine wahrzuehmen hat in der EGV auch nichts zu suchen.
Das Einzige was sie machen können ist dich zum ÄD zu schicken. Der darf aber auch nur den Status Quo feststellen und keine Therapie anordnen. Und schon gar nicht festegen, dass du stationär behandelt werden musst oder Medikamente nehmen. Was sie dürfen und müssen ist, deine Vermittlungsfähigkeit zum jetzigen Zeitpunkt feststellen. Z. B. kann Schicht arbeiten, kann drei, vier, acht Stunden täglich arbeiten, kann nicht mit Publikumsverkehr usw. etc. PP

Du kannst und solltest natürlich weiterhin nach einem Therapieplatz suchen und du solltest deine Suche auch dokumentieren. Sprich, leg dir eine Liste an wo du einträgst, wann du bei welchem Therapeuten wegen eines Platzes angerufen hast. Das hilft dir unter Umständen an einen privaten Therapieplatz zu kommen. Den muss die KK nämlich bezahlen, wenn es in absehbarer Zeit keinen Kassenplatz für dich gibt.
Ich kenne das nur zu gut, ich bin auch gerade auf der Suche. Es gestaltet sich schwierig, weil ich jemand suche, der sich mit Burnout-Patienten auskennt. Machen viele, aber nicht als Kassenleistung.
 

gelibeh

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Hast Du die EGV unterschrieben? Die ist nämlich komplett rechtswidrig. Auch wenn Du die unterschrieben haben solltest, musst Du das nicht machen. Sollte die SB versuchen Dich deswegen zu sanktionieren, kann man das im Zuge eines Widerspruchs abbügeln. Notfalls dann eben übers Gericht.
 

Anna B.

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..ich fasse es nicht...

man müßte SB vom JC bei der Ärztekammer anzeigen....die sind doch gar nicht in der Lage Medikamente vorzuschlagen..bzw. sogar noch in eine EGV aufzunehmen, dass jemand Medikamente nehmen muß...

einzig und allein ein Arzt...ggf. ein Facharzt..kann entscheiden, wie deine Erkrankung behandelt wird..ob Medikamente eingesetzt werden müssen, oder die Schröpfkelle...oder eine OP oder eine Klinik oder eine Psychotherapie..

ein SB des JC macht sich sogar noch strafbar, wenn er dir vorschreibt, was bei deiner Erkrankung durchgeführt werden soll...

das ist kein Mediziner !!!

denk doch mal drüber nach...stell dir vor, der Bürgermeister deines Ortes kommt zu dir und sagt dir, du mußt eine Therapie machen...

oder dein Automechaniker...

oder dein SB vom JC..

die haben alle keine Ahnung von Wirkung und Gegenwirkung und Auswirkungen von bestimmten Behandlungen auf deine Erkrankung...

mit meinem Arzt rede ich über meine Erkrankung

mit meinem Banker über mein nicht vorhandenes Vermögen

mit meinem Automechaniker über meine Sommerreifen..

und mit dem SB vom JC über evtl. vorhandene Arbeitsplätze...

manchmal laßt ihr euch aber auch einlullen von den Möchtegernmedizinern...

was du hast, geht die nix an..

wenn sie deine Erwerbsfähigkeit überprüfen wollen..dann müssen sie ein sozialmedizinisches Gutachen beim ÄD durchführen lassen..

wenn sie deine Arbeitsfähigkeit überprüfen wollen, dann müssen sie den MD der Krankenkasse einschalten...

...stell dir vor, demnächst gehst du mit deiner Krankenkassenkarte zum JC..weil dort doch so tolle Mediziner sind...

meine Güte..denkt doch mal nach..
 

gila

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Stimme den "Vor-Schreibern" :icon_hihi: zu - die EGV hast du hoffentlich nicht unterschrieben - wenn doch: keine Gründe sie zu befolgen oder daraus sanktioniert zu werden!
Wenn es da Probleme geben SOLLTE: gleich hier melden!

Zum Anderen: ist deine psychische Erkrankung chronisch?
Hast du dich schon mal mit der Frage eines Schwerbehindertenausweises beschäftigt?
Also einen "GdB" = Grad der Behinderung beantragt?
Es erscheint doch auf eine noch nicht absehbare Zeit wenig sinnvoll, dich mit Jobsuche etc. zu beschäftigen...
wurde da nicht schon mal ein Gutachten beim ÄD gemacht, was dich mal eine Weile ohne allen DUmmfug da raus nimmt?
Oder mal überlegt, vorübergehend (sofern länger als 6 Monate nicht erwerbsfähig) ins SGB XII = Grundsicherung, zu gehen?

Das läuft bei meiner Tochter, 25, gerade. Weiter hat sie ein "Persönliches Budget" und auch eine Sozialbetreuerin, die sie sich im Rahmen des Budgets selbst ausgesucht hat.
Vielleicht ist das auch für dich mal eine zeitweise Stütze?
Ich würde mal bei einem "Therapiezentrum" oder "Beratungsstelle für psychisch Kranke junge Menschen" suchen und dort alles vortragen!

Zur Therapeutensuche möchte ich dich auf mein Thema hinweisen:
https://www.elo-forum.org/schwerbeh...176-info-psychotherapie-therapeutensuche.html

Wie es bereits hier angeschnitten wurde: wenn du die Voraussetzungen erfüllt hast (Suche, Dokumentation, Anfrage bei der KK, Kassenärztl. Vereinigung, zu lange Wartezeiten ...) und dein Psychiater dir bescheinigt, dass eine BALDIGE Therapie zwingend notwendig ist, kann man auch bei den privaten Psychotherapeuten anfragen.
Die meisten haben auf ihren Webseiten die entspr. Hinweise dazu!
 

cessi

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danke erstmal für eure antworten!

hatte mir schon gedacht, dass die sb da etwas dummfug geredet hat.
einiges war mir an sich auch klar, wollte nur nochmal sicher gehen, da ich doch etwas wirr gequatscht war.

die egv hab ich unterschrieben. wenn ich das jetzt so lese, war das wohl etwas doof. in dem moment dacht ich mir "naja, thera will ich mir ja eh suchen u eh ich mir jetzt ärger mit denen einhandel"

bzgl. chronisch: die persönlichkeitsstörung ist chronisch, die depression... man wird sehen. angst/panikstörung u der rest kann schon wieder weg gehen. tut aber an sich nichts zur sache, da ich nicht "ganz" rausgenommen werden möchte. ich halte mich selbst schon für erwerbsfähig - selbsteinschätzungen sind ja aber immer so'n ding.

problem bei mir ist: unter anderem meine arbeit hat mich krank gemacht. fünf jahre callcenter, schichtarbeit. das steht auch so in dem therapiebericht der tagesklinik. das der job zumindest einen beitrag an der misere hat. klar, ich bin jung aber ich krieg das einfach nicht hin.
die stellenangebote die ich bekomme beziehen sich allerdings alle nur aufs callcenter. es reicht schon, nen vermittlungsvorschlag zu bekommen u "callcenter-agent" zu lesen um mir ne panikattacke zu bescheren. daher - JETZT gerade geht es mir psychisch etwas besser - aber wie sieht's aus, wenn ich wieder "drin" bin. callcenter kann ich mir fast gar nicht mehr vorstellen. vor allem anderen hab' ich auch fast schon ein bisschen angst.

sowas würde dann der äd klären, wenn ich das richtig verstanden hab, oder?
 

gelibeh

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sowas würde dann der äd klären, wenn ich das richtig verstanden hab, oder?
Ja.
Wenn Du VVs bekommst, die Du aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr machen kannst, dann sind die nach §10 SGBII nicht zumutbar und Du kannst die ablehnen. Ich würde auf dem Antwortbogen drauf schreiben "Nicht zumutbar nach §10 SGBII". Dann wird die SB sich ja fragen warum nicht zumutbar und dann sollte sie normalerweise den ÄD einschalten, damit das geklärt ist.

Du teilst dem JC weder mit, welche Medis Du nimmst, noch ob Du Dir einen Therapeuten suchst oder nicht. Alle medizinischen Forderungen ignorierst Du bitte. Sollten die sanktionieren wollen, meldest Du Dich hier wieder.
 
E

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unabhängig von einer möglichen "rechtlichen" einschätzung würde ich vorschlagen, es genau so zu handhaben, wie es der sachbearbeiter vorgeschlagen hat:
geh hin, wenn du kannst und willst (aber natürlich nie alleine), und wenn du nicht kannst, melde dich wenigstens ab.

sollte es doch irgendwann mal ärger geben, kann man hinterher immer noch mit einem schreiben vom arzt belegen, dass eine vorsprache nicht möglich war.
genau dafür ist nämlich, wenn es nicht einfach vergessen wird, das anhörungsverfahren da.
ich würde das jedenfalls nicht schon vorher machen, egal was in der belehrung der einladung steht. die werden sich melden, wenn eine AUB nicht langt.

solange dein sachbearbeiter und dein beistand halbwegs vernünftig sind, ist erst einmal alles in butter. :)

@gelibeh: einen amtsarzt-termin würde ich vermeiden wollen in der situation. denn was, wenn sie nach ihrer selbsteinschätzung auch diesen termin nicht wahrnehmen kann?
 

Albertt

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eigentlich ist mir ja alles soweit klar, aber mich wundert, dass meine sb so "zugänglich" war.


Sie war nicht zugänglich! Wäre Sie das gewesen, hätte Sie von einer med.EGV abgesehen. Die EGV ist rechtswidrig!

Die Erwerbsfähigkeit selbst ist Voraussetzung einer Eingliederungsvereinbarung, so dass die Vorfrage, ob überhaupt Erwerbsfähigkeit vorliegt, und hierauf bezogene Obliegenheiten (z.B. zur Wahrnehmung von Untersuchungsterminen), nicht Gegenstand einer Eingliederungsvereinbarung sein dürfen (LSG RP 5.7.2007 – L 3 ER 175/07 – FEVS 59, 25; HessLSG vom 17.10.2008 – L 7 AS 251/08 B ER). Berlit in Münder LPK-SGB II, 5. Aufl., § 15 Rn 22

Weder Heilbehandlungen, Sucht- oder Schuldnerberatung dürfen Bestandteil einer EGV sein, weil diese auf Freiwilligkeit basieren und in die Persönlichkeitssphäre des HE eingreifen (SG Braunschweig vom 11.9.2006 – S 21 AS 926/06 ER; Aufsuchen eines Psychiaters ist keine EGV-Pflicht; LSG Rheinland-Pfalz vom 5.7.2007 – L 9 ER 175/07 AS: Begutachtung zur Feststellung der Erwerbsfähigkeit nicht in EGV aufzunehmen).

Bitte Lesen:
https://www.elo-forum.org/eingliede...ng-egv-man-darueber-wissen-sollte-update.html
 

Angeloo

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Hast Du die EGV unterschrieben? Die ist nämlich komplett rechtswidrig. Auch wenn Du die unterschrieben haben solltest, musst Du das nicht machen. Sollte die SB versuchen Dich deswegen zu sanktionieren, kann man das im Zuge eines Widerspruchs abbügeln. Notfalls dann eben übers Gericht.

Hallo

Juristisch hast du vollkommen Recht, aber ich kenne diese Situation aus eigenem Erleben, es ist für Menschen mit diesem Krankheitsbild eine riesige Belastung, die sie selten durchhalten. Ich habe das gleiche Krankheitsbild wie die Erstellerin und weiß daher, was es für eine nervliche Belastung ist. Habe heute auch wieder einen Termin bei der ARGE, meine Nerven liegen total blank, die Hände zittern, es ist kaum zum Aushalten.
Ich habe schon ca. 7 Amtsärztliche Gutachten, denn jede neue Beraterin weiß nichts besseres, als erst mal ein neues in Auftrag zu geben. Heute bin ich wieder bei einer "Neuen" und ich weiß jetzt schon, wie das ganze abläuft. Das ist der absolute Psychoterror! Ein "nicht Betroffener" kann das nur schwer nachvollziehen.
Ich wünsche cessi viel Kraft!

Angeloo
 

Rheingold

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weiterhin - bin ich verpflichtet, dem jc gegenüber offen zu legen, ob/welche medikamente ich nehme? ich nehme stark an, nicht? bzw, können die / der äd mich dazu zwingen medikamente zu nehmen?

Nichts in diese Richtung erzählen bitte - überhaupt nichts mehr erzählen. Dir ist zweckmäßigerweise vorgeschlagen worden:
Du teilst dem JC weder mit, welche Medis Du nimmst, noch ob Du Dir einen Therapeuten suchst oder nicht. Alle medizinischen Forderungen ignorierst Du bitte. Sollten die sanktionieren wollen, meldest Du Dich hier wieder.

... so sehe ich das auch.

Inbesondere alles Mündliche = alles Reden zu Gesundheitsfragen sofort einstellen.

Alles nur noch schriftlich.
meinte irgendwie direkt, man sehe mir ja an, wie mies es mir geht

Gefährlich suggestiv ... du schweigst oder nickst aus Höflichkeit oder sagst irgendetwas, nur um ein paar Minuten lang nicht so sehr ausgehorcht oder sonstwie gemobbt zu werden - aber bitte, was denkst du, steht daraufhin in deiner Akte? Jedes mal wird eine Gesprächsnotiz angefertigt.

Irgendwann solltest du - eher zeitnah - komplette Akteneinsicht beantragen mit Datenlöschung / Datenkorrektur.
aber mich wundert, dass meine sb so "zugänglich" war.

Du bringen wortreiche Verlockung, du sollst "anbeißen", denen "ins Netz gehen". Höflich tuend holen die aus und horchen dich aus - die legen mit lieblich säuselnden Worten einen attraktiven "Köder" und spannen listenreich den Bügel der Falle.

Vielleicht gibt's für den SB "Kopfgeld" für Komplettabdrängung eines "gesundheitlich schwierigen" Kunden aus dem SGB II - einem JC gegenüber solltest du gesund misstrauisch sein.

Immer höflich und sachlich bleiben und aus dem Gequatsche endlich ins Verschriftlichte kommen, etwa: "Das gehört heute nicht in dieses Gespräch, gerne können Sie mich dazu anschreiben". Nur auf einen Brief kannst du in aller Ruhe und v. a. beweisbar reagieren.

Falls du damit dich sicherer fühlst, solltest du immer einen Beistand dabei haben.
könnten die mir ja unterstellen

... na klar! Im Unterstellen sind die wahre Meister. Aber mach dir keinen Kopf, das ist die übliche Drohkulisse. Einfach immer alles schriftlich kommen lassen.

Die Jobcenter behandeln ihren Kunden sehr gerne wie einen Analphabeten.

Du musst immer alles schriftlich "in der Hand haben".
 

Angeloo

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Vielleicht gibt's für den SB "Kopfgeld" für Komplettabdrängung eines "gesundheitlich schwierigen" Kunden aus dem SGB II ...

Hallo

ich hatte heute ja auch ein Gespräch was in diese Richtung lief. Die neue Bearbeiterin legte mir nahe, noch mal einen Antrag auf EU-Rente zu stellen (musste ich bereits 2008 machen, erfolglos).
Ich habe ihr gesagt, dass ich weder die Kraft noch die finanziellen Möglichkeiten für den darauf folgenden Widerspruchs-Prozess habe.
Du schreibst von Koplettabdrängung, wohin sollte das denn sein, außer eben EU-Rente. Ich wäre froh, wenn ich dem Druck der ARGE nicht länger ausgeliefert wäre, aber was wäre die Alternative?

Angeloo
 

Doppeloma

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Hallo Angeloo,

ich hatte heute ja auch ein Gespräch was in diese Richtung lief. Die neue Bearbeiterin legte mir nahe, noch mal einen Antrag auf EU-Rente zu stellen (musste ich bereits 2008 machen, erfolglos).

In welcher Hinsicht "erfolglos", kein Anspruch auf EM-Rente (wegen fehlender Versicherungszeiten ?) oder weil die DRV anderer Meinung ist (du bist Erwerbsfähig und brauchst deswegen keine Rente ?) ... diese Begründung wäre schon interessant zu wissen ...:icon_kinn:

Gesundheit /Krankheit ist ja nicht unveränderlich, so könnte ein neuer Antrag durchaus Sinn machen, wenn man 2008 (bei der DRV) noch der Ansicht war, dass du dafür noch zu "gesund" bist ...

Dein aktueller Zustand spricht ja eher nicht dafür und dass die DRV so "leicht" keine EM-Rente bewilligt ist auch bekannt.

Ich habe ihr gesagt, dass ich weder die Kraft noch die finanziellen Möglichkeiten für den darauf folgenden Widerspruchs-Prozess habe.

Bereits diese Informationen sind einer SB gegenüber völlig überflüssig, die soll dich in Arbeit bringen und nicht deine Genesung fördern", sorry aber du erwartest "Verständnis" für deine Situation, wo es keines geben wird und kann ... dafür ist das SGB II nicht vorgesehen ... :icon_neutral:

Du brauchst keinen Widerspruch einlegen bei einer Ablehnung (hast du damals auch schon darauf verzichtet ???), das sind der DRV die "liebsten" Antragsteller und so kann man die gleichen Leute auch immer wieder (bei einem neuen Antrag) schnell loswerden.

Ein Widerspruch "kostet" dich ganze zwei Zeilen und sonst NIX, dann muss sich die DRV aber weiter mit dir und deinem Gesundheitszustand auseinandersetzen ... häufig hat man erst am Sozialgericht Erfolg, die DRV lässt es gerne darauf ankommen.

Die verlassen sich darauf, dass Antragsteller zu krank sind und keine Kraft haben /aufbringen können für diesen Weg, denn Kosten entstehen kaum (Porto für Briefe), das gesamte Verfahren ist ansonsten (noch) kostenfrei ...

Du schreibst von Koplettabdrängung, wohin sollte das denn sein, außer eben EU-Rente. Ich wäre froh, wenn ich dem Druck der ARGE nicht länger ausgeliefert wäre, aber was wäre die Alternative?

Die "Abdrängung" bezieht sich auf ein vorübergehendes "Parken" im SGB XII (Sozial-HILFE-Bereich), die wollen aber auch nicht für Erwerbsfähige Arbeitslose zahlen (ab 3 und mehr Stunden täglich ist das SGB II zuständig), ansonsten gibt es in D keinen Sozial-Leister der "klaglos" ein Leben finanzieren möchte, damit der kranke LE "seine Ruhe hat" ... das ist so gesetzlich nicht vorgesehen.

Nimm das bitte nicht persönlich, so ist die Realität, darum gibt es das SGB II und Hartz 4 seit 2005, weil man meinte, dass es sich in der alten "Sozial-Hilfe" zu viele Arbeitsfähige /Erwerbsfähige "Langzeitarbeitslose" bequem gemacht hatten und man meinte das mit einer "rigorosen Arbeitsvermittlung" im SGB II ändern zu können.

Seither bekommen (eigentlich) nur noch (möglichst von der DRV bescheinigte) Erwerbsgeminderte Gelder aus dem SGB XII (ähnlich der früheren Sozial-Hilfe), die anderen sollen arbeiten gehen ... "wo und wie auch immer", denn das mit der Vermittlung läuft ja auch nicht "wunschgemäß" ...

Die "Langzeitkranken" sitzen seitdem "zwischen allen Stühlen", denn keiner will sie haben und den Lebensunterhalt dauerhaft zahlen müssen ... das SGB II (JobCenter) nicht, weil sie nicht vermittelt werden können/ das SGB XII (Sozialamt) nicht, weil sie nicht nachweislich Erwerbsgemindert sind und die DRV stellt das nur ungerne (und schon gar nicht schnell) fest, wenn dann eine EM-Rente gezahlt werden müsste ... :icon_neutral:

EU-Rente gibt es schon seit 2001 nicht mehr, es gibt nur noch Rente wegen "Erwerbsminderung" und ob das so ist entscheidet nun mal die DRV ganz alleine, die Anderen (SGB II/SGB III/SGB XII) haben sich dann danach zu richten (zumindest eine gewisse Zeit lang) ...

Also KANN dich das JC (Arge gibt es auch nicht mehr) nicht an das SGB XII (Sozial-Amt) abschieben, wenn die DRV die Rente damals abgelehnt hat, weil du "zu gesund dafür bist" ... Natürlich "keimt" neue Hoffnung bei deiner SB auf, wenn du freiwillig erneut einen entsprechenden Antrag an die DRV stellen würdest, der "Schuss kann allerdings auch nach hinten losgehen"... :icon_kratz:

Denn lehnt die DRV erneut ab dich zu berenten (für EM zu halten) dann muss das JC vorerst auch weiter für dich aufkommen ... ich weiß ja nicht in welchem Alter du bist, je nachdem kann dieses böse Spiel noch sehr viele Jahre so weitergehen ...

Es sei denn du nimmst deine letzten Kräfte zusammen und kämpfst dich (notfalls bis zum SG) zur EM-Rente durch ... ich weiß sehr gut wie schwer das ist, habe ähnliche Gesundheitsprobleme und musste fast 3 Jahre um die Berentung kämpfen ... erst JETZT habe ich wirklich meine RUHE ... bis zur Altersrente ...

MfG Doppeloma
 

Angeloo

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Hallo Doppeloma

Vielen Dank für Deine sehr ausführlichen Darstellungen.
Versuchen wir es mal abzuarbeiten, also:
-Antrag auf EM-Rente (hatte oben versehentlich EU-Rente geschrieben) wurde 2008 abgelehnt, weil der Gutachter der Meinung war, dass mein Krankheitsbild wunderbar und leicht behandelbar sei. Ich wurde 5 Wochen zur REHA geschickt. Ein paar Wochen nach der REHA kam dann der Ablehnungsbescheid. In Widerspruch bin ich nicht gegangen, weil das aus meiner eigenen Erfahrung nichts bringt. Der wird mit 3-4 Textbausteinen weggewischt. Erst ein folgendes Verfahren vor dem Sozialgericht könnte helfen, wofür ich, wie oben beschrieben keine finanziellen Mittel habe, da ich von ALG2 lebe. Und ja, es gibt Beratungs- und Prozesskostenhilfe, aber auch diese wird nicht inflationär verteilt, sondern eine gewisse Erfolgsaussicht muss schon bestehen. Ich werde nächsten Monat 50. Eine Erfolgsaussicht bei einer neuerlichen Antragsstellung sehe ich nur, wenn ich an einen passenden Gutachter komme, was bei den "handverlesenen Gutachtern" der DRV wohl ausgeschlossen ist. Und selbst wenn ich die EM-Rente bewilligt bekommen würde, dann würde das bedeuten, dass aller zwei Jahre das Martyrium von neuen beginnt, wenn die Rente verlängert werden muss. Für mich ist die Rentenversicherung noch viel schlimmer als die ARGE, das sage ich aus eigenem Erleben und spreche hier nur für mich!
Und es ist wie Du schreibst, keiner will dich haben, dass habe ich auch gestern meiner Vermittlerin gesagt. Man ist einem Druck ausgesetzt, der für mich immer unerträglicher wird. Andere Menschen sehen das Gelassener und Rationaler, aber das ist bei mir schon krankheitsbedingt anders (Generalisierte Angststörung).

Angeloo
 

Anna B.

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Hallo,

du hast nicht richtig gelesen...Verfahren vor dem Sozialgericht sind kostenfrei ...!!!!

d.h. du kannst Klage erheben, hast noch nicht einmal Anwaltszwang...!! und somit entstehen keine Kosten...

die DRV muß sich mit deinem Gesundheitszustand befassen und von Amts wegen das Sozialgericht dann auch noch einmal....

und du bekommst dann sogar die Fahrkosten zu den Gutachtern noch ersetzt....
 

Angeloo

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Hallo,

du hast nicht richtig gelesen...Verfahren vor dem Sozialgericht sind kostenfrei ...!!!!

Entschuldigung, dass habe ich überlesen. Es ist aber trotzdem so, dass du ohne anwaltliche Hilfe kaum eine Chance hast, auch wenn du diese rein rechtlich nicht brauchst. Das ist ja in fast allen Belangen so, ohne Anwalt keine Chance!

Angeloo
 
E

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Hallo Angeloo,


versuch es einfach noch einmal mit einem EM-Rentenantrag! Seit 2008 wo du deinen ersten Antrag gestellt hattest ist schon ne menge Zeit vergangen.

Selbst bei einer Ablehnung sind dann die Verhältnisse geklärt (wenn du diese so akzeptierst) und das JC muss sich dran halten.

Allerdings wie schon Doppeloma schrieb ist auch ein Widerspruch bei einer Ablehnung keine große Sache welcher mit Hilfe eines Fachanwalts für Sozialrecht immerhin eine "Chance" darstellt.

Vielleicht hast du wirklich "Glück" bei dem Gutachter der DRV. Und was die Verlängerung einer Rente angeht...viele User hier wären FROH wenn Rente und ein wenig Zittern bei der beantragten Verlängerung, aber dafür weg vom JC!

Meinen ersten Rentenantrag hatte ich 2004 gestellt, Ablehnung aufgrund fehlender Beitragszeiten ohne Prüfung der Medizinischen Voraussetzungen.
Mein damaliger Fallmanager hatte sich damit und mit einem kurzen Schreiben meines Facharztes zufrieden gegeben und mich "in Ruhe gelassen".

Dann ein neuer FM, und die Möglichkeit eines erneuten Antrages wurde besprochen. Mein Einwand wegen den fehlenden Beitragszeiten...und nanu...bis 2011 wurde doch noch seitens des JC gezahlt...?!? Also noch einmal alles von vorne, Antrag DRV, (Beitragszeiten waren nun erfüllt), Befundberichte - Ärzte,
Begutachtung vom DRV-Arzt...und dann......Rente wegen voller Erwerbsminderung befristet für zunächst 3 Jahre bewilligt...!

Du siehst es lohnt sich es nochmals zu versuchen, aber ich habe den Eindruck das du schon resigniert hast....



liesa
 

Angeloo

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Hallo

Das mit den Beitragszeiten ist ja auch so eine Sache. Als ich 2008 den Antrag stellte, wurde dieser angenommen, weil ich mehr als 15 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt habe. Ich habe aber jetzt gelesen, dass man nur einen Anspruch auf EM-Rente hat, wenn man mindestens 5 Jahre vor Antragstellung erwerbstätig war. Und das ist bei mir leider nicht der Fall, da ich seit 2001 ohne Arbeit bin. Aber vielleicht habe ich da auch wieder was falsch verstanden:icon_frown:

Angeloo
 

Doppeloma

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Hallo Angeloo,

fasse mal Teile deiner letzten Beiträge zusammen ...

-Antrag auf EM-Rente (hatte oben versehentlich EU-Rente geschrieben) wurde 2008 abgelehnt, weil der Gutachter der Meinung war, dass mein Krankheitsbild wunderbar und leicht behandelbar sei. Ich wurde 5 Wochen zur REHA geschickt. Ein paar Wochen nach der REHA kam dann der Ablehnungsbescheid.

Inzwischen sind aber gute 5 Jahre (vermutlich mit entsprechender Behandlung /Therapien) vergangen und es war zumindest bei dir wohl doch nicht so "einfach" zu heilen ...

Diese Behandlungen kannst du ja sicher auch beweisen, es gibt Ärzte/Kliniken/Therapeuten, die diese Entwicklung bestätigen können und solche Befunde (Kopien) solltest du auch unbedingt mit einreichen bei der Antragstellung.

Vorab solltest du dir mal schriftlich den damaligen Reha-Bericht anfordern, falls dir der noch nicht bekannt ist, der kann nun inzwischen allerdings auch kein Maßstab mehr sein, für die Prüfung eines neuen Antrages.

Das wird die DRV aber nicht hindern "passende" Passagen daraus vielleicht weiter zu verwenden, darum wäre es gut den Bericht zu haben.

In Widerspruch bin ich nicht gegangen, weil das aus meiner eigenen Erfahrung nichts bringt. Der wird mit 3-4 Textbausteinen weggewischt.

Das stimmt so auch nicht ganz, es reicht allerdings auch nicht nur zu schreiben, dass man mit der Ablehnung nicht einverstanden ist ... man fordert zunächst mal die Unterlagen an, die zu dieser Entscheidung bei der DRV geführt haben (sollen) und daraus ergibt sich erst die Begründung des Widerspruches.

Kannst du ja schlecht beurteilen wie das gelaufen wäre, wenn du keinen Widerspruch eingelegt hast damals ... die abgelaufene Zeit kann jetzt aber ein "Vorteil" für dich werden, denn die angebliche Genesung ist ja bisher nicht eingetreten.

Über Jahre chronifizierte psychische Probleme wiegen deutlich schwerer (zumindest bei vielen gerichtlich beauftragten Gutachtern), als vermeintlich "leicht behandelbare" psychische Störungen im "Anfangsstadium" ...

Erst ein folgendes Verfahren vor dem Sozialgericht könnte helfen, wofür ich, wie oben beschrieben keine finanziellen Mittel habe, da ich von ALG2 lebe.

Ohne (abgelehnten) Widerspruch kannst du aber keine Klage am SG einreichen, der Rechtsweg ist nun mal einzuhalten und da ist erst der Widerspruch gegen eine ablehnende Entscheidung notwendig und wie dir schon geschrieben wurde sind fehlende finanzielle Mittel kein Argument wenn es um die EM-Rente geht ...:icon_evil:

Und ja, es gibt Beratungs- und Prozesskostenhilfe, aber auch diese wird nicht inflationär verteilt, sondern eine gewisse Erfolgsaussicht muss schon bestehen.

Das stimmt nur teilweise, ich habe Kontakte zu vielen Antragstellern (in einem anderen Forum), Beratungshilfe (für Anwalt beim Widerspruch) und/oder Prozesskosten-Hilfe für seine Vertretung am SG sind in Rentenfällen eher die Regel als die Ausnahme.

Ich selber hatte auch einen Anwalt für Sozialrecht, der hat sich für (damals noch) 10 € (inzwischen wohl 15 €) fast ein volles Jahr um den Widerspruch gekümmert und mich dann auch am SG begleitet auf PKH, es gab keine Schwierigkeiten, damals bekam ich auch schon Hartz 4, weil sonst keiner mehr zahlen brauchte.

Ja, so viel Zeit hat sich die DRV für meinen Widerspruch genommen, ehe der auch abgelehnt wurde aber mein Anwalt hat es denen wirklich nicht "leicht" gemacht und sich genau auf deren "wundergeschönten" Reha-Bericht und "gekaufte" Gutachter gestürzt ...

In der Hinsicht kann ich dir nur zustimmen, die meisten davon taugen nichts und schreiben nur was die DRV lesen will, um den Antrag ablehnen zu können.
Der Internist hat mich ganze 17 Minuten "begutachtet", lt.GA hatte er mich wohl in der Zeit auch noch operiert, denn die Einschränkungen durch meine Herz-OP bestanden (nach seinen Feststellungen) seit dem Tage des Gutachtens ... :icon_dampf:

Der Psychiater beauftragte seine blutjunge Assistenzärztin, weil er selbst mit seinem vollen Wartezimmer zu tun hatte, die bescheinigte mir eine "frühkindliche Schädigung", die ich "nur" bearbeiten müsse, dann könne ich auch Vollzeit arbeiten ... ich hatte schon viel in meinem (bis dahin fast 60-jährigen) Leben aber diese Diagnose kannte ich vorher nicht ... :icon_kinn:

Mein Psychiater übrigens auch nicht, bei dem ich seit Jahren in Behandlung war wegen BurnOut/ Depressionen/psychischer und körperlicher Erschöpfung im Zusammenhang mit meiner Tätigkeit im CallCenter, was sich dank der "Verweigerungshaltung der DRV" auch nicht besserte aus panischer Angst an den Arbeitsplatz zurück zu müssen ...

Ich kann also durchaus nachempfinden wie du dich gerade fühlst so ohne "Zukunft" und mit massivster Existenzangst unter dem Druck der Ämter ...

Ich werde nächsten Monat 50. Eine Erfolgsaussicht bei einer neuerlichen Antragsstellung sehe ich nur, wenn ich an einen passenden Gutachter komme, was bei den "handverlesenen Gutachtern" der DRV wohl ausgeschlossen ist.

Darum brauchst du die Möglichkeit einem gerichtlichen Gutachter vorgestellt zu werden und das kann erst im Gerichtsverfahren "angeordnet" werden, dies Gutachter haben eher selten was mit der DRV "am Hut", leider gibt es auch da Ausnahmen aber die Chance ist recht hoch dort objektiv und wirklich gründlich untersucht zu werden.

Erst dadurch bekam ich nach fast 3 Jahren die EM-Rente bewilligt, rückwirkend bis zur Antragstellung, denn dieser GA hat auch die inzwischen erfolgte Chronifizierung betont, die eine Besserung mit Eingliederung in das Arbeitsleben auch zukünftig nicht mehr erwarten lässt. :icon_evil:

Und selbst wenn ich die EM-Rente bewilligt bekommen würde, dann würde das bedeuten, dass aller zwei Jahre das Martyrium von neuen beginnt, wenn die Rente verlängert werden muss. Für mich ist die Rentenversicherung noch viel schlimmer als die ARGE, das sage ich aus eigenem Erleben und spreche hier nur für mich!

Das weiß du doch jetzt noch gar nicht, welchen Zeitraum man dann bewilligen würde ... ich musste schon nach wenigen Monaten den Verlängerungsantrag stellen, denn durch die Rückwirkung waren die 3 Jahre Rente schon bald abgelaufen ... trotzdem war es zunächst eine Erleichterung, kein Hartz 4 mehr ...

Die Verlängerung ging problemlos durch, nun wurde sogar ohne weitere Befristung verlängert ... es ist vorbei und meist gehen die Verlängerungen wenig dramatisch "über die Bühne" wenn man die EM-Rente erst mal bewilligt bekam ...

Andere Menschen sehen das Gelassener und Rationaler, aber das ist bei mir schon krankheitsbedingt anders (Generalisierte Angststörung).

Ich sehe das JETZT "gelassener", weil ich die Berentung noch "erlebt" habe und der Druck nun ganz langsam weniger wurde ...

Es ist aber trotzdem so, dass du ohne anwaltliche Hilfe kaum eine Chance hast, auch wenn du diese rein rechtlich nicht brauchst. Das ist ja in fast allen Belangen so, ohne Anwalt keine Chance!

Das stimmt auch nicht ganz denn die SG unterstützen die Kläger da auch sehr gut wenn sie keinen Anwalt haben, allerdings hat man dann selber mehr Schreibarbeit, die meiste Zeit ist man sowieso zum Warten "verurteilt" ... bis zum gerichtlichen Gutachten dauerte es (ab Klage) wieder fast 1,5 Jahre ...

Ich war auch oft verzweifelt und nahe dran aufzugeben aber der zähe Kampf hat sich am Ende gelohnt ...

Das mit den Beitragszeiten ist ja auch so eine Sache. Als ich 2008 den Antrag stellte, wurde dieser angenommen, weil ich mehr als 15 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt habe.

Das brauchst du für eine EM-Rente gar nicht ...

Ich habe aber jetzt gelesen, dass man nur einen Anspruch auf EM-Rente hat, wenn man mindestens 5 Jahre vor Antragstellung erwerbstätig war.

Das ist nicht richtig, es geht um den Zeitpunkt der "Erwerbsminderung" und nicht um die Antragstellung, außerdem zählt da nicht nur "Erwerbstätigkeit" sondern auch KG/ALGI und ALG II bilden die erforderlichen Versicherungszeiten ...

Wenn du dazu rechtlich zutreffende Informationen haben willst, dann solltest du ruhig die DRV-Homepage nutzen, die mögen ja beim Antrag nicht viel taugen, aber auf anderen Seiten steht auch oft viel Unsinn, der gar nicht den Gesetzen entspricht und/oder längst durch aktuelle Änderungen überholt ist.

Und das ist bei mir leider nicht der Fall, da ich seit 2001 ohne Arbeit bin. Aber vielleicht habe ich da auch wieder was falsch verstanden:icon_frown:

Dann hättest du ja 2008 auch keine ausreichenden Versicherungszeiten haben können für eine EM-Rente ???
Da hast du so Einiges falsch verstanden ... :icon_kinn:

MfG Doppeloma
 

Angeloo

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Hallo

Zitat:... trotzdem war es zunächst eine Erleichterung, kein Hartz 4 mehr ...

Das würde bei mir nur bedingt stimmen. Da meine Rente so niedrig ausfallen würde, wäre ich sowieso auf ergänzende Grundsicherung angewiesen. Ich hatte damals (2008) schon mal mit der entsprechenden Stelle telefoniert und die Dame am anderen Ende hat sich alle Mühe gegeben, mir klar zu machen, dass es da für mich noch restriktiver wird, als unter ALG2, wie z.B. geringere Ansparnis, eine viel genauere Auslegung der KDU, kein Auto. also nach dem Gespräch hatte ich nicht den Eindruck, dass es mir mit Rente und Grundsicherung besser geht.

Angeloo
 

gelibeh

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die Dame am anderen Ende hat sich alle Mühe gegeben, mir klar zu machen, dass es da für mich noch restriktiver wird, als unter ALG2, wie z.B. geringere Ansparnis, eine viel genauere Auslegung der KDU, kein Auto. also nach dem Gespräch hatte ich nicht den Eindruck, dass es mir mit Rente und Grundsicherung besser geht.
Warum wohl? Die wollte Dich gleich abschrecken.
Die können die KDU nicht anders auslegen als im ALGII. Vermögen ist allerdings weniger. Auto ist nicht prinzipiell verboten.
Es fält aber der ganze EGV, Maßnahme etc Stress weg
 
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