psych. krank = verhandlungsunfähig?

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nordlicht22

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In einem Thread kam das Thema auf und ich würde gerne wissen, ob es noch mehr Leute gibt die so etwas erlebt haben oder gerade erleben.

Es geht darum, dass vermehrt nach Erkrankungen gefragt wird und Schweigepflichtentbindungen unterschrieben werden sollen - mit viel Druck und sogar Leistungseinstellung.

Ich habe in bestimmten Foren seit gut 3 Monaten das Gefühl, dass die psychologische Begutachtung vermehrt beauftragt wird und hier besonders oft nach Persönlichkeitsstörungen gefragt wird. Persönlichkeitsstörungen haben nun einmal nicht den besten Ruf. Das bedeutet nicht, dass Betroffene nur wegen ihrer Erkrankung unzurechnungsfähig sind und keine vernünftige Entscheidungen treffen können.

Wäre mal eine Frage wert, ob die Ämter sich so Schwierigkeiten vom Hals schaffen wollen. Zutrauen würde ich denen das und auch das sie damit durchkommen würden.

Mein komischer Richter wollte anstatt einer Reise- oder Terminunfähigkeit unbedingt eine Verhandlungsunfähigkeit. Ich habe null Ahnung gehabt, wo der Unterschied ist und meine Ärzte sind unter die Decke gegangen, haben mich erst einmal aufgeklärt. Daraufhin habe ich mich mit dem Richter gestritten. Er bestand auf die Verhandlungsunfähigkeit oder er würde mir ein Ordnugnsgeld von 1000 € auferlegen. Letztendlich musste er sich mit einer Reiseunfähigkeit zufrieden geben, aber das hat trotzdem einen sehr schlechten Beigeschmack und der Beschluss ist unter aller ***

Kann es wirklich sein, dass die JC und andere Ämter sich auf diese Weise versuchen Querolanten still zu bekommen?
 

Seepferdchen 2010

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@nordlicht, Erfahrung habe ich damit nicht, aber auch mein Eindruck ist das
diese Vorgehensweise vermehrt auftritt!

Das ist Besorgnis erregend.

Deutsches Ärzteblatt: Archiv "Der Patient vor Gericht: Verhandlungs- und Vernehmungsfähigkeit" (02.11.2007)

Zusammenfassung

Einleitung: Gelegentlich bitten Patienten ihren Hausarzt, ein Attest über eine Verhandlungsunfähigkeit auszustellen. Vielen Ärzten ist hierbei nicht bekannt, dass eine Bescheinigung einer Arbeitsunfähigkeit in aller Regel nichts mit der Fähigkeit einer Person zu tun hat, vor Gericht zu erscheinen. Methoden:

Übersichtsarbeit zum Thema Verhandlungs- und Vernehmungsfähigkeit auf der Basis einer selektiven Literaturauswertung. Ergebnisse: Ziel der Arbeit ist die Erläuterung der Fachbegriffe, nicht die Beschreibung der Untersuchungen zur Feststellung der Fähigkeiten. Vernehmungsfähigkeit bedeutet, bei der Vernehmung durch Ermittlungsbehörden oder Gerichte den Sinn von Fragen zu verstehen und sinnvoll zu beantworten. Verhandlungsfähigkeit bezieht sich auf den Angeklagten im Strafverfahren und meint die Fähigkeit, seine Interessen vernünftig wahrzunehmen, die Verteidigung in verständiger und verständlicher Weise zu führen sowie Prozesshandlungen vorzunehmen.

Zudem darf durch die Durchführung der Hauptverhandlung sein Leben nicht gefährdet werden oder zu schweren Gesundheitsschäden führen.

Im Zivilprozess wird die Verfahrensfähigkeit als Prozessfähigkeit bezeichnet, die von der Geschäftsfähigkeit nach bürgerlichem Recht abhängt. Diskussion: Die terminologisch voneinander abgegrenzten unterschiedlichen Rechtsbegriffe sowie die teilweise wenig definierten Anforderungen an die verschiedenen Fähigkeiten machen deren Beurteilung durch hierauf spezialisierte Fachärzte erforderlich.

Dtsch Arztebl 2007; 104(44): A 3029–33
Schlüsselwörter: Vernehmungsfähigkeit, Verhandlungsfähigkeit, Verhandlungsunfähigkeit, Prozessfähigkeit, Begutachtungswesen

Gruss:icon_pause::icon_kinn:
 
E

ExitUser

Gast
Hallo Nordlicht

der Einfachheit halber schreibe ich in Deinem Text weiter
.

Es geht darum, dass vermehrt nach Erkrankungen gefragt wird und Schweigepflichtentbindungen unterschrieben werden sollen - mit viel Druck und sogar Leistungseinstellung.

Das hat Methode.Druck macht häufig gefügig...

Ich habe in bestimmten Foren seit gut 3 Monaten das Gefühl, dass die psychologische Begutachtung vermehrt beauftragt wird und hier besonders oft nach Persönlichkeitsstörungen gefragt wird. Persönlichkeitsstörungen haben nun einmal nicht den besten Ruf. Das bedeutet nicht, dass Betroffene nur wegen ihrer Erkrankung unzurechnungsfähig sind und keine vernünftige Entscheidungen treffen können.

Genau das aber soll suggeriert werden."Irrationale" Ängste, Phobien und andere "Defizite" werden systematisch genutzt, den Betroffenen qua per Rundumschlag in Gänze abzuwerten.
Und leider verfängt das sehr häufig, da viele Mitmenschen sich weder mit den Einzelerkrankungen auskennen, sich ergo keinen Kopf drum machen oder schlicht in Schubladen denken -> "Klatsche = Klatsche".
SB,Richter ect. sind auch Menschen,von daher...

Wäre mal eine Frage wert, ob die Ämter sich so Schwierigkeiten vom Hals schaffen wollen. Zutrauen würde ich denen das und auch das sie damit durchkommen würden.

Die Frage beantworte ich persönlich mit einem klaren Ja!Wenn eine Behörde es erst einmal geschafft hat, dem Mißliebigen den "Psycho-Stempel" zu verpassen, sind viele Türen geöffnet. Und willfährige Handlanger finden die hierzu immer, leider!

Kann es wirklich sein, dass die JC und andere Ämter sich auf diese Weise versuchen Querolanten still zu bekommen?

Auch hier mein Ja! Lies mal die recht aktuellen Fälle aus Hessen, da werden/wurden Behördenmitarbeiter zum psychisch Erkrankten und somit Untragbaren erklärt, warum sollte ich auch nur leise Zweifel haben, dass es in JC und co anders abgeht?Um irgendeine Vorteilsnahme geht es immer, bei den JC wird es eben der Vorteil der bereinigten Statistik sein oder oder...

Ausgebremste Steuerfahnder - REPORT MAINZ | SWR.de

oder

www.behoerdenstress.de: In hessischen Behörden geht es drunter und drüber«

Noch Fragen :icon_kinn: :cool:?

lG
Christine
 

klaus999

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Was man hier so liest, hm, das erinnert ja fast an Omas Erzählungen von früher. Naja einmal ehrlich, wer in dieser schönen gerechten Gesellschaft nicht mitzieht und funktioniert der muss ja krank sein, oder? Tsss, dass die Stasi da nicht darauf gekommen ist und die sind ja schon auf vieles gekommen. Wer hätte es gedacht.




Mein Slogan, ich dachte immer Erich Honecker war in meinem Leben die größte Erfahrung, aber ich habe mich getäuscht. Meine Doktorarbeit habe ich in Auftrag gegeben.
 
E

ExitUser

Gast
Wann hört denn dieses Geheule mal auf...

Was man hier so liest, hm, das erinnert ja fast an Omas Erzählungen von früher. Naja einmal ehrlich, wer in dieser schönen gerechten Gesellschaft nicht mitzieht und funktioniert der muss ja krank sein, oder? Tsss, dass die Stasi da nicht darauf gekommen ist und die sind ja schon auf vieles gekommen. Wer hätte es gedacht.




Mein Slogan, ich dachte immer Erich Honecker war in meinem Leben die größte Erfahrung, aber ich habe mich getäuscht. Meine Doktorarbeit habe ich in Auftrag gegeben.
 

klaus999

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Hallo Reiner Zufall,

nein da hast Du aber etwas falsch verstanden, dass ist kein Geheule, dass ist reine Freude der Erkenntnis.

Viele Grüße
vom Klaus



Mein Slogan, ich dachte immer Erich Honecker war in meinem Leben die größte Erfahrung, aber ich habe mich getäuscht. Meine Doktorarbeit habe ich in Auftrag gegeben.
 

jimmy

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Naja einmal ehrlich, wer in dieser schönen gerechten Gesellschaft nicht mitzieht und funktioniert der muss ja krank sein, oder?

Kranksein, scheint für unsere Gesellschaft nicht das Problem zu sein. Wer aber Krank- und nicht leistungsfähig ist, dem wird irgendwann eingeheizt, und in eine Ecke gedrängt. Seltsamerweise wird in einigen Reportagen zum Thema Depressionen immer häufiger von 'offener Gesellschaft' geredet, und porträtiert werden ausschließlich echte gutverdiener. Für mich ist das absolute Heuchelei. Leiste ich etwas, dann darf ich Krank sein. Leiste ich nichts, dann gibt es Druck. Gewinne ich morgen 3 Millionen, ist es jedem egal, ob ich funktionsfähig bin oder nicht.

Fazit: Es geht immer ums Geld, sonst nichts!


jimmy
 

nordlicht22

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wie Recht Du hast @ jimmy

kann das so nur bestätigen. Wo ich noch monatlich um die 240 Stunden und täglich zusätzlich einige Stunden ehrenamtlich gearbeitet habe war es okay psych. Probleme zu haben.

Seit der Rente sind die sog. Freunde rar geworden :icon_kotz:
In den Ehrenämter ist es nicht viel besser, von den Ämter reden wir besser gar nicht mehr. Es zieht sich quer durch alle - arbeitsunfähig=überflüssig. Ist das ganze noch eine psych. Erkrankung artet das denn richtig aus.

Da kann ich Christine dann nur noch zustimmen. Vom ersten belächeln ist es über das Mitleidskotzen zum Stempel der Unzurechnungsfähigkeit nicht weit.

Wenn es wirklich so sein sollte und vermehrt zur Begutachtung eingeladen wird - hat sich da was geändert in der Zuständigkeit? Können die jetzt leichter in die Sozialhilfe abgeschoben werden? Oder gibt es für arbeitsunfähige Hartzer mehr aus dem Staatstopf?

@ Seepferdchen
die Seite hatte ich auch zuerst erwischt. Erschreckend das der Richter dies abgestritten hat. Nun darf ich mir aussuchen, ob er es wirklich nicht wusste (was ich mal bezweifel mag) oder mich mundtot machen wollte.
 
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