Pseudo Seminar Angebote des Jobcenters (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

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Koelschejong meinte:
Job annehmen - dazu bist Du als ALG II Empfänger nun mal verpflichtet, die große Auswahl wurde uns genommen. Das kann man richtig finden oder auch nicht (ich find es in der teilweise praktizierten Rigorosität nicht richtig) - aber trotzdem denke ich, jeder Job mit deutlich mehr als EUR 1 /Stunde ist besser, als gar nichts zu tun und verbessert meine Chancen.
Siehst Du, Koelsch, da unterscheiden wir uns eben. Ich weiß nicht, was Du unter ´deutlich mehr als ein Euro die Stunde´ verstehst, aber ich bin nicht bereit, zu einem Lohn/Gehalt zu arbeiten, das mir meinen Lebensunterhalt nicht sichert, so dass ich zwar 8 Stunden oder mehr schufte, mir davon aber dennoch nix zurück legen kann oder gar noch zusätzlich ALG II beantragen muss. Und in diese Richtung gehen die Löhne immer mehr.

Weiterhin meinst Du, es verbessere Deine Chancen, so eine Maßnahme zu absolvieren. Wo hast Du Deine Augen. Informierst Du Dich auch woanders als in der Mainstream-Presse? Das haben sie von den Ein-Euro-Jobs auch gesagt, und schau Dir mal die Bilanzen an. Nichts haben sie gebracht, denn um Leute in den 1. Arbeitsmarkt zu bringen, dazu waren diese nie gedacht.

Und "es ist besser als gar nichts zu tun"? Kannst Du denn außer Arbeit überhaupt gar nichts mit Dir anfangen? Dann haben Sie dich aber schon ganz schön hingebogen. Bei Zeiten solltest Du wirklich damit anfangen, zu überlegen, wie Du denn Deine freie Zeit auch ohne Sklaverei sinnvoll und beglückend gestalten kannst. Und, psssst, auch wenn sie Dir das eingebleut haben: Nein, Du musst deshalb kein schlechtes Gewissen haben. ;)

Ich glaube, dass die Menschen, die am lautesten nach Arbeit schreien, egal welcher, egal zu welchen Konditionen, in Wirklichkeit vor sich selbst davon laufen und nicht bereit sind, zu schauen, was es sonst noch gibt.

Ach ja, hab für Dich noch mal ´ne gute Seite, von der man in dieser Richtung viel, viel lernen kann:

https://www.otium-bremen.de
 
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.....und das Wort Datenschutz haben diese Bildungsstrolche auch nie gehört, bei einer Massnahme ( angeblich EDV - tatsächlich nur Bewerbungstraining )wurde von einem Teilnehmer der in einem voherigen Kurs teilgenommen hatte, der Lebenslauf als Beispiel gebracht, ich konnte die Person eindeutig erkennen, obwohl ein wenig geschwärzt wurde, weil mir die Person gut bekannt war, und es wurde von dem Dozenten ordentlich abgelässtert.

Nachdem ich Ihm deutlich gemacht habe das ich diese Person kenne, war ihm das schon sehr peinlich.....

Ausserdem kamen nach dem die Massnahme beendet war, von Firmen die in diesem Gebäude ihren Sitz hatten wo die Massnahme stattfand ständig Telefonanrufe oder Post und Emails.....??? ......wo haben die wohl meine Daten her?

Seit Jahren wachsen diese Bildungsträger wie Pilze aus dem Boden, und wenn man diesen Leuten Glauben schenken möchte, dann dürfte es, wenn es nach Ihren so tollen Methoden gehen würde, viel weniger Erwerbslose geben.....???

Ist doch alles ein Kreislauf...... mit Arbeitslosen lässt sich halt auf Dauer gutes Geld verdienen ...super Marktlücke! .....ein bisschen Verdrängung auf dem Markt, aber was solls, der Fantasie so mancher "Experten" ( BWLer - Steuerberater - Sozialpädagogen - Rechtsanwälte - Fallmanager und Konsorten ) die Sonntags während der Halbzeit auf dem Fussballplatz zustande kommt, sind keine Grenzen gesetzt......und es wäre ja gelacht, wenn für die gebeutelten unternehmerischen Vereinsmitglieder nicht ein paar billige Arbeitskräfte zu beschaffen wären.......!?
 

Bruno1st

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Abschlussbericht Fallmanager :
...Gute englische Sprachkenntnisse vorhanden.
...Seine Bewerbungsunterlagen wurden verbessert, liegen auch in englischer Sprache vor.

Aus einer Mail desselben Fallmanagers :
"mein Englisch ist nicht so gut, um die exakte Formulierung im Lebenslauf zu bewerten."
kapiere ich bis heute nicht - seine Englishkenntnisse sind nicht gut, trotzdem beurteilt er meine. Ich habe ihm zwar meine Bewerbungsunterlagen gezeigt, Verbesserungs- oder gar Änderungsvorschläge kamen KEINE - trotzdem wurden meine Unterlagen gegenüber dem Geldgeber der ARGE angeblich verbessert.
Habe ich mich hier vielleicht beriets strafbar gemacht ? Ich habe aber die ARGE über die Zustände informiert - Reaktionen :
1. Bericht ist Basis der weiteren Zusammenarbeit - neue Beschwerde
2. Bericht liegt so nicht vor - neue Beschwerde
3. weitere Nachforschungen sind nicht zielführend - neue Beschwerde, liegt noch rum.

Achso, der damals noch externe FM wurde inzwischen zum ARGE FM.
 

Scwaben-Querdenker

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Hi,

so kurz vor Schluss hat der Dozent uns mitgeteilt das ab nächste Woche jeden Tag 2 Bewerbungen geschrieben werden müssen, auf meine Nachfrage wo es die Arbeit gibt bzw. welche Firmen Stellenangebote haben, wurde er etwas Gennervt und meinte nur "das finde er schon" !

Ich frage dann mal wieder mal nach, wann wir uns den mal an das Seminarziel machen und Kassensysteme etc. kennenlernen ?

Antwort: Gehen Sie nicht einkaufen, da sehen sie doch was es für Systeme gibt !! :icon_idea:


Man merkt das der Druck auf die Dozenten größer wird und wir es auch zu spüren bekommen. Dann habe ich heute mein Praktikumsvertrag erhalten, auch der hat einen Bewertungbogen, der von der Fa. ausgefüllt werden muss wo ich mein Praktikum machen.

Jetzt habe ich noch ca. 4 Wochen Seminar, mal sehen was noch kommt. Ich schreibe hier was so abgeht, ich muss es auch schreiben, so mache ich mir einfach etwas Luft.:eek:

Gruß
 
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Gast
Antwort: Gehen Sie nicht einkaufen, da sehen sie doch was es für Systeme gibt !! :icon_idea:
...nicht zu fassen ....:icon_lol:


kapiere ich bis heute nicht - seine Englishkenntnisse sind nicht gut, trotzdem beurteilt er meine. Ich habe ihm zwar meine Bewerbungsunterlagen gezeigt, Verbesserungs- oder gar Änderungsvorschläge kamen KEINE - trotzdem wurden meine Unterlagen gegenüber dem Geldgeber der ARGE angeblich verbessert
...so ähnliches Kram kenne ich auch, haben kaum Sach und Fachkentnisse, aber können alles beurteilen und trauen sich auch noch völlig inkompetente Kommentare abzugeben, so das sich einem die Nackenhaare sträuben:icon_motz:

...ich war mal beiner Massnahme bei der es um profiling, assessment und wie immer Bewerbungstraining ging.
Am letzten Tag haben uns die beiden Dozentinnen gefragt, was wir denken würden warum wir am Kurs teilnehmen sollen? ...die meisten meinten um ihre beruflichen Chancen zu verbessern, da sagten und die Dozentinnen, nein, der jeweilige Arbeitsvermittler habe angerufen und gesagt: Macht denen mal Beine, die sind nicht motiviert.

Die Dozentinnen waren aber ganz anderer Meinung und hielten uns überhaupt nicht für unmotiviert und haben jedem Teilnehmer seine Ergebnisse die das Arbeitsamt auch bekommt ausgedruckt und ausgehändigt, so das die Vermittler nicht alles verdrehen konnten...

Das war eigentlich das einzig positive, was ich bei solchen Massnahmen erlebt habe.....:icon_confused:
 

corazon1311

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Hi,

die Leistungsbeurteilung besteht aus 2 Seiten, die erste da sind 18 Fragen drauf, wie :

TN nimmt aktiv am Unterricht teil
Stellt Fragen
Ist pünktlich
Korektes Auftreten zu dem Seminarleiter
"" "" zu den anderen Teilnehmern
Sucht aktiv nach Stellen
Ist belastbar
etc. etc.

Dann kommt unten und auf der nächsten Seite die Rubrik :
Zusammenfassende Bewertung

und dann:

Eigene Bemerkungen.

Da stand dann z.b. TN (Teilnehmer) ist mit schmutzigen Sachen zum Vorstellungsgespräch gegangen um sicher die Arbeit nicht zu bekommen.

Also keine schönen Sachen !!

Egal noch 2 Monate und ich habe es überstanden, hoffe mal das sie mich nicht einfach in irgendeine Zeitarbeit versuchen reinzustecken.

Ist alles sehr mergwürdig die Geschichte.

Gruss

Scwaben-Querdenker
Moin Schwaben-Querdenker,

danke für die nähere Info zu diesen Leistungsbeurteilungen.

Ich habe in der nächsten Woche noch einen Abschlusstermin zu meiner "Schulung". Vielleicht sollte ich dort mal nach meiner Beurteilung fragen....:))

Wünsche dir, dass du heil da durch kommst!!

corazon
 

Koelschejong

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Siehst Du, Koelsch, da unterscheiden wir uns eben. Ich weiß nicht, was Du unter ´deutlich mehr als ein Euro die Stunde´ verstehst, aber ich bin nicht bereit, zu einem Lohn/Gehalt zu arbeiten, das mir meinen Lebensunterhalt nicht sichert, so dass ich zwar 8 Stunden oder mehr schufte, mir davon aber dennoch nix zurück legen kann oder gar noch zusätzlich ALG II beantragen muss. Und in diese Richtung gehen die Löhne immer mehr.

Du hast Recht, in diese Richtung gehen die Löhne leider, und das ist auch meiner Meinung nach, nicht in Ordnung. Aber wenn Du als ALG II Bezieher daraus den Schluss ziehst "dann geh ich lieber gar nicht arbeiten", bedienst Du das Klischee des "nicht zur Arbeit bereiten Sozialschmarotzers" - traurig aber wahr.

Weiterhin meinst Du, es verbessere Deine Chancen, so eine Maßnahme zu absolvieren.
Nein, das mein ich absolut nicht, ich meine eine Bewerbung aus einer ungekündigten Stellung verbessert meine Chancen. Gleiches gilt aber sicher auch für eine gute, sinnvolle Maßnahme, ich hab zwar keine genossen, aber es mag sie ja durchaus vereinzelt geben.
Wo hast Du Deine Augen. Informierst Du Dich auch woanders als in der Mainstream-Presse? Das haben sie von den Ein-Euro-Jobs auch gesagt, und schau Dir mal die Bilanzen an. Nichts haben sie gebracht, denn um Leute in den 1. Arbeitsmarkt zu bringen, dazu waren diese nie gedacht.
Mit den Augen ist alles in Ordnung, und ich lese auch durchaus mit dem linken Auge, wobei ich für mich aber dort genauso selten Überzeugendes finde, wie in der "Mainstrem-Presse". Deine Einschätzung der 1-EUR Jobs, teile ich voll und ganz.

Und "es ist besser als gar nichts zu tun"? Kannst Du denn außer Arbeit überhaupt gar nichts mit Dir anfangen? Dann haben Sie dich aber schon ganz schön hingebogen. Bei Zeiten solltest Du wirklich damit anfangen, zu überlegen, wie Du denn Deine freie Zeit auch ohne Sklaverei sinnvoll und beglückend gestalten kannst. Und, psssst, auch wenn sie Dir das eingebleut haben: Nein, Du musst deshalb kein schlechtes Gewissen haben. ;)

Ich glaube, dass die Menschen, die am lautesten nach Arbeit schreien, egal welcher, egal zu welchen Konditionen, in Wirklichkeit vor sich selbst davon laufen und nicht bereit sind, zu schauen, was es sonst noch gibt.

Ach Gottchen, noch ein Klischee. Glaub mir, meine Tage sind sehr ausgefüllt - und zwar durchaus sinnvoll. Mich hinzubiegen, haben schon viele vergeblich versucht, bis heute ist es niemandem gelungen (selbst meiner Frau nicht). Sklaverei und ähnlich wohlklingende Begriffe sagen mir genauso viel, wie die wohlklingenden Worthülsen der "Mainstream Politiker", auf Beides kann ich gut verzichten.

Ach ja, hab für Dich noch mal ´ne gute Seite, von der man in dieser Richtung viel, viel lernen kann:
Danke für den Link, ist sicher ganz interessant, da hin und wieder reinzuschauen. Zitiert wird dort ja auch gern und oft Aristoteles, der auch schrieb: Das Ziel der Arbeit ist die Muße, die Muße ist die Schwester der Freiheit. - also auch für Arstoteles: Grundlage und Voraussetzung für Muße und Freiheit ist die Arbeit - also nochmal Dank für den Link.
Wir sind uns also durchaus in etlichen Punkten einig, aber es führen bekanntlich viele Wege nach Rom.
 

Xaninchen

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Positive Erfahrung!!!!
Ja, ich hatte das Glück und warscheinlich noch viel mehr, in dem Feld positive Erfahrungen sammeln zu dürfen. Allerdings war ich zu dem Zeitpunkt im ALGI- Bezug. Mein FM sagte mir bei einem "Beratungsgespräch" :" Wenn Sie eine Weiterbildung finden, die nach Vorschrift von uns gefördert wird, dann kommen Sie damit vorbei. Wir schauen uns das dann an, und wenn es passt bekommen Sie den Bildungsgutschein!"
Und gesagt getan, ab nach Hause, ab an den Rechner und nach einer Woche hab ich ihn wieder angerufen und nen Termin vereinbart.
Ich hab dann eine fast 10 Monatige Weiterbildung gemacht, die mir 1. beruflich mächtig was gebracht hat, die 2. richtig spass gemacht hat und die 3 nicht aufgezwungen war. Ja, wir hatten auch Bewerbungstraining... genau 5 Tage!
Was ich sagen will, ja es gibt schlechte Bildungsmassnahmen, ja es gibt schlechte Träger, ja, es kann nervig sein. Aber...
setzt euch doch mal hin und sucht euch selber was raus, Schaut, welche Angebote es gibt, die SINNVOLL für euch sind und wartet nicht darauf, dass euer FM euch was aufdrückt. Und wenn es schon aufgedrückte sind, dann versucht doch wenigstens noch das beste raus zu machen und nicht nur zu motzen, alles in den Dreck zu ziehen und hinter allem immer nur eine "Verschwörung" zu sehen!
Ich kann eucht leider nur sagen, es gibt für einen Dozenten aber auch wirklich GAR NICHTS schlimmerers, als Teilnehmer, die "gezwungen" werden zu solche Massnahmen. Die schaffen es dann auch hervoragend noch das letzte bischen Motivation aus den Dozenten raus zu ziehen. Und dann wird sich wieder über den Dozenten beschwert, der nix macht, nix kann und überhaupt viele zu viel verdient.:icon_cry:
 

Koelschejong

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Positive Erfahrung!!!!
....Und wenn es schon aufgedrückte sind, dann versucht doch wenigstens noch das beste raus zu machen und nicht nur zu motzen, alles in den Dreck zu ziehen und hinter allem immer nur eine "Verschwörung" zu sehen!
Ich kann eucht leider nur sagen, es gibt für einen Dozenten aber auch wirklich GAR NICHTS schlimmerers, als Teilnehmer, die "gezwungen" werden zu solche Massnahmen. Die schaffen es dann auch hervoragend noch das letzte bischen Motivation aus den Dozenten raus zu ziehen. Und dann wird sich wieder über den Dozenten beschwert, der nix macht, nix kann und überhaupt viele zu viel verdient.:icon_cry:
Genau so seh ich das auch. Jammern, schimpfen für oder gegen irgend einen ...ismus bringt gar nichts. Die Chancen für Arbeitslose sind nun wirklich nicht übermäßig üppig gesät, da sollte man auch "sub-optimale" Chancen nutzen, oder, um es mit Schiller zu sagen:
Was man vor der Minute ausgeschlagen, gibt keine Ewigkeit zurück.
 

Arania

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Ich kann den Vorschreibern in fast allem zustimmen, allerdings nur zu diesem Satz noch

Die schaffen es dann auch hervoragend noch das letzte bischen Motivation aus den Dozenten raus zu ziehen.
Es gibt aber auch Dozenten die nichts können und null Motivation von Anfang haben, weil sie meinen das sind alles Deppen die sie da in der Massnahme haben, solche sind mir auch begegnet und leider hat man bei ALG II kaum Möglichkeiten sich die richtigen Kurse rauszusuchen, sondern bekommt nur noch solche 1x1 Lernkurse aufs Auge gedrückt
 
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Du hast Recht, in diese Richtung gehen die Löhne leider, und das ist auch meiner Meinung nach, nicht in Ordnung. Aber wenn Du als ALG II Bezieher daraus den Schluss ziehst "dann geh ich lieber gar nicht arbeiten", bedienst Du das Klischee des "nicht zur Arbeit bereiten Sozialschmarotzers" - traurig aber wahr.
Du schreibst zwar, Du liest auch "mit dem linken Auge", aber genau diese Denke entstammt dem ultrarechten Lager, wonach alle, die sich nicht für Hungerlöhne in den miesesten Jobs verbraten lassen wollen, Sozialschmarotzer sind. Dass Du ein Linker bist, nehm ich Dir in hundert Jahren nicht ab. Und weißt Du, es mir egal, welches Klischee ich Deiner Meinung nach bediene. Hauptsache, ich kann mich selbst noch im Spiegel angucken. Das könnte ich aber nicht, wenn ich - getreu dem Willen der neoliberalen Eliten - mich als Schaf der Herde anschließe und mich verwursten lasse. Womit Du aber keine Probleme zu haben scheinst.

Nein, das mein ich absolut nicht, ich meine eine Bewerbung aus einer ungekündigten Stellung verbessert meine Chancen. Gleiches gilt aber sicher auch für eine gute, sinnvolle Maßnahme, ich hab zwar keine genossen, aber es mag sie ja durchaus vereinzelt geben.
Ich lach mich schlapp. Wenn jemand 20 Jahre als Systeminformatiker gearbeitet hat, dann arbeitslos wird und nach einem Jahr erfolgloser Bewerbungsbemühungen in seinem Bereich in ALG II kommt, dann gezwungen ist, einen Hilfsarbeiterjob anzunehmen, glaubst Du im Ernst, wenn er sich damit bewirbt, dass dann seine Chancen steigen, jemals wieder da zu arbeiten, wo er herkommt? Man merkt, Du hast wirklich überhaupt keine Ahnung vom Arbeitsmarkt, geschweige denn Menschenkenntnis. Es gibt wirklich immer noch Leute, die denken, wenn man nur brav alles mit sich machen lässt und das auch noch dokumentiert, dass dann die Personalverantwortlichen das sehen und denken: ´Man, der bemüht sich aber. Braver Mann. Dem muss man ja den Job geben.´ So stellt sich klein Lieschen die Arbeitswelt vor. Die Leute, die den Job zu vergeben haben, lachen höchstens hämisch darüber, wie dumm manche Schafe sich verheizen lassen.

Ach Gottchen, noch ein Klischee. Glaub mir, meine Tage sind sehr ausgefüllt - und zwar durchaus sinnvoll. Mich hinzubiegen, haben schon viele vergeblich versucht, bis heute ist es niemandem gelungen (selbst meiner Frau nicht). Sklaverei und ähnlich wohlklingende Begriffe sagen mir genauso viel, wie die wohlklingenden Worthülsen der "Mainstream Politiker", auf Beides kann ich gut verzichten.
Du scheinst ja nicht mal zu merken, wie das System, in dem Du aufgewachsen bist, Dich schon hingebogen hat, so dass Du es nicht einmal mehr kritisch hinterfragen darfst. Weil, wenn Du entdecktest, dass damit nun mal nicht alles in Ordnung ist, was dann. Dann geht Deine ganze schöne Orientierung verloren. Vielleicht bleibt dann aber auch nicht mehr viel übrig, von Dir?

Wir sind uns also durchaus in etlichen Punkten einig, aber es führen bekanntlich viele Wege nach Rom.
Wir sind uns nur in ganz wenigen Punkten einig, wie ich es sehe. Und das, was Du Rom nennst, dahin will ich bestimmt nicht.
 

Koelschejong

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Und das, was Du Rom nennst, dahin will ich bestimmt nicht.
Tja, so ungleich ist der Blick auf diese Welt. Ich weiß es zwar nicht, aber vielleicht bist Du noch nie gewesen, wo Du anscheinend so gerne hin möchtest. Nach meiner Einschätzung war ich schon da und habe dort viele Jahre gearbeitet - nicht nur in einem der vergangenen Paradiese, sondern in vielen (Wenn 4 = Viel). Dahin will ich bestimmt nicht zurück - außer ich könnte dort arbeiten wie früher und hätte stets und ständig das Rückfahrticket in der Tasche.

Und über die Frage, wer nichts versteht, läßt sich bekanntlich sehr trefflich end- und ziellos streiten, es war schon immer ein Charakteristikum der mit Absolutheitsanspruch vertretenen Meinungen, dass der jeweils Andersgläubige oder -denkende als blind, unwissend, ja sogar dumm bezeichnet wurde - dies trug aber noch nie zu einem erhöhten Wahrheitsgehalt der angeblich absolut richtigen Ansicht bei. Die von Dir hier so vehement vertretenen leeren Phrasen bieten nun wirklich nicht Neues - oder, um Tucholsky zu zitieren
Fix und fertig liegen die Phrasen in den Gehirnfächern, ein kleiner Anlaß, ein Kurzschluß der Gedanken, und heraus flitzt der Funke der Dummheit.
 
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Weißt Du, Koelsch, Deine Reaktion zeigt mir, dass ich wohl Recht hatte mit dem, wie ich Dich eingeschätzt hatte.

Zum Schluss nur noch dies, dann möchte ich mit Dir nicht weiter diskutieren. Ich bin inzwischen sicher, dass Du weder links noch arbeitslos bist. Dieses Zitat hier ist ganz speziell für Dich:

Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit.
Marie von Ebner-Eschenbach
In diesem Sinne
 

Arania

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Muss man eigentlich links sein, wenn man arbeitslos ist?

Und dann: Links sein heisst wohl immer: Alles was nicht meiner Meinung ist, ist rechts:icon_hmm:
 
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Erfolgsprämie

Schon in den Stellenausschreibungen für die Jobcenter steht ja drin, daß die künftigen Arbeitsvermittler die leicht zu vermittelnden Fälle selbst vermitteln sollen, und die schwereren Fälle an eine private Coachingfirma abtreten sollen.
Ist eine solche Abtretung erfolgt, dann ist der jeweilige Arbeitslose erstmal aus der Arbeitslosenstatistik raus.
Den privaten Coaches zahlt das Jobcenter einen kleinen Betrag,- oft nur 1,50 EUR/Stunde und Kunde (und damit müssen die dann auch noch das Mateial bezahlen). Aufgabe ist vorrangig Coaching, Bewerbertraining, Bewerbungsunterlagencheck. Und da es dafür keine einheitlichen Richtlinien gibt, rät der eine "Berater" nicht selten etwas, was der andere am nächsten Tag strikt ablehnt. Aber Bewerbertraining ist halt ein absolutes Muß in diesen Maßnahmen.
Und ja, diese Coachingfirmen bekommen, wenn in der Zeit, in der ein Arbeitsloser bei ihnen in der Maßnahme ist, dieser einen Arbeitsplatz bekommt (egal, ob durch die Arbeit der Coachingfirma oder ohne), dann kriegt diese Coachingfirma einen Batzen Geld als Erfolgsprämie vom Jobcenter.

Macht doch mal unter Euch Teilnehmern aus, daß, wer nicht mehr kommt, mal kurz anruft bei jemand, der noch da ist,- und berichtet, ob er/sie tatsächlich nen neuen Job bekommen hat. Nicht daß es schon wieder geht wie in unseeliger Zeit, wo Unerwünschte in der Nacht deportiert wurden...

Heinz
 
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Rounddancer

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Es gibt aber auch Dozenten die nichts können und null Motivation von Anfang haben, weil sie meinen das sind alles Deppen die sie da in der Massnahme haben, solche sind mir auch begegnet und leider hat man bei ALG II kaum Möglichkeiten sich die richtigen Kurse rauszusuchen, sondern bekommt nur noch solche 1x1 Lernkurse aufs Auge gedrückt

das kommt durchaus auch auf den Fallmanager an,- ein sehr guter Fallmanager guckt, ob es (das kann auch kurzfristig sein) neue Qualifikationsangebote gibt, die auf einen ihrer "Kunden" passen könnten.
Und wenn ja, dann kann das "Hopplahopp" gehen und der Kunde wird in die Qualifikationsmaßnahme geschickt,- ein paar Tage drauf kommt dann der Bildungsgutschein und die Sache ist geritzt.

Klar, wenn nix anderes da ist, kann auch der sehr gute Fallmanager nichts oder nur Bewerbertraining oder ein Coaching verordnen. Maßnahmen, zu denen auch die "Kunden" geschickt werden, um sie (wieder) daran zu gewöhnen, regelmäßig pünktlich zu erscheinen. Deswegen wid ja auch in der Anwesenheitsliste dieser Maßnahmen geführt, wer da war, wer pünktlich da war und wer entschuldigt fehlte.
In der ersten Maßnahme, acht Wochen Taylorix-Institut (auch eine Coachingfirma, der nach uns aber der Trainingsauftrag entzogen und einem billigeren Anbieter (eben für 1,50 pro Stunde) erteilt worden war), da mußten wir jeden Tag ein- und ausstempeln.

Im Moment fühle ich mich in der an 50plus gerichteten, fast ein Jahr laufenden Vollzeitmaßnahme zum "Betriebs-Manager Qualität" ganz gut aufgehoben,- auch wenn ich noch nicht weiß, bei welchen Betrieben ich mich für das zum Kurs gehörende Praktikum (wir sollen da dem Unternehmen ein von diesem gestelltes Projekt erledigen) bewerben und ob ich ein Unternehmen finden werde, das mich das machen läßt (während der zusammen 30 Unterrichswochen immer montags, und insgesamt drei Blocks a drei-vier Wochen ganz). Und ich bin meiner Fallmanagerin dankbar.

Wir haben auch einige TeilnehmerInnen, die lasen das mit dem Kurs in nem Inserat in der Zeitung, guckten sich das an, gingen dann zum Fallmanager oder Arbeitsberater,- und baten um den Bildungsgutschein.

Heinz
 
E

ExitUser

Gast
Muss man eigentlich links sein, wenn man arbeitslos ist?

Und dann: Links sein heisst wohl immer: Alles was nicht meiner Meinung ist, ist rechts:icon_hmm:
Arania, von Dir hab ich nichts anderes erwartet. Gut Nacht.

(Noch mal ganz speziell für Dich: Koelsch möchte hier gern den Eindruck erwecken, er sei links und arbeitslos. Und das nehme ich ihm nicht ab, so wie er schreibt.)
 

Arania

StarVIP Nutzer*in
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Wölfin, Du hast hier noch nie die Möglichkeit zu kommunizieren bewiesen und tust es damit natürlich auch nicht, das einzige was Du suchst, sind Leute die Deine Thesen zustimmend abnicken, dann sind sie auf Deiner Wellenlänge und intelligente Leute, alles was eine andere Meinung hat und wagt sie zu äussern, ist natürlich blöde , neoliberal und was weiss ich was Du noch in Deinem angelesenen Repertoire hast, eine wirkliche Diskussion in der realen Welt würdest Du keine 5 Minuten durchhalten und das hast Du jetzt nicht nur mir bewiesen!

Also, in diesem Sinne, konstruktive Selbstgespräche!:icon_daumen:
 
A

Arco

Gast
Muss man eigentlich links sein, wenn man arbeitslos ist?

Und dann: Links sein heisst wohl immer: Alles was nicht meiner Meinung ist, ist rechts:icon_hmm:

... JA Arania ;) für sehr VIELE JA ! !

:icon_kinn: gut das ich zur Zeit nicht mehr links sein muß ........ aber das war ich ja noch nieeeeeeeeeeeee :icon_mrgreen:
 
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