Prozess in Paris: Wenn 1,56 Quadratmeter 330 Euro Miete kosten (1 Betrachter)

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Hartzeola

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Paris, 330 Euro Miete, für eine Wohnfläche von 1,56 Quadratmetern. Nach 15 Jahren klagt der Mieter nun gegen die Vermieterin. Er will die Rückzahlung von fünf Jahren Mietkosten – und Schadenersatz.
Von Sascha Lehnartz

Anderthalb Quadratmeter Platz zum Leben. Für 330 Euro Miete. Das macht 220 Euro pro Quadratmeter. Es klingt nach Wucher, nach geldgierigen Vermietern und menschenunwürdigen Verhältnissen.

Nach einer idealen Geschichte, um die dramatische Lage auf dem Pariser Immobilienmarkt zu illustrieren. Und um jene zu beruhigen, die behaupten, in Berlin sei es mittlerweile echt teuer. Zurzeit wird der Fall vor einem Pariser Gericht verhandelt.

Fünfzehn Jahre lang bewohnte ein heute 55 Jahre alte Mieter namens Dominique eine Mansarde unter einem Pariser Dach. Die Grundfläche betrug vier Quadratmeter, wegen der Dachschrägen macht das nach dem Pariser Mietgesetz (Loi Carrez) netto lediglich 1,56 Quadratmeter.

Die Vermieterin hatte die Kammer im Mietvertrag zurückhaltend als "Nutzraum" bezeichnet, aber ihr Mieter Dominique, der als Beruf Kunstmaler angibt, lebte hier offenbar. 15 Jahre lang. Ohne Dusche. Die Toilette war auf dem Flur. Anfangs zahlte er dafür 1650 Francs (etwa 250 Euro), im Laufe der Jahre stieg die Miete bis auf 330 Euro an.
Prozess in Paris : Wenn 1,56 Quadratmeter 330 Euro Miete kosten - Nachrichten Panorama - DIE WELT
 

Hartzeola

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Paris. 330 Euro Monatsmiete für 1,56 Quadratmeter Wohnfläche, Waschbecken inklusive und Toilette auf dem Gang – das ist selbst in Paris Wucher, wo Wohnungen klein, teuer und hart umkämpft sind. „Aber immer noch besser als auf der Straße“, sagt Dominique. Deshalb hauste der französische Künstler 15 Jahre lang in so einem Zimmerchen, in dem er kaum aufrecht stehen konnte und das die Vermieterin im Vertrag vorsichtig als „Nutzraum“ umschrieb.

Der heute 55-Jährige, froh darüber, zumindest ein Dach über dem Kopf zu haben, hatte die Kammer mit einem Elektroheizer und Kochplatten „möbliert“, die gelegentliche Dusche erledigte er bei Freunden und er wäre geblieben, hätte nicht eine Nachbarin die Behörden alarmiert. Im März 2012 informierte die Präfektur Dominique darüber, dass er drei Monate Zeit habe, um sein Zimmer zu verlassen, da es für die Bewohnung ungeeignet sei. Daraufhin wandte er sich an die Stiftung Abbé-Pierre, eine Wohltätigkeitsorganisation, die für menschenwürdigen Wohnraum kämpft. Sie ermutigte Dominique zur Klage gegen seine frühere Vermieterin. Zurzeit läuft der Gerichtsprozess, bei dem er 25 000 Euro von ihr verlangt, das sind die Mieten der fünf vergangenen Jahre, sowie eine Entschädigungszahlung. Mitte Dezember soll das Urteil fallen.
Wohn-Wahnsinn unter den Dächern von Paris
 

hartaber4

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Ohne Kenntnisse zum französischen Mietrecht ist das hier eher schwer zu deuten.....

Allgemeinwissen dürfte aber sein, dass Paris eher keine billige Meile ist....
 
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