Promotion und Teilzeitstudium ALG II (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

MindMaster91

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Hallo,

ich möchte nächstes Jahr meine Promotion beginnen und mich hierzu als Teilzeitpromotionsstudent einschreiben. Des Weiteren möchte ich in Teilzeit meinen Master of Education noch machen. Weder das Eine noch das Andere sind für sich dem Grunde nach BAföG-förderwürdig. Promotion nicht und ein Teilzeitstudium auch nicht. Also würde ich kein Bafög bekommen.
Wie sieht es allerdings (nur zur Überbrückung zunächst) mit Leistungen aus dem Hartz IV Bereich aus? Ich kann mir vorstellen, dass ein Sachbearbeiter argumentieren könnte zwei Teilzeitstudien sind auch ein volles Studium und ich stehe dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung. Hat jemand schon mal mit einem solchen Fall zutun gehabt bzw. kann mir fundierte Auskünfte erteilen?
Ich möchte nicht dem Staat auf der Tasche liegen, nur weiß ich dass in meinem Bereich der Wissenschaft meine Zukunft nicht unbedingt gesichert ist. Als Lehrer Realschule wie auch wissenschaftlich, da habe ich an beidem sehr viel Spaß und auch den Ehrgeiz dafür wären meine Berufsaussichten bei der jetzigen Lage um einiges besser.

Beste Grüße =)
 

Gaestin

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es sind keine Auskünfte, sondern eine Frage:
für wie viele Stunden pro Woche stehst Du dem
Arbeitsmarkt zur Verfügung? Wäre es nicht besser,
zuerst das Studium als Realschullehrer abzuschließen
und dann im Referendariat mit der Promotion anzufangen?
 

MindMaster91

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es sind keine Auskünfte, sondern eine Frage:
für wie viele Stunden pro Woche stehst Du dem
Arbeitsmarkt zur Verfügung? Wäre es nicht besser,
zuerst das Studium als Realschullehrer abzuschließen
und dann im Referendariat mit der Promotion anzufangen?
Im Ref ist es schier nicht machbar. Im Sinne einer akademischen bzw. schulischen Lehraufgabe, wissenschaftlichen Mitarbeit bzw. meinem vorhandenen Masterabschluss angemessenen Tätigkeit stünde ich dem Arbeitsmarkt gerne zu 50-65% zur Verfügung. Also mindestens 20 Stunden würde ich nur den Master Lehramt in Teilzeit betreiben und auch dafür immatrikuliert sein.
 
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Ich würde Studium/Promotion einfach machen, dem JC aber nichts von einer Immatrikulation erzählen.
 

MindMaster91

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Es soll nicht überheblich klingen, aber ich habe riesen Angst davor in irgendeiner Maßnahme zu landen die vom Anforderungsniveau weit unter meinem Ausbildungsniveau liegt. Ich würde wenn es angeboten wird, Workshops zur Erwachsenenbildung, Hochschuldidaktik, Drittmitteleinwerbung, -bewirtschaftung oder auch Fortbildungsmaßnahmen im Bereich der Bildung im Sekundarstufenbereich I sehr begrüßen. Eingliederungsmaßnahmen in diese Berufsbereiche auch aktiv unterstützen. Nur ich will mein Berufsleben auch dahin aktiv unterstützt sehen von der Arge
 
E

ExitUser

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Vom Jobcenter ist in dieser Richtung nichts Positives zu erwarten. Es wird dich nicht in deinem Promotionsvorhaben unterstützen. Im Gegenteil. Es ist denen egal. Die wollen dich nur aus der Statistik tricksen und nehmen keine Rücksicht auf deine individuelle Situation.

Eine Promotion unter ALG-2-Bezug ist aber möglich. Ich würde es gegenüber dem Jobcenter aber nicht erwähnen, um möglichem Schlamassel von vornherein aus dem Wege zu gehen. Das JC kennt im Zweifel nicht den Unterschied zwischen Direktstudium und Promotionsstudium und könnte deine Leistungsberechtigung bestreiten.

Eventuelle Sinnlosmaßnahmen können abgewehrt werden.
Ums Bewerbungenschreiben (als formale Pflicht) wirst du aber nicht umhin kommen.
 

Gaestin

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Arge gibt es nicht mehr. Immatrikulierte Studenten
erhalten kein ALGII vom Jobcenter und wenn es bekannt
wird, muss alles zurückgezahlt werden. Sie sind vom Bezug ausgeschlossen.
Das JC wird nicht einmal wissen, was Drittmitteleinwerbung ist.
Tut mir leid, aber ich glaube nicht, das diese Vorstellung zu
verwirklichen ist.
 
E

ExitUser

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@Gaestin: So pauschal stimmt das nicht.

Immatrikulierte Promotionsstudenten sind leistungsberechtigt, da die Promotion nicht zu einem berufsqualifizierendem Abschluss führt und daher nicht zu den BAföG förderungsfähigen Ausbildungen zählt. Sie müssen sich in der Zeit allerdings an die JC-Regeln halten und ihre Auflagen erfüllen.

In Punkto Teilzeitstudium bin ich momentan überfragt (aber eher skeptisch).


@MindMaster91: Hast du bereits einen Master-Abschluß? Oder soll dir der M.Ed. erst den Weg zur Promotion eröffnen?
 

Helga40

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Teilzeitstudenten sind nicht ausgeschlossen, von daher droht da keine Gefahr.

Allerdings ist es so, wie veritasdd schrieb: das JC wird es reichlich wenig interessieren, ob da ein Promotionsstudium betrieben wird. Er wird entsprechend § 10 SGB II behandelt, d. h., dass ihm jegliche (Vollzeit)Arbeit zumutbar ist.
 

Gaestin

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Veritasdd ich hoffe, hoffe, Deine Aussage stimmt.
Ich kenne nur immatrikulierte Studenten, die
erst etwas bekommen haben, als sie die
Exmatrikulation vorgelegt haben. Und eine Teilzeit-
Promotion bedeutet, dass man nur zum Teil dem
Arbeitsmarkt zur Verfügung steht, da sind
Schwierigkeiten mit dem JC vorprogammiert.
Hoffentlich hast Du Recht.
 

Gaestin

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Teilzeitstudenten sind nicht ausgeschlossen, von daher droht da keine Gefahr.

Allerdings ist es so, wie veritasdd schrieb: das JC wird es reichlich wenig interessieren, ob da ein Promotionsstudium betrieben wird. Er wird entsprechend § 10 SGB II behandelt, d. h., dass ihm jegliche (Vollzeit)Arbeit zumutbar ist.
Helga, klar, jegliche Vollzeit-Arbeit ist zumutbar, meine ich auch.
 

22ohhappy

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Um es mal zusammenzufassen,
du hast keinen Schutz und ganz bestimmt nicht wird das Jobcenter versuchen dich in deine favorisierten Jobs zu vermitteln, obwohl man auch sehen muss, solche Jobangebote werden nicht an sie gemeldet.
Um den Alltag für dich zu umreißen, du bekommst Jobangebote, auf die du dich bewerben musst.
Falls du den Job angeboten bekommst, musst du ihn meist
annehmen, da ansonsten Sanktionen drohen.
Und natürlich kann dir eine Maßnahme drohen und hierbei
sei noch angemerkt, die meisten Leuten sind da unterfordert.
Auch ein toller Studienabschluss schützt dich nicht, das Jobcenter will dich in Arbeit vermitteln.
Warum willst du eine Promotion machen, was versprichst du dir davon?
Der bessere Weg wäre für dich wohl zu versuchen ein Promotionstipendium zu bekommen.
Von Naturwissenschaftlern kenne ich es auch, dass sie aus Drittmitteln finanziert werden-das geht bei dir nicht?
 

Gaestin

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mein Fehler, das Zitat ist nicht korrekt

"stünde ich dem Arbeitsmarkt gerne zu 50-65% zur Verfügung"

Entschuldigung
 

MindMaster91

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Ich möchte den Faden hier nochmal nach längerer Abwesenheit aufgreifen. Was erhoffe ich mir von der Promotion? Später natürlich eine Professur. Die sind rar gesät. Also damit ich nach spätestens der Habilitation dann nicht auf der Straße sitze, ich aber viel Spaß und Leidenschaft in Lehrtätigkeiten besitze möchte ich zu meinem ursprünglichen Plan des Lehramtsstudium zurückkehren als Plan B. Ich möchte mich durch Weiterbildung wenn man das so nennen kann vor Arbeitslosigkeit schützen.

Was die Vermittlung in sämtliche Jobs angeht, kann ich in die schon vielmals gelesenen Eingliederungsvereinbarungen schreiben lassen, dass ich jedwede Jobs passend zu meinem Ausbildungsprofil annehme? Ich hab mal gelesen bei einer EGV Herr xy lässt sich zum Informatiker weiterbilden. Dann so in etwa Herr MindMaster91 nimmt an Weiterbildungsangeboten zum Lehrer für das Realschullehramt teil?

Der erste MA liegt im April vor in Religionswissenschaft Abschluss 1,6. Grundstudium BA Religionswissenschaft/Geschichte mit 1,9.

Um Drittmittel bemühe ich mich, jedoch fallen bei einem Studium nebenbei viele Fördermoglichkeiten flach und ich verschiebe eine drohende Arbeitslosigkeit nur um ein paar Jahre
 

Gaestin

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ich möchte nur erwähnen, dass zur Zeit an
deutschen Universitäten ACHTZIG Prozent der
Stellen befristet sind. Und raten, nachzusehen,
wie viele Bewerber es für jede Professorenstelle gibt.
 

Linuxfan

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Ich liebe akademisches Arbeiten aber die Stellen an der Hochschule sind meistens auch sehr schlecht bezahlt.

Aktuell studiere ich im Master "Business Consulting" an einer Fachhochschule (akademisches Dünnbrettbohrertum, ich weiss…) und die studentischen Hilfskräfte bekommen pauschal neun Euro die Stunde. Da verdient so manche Putzfrau mehr.

Nach dem Master eine Professur? Forschung ist interessant aber braucht man wirklich einen Doktor in Wirtschaftswissenschaften? Bei Unternehmensberatungen wie McKinsey, BCG etc. kann das förderlich sein und man kommt auf eine höhere Karrierestufe und fängt jedenfalls nicht als "Fellow" oder "Business Analyst" an.

Ich persönlich bin froh, zumindest keine Schulden durch das Studium zu haben und musste auch leidvoll feststellen, dass ein Diplom kein Anrecht auf einen Arbeitsplatz ist.

Teilweise kann da ein Doktor noch kontraproduktiv sein da es passieren kann dass durch diesen Zusatz man als überqualifiziert gilt.
 

berlinerbär

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Wenn man "überqualifiziert" ist, schützt das wiederum vor einfachen Jobcenter-Jobangeboten, also warum nicht?
Ich würde das durchziehen.
Immerhin: wenn Du in Bezug bist, müssen sie schon auf Dich eingehen, wenn sie Dich wieder loswerden wollen, das Risiko für Dich ist daher nur gering.
Ausserdem sind da meist selbst viele Geisteswissenschaftler, die als Vermittler auftreten.
 
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