Projekt für Alleinerziehende "Da schlummert ein riesiges Potential"

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wolliohne

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Von Lisa Erdmann Die Politik entdeckt die Alleinerziehenden: In jeder fünften Familie wachsen Kinder mit nur einem Elternteil auf. Viele Alleinerziehende, vor allem Mütter mit kleinen oder mehreren Kindern, sind arbeitslos. Das Familienministerium will ihnen nun einen Weg zurück in den Arbeitsmarkt ebnen. Es sind zwölf Standorte in elf Bundesländern, an denen Sozialarbeiter, Jobvermittler und Pädagogen seit Monaten die Köpfe zusammenstecken. Das Ziel: Die ausgewählten Organisationen sollen im Laufe eines Jahres Ideen entwickeln, wie es für Alleinerziehende einfacher wird, eine Arbeit aufzunehmen. Es geht um Kinderbetreuung, Qualifizierungsmaßnahmen und Coaching der Betroffenen. Projekt für Alleinerziehende: "Da schlummert ein riesiges Potential" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik Formatierung??
 
H

holly8

Gast
Ist ja nett gemeint, aber als Alleinerziehende gibt es immer mehrere Faktoren, die uns fast unvermittelbar machen und/oder in Armut verharren lassen.

1.Meine Kita macht zum Beispiel Freitags um 14 Uhr zu. Ganz toll! Im Osten sind solche Öffnungszeiten auch heute oft undenkbar. Wie soll ich da einen AG finden?
2. Selbst wenn das alles klappt, kommt das nächste Argument der AG die Krankheiten und tatsächlich, kleine Kinder sind öfters krank. So ist das eben und ich hätte niemanden, der da aufpasst. Andere müssen nämlich auch arbeiten. So what!
3. Wir sind durch die Kinder unflexibel, wenn niemand das auffangen kann. Nachtarbeit, Wochenende ...undenkbar. Auto...nicht bezahlbar.
4.Nehmen mir mal an, das Punkt 1-3 klappt, dann erwartet die Meisten eine Arbeit, bei der sie noch aufstocken müssen. Erst recht, wenn kein Unterhalt gezahlt wird. Armut ist dann logische Folge. Die nichtzahlenden Väter haben einen Mindestselbstbehalt mit Arbeit von 900 Euro plus Fahrgeld. Wir haben keinen Selbstbehalt. Wir haften mit allem, was wir haben.

Uuups, das Alter habe ich vergessen. Ab 40 ist es auch egal, ob alleinerziehend oder nicht. :icon_twisted:

Wir wollen ihnen den Ansatz vermitteln: 'Wie kann ich eine Alleinerziehende besonders gewinnbringend einsetzen?'"
Besonders gewinnbringend? Dazu hätte ich gerne eine Erklärung. :icon_kinn:
 
E

ExitUser

Gast
Die D-kra wird wahrscheinlich Kinderganztagesaufbewahrungsanstalten aus dem Boden stampfen, die dann von für einen Euro Entschädigung in der Stunde arbeitenden Elternteilen die Kinder von den anderen für einen Euro Entschädigung arbeitenden Elternteilen bewachen. Spielzeug wird -ganz klar- im selben Haus von weiteren für einen Euro Entschädigung die Stunde werkelnden Elternteilen repariert. Ein gigantischer vierter Arbeitsmarkt, der sich da gerade vor uns ausbreitet.
 
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Besonders gewinnbringend? Dazu hätte ich gerne eine Erklärung.

Damit kann nur das Gewinnbringend für den AG gemeint sein.

Drei Jahre Erziehungszeit seien vor allem für die schwierig, die keine Ausbildung haben. "Die brauchen sofort Unterstützung, damit sie dem Arbeitsmarkt nicht verloren gehen - am besten schon in der Schwangerschaft."

Schwierig insofern, dass die Mütter ihre lieben Kleinen nicht in Ruhe betreuen können. Klar doch, schon ab Schwangerschaft:icon_kotz:. Nenene, kann man nicht mal mehr mit Ruhe seine Schwangerschaft geniessen. Wenn ich doch 3 Jahre nutzen möchte, dann brauch ich niemanden, der mir in den Arbeitsmarkt hilft.

Kitas oder Horte, die vor 8 Uhr oder nach 16 Uhr geöffnet haben, sind nicht sehr weit verbreitet. Für viele Berufe sind solche Zeiten ein Killerargument.

Na und? Warum reicht es nicht, dass man nur halbe Tage malocht? Denn selbst mit Vollzeit kommt man vom Amt nicht weg, weil die Bezahlung unter aller Würde ist.

"Wir haben die Möglichkeit, die Zielgruppe positiv zu besetzen", glaubt von Ohlen.

Welche Zielgruppe will er positiv besetzen? Ich will nur in Ruhe ErziehungsARBEIT leisten, denn die ist wertvoller, als so mancher verdiente Euro im Sklavenjob, wenn ich mein Kind nur noch abends am Bett Gute Nacht sagen kann.
 
H

holly8

Gast
Damit kann nur das Gewinnbringend für den AG gemeint sein.

Das war mir schon klar. Mich störte nur dieses besonders gewinnbringend.

Auch kann ich nicht nachvollziehen, dass das Selbstbewusstsein nach 3 Jahren Erziehungszeit weg sein soll. Bei mir ist es noch vorhanden. Entweder es ist schon vorher da oder man hatte es nie. Oder wie siehst du das?
 

2Sam

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Die D-kra wird wahrscheinlich Kinderganztagesaufbewahrungsanstalten aus dem Boden stampfen, die dann von für einen Euro Entschädigung in der Stunde arbeitenden Elternteilen die Kinder von den anderen für einen Euro Entschädigung arbeitenden Elternteilen bewachen. Spielzeug wird -ganz klar- im selben Haus von weiteren für einen Euro Entschädigung die Stunde werkelnden Elternteilen repariert. Ein gigantischer vierter Arbeitsmarkt, der sich da gerade vor uns ausbreitet.

Genau darum geht es.

Ist denn immer noch nicht jedem klar, dass es nicht so viele ordentlich bezahlte Arbeitsplätze wie Erwerbsfähige gibt?
Warum sollte man also auch noch mit Erziehung vollbeschäftigte Alleinerziehende mit aller Gewalt in einen nicht vorhandenen Arbeits"markt" (!) pressen wollen?

Cui bono ...
 

Mario Nette

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Ich will nur in Ruhe ErziehungsARBEIT leisten, denn die ist wertvoller, als so mancher verdiente Euro im Sklavenjob, wenn ich mein Kind nur noch abends am Bett Gute Nacht sagen kann.
Ja, nicht wahr, ist doch merkwürdig: Wenn du die von dir erwähnte Arbeit leisten willst, so scheint das nicht sonderlich viel wert zu sein. Wenn du aber eine Tagesmutter kommen lässt - gibt es eigentlich auch Tagesväter? -, dann wird die sogar dafür bezahlt, das sie das macht, was, wenn du es tätest, doch so wenig wertgeschätzt wird.

Wer arbeiten will, der soll meiner Meinung nach eine garantierte, angemessene Betreuung für sein Kind bekommen. Und die Finanzierung? Nun, wenn wir arbeiten, produzieren wir meist einen Mehrwert. Dieser macht ja kaum Sinn, wenn er auf den Konten der Unternehmer landet - er tut dort nichts für die Gesellschaft. Ein Unternehmen, welches der Gesellschaft keinen Dienst erweist, außer dass es Menschen arbeiten "lässt", erachte ich als Fehlplanung. Daher bin ich der Meinung, dass Unternehmen Betreuungskosten durchaus auch zu tragen haben, schließlich profitieren sie später mal vom nachwachsenden Humankapital (eigentlich sollten sie geradezu Schwangerschaften fördern, um vernünftig expandieren zu können ...). Momentan kommt mir das eher so vor wie das Vernichten der Urwälder: Kein Sinn für Nachhaltigkeit.

Und wie war das noch im Öffentlichen Dienst? Richtete sich die Besoldung da nicht u. a. auch nach der Familiengröße?

Mario Nette
 

ela1953

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Ja, nicht wahr, ist doch merkwürdig: Wenn du die von dir erwähnte Arbeit leisten willst, so scheint das nicht sonderlich viel wert zu sein. Wenn du aber eine Tagesmutter kommen lässt - gibt es eigentlich auch Tagesväter? -, dann wird die sogar dafür bezahlt, das sie das macht, was, wenn du es tätest, doch so wenig wertgeschätzt wird

Das ist ja das, was ich nicht verstehe und wohl auch nie verstehen werde.

Alles wäre doch viel einfacher, wenn man die Mütter bei den eigenen Kindern ließe und ihnen das Geld gäbe, was eine Tagesmutter für die Aufsicht bekommt.

Noch besser wäre natürlich eine Vergütung in der Höhe, die man für ein Pflegekind erhält.

Und wie war das noch im Öffentlichen Dienst? Richtete sich die Besoldung da nicht u. a. auch nach der Familiengröße?

Diese Familien- und Ortszuschläge wurden alle abgeschafft. Gibt es wohl nur noch für "Bestandsangestellte".
Die neuen, die immer mehr werden durch die Befristungen, haben nichts mehr davon.
Auch wurden die Gehälter reduziert. Vor der Umstrukturierung erhielt ich für eine 30 Stunden Woche ein Gehalt wie ich es jetzt für Vollzeit bekam. Und bei der 30 Stunden Woche kamen noch der Orts- und Kinderzuschlag dazu.

Junge Verwaltungsfachangestellte können sogar ergänzendes ALG II beantragen und würden es zumindest bis sechs Monate erhalten wegen der zu hohen Miete
 

KK aus C

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Bleibt zum Schluss nur noch eine klitzekleine unbedeutende Nebensächlichkeit zu klären.

Wo sind denn die vielen unbesetzten Jobs für die Alleinerziehenden?

Man könnte ja glatt auf die Idee kommen, dass hier ein neues gigantisches 1-Euro-Job-Projekt aufgezogen werden soll. Diese Artikel sollen schon mal rein informatorisch den Boden dafür vorbereiten.

Gruss von Kerstin
 

2Sam

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Bleibt zum Schluss nur noch eine klitzekleine unbedeutende Nebensächlichkeit zu klären.

Wo sind denn die vielen unbesetzten Jobs für die Alleinerziehenden?

Man könnte ja glatt auf die Idee kommen, dass hier ein neues gigantisches 1-Euro-Job-Projekt aufgezogen werden soll. Diese Artikel sollen schon mal rein informatorisch den Boden dafür vorbereiten.

Gruss von Kerstin

Les Post 3.
Da stehts schon.
 

bonica

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Geht es denn wirklich um Arbeit?

Oder geht es darum: Es geht um Kinderbetreuung, Qualifizierungsmaßnahmen und Coaching der Betroffenen

Also um einen "ehrliche" Jobs geht es definitiv nicht. Es werden neue Teilnehmer für Maßnahmen benötigt. Fest steht doch, dass bisher vorwiegend Erwerbslose zu Maßnahmen geschickt worden, die in Vollzeit eingesetzt werden können und somit bei Aufnahme einer Arbeit (fast) keine Leistungen mehr von der ARGE erhalten würden. Da diese Zielgruppe ziemlich ausgelutscht ist müssen neue gewinnbringende Teilnehmer, diesmal die Alleinerziehenden, her.

Das Ziel ist ja klar.
Primär geht es darum den TN "Fit für den Arbeitsmarkt" zu machen die Vermittlung in den Arbeitsmarkt :icon_party:

Sekundär darum, den Teilnehmer in unangenehme Situationen zu bringen, um ihn/sie anschließend zur Abmeldung bei der ARGE zu bewegen, oder wegen "Fehlverhalten" Sanktionen auszusprechen.:icon_dampf:

Ist doch immer das gleiche Schema.
 
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holly8

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Gerade habe ich entdeckt, dass dieses Projekt in meiner Stadt (nicht Erlangen) seit 09.2009 gestartet ist. Da bin ich aber im April 2010 gespannt, was da auf mich zukommt. Werde euch berichten!
Eine alleinerziehende Freundin von mir wurde zunächst einmal Teilzeit in ein Bewerbungsseminar geschickt.
 

bonica

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Gerade habe ich entdeckt, dass dieses Projekt in meiner Stadt (nicht Erlangen) seit 09.2009 gestartet ist.

Genau Holly, nicht in Erlangen. Noch nicht. Dafür aber läuft es schon direkt im Bildungsträger direkt bei der Quelle gegenüber. :eek:

Alles alleinerziehende Mütter mit mind. 2 Kleinkindern und "multiplen Vermittlungshemmnissen". Der Erfolg einer beruflichen Integration wird also faktisch nicht messbar sein.
 
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holly8

Gast
Ich habe auch multiple Vermittlungshemnisse, aber erst seit ich Mutter bin. Mal vom Alter abgesehen.

Du meinst jetzt Nürnberg? Ich aber nicht. Weißt du noch mehr, was da genau abgeht.
 

Bambi_69

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Genau darum geht es.
Ist denn immer noch nicht jedem klar, dass es nicht so viele ordentlich bezahlte Arbeitsplätze wie Erwerbsfähige gibt?
(...)

Natürlich ist das ALLEN Verantwortlichen klar. Wie sonst ist logisch erklärbar, was derzeit abgeht? Das, was sie zum Volk SAGEN und das, was sie über die eigentliche Situation WISSEN sind freilich zwei paar Stiefel. Wahrheit und Politik, das passt nicht immer zusammen :icon_twisted:

Und auch den Betroffenen sollte klar sein: KDU-Pauschalierung, Einsparmöglichkeiten per Sanktion, der momentane Regelsatz und nun das Gedankenspiel mit den Alleinerziehenden - das alles ist nur dadurch erklärbar, dass sie einfach versuchen, sich der Masse an erwerbslosen Menschen irgendwie so kostengünstig wie möglich zu entledigen. Und da, wo das eben nicht geht, sie sonst wie gewinnbringend einzusetzen (wen der Gewinn dabei auch nur auf ein bestimmtes Klientel, der Maßnahmeträger abfällt).
Menschlicher Rohstoff - Human Ressources, den gibt es auch auf dem "Erwerbslosen-Markt", man muss nur wissen, wie man diesen Rohstoff möglichst gewinnbringend einsetzt. Oder anders gesagt: Trotz Rationalisierung, trotz Globalisierung gibt es immer noch eine Menge zu tun - aber lasst DAS die Wegrationalisierten unentgeltlich erledigen. Und die, die es noch nicht sind, so billig wie möglich.

Liebe Grüße
Bambi_69
 

Eilig

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Die D-kra wird wahrscheinlich Kinderganztagesaufbewahrungsanstalten aus dem Boden stampfen, die dann von für einen Euro Entschädigung in der Stunde arbeitenden Elternteilen die Kinder von den anderen für einen Euro Entschädigung arbeitenden Elternteilen bewachen. Spielzeug wird -ganz klar- im selben Haus von weiteren für einen Euro Entschädigung die Stunde werkelnden Elternteilen repariert. Ein gigantischer vierter Arbeitsmarkt, der sich da gerade vor uns ausbreitet.

Genau das ist es. Hier gibt es einen ähnlichen Träger, der so etwas ins Auge fasste, im Sommer. Ob es die Kita mittlerweile gibt, weis ich nicht.
 

Eilig

Elo-User*in
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Bleibt zum Schluss nur noch eine klitzekleine unbedeutende Nebensächlichkeit zu klären.

Wo sind denn die vielen unbesetzten Jobs für die Alleinerziehenden?

Man könnte ja glatt auf die Idee kommen, dass hier ein neues gigantisches 1-Euro-Job-Projekt aufgezogen werden soll. Diese Artikel sollen schon mal rein informatorisch den Boden dafür vorbereiten.

Gruss von Kerstin


Die Frage hast Du doch selbst beantwortet, das sind 1 Euro-Jobs die EXTRA geschaffen werden, wo der Unternehmer investiert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Menschen die zu diesen Jobs gezwungen werden in der lage sind, unschuldigen Kindern etwas zu vermitteln.
 
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