Projekt AktivA - oder wie versucht wird, uns mit Psychoterror zu entrechten!

Leser in diesem Thema...

Großer Löwe

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Hallo.

Erst mal zu Anfang:
Ich bin sauer!Und das richtig!
:icon_dampf:
Im VMKB werden wir demnächst in kleinen Grüppchen,an einem Projekt namens AktivA teilnehmen!
Wer jetzt denkt,da gibts eine gemütliche Jogurt-Essrunde,der täuscht sich gewaltig!
Die erste Gruppe ist schon drann gewesen,und hatte schreckliches zu berichten!!

Die saßen also bei Kaffee und Keksen mit zwei Sozis im Kreis und bekamen Zettel in die Hand,auf denen sie folgende Fragen beantworten sollten:

-Haben sie einen Freund/in?
-Wie läuft ihre Beziehung?
-Was sind ihre Hobbys?
-Gehen sie Abends aus?
-Haben sie Freunde die sie regelm.treffen
-Gehen sie auch mal in die Kneipe?
usw.!!!!

Die erste Gruppe reagierte überraschend wütend!Sie zerrissen die Zettel,und verlangten für jeden schriftlich,das nichts davon dem Amt weitergereicht wird!
Das bekamen sie natürlich nicht :icon_motz:
Nur ein mündliches Versprechen,das alles in der Runde bleibt...
NA WER`S GLAUBT!!
:icon_pic:

Die sollen jetzt bis zum nächsten mal ihren Tagesablauf aufschreiben,und überlegen nun verängstigt,welche Konsequenzen es haben könnte,sich zu weigern.

Es gab nur eine,die sich aktiv verweigerte(in dem sie nicht an der Runde teilnahm),und sie wird jetzt,mit viel Druck und Drohungen durch sämtliche Sozi-SB Instanzen und Büros geschleift,bis sie freiwillig einknickt!
Heute wurde ihr angeraten,morgen gefälligst eine Stunde früher,mit allen ihren kopierten Zeugnissen,Praktikabeurteilungen,etc.für einen weiteren Anschiss auf der Matte zu stehen.Mehrere Personen empfahlen ihr,diesen Kram nicht mitzubringen,weil die das verflucht nix angeht!!

Da ist was los,ich sags euch!!
:icon_sad:

LG
GL
 

Nimschö

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o,O

*schluck*

Die drehen da ja mal vollkommen frei in ihrem Rad, was?

Weia... Wenn Du genug Schub hast, steh der armen Frau bei, die da berechtigterweise renitent ist und deswegen unberechtigterweise "eingeschliffen" werden soll! Vielleicht hilft auch ihr ein Zettelchen mit der URL vom ELO hier in die Hand zu drücken...? Die wird Bedarf an sowohl praktischer wie motivierender Unterstützung haben...
 

Oettinger

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Das würde ich auf einer Arschbacke absitzen. Könnte sogar Spaß machen :icon_party:Mann kan ja die lustigsten Antworten geben Und wenn ich auf etwas nicht Antworten will, weil es ZU privat wird, dann tue ich dies auch nicht, auch weil es dann gar nicht zulässig ist. Und drohen sollten sie besser nicht. Darauf reagiere ich extrem allergisch!

Normal ist das alles nicht mehr, aber es gibt hunderte schlimmere Maßnahmen!
 

Großer Löwe

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Die Dame(ca.50) ist leider PC und Internetlos.
Ich Stehe ihr zur Seite,so gut ich kann,und habe ihr auch schon gesagt,das ich das ganz toll finde,das sie sich wehrt!
Auch zur ´Modulschulung´ging sie nicht (simulierte Bewerbungsgespräche am Spielzeugtelefon,sinnloses parken vor Hornalt-PC´s)
Sie war tapfer in der ´Berufsfeldgruppe´Unkraut zupfen!
:icon_daumen:
Kein unentschuldigter Fehltag,aber eine klare Weigerung!!
Echt clever!
:icon_party:
 

Roter Bock

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Bringt morgen mal andere Zettel mit (alle) die Ihr euch unterschreiben lasst, mit folgendenText.

"Hiermit wird dem Teilnehmer XXXXX (eigener Name) zugesichert, das die im Projekt Aktiva tätigen Dozenten in keinerlei Beziehung zur Scientology Sekte bzw. Organisation stehem und das der Massnahmeträger keine Organisation von Scientology weder in Deutschland noch im Ausland ist.

Unterschrift des Dozenten........... Ort.......Datum
Unterschrift des GF des Maßnahmenträgers...............Ort.........Datum "

Und immer wenn die blöde Fragen stellen, den Zettel hinhalten. Jeder nimmt 5 - 10 Kopien von seinen Wisch damit er das Spielchen wiederholen kann, falls Soz Doz den ersten Wisch zerreist.

Ohne Unterschrift keine Mitarbeit!!

Roter Bock
 
E

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Gast
Das einzige Problem dürfte sein, dass man hier irgendwie aussitzen muss.
Ansonsten; Niemand ist verpflichtet oder kann verpflichtet werden, privates über sich preiszugeben. Das ist keine Verweigerung sondern gutes Recht.
Ebenso kann man nicht gezwungen werden, seinen Lebenslauf oder Zeugnisse vorzulegen.

Personen früher antanzen zu lassen, ist ebenfalls nicht machbar.
Es gelten für sie Zeiten, wie für alle anderen auch.

Hier sind definitiv keine Konsequenzen für euch zu erwarten. Aber evtl für die Betreiber des Handels.

Günstig ist, ein Gedächnisprotokoll anzufertigen. Andere Mitstreiter finden und Beschwerde, ggf mit Unterstützung eines Anwalts, einlegen.
 

Großer Löwe

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Hallöchen,

@ Großer Löwe, hat diese Maßnahme etwas mit dieser hier zu tun

Pakt 50+ Vogtlandkreis - Landkreis Zwickau - Chemnitz [V2.1] // AktivA-Programm // AktivA - "Aktive Bewältigung von Arbeitslosigkeit"

oder ist der Name des Moduls nur durch Zufall identisch?

Liebe Grüße
Puschpa

Es ist das selbe Konzept,oder zumindest ein ähnliches....
Die Teilnehmer bei uns,sind zwar alle älteren Jahrganges(so in etwa wie Pakt 50+)aber ich muss da auch hin,und bin 30.!
 

SB Feind

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@Großer Löwe

-Haben sie einen Freund/in?

Antwort: Wieso sind sie auf der suche?


-Wie läuft ihre Beziehung?

Antwort: geht Sie nichts an.


-Was sind ihre Hobbys?

Antwort: Nutzlose Maßnahmen besuchen.


-Gehen sie Abends aus?

Antwort: Wenn sie mitkommen?


-Haben sie Freunde die sie regelm.treffen

Antwort: Die Dozenten in der Maßnahme und die Sachbearbeiter
beim Amt.:icon_party:

-Gehen sie auch mal in die Kneipe?

Antwort Wenn sie alles bezahlen.:biggrin:


Schönen Gruß
 

Piccolo

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ich würde jede frage nur immer mit 'ist nicht relevant für die arbeitsplatzsuche' beantworten.
das ganze auch mündlich falls in (zwangs-)gespräche auch solche fragen privater natur gestellt werden.
 

pepps

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ach das ist die berüchtigte freitagssitzung :) alle erzählen darüber.....es gibt kaffee und kuchen.....aber ich darf nich hin...entweder haben die meinen bauchansatz gesehen oder ich darf erst später in die gruppe....

falls ich doch kuchen essen darf, werd ich das tun und mir den bauch vollschlagen und da ich dann so voll bin, kann ich weder einen stift in der hand halten noch was erzählen, da ich dabei immer rülpsen muss





p.s. schreib mir mal wie die hieß...vielleicht hatte ich die tante ja schon mal
 
L

lola montez

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Um Himmels willen!
Ich bin schockiert, das so private Fragen gestellt werden. Das gehört verboten.
Ich hoffe, das ich nie so eine Maßnahme mit machen muss. Für mich, als erwachsene Frau ein Eingriff in die Privatsphäre.
Mein SB von der Jobvermittlung hat es auch mal versucht, mir private Fragen zu stellen. Ich fragte ihn, was das mit meiner beruflichen Situation zu tun hat. Er wollte mich wahrscheinlich ein wenig durch Small Talk aus zu horchen, ob es da nicht einen richen Freund gibt, der mich finanziell unterstützt und er mich somit sanktionieren kann. Wirklich raffiniert, auf was solche Menschen für kranke Ideen kommen. Als hätte ich sonst keine Probleme.
 

pepps

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ich denk mal die sozialtanten werden aus den antworten dann ein kleines profil erstellen..."gehen sie abends in die kneipe" schreib ja und du bist schon fast ein alki bei denen......na ich hoffe ich komme mal in die gruppe :icon_laber:
 
L

lola montez

Gast
Nicht zu fassen! Ich frage mich was ein Kneipenbesuch damit zu tun hat, ob jemand Alkoholprobleme hat. Wie man seine Freizeit verbringt, bleibt einem doch selbst überlassen. Als wenn man vom Regelsatz noch groß Party machen kann, ich glaub es nicht.
 

pepps

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oder sie wollen wissen, ob man ein bier einschenken kann...zur not könnte man dann ja als küchenhilfe/servierhilfe durchgehen.....ist ja eigentlich zum lachen, wenns nicht so zum heulen wäre......oh ich sprühe vor geistigen dünnschiss...liegt wahrscheinlich an der tatsache das ich mir die maßnahme schon seit 2 monaten reinziehen muß :)
 

pepps

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Die Dame(ca.50) ist leider PC und Internetlos.
Ich Stehe ihr zur Seite,so gut ich kann,und habe ihr auch schon gesagt,das ich das ganz toll finde,das sie sich wehrt!
Auch zur ´Modulschulung´ging sie nicht (simulierte Bewerbungsgespräche am Spielzeugtelefon,sinnloses parken vor Hornalt-PC´s)
Sie war tapfer in der ´Berufsfeldgruppe´Unkraut zupfen!
:icon_daumen:
Kein unentschuldigter Fehltag,aber eine klare Weigerung!!
Echt clever!
:icon_party:


den kerl mit dem spaßtelefon hatten wir gestern ;) ich denk mal es ist der selbe.....zum glück hat er gemeint "wir seien erwachsene leute und wüßten wie man ein telefon bedient" also telefonanlage blieb im auto
 

Mirabella

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Hallo.

Die erste Gruppe reagierte überraschend wütend!Sie zerrissen die Zettel,und verlangten für jeden schriftlich,das nichts davon dem Amt weitergereicht wird!

Es gab nur eine,die sich aktiv verweigerte(in dem sie nicht an der Runde teilnahm) ...Mehrere Personen empfahlen ihr,diesen Kram nicht mitzubringen,weil die das verflucht nix angeht!!

Ich find das gut! Klar, ist da was los :icon_wink: !! Es gibt ganz andere Maßnahmen, in denen sich die Teilnehmer wie am Nasenring durch die Arena führen lassen.
Keep going!:icon_cool:
 

Nimschö

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Ich find das gut! Klar, ist da was los :icon_wink: !! Es gibt ganz andere Maßnahmen, in denen sich die Teilnehmer wie am Nasenring durch die Arena führen lassen.
Keep going!:icon_cool:

Jap, wenn da schon eine Truppe MENSCHEN sitzt und keine willfährige Verfügungsmasse, dann befeuer die schön mit Infos und Motivation. Wenn dich der MT dann mal zu nem Gespräch rauszieht und fragt warum Du Leute aufstachelst: "Ich überlege Motivationstrainer zu werden und teste grad, ob ich Leute motivieren kann. Zugegeben, Sie machen es mir einfach..." ;)
 

ventirj

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habe ja schon in einem anderen Thread geschrieben wie schockiert ich über diese Machenschaften bei der Maßnahme bin.
hätte nie geglaubt das es sowas gibt, als Hartz 4 Empfänger muss man sich anscheinend auf alles einstellen.
warst du jetzt auch bei dem Kaffeekränzchen und wie ist es gelaufen ?
ich hoffe doch du hast denen nichts erzählt, kann mir kaum vorstellen das es auch nur eine geringste rechtliche Grundlage für so eine Scheisse gibt.
 

Großer Löwe

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Hallo.

Dieses Extramodul bekommt jeder Freitags für 4 Stunden aufgebrummt und danach wird eine andere Gruppe da reingesteckt.
Das wechselt also ständig durch mit den Leuten.

@ pepps:
Also keine Sorge,da wirst du auch bald reingesteckt!
:icon_biggrin:


LG
GL
 

HimbeerTony

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@ pepps:
Also keine Sorge,da wirst du auch bald reingesteckt!
:icon_biggrin:

LG
GL

Nur wenn man sich reinstecken lässt !

Ich empfehle ja seit Ewigkeiten solche Maßnahmen erst garnicht anzutreten, ist besser für die Gesundheit ! :icon_daumen:

Es kostet nicht soviel Kraft eine drohende Sanktion zu bekämpfen, als aus so einer Psychotretmühle wieder rauszukommen.

Grüße !
 
E

ExitUser

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Das ist zwar nervig genug, bei sowas rumsitzen zu müssen. Aber wenn man nicht antwortet, passiert nicht wirklich was.
Bei so einer Runde war ich auch schon, außer meinen Namen habe ich nichts geantwortet.
Darauf wurde ich gefragt: ja und die anderen Fragen? Möchten Sie nichts Persönliches über sich mit uns teilen?
Ich: nee, möchte ich nicht, da es ja, wie Sie sagten, persönlich ist.
Drauf sie: das ist aber schon sehr ungerecht, die anderen, die vor Ihnen dran waren, haben doch auch was von sich erzählt. Möchten Sie nicht wenigstens sagen, ob Sie Haustiere haben?
Ich: nee und da kann ich ja nichts zu, wenn andere hier freiwillig ihr Privatleben erzählen.
Sie: tja, da kann ich dann wohl nichts machen, aber sie verhalten sich nicht sehr sozial den Anderen gegenüber.

Jetzt gelte ich wohl beim Amt als asozial:icon_kotz2:
Aber antworten muss man auf so einen Mist nicht, die Olle hat mich in den Stunden später auch gar nicht mehr angesprochen, zum Glück.
Ist mir doch egal, was das Amt von mir denkt, sowas beantworte ich nicht und Punkt.
 
E

ExitUser

Gast
Jetzt gelte ich wohl beim Amt als asozial:icon_kotz2:

Da würde ich mir keinen allzu großen Kopf drum machen. Als ich vor meiner JC-Tätigkeit mal kurze Zeit als "Kunde" in einer Maßnahme saß, wo ich lernen sollte, wie man einen PC einschaltet und einen einfachsten Text auf Grundschulniveau formuliert, ging es mir exakt genauso wie dir: Nachdem ein Dozent zwei Mithäftlinge und mich aufgrund des zur Schau gestellen Desinteresses des Raumes verwiesen hatte, kam kurze Zeit später eine Sozialpädagogin auf uns renitente Verweigerer zu, die versuchte, uns für unser asoziales Verhalten zu maßregeln, indem sie meinte, uns irgendwie ein schlechtes Gewissen einreden zu können.

Als asoziales und gruppenaufrührerisches Verhalten galt dabei genau wie in deinem Fall: Schweigen bzw. die ausschließlich physische Anwesenheit im Raum. Wir würden, so ihre Aussage, durch unser seltsames Verhalten die aktiven Gruppenmitglieder irritieren und den Gruppenfindungsprozess stören. Der darauf erfolgende Einwand eines Mithäftlings, dass die Gruppe sich ja gerne auch ohne uns finden könnte und wir gar nicht wussten, dass wir sie hätten suchen sollen, führte dann - oh Wunder - zu noch mehr Gestänker der Sozialpädagogin, die zu drohen begann, dass diese Renizenz dem JC gemeldet werde und bald dann ein anderer Wind aufzöge. Der zog aber nie auf, zumal ich wenig später sanktionslos aus der Maßnahme entlassen wurde.

Hier einige Tipps, um ggfs. aus der Maßnahme zu kommen:

1) Einen Brief aufsetzen, in dem man dem pAp ausführlich darlegt, was in der Maßnahme geschieht. Darin darauf eingehen, dass dies alles keinen Einfluss auf die Integration in Arbeit habe und dass man es als unangenehm und nicht hinnehmbar empfinde, private, nicht arbeitsintegrationsrelevante Dinge zu offenbaren oder in einer Gruppe von fremden Menschen darüber zu sprechen.

2) Im Brief auch erklären, warum es nichts bringt (etwa: weil man schon weiß, in welchen Bereichen man arbeiten will/kann, weil man keine aufzuarbeitenden Probleme hat, weil man bereits weiß, wie man sich bewirbt etc. (Dies am besten durch den Anhang eines Musterbewerbungsschreibens belegen).

3) Den Brief zwecks Veranschaulichung dessen, dass man sich wirklich mit den Maßnahmeinhalten auseinandergesetzt hat, um ein Gedächtnisprotokoll ergänzen. Also mit konkretem Bezug auf bestimmte Abläufe schildern, was dort täglich vor sich geht und dabei in Frage stellen, inwieweit dies eine Relevanz für die Arbeitsvermittlung/Arbeitssuche hat.

4) Im Brief um ein baldiges persönliches Gespräch mit dem pAp bitten. Man sollte dabei freundlich udn bestimmt sein und dem pAp darlegen, dass man nicht länger bereit ist, an der Maßnahme teilzunehmen, da offensichtlich ist, dass diese einem nicht nur nicht weiterhilft, sondern sie sogar das genaue Gegenteil bewirkt: Frust und Unwohlsein aufgrund des Gruppenzwangs, Dinge preisgeben zu sollen, die privat sind und niemanden zu interessieren haben.

5) Sollte der pAp sich trotz Vorlage des Briefes samt Gedächtnisprotokoll, Musteranschreiben und persönlicher Vorsprache weigern, einen aus der Maßnahme zu nehmen, sollte man direkt auf ein Gespräch mit dem Teamleiter bestehen oder sich gleich ans Kundenreaktionsmanagement wenden. Das kann manchmal durchaus Wunder bewirken, denn der Teamleiter muss zu jeder Vorsprache beim KRM schriftlich Stellung nehmen. Das ist mit Arbeit verbunden, die man sich sparen kann, wenn man dem Kundenwunsch nachgibt. (Keine KRM-Vorsprache = keine Arbeit)

Dass der pAp einen dann sanktionslos wieder aus der Maßnahme nimmt, ist gar nicht so unwahrscheinlich, wie manche hier jetzt vielleicht denken. Denn für die Zuweisungsstatistik, die der pAp bedienen muss, spielt die Verweildauer in der Maßnahme keine Rolle! Im Klartext: Ob ein Kunde einen Tag oder 6 Monate in einer Maßnahme seine Lebenszeit verschwendet, spielt für das JC-Controlling keine Rolle. Solange der Kunde die Maßnahme nur angetreten hat, ist das ein Maßnahmeeintritt, der zählt. Ein späterer Abbruch ändert zwar wieder den Kundenstatus (von asu auf alo), aber das ist für den pAp zu verschmerzen. Wichtig für ihn ist, dass er die wichtige Kennzahl der Maßnahmezuweisung positiv bedient hat!

Eine Sache möchte ich noch zum Thema "asozial" sein bzw. so gelten, sagen: Die Attribuierung als "asozial" ist im JC leider mehr oder weniger normal. Im JC gelten - natürlich nur inoffiziell - geschätzte 80 % der Kunden als mehr oder weniger asozial. Denn wer ins JC kommt, so der nicht selten zu vernehmende Tenor, mit dem kann ja was nicht stimmen. Wer länger als 12 Monate im ALG II Bezug steht, der muss ein schwieriger Fall, ein renitenter Faulenzer, ein unfähiger Versager, ein dummer Minderleister oder eben ein hoffnungsloser Asi sein. Da ist das Scheuklappendenken nach dem Motto "Arbeitslosigkeit ist ein rein individuelles Versagen", das im JC leider vielfach vorherrscht.

Zumindest ist es das, was man raushört, wenn man mal die Chance hat, ein paar Gesprächen im Amt zu lauschen oder dortigen Sitzungen beizuwohnen, in denen dann über den "Bodensatz", das "beschädigte Material" oder die "Ramschware" berichtet wird, die kaum noch integrierbar sei. (Die Frage, warum man sie dann dennoch ständig aktivieren will, wenn man sich andererseits eingesteht, dass Aktivierung oft nichts fruchtet, wird seltsamerweise allerding kaum je gestellt. Und leider wird der BRH-Prüfbericht nun wohl dazu führen, dass der Aktivierungsfetisch sich eher noch ausweitet) Aber, um das klarzustellen: Diese Diffamierungen sind längst nicht nur Gespräche von JC-Mitarbeitern untereinander vorbehalten!

Auch in "Kunden"-Gesprächen wird en masse über andere "Kunden" hergezogen. Und über JC-Mitarbeiter sowieso, denn was manchem Mitarbeiter im JC die Kunden sind (spätrömisch dekadente faule Asis), sind manchem "Kunden" die JC-Mitarbeiter (allesamt neofaschistische Schreibtischtäter-Sadisten). Es ist also keinesfalls so, dass nur "Kunden" von JC-Mitarbeitern intern gelegentlich als Vollpfosten, Sozialhilfeadel oder asoziales Pack etc. diskreditiert werden. Genauso verhält es sich auch andersherum, wie auch unter den "Kunden" selbst. Ich habe schon "Kunden" erlebt, die sich gegenseitig wüst beschimpft haben vor dem Büro. Ich hatte es auch schon dutzende Male, dass ein "Kunde" den anderen der Schwarzarbeit bezichtigte oder sonstwie über die vielen faulen Penner, Ausländer, Zigeuner oder wen auch immer herzog. Von daher: Als asozial zu gelten oder so bezeichnet zu werden ist im JC - inoffiziell - leider eher Normalität als Ausnahme. Man lese in diesem Kontext vertiefend beispielweise hier, hier, hier oder hier.
 

Detmo2009

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Kommt mir doch ziemlich Bekannt vor XD

Vor 4 Jahren musste ich zu einer Maßnahme die "Reaktiva" hiess. Zufälligkeiten in der Namensgebung scheinen wohl nicht ganz so zufällig zu sein :icon_party:

Die Maßnahme richtete sich speziell an ältere Generationen (Was ich da mit damals 26 Jahren machte weiss ich bis heute nicht...) und beinhaltete neben den üblichen "Gewerken" wie Holzarbeiten oder Hauswirtschaft noch "Unterricht" in Form von Gruppenentspannungsübungen in dem man im Kreis saß, der Dozent uns aufforderte seinen Worten zu lauschen und bei Textlücken dann jeder einmal den Satz komplettieren musste mit etwas aus seinem Privatleben.

Darüber hinaus fast jede Woche einen Ausflug auf Kosten des JC (Museum, Gerichte, nur so durch die Stadt etc.) und pro Woche "Einzelgespräche" um die Leistungen der letzten Tage mit denen durchzugehen und dabei private Probleme zu besprechen :icon_laber:

Diese privaten Probleme waren auch oft Thema im "Unterricht" indem dann in der Gruppe versucht wurde von einzelnen Teilnehmern Details zu entlocken um eine "Gruppentherapie" durchzuführen.

Ich hab mir insgesamt n riesen Spaß draus gemacht. Privates hörten die nie von mir und sonst genoss ich ein wenig das vom JC gesponserte Freizeitvergnügen *gg
 
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