Profis gefragt: Leistungspflicht AA oder KK nach 6 Wochen krank während Arbeit?

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

torrino

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
21 August 2011
Beiträge
2
Bewertungen
0
Hallo an alle Profis unter Euch,

ich habe Fragen zu folgendem Hintergrund:

- während regulärer Beschäftigung insgesamt 6 Wochen mit selber
Diagnose (1) krankgeschrieben
- dann wieder geareitet, neue Diagnose, wieder arbeitsfähig
- anschließend nahtlos in ALG 1-Bezug.

Wenn ich jetzt auf die alte Diagnose (1) krankgeschrieben werde, erhalte ich dann Krankengeld von der Krankenkasse (weil ja die 6 Wochen schon erreicht sind)?

Wenn ja, bemisst sich die Höhe des Krankengeldes nach dem ALG I oder nach dem zuletzt während der Beschäftigung erzielten Einkommens (weil die Erst- und Folge-Bescheinigungen aus der Zeit der Erwerbstätigkeit kommen)?

Ich danke Euch vielmals!
 

Anna B.

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
5 Juli 2011
Beiträge
7.796
Bewertungen
5.420
Hallo,

lag zwischen dem Ende der erstmaligen Arbeitsunfähigkeit und dem Beginn der neuen Arbeitsunfähigkeit (gleiche Krankheit) ein Zeitraum von mehr als 6 Monaten?

Gruß
Anna
 

Doppeloma

Super-Moderation
Mitglied seit
30 November 2009
Beiträge
11.440
Bewertungen
15.187
Hallo Torrino,

Wenn ja, bemisst sich die Höhe des Krankengeldes nach dem ALG I oder nach dem zuletzt während der Beschäftigung erzielten Einkommens (weil die Erst- und Folge-Bescheinigungen aus der Zeit der Erwerbstätigkeit kommen)?

wenn du aktuell ALGI beziehst spielt es KEINE Rolle wegen welcher Krankheit du jetzt AU geschrieben wirst, nach 6 Wochen (wie bei Lohnfortzahlung) gibt dich die AfA an die Krankenkasse ab.

Dort setzt dann die Zahlung von Krankengeld ein, in Höhe deines vorherigen ALGI-Bezuges, warst du vorher schon mal mit der selben Krankheit AU zählt auch diese Krankheit weiter (imnnerhalb einer Blockfrist von 3 Jahren), ist es eine andere Krankheit beginnt eine neue Blockfrist.

Auf die Höhe deines Krankengeldes hat das allerdings KEINE Auswirkungen, aktuell bekommst du KEIN Krankengeld mehr nach deinem letzten Einkommen, du BIST ja NICHT mehr im Arbeitsverhältnis sondern bekommst ALG von der AfA.

Es zählt IMMER der Versicherungsstatus bei Beginn der (aktuellen) AU-bescheinigung, alte/frühere Erkrankungen zählen da nur noch "indirekt" für die Blockfristen bei der Krankenkasse.

MfG Doppeloma
 

torrino

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
21 August 2011
Beiträge
2
Bewertungen
0
Hallo anna b.,

nein es sind lediglich vier Wochen.

Hallo doppeloma,

das bedeutet einfach ausgedrückt: Für jeden "Leistungsträger" (Arbeitgeber, AfA ...) besteht eine separate Entgeltfortzahlungspflicht im Rahmen der 6 Wochen, ja, egal, ob man zuvor schon wegen derselben Diagnose diese Frist erreicht hat?
 

Doppeloma

Super-Moderation
Mitglied seit
30 November 2009
Beiträge
11.440
Bewertungen
15.187
Hallo Torino,

das bedeutet einfach ausgedrückt: Für jeden "Leistungsträger" (Arbeitgeber, AfA ...) besteht eine separate Entgeltfortzahlungspflicht im Rahmen der 6 Wochen, ja, egal, ob man zuvor schon wegen derselben Diagnose diese Frist erreicht hat?

Soweit korrekt, allerdings richtet sich das nach unterschiedlichen Gesetzen.

Für die Abläufe dazu beim AG ist das "EntgeltFortzahlungsGesetz" (Arbeitsrecht!) zuständig und für die AfA das SGB III, hier insbesondere der § 126 SGB III.

§ 126 SGB III*Leistungsfortzahlung bei Arbeitsunfähigkeit

Im Bezug von ALGI spielt die konkrete Diagnose (für die AfA !!!) überhaupt KEINE Rolle MEHR und diese 6 Wochen beginnen auch jeweils von vorne, wenn sie bei einer AU "nicht ausgeschöpft" wurden.

So KANN man unter Umständen (fast) seinen ganzen ALGI-Anspruch mit Krankheit "verschwenden", obwohl man bei durchgehender längerer AU, statt dessen Krankengeld (in der gleichen Höhe) von der Krankenkasse bekäme.

NUR der Zahlbetrag pro Monat ist dann GENAU der Gleiche wie beim ALG, es IST aber KEIN ALG sondern Krankengeld (aus dem Topf der Krankenkasse!), der noch vorhandene Restanspruch auf ALG I an die AfA bleibt dabei erhalten. :icon_daumen:

MfG Doppeloma
 

Anna B.

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
5 Juli 2011
Beiträge
7.796
Bewertungen
5.420
Hallo,

im 126, Abs. 3 steht aber drin, dass im Krankheitsfall die gleichen Bedingungen herrschen wie bei der lohnfortzahlung durch den AG...
d.h. wegen ein- und derselben Erkrankung insgesamt 6 Wochen Weiterzahlung durch das Arbeitsamt und danach Krankenkasse...
und wenn die gleiche Krankheit dann wieder auftritt,...da die 6 Wochen bereits erschöpft sind, springt die KK gleich ein?

oder bin ich jetzt auf dem kompletten Holzweg??

(3) Die Vorschriften des Fünften Buches, die bei Fortzahlung des Arbeitsentgelts durch den Arbeitgeber im Krankheitsfall sowie bei Zahlung von Krankengeld im Falle der Erkrankung eines Kindes anzuwenden sind, gelten entsprechend.

Zitat aus dem o.g. Link
 

Doppeloma

Super-Moderation
Mitglied seit
30 November 2009
Beiträge
11.440
Bewertungen
15.187
Hallo Anna, :icon_smile:

ist mir so nicht bekannt, kommt wohl auch so häufig nicht vor, im Allgemeinen geht es (gem. § 126 SGB III) nach 6 Wochen Weiterzahlung des ALG durch die AfA zur KK und fertig.

Es spielt jedenfalls KEINE Rolle mehr, mit welcher Krankheit man zuletzt beim AG gefehlt hat und nach dem letzten Einkommen wird auch KEIN Krankengeld mehr gezahlt, wenn man bereits ALGI bezogen hat, bei Beginn der Erkrankung (da reicht schon 1 Tag aus).

Darum ging es ja eigentlich in der Frage des TE, es hat ja auch seinen Grund, dass die KK (oft mit Hilfe des MDK) die Kranken Arbeitslosen möglichst bald an die AfA abschieben wollen, selbst wenn sie eigentlich immer noch nicht gesund sind!
Sobald man dort wieder AU geschrieben wird (weil es eben doch noch nicht geht), braucht die KK ja NICHT mehr nach dem letzten Einkommen, sondern NUR noch in Höhe des ALG-Betrages zu zahlen.

Das ist ja generell weniger als die Krankengeld-Höhe nach dem letzten Einkommen, so kann die KK wenigstens schon ein bischen am Krankengeld sparen.

MfG Doppeloma
 

Anna B.

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
5 Juli 2011
Beiträge
7.796
Bewertungen
5.420
hallo Doppeloma,

bin mir ja eben auch nicht ganz sicher,
kenne aber .... 6 Wochen krank, Arbeitsamt stellt ein, KK zahlt...

neue AU, mit alter Krankheit...da Arbeitsamt bereits 6 Wochen gezahlt hat, springt KK gleich ein..

Aber das kann sich zwischenzeitlich ja auch schon 100x geändert haben.

Gruß
Anna
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten