Probleme mit Chefin, überlastet bei der Arbeit, ständige Kritik, alles wird kontrolliert. Habt ihr Anregungen, wie ich mich verhalten sollte?

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atasteofbunny

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Hallo in die Runde,

seit April dieses Jahres arbeite ich - nach langer Arbeitslosigkeit - in einem kleinen Betrieb (Bürotätigkeit).

Ich kann nicht genau sagen, ob es von Anfang an schwierig war und ich es nur nicht sehen wollte, oder ob die Probleme erst später "angeschlichen" kamen. Jedenfalls ist meine Zusammenarbeit mit der Chefin schwierig und ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll. Vielleicht könnt ihr mir ein paar Anregungen geben.

Zunächst ist es wohl wichtig zu wissen, dass meine Kollegin dort vor kurzem aufgehört hat und ich nun derzeit die einzige Mitarbeiterin bin. Ich fühle mich total überlastet, die Arbeit ist für eine Teilzeitmitarbeiterin einfach zu umfangreich, und habe das auch gesagt. Demnächst wird noch jemand eingestellt.

Also zur Chefin: Sie kontrolliert alles, was ich mache. Wirklich alles. Als ich neu war, dachte ich mir natürlich nichts dabei aber mittlerweile finde ich es etwas - fehl am Platz.
Wenn ich gerade in eine Arbeit vertieft bin, kommt sie hereingerannt, fragt irgendwas und macht mich gleich blöd an, wenn ich einen Moment brauche, um zu überlegen oder etwas nachzuschlagen. Es ist furchtbar, ich komme mir dann so blöd vor. Wenn ich mal eine Kleinigkeit übersehe (bei meinem wirklich umfassenden Aufgabengebiet) macht sie großes Drama und ich komme mir ebenfalls blöd vor (Wohlgemerkt, es geht um Kleinigkeiten!).
An einem der letzten Tage hatte ich morgens richtig was weggeschafft und freute mich darüber. Und was passiert? Ausgerechnet auf die Aufgabe, die ich noch nicht erledigt hatte, sprach sie mich an. Und war sauer, weil sie eben noch nicht fertig war.
Ich habe das Gefühl, was ich auch tu, es ist nie gut genug.

Möglicherweise ist sie frustriert oder was auch immer, aber muss sie das immer an mir auslassen? Tja, bin die einzige Mitarbeiterin. Aber langsam reicht es mir.

Eventuell kommt jetzt der Eindruck auf, dass sie eine - hier beliebiges Schimpfwort für einen unangenehmen Menschen einsetzen - ist. Das ist sie aber nicht und das ist auch das, was mich so irritiert. Sie kann supernett und kooperativ sein. Nimmt sich auch Zeit für Gespräche. Ich habe den Eindruck, dass es ihr wichtig ist, dass die Mitarbeiter sich in ihrem Betrieb wohlfühlen und ihre Arbeit gern machen. Und: als ich einmal, noch in der Probezeit, einen richtig bösen Fehler machte, hat sie ganz klasse reagiert.

Ich spiele mit dem Gedanken, nach einer anderen Stelle Ausschau zu halten. Aber ist das jetzt der richtige Zeitpunkt? Ich weiß es nicht.
 

Katzenstube

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Hallo ATasteofBunny,
Sehr ähnlich meinem ehemaligen Chef, der zuweilen überlastet war (durch eigene Fehlentscheidungen),

Ganz oft hat er mich zum Wahnsinn gebracht, ein Durcheinander fabriziert und dadurch ein heilloses Chaos ausgelöst.

Irgendwann war mein Nass voll und ich habe deutlicher und aggressiver reagiert als ich wollte. 'Nach 1 kommt 2' sagte ich ihm. Wenn er auf die schnelle etwas wissen sollte musste ich ihm leider sagen: ' bevor ich etwas falsches sage muss ich mir den Vorgang nochmal ansehen. Ich komme dann zu Ihnen, wenn dieser Vorgang auf dem Schreibtisch fertig ist.'

Sehr zu meinem Erstaunen könnte ich diesen Weg kontinuierlich gehen, aber erst nachdem ich mich überdeutlich gewehrt hatte, ja fast meine Güte Erziehung vergessen hatte und laut würde.

Ganz oft musste ich ihm sagen, dass ich nur zwei Hände habe.

Zumeist wissen diese Chefs dass man sich bemüht, alle Aufgaben gut zu erfüllen. Also probiert ein Arbeitgeber eben ob er noch mehr auf den Schreibtisch legen kann. Menschlich und wenn ich nicht sage Stop wird der Schreibtisch immer voller.

Gruss von Katzenstube
 

Kerstin_K

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Hast du mal versucht, mit deier Chefin genau darüber zu reden? Das du dich kontrolliert fühlst, dass sie genau dadurh Fehlerprovoziert unddass Di icht alles imKopf haben kannst? Vielleicht hilft es, wenn du sie mal um ein Feedbackgespräch bittest. Sie soll dir dann ehrlich sagen, wie sie deine Leistung einschätzt. Bei der Gelegenheit könntest du anbringen, was dich stört.
 

Allimente

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Als Erstes würde ich meine eigene Arbeitsleistung hinterfragen. Ist diese gut und deine Chefin hat eigentlich keinen Grund so dämlich zu sein, dann weiß die Chefin das auch. Bist Du gut in Deine Job, bist Du eine wertvolle Arbeitskraft und solltest dich wehren. Trifft es aber zu, was Deine Chefin dir vorwirft, solltest Du sehen, dass es nichts mehr zu Meckern gibt. Ich weiß, klingt alles etwas klischeehaft, aber so habe ich den Arbeitsmarkt über 30 Jahre erlebt und mich gegebenenfalls auch durchgesetzt. Wenn man sich alles gefallen läßt, wird man immer wieder die Zielscheibe werden
 

Otto27

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An einem der letzten Tage hatte ich morgens richtig was weggeschafft und freute mich darüber. Und was passiert? Ausgerechnet auf die Aufgabe, die ich noch nicht erledigt hatte, sprach sie mich an. Und war sauer, weil sie eben noch nicht fertig war.
Wenn du mehrere Aufgaben hast, oder mit was beschäftigt bist und Chefin dir noch zusätzliches reindrückt, dann wenn du unsicher bist, einfach freundlich nach Priorität nachfragen. Klar ists manchmal auch doof seine mal angefangen Arbeiten dann zu unterbrechen, nur dein Job ist ja, deiner Chefin zu helfen und daher ists normal dass sie am besten weiß, was sie jetzt am schnellsten braucht und manchmal kommen ja auch wichtige Dinge durch überraschende Anfragen von wichtigen Kunden usw. dazwischen und dann muss man halt flexibel bleiben...jedenfalls das obige von dir genannte Beispiel wirkt einfach so, dass es da zwischen euch evtl. einfach Missverständnis über die Wichtigkeit/Reihenfolge der Aufgaben gab (oder es war halt einfach Zufall^^), daher einfach mehr über solche Punkte reden...
 

Katzenstube

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PROBLEM ist nur, Alimento, Menschen wie ich ziehen sich selber ständig in Frage mit der Arbeitsleistung ... Futter für solche Chefs! Ich hatte tolle Kollegen und Kunden, die ganz schnell gesagt haben 'deine/ihre Arbeit ist klasse'.

Dann hat es noch mal lange gedauert, bis ich das auch gefühlt habe und gegenüber meinem Chef zu vertreten.

Gruss von Katzenstube
 

Allimente

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PROBLEM IST nur, Alimento, Menschen wie ich ziehen sich selber ständig in Frage mit der Arbeitsleistung

Kann ich zwar gut nachvollziehen, aber diese Unsicherheit macht dich in der Firma irgendwie auch ein Stück weit zum "Opfer". Da kann ich Dir leider auch keinen vernünftigen Rat geben, Selbstbewußtsein kann man auch nicht lernen.
 

Katzenstube

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Ich konnte es lernen, durch Kollegen und Kunden, so kann es TasteofBunny auch gehen. Sich aber dann lernen zu wehren ist der Lernweg schlechthin.

Richtig, genau so bringt man/Frau sich selber als Opfer der. Hatte ich ganz lange gemacht .... und daraus gelernt

Gruss von Katzenstube
 

Kerstin_K

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Manche Chefs merken auch gar nict, was sie mit ihrem Verhalten anrichten. Da hilft wirklich nr miteinander reden.

Ich hatte eine, wir verstanden und vom ersten Monet an super, schon im ersten Telefongespräch. sie war ein Temperamentsbündel, ein Ass im Vertrib und arbeitete nur aus dem Bauch heraus spontan.

Ich bin eigentlich genau das Gegenteil, ich durchdenke einen Vorgang erst und dann lege ich los, und das nach Plan.

Ichhabe diese Frau als Herausforderung genommen, habe immer wieder neues ausprobiert, um ihre und damit auch mein Arbeit zu strukturieren, Farbkennzeichnungen, veschieden Mappen...so richtig hat nichts gefruchtet, aber sie war mit meiner Arbeit zufrieden. Ich allerdings oft nicht wirkich und vor allen Dingen nicht mit der Ablauforganisation.

Am besten konnte ich arbeiten, wenn Sie unterwegs war. Dann habe ich das Chaos beseitigt, was sie hinterlassen hatte. denn wenn sie reinkam, ging es rund, da kam ich nicht mehr zum Arbeiten.

Weil sie zu Papierkram so gar keine Lust hatte, kam die Unterschriftenmappe und anderes nur dran, wenn ich mich vor ihren Schreibtisch gesetzt habe und da nicht weggegengen bin, bis weigstens das nötigste durch war. Und dann galt es eben auch die neuen Sachen durchzusprechen, die sie so vonn unterwegs bei den Kunden mitgebracht hatte. Wenn ich dann mit dem Kram aus ihrem Büro mal rauskam, war an Abeiten auch nicht zu denken. alle 5 Minuten kam sie mit irgendwas an, ich brauche die Telefonnumer von x, reservieren sie mir bitte einen Flug nach y, ein Hotel in z, ichhabe gerde einen Termin gemacht am..., könten Sie bitte noch eine Kanne Tee machen... Ganz schlimm wurde es, wenn sie ihren Computer einschaltete. Dann kamen die Hilferufe im Minutentakt, weil Excel mal weder falsch rechnete, sie nicht wusste, wie sie die Rechnungen freigeben musste, das Mailprogramm hing....Gleichzeitig erwartete sie , dass all die neuen Arbeitsaufträge quasi in dem Moment erledigt waren, wo ich davon erfahren hatte. Und einfach mal die Tür zwischen unseren Büros zumachen ging auch nicht, denn ich musste immer ein Ohr auf das haben, was dort geschah, sonst entgingen mit wichtige Informationen.

Irgendwann konne ich nicht mehr. Ich habe ihr dann eine Termin in den Kalender gestellt mit der Bezeichnung Krisensitzung, habe einen Mitarbeiter gebeten, für eine Stunde das Telefon zu übernehmen, bin zu ihr rein und habe die Tür hinter mir geschlossen. Dann habe ich ihr klargemacht, dass ich so nicht weiter arbeiten kann und will. Sie schaute mich mit grossen Augen an und fragte: "Bin ich wirklich so?" SIeging dann sehr nachdenklich nach Hause. Ich hatte sie noch nie so ruhig erlebt.

Amnächten Tag kam sie morgens ins Büro und bt mich zu sich. "Wir müssen reden, schalten Sie den Anrufbentworter ein." Sie erzählte mir dann, dass ie am Abend lange mit Ihrer Partnerin diskutiert habe. Die habe sich schon lange gewundert, wie ich das durchhalte.

Wir haben dann einiges geändert. Ihre Bürotür war fortan zu. Es gab eine fest eingepanen Bürotag in der Woche. Sie hat fortan die Unterschriftenmappe , wenn die Aaf ihrem Schreibtisch lag, selbstänfig abgearbeitet und mir dann rausgebracht...Ganz viele kleiene Massnahmen, es ging nicht von heute auf morgen, aber sie hat zumindest versucht, etwas strukturierter zu arbeiten. Bald darauf sind wir dann gewchsen und es musste eh eine zweite Kraft her, denn das konnte ich nicht mehr alleine schaffen. Ich habe mich dann schwerpunktmässig auf die Auftragsabwicklung konzentriert, bald für sie und 6 Vertriebler unter ihr, Angebote, Verrtragsanlage im ERP-System, Rechnungsschreibung, Zahlungseingangskontrolle. War auch nicht immer einfach mit den jungen Wilden, aber wir haben unseren Weg gefunden.
 
E

ExitUser

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Kontrolle ist aus meiner Sicht oft ein Zeichen von Unsicherheit
Das lässt sich nur durch ein Gespräch unter den Betroffenen lösen
Ich gehe immer den Weg das ich möglichst klare Ansagen mache und dann wenn die Arbeit getan ist mir bei Bedarf einen Überblick verschaffe
Das ist einfach Erfahrung zu wissen wann ich Meldung machen muss oder jemand der für mich was macht wie begleite
Was ich absolut nicht ab kann ist Kontrollwahn und noch weniger Hektik das tue ich mir heute nicht mehr an, ich arbeite ganz entspannt und leistungsorientiert
Ich denke aber auch das es oft Jahre dauert und nie ein Ende nimmt, bis manche Arbeit so richtig gut von der Hand geht
das dann noch im Team hinzu bekommen ist die hohe Kunst
normal ist aber auch das es zwischendurch zu Irritationen kommt, darüber reden hilft meistens und wenn nicht müssen eben Konsequenzen gezogen werden.
 

Stauer

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Hallo,
ich hatte mal einen Chef, für den ich sehr gern gearbeitet habe. Die Arbeit ging mir gut von der Hand und machte sogar Spaß. Eines Tages stellte er die Produktion auf Akkord um. Er hatte sich mit seiner Logistik vertan. Soviel Lagerkapazität, um das unterzubringen, was wir produzierten, war nicht vorhanden und es wurde laufend immer mehr verlangt. An einem Tag war sozusagen alles dicht. Die fertigen Produkte sollten aus der Halle raus, aber vor dem Tor standen LKW's. Ich hatte eine Langpallette und kam nicht aus der Halle raus. Komme ich nicht raus, kann ich kein neues Material holen. Der neue Auftrag lag schon auf dem Tisch, die Maschinen waren fertig eingerichtet. Es lief immer so: 3 Leute richten ein und 1 macht die Versorgung. Ich kam nicht vor und nicht zurück. Da kam mein direkter Vorgesetzter und brüllte los:"Mensch bring das Zeug raus!" Mir fiel nur ein Wort ein:"vormachen!" Wie vom Donner gerührt, starrte er mich regungslos an. Ich sagte:" sieh Dich mal um, hier bewegt sich garnichts mehr. Ich kriege nicht mal mehr eine Gitterbox bewegt und du willst hier mit einer Langpallette raus? Zeig mir wo ich hier rauskomme und die ist sofort draußen." Die Halle hatte 2 Tore, die rannte der tatsächlich ab und sah selber, dass das nicht machbar war. Da war alles vorbei. Der kriegte einen roten Kopf und ging wortlos in sein Büro.
Das war das erste mal, dass ich jemals eine Arbeit verweigert hatte. Ärger gab es nicht. Von dem Tage an, hatte ich meinen Standartsatz: Ich mache alles, nur machbar muß es sein. 3 Jahre und 3 Geschäftsführer später war die Firma pleite. Seit dem bin ich arbeitslos.
Fazit für alle: Lernt auch mal nein zu sagen. Es ist nicht so schwer, wie man denkt.
 

Allimente

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Ich habe noch nie gerne gearbeitet, weder für einen Chef, noch für sonst was. Ich habe immer nur gearbeitet um meine Rechnungen zu bezahlen und mir etwas leisten zu können. Wenn mir die Arbeit Spaß macht, dann ist das keine Arbeit mehr, dann ist das mein Hobby. Und dieses Glück haben wohl nur die Wenigsten.
 

atasteofbunny

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Vielen Dank für eure zahlreichen Antworten!

Ich habe die letzte Nacht kaum schlafen können und dachte nur, hoffentlich klappt es heute einigermaßen, sonst dreh ich da noch durch ... dann musste ich mir schon innerhalb der ersten fünfzehn Minuten eine Beleidigung anhören a la "denken ist anscheinend nicht so Ihre Stärke" :eek::mad: Ich (nach den ersten Schrecksekunden): "Warum sagen Sie sowas zu mir?" Nach ihrer Antwort war ich dann erst recht stinksauer und musste einfach erstmal aus der Situation raus. Ich sagte, ich gehe kurz um den Block und komme dann wieder. Das war auch dringend nötig, sonst hätte ich da etwas kaputt gehauen.

Als ich also draußen herumlief, wusste ich auch nicht recht, wie es weitergehen soll. Ja, ihr Benehmen finde ich unmöglich. Aber warum springe ich so darauf an? Ich bin psychisch krank und weiß, dass Konflikte bei der Arbeit mich sehr mitnehmen, aber, dass es mich so umhaut?

Dann kam ich wieder herein und sie erklärte, wie sie Bemerkung mit dem Denken gemeint hatte. Will hier nicht alles so ausführlich schildern, aber im Grunde war es "nur" ein Missverständnis. Und sie ist sehr zufrieden mit meiner Arbeit, bis auf das eine oder andere, aber das ist okay.

Ja, das wäre vielleicht ein Zeitpunkt gewesen um anzusprechen, dass ich aber unzufrieden bin. Aber mir fehlen die Worte irgendwie dafür, deswegen habe ich ja diesen Thread gestartet ;).

@Katzenstube: Ich würde auch gern eins nach dem anderen bearbeiten, aber in diesem Betrieb geht das meistens nicht, eine gewisse Multitaskingfähigkeit wird schon erwartet, und das ist auch okay für mich. Nur, es kann auch mir mal zuviel werden.
Das Zweifeln an der eigenen Arbeitsleistung kenne ich auch sehr gut. Ich denke, das hängt auch mit meiner Depression zusammen. Und mit schlechten Erfahrungen.

@Kerstin_K: Während der Probezeit hatten wir ein Gespräch geführt und da war alles super, aber da war die andere Kollegin noch da und ich hatte nicht so viele Aufgaben wie jetzt. Es wäre wahrscheinlich das Beste, die ganzen Probleme bei ihr anzusprechen. Eigentlich bin ich auch ein Mensch, der keine Scheu hat, mit dem Chef zu reden, und hatte damit auch Erfolg (also entweder, der Chef ändert etwas oder ich weiß zumindest, woran ich bin ...) Nun waren das alles Jobs ohne echte Zukunftsperspektive. Jetzt ist es anders, ich habe einen unbefristeten Vertrag zu guten Konditionen. Vielleicht bin ich deswegen so unsicher...
Deine Geschichte ist toll. Du hast dich sehr mutig verhalten.

@Allimente: "Gut" - naja. Wie gesagt bin ich überlastet, für zwei arbeiten ist eben doch eine Nummer zu groß für mich! Aber grundsätzlich sind sie dort schon zufrieden mit meinen Leistungen.
 

Kerstin_K

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Wenn du überlastet bist, muss, bis Verstärkung da ist, knallhart priorisiert werden. Also klären, was gemacht werden muss und was liegenbleiben kann.
 

Maximus Decimus

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Man könnte auch eine schriftliche Überlastungsanzeige stellen bei der Chefin. Danach bitte man sie schriftlich um Priorisierung der anfallenden Aufgaben. Sonst hilft nur ein dickes Fell anlegen und es echt mal knallen lassen, dazu natürlich pünktlich zu Feierabend gehen. Ob es dem Betriebsfrieden gut tut, sei mal dahin gestellt.
 

Katzenstube

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Dem zuvor Gesagten kann ich mich nur anschließen. Bei meinem letzten Arbeitgeber hat ständig die Manpower bzw Frauenpower gefehlt was zu Lasten der anderen geht, mittlerweile hat sich auch herausgestellt- ein Faktor meiner Erblindung.

Ich war nicht in der Lage mich deutlich genug abzugrenzen. Der Preis dafür war mein Augenlicht. Ich würde für jeden anderen Arbeitnehmer hoffen, dass dieser klüger ist als ich.

Gruß in den Tag
Von Katzenstube
 

Gollum1964

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moin,

ich kenne das aus meinem Arbeitsleben eigentlich garnicht anders. Lob kam selten bis nie. Lief etwas falsch, kam das natürlich sofort auf die Agenda. Wenn seitens des Arbeitgebers lange Zeit keine Rückmeldung kam, war das schon das höchste der Gefühle. Man muß wirklich aufpassen, dass man die Aufgaben nicht zu "überehrgeizig" angeht, da man nach einer bestimmten Zeit immer mehr Arbeit auf dem Schreibtisch gelegt bekam, die man in derselben Zeit und zum selben Lohn zu erledigen hatte. Schlimm ist es natürlich, wenn nicht nur ein temporärer, sondern eine chronische Unterbesetzung vorliegt, sodass man die Aufgaben irgendwann nicht mehr "schieben" kann. Dann artete das schnell in Hunderten Überstunden jedes Jahr aus wie in meiner (mittlerweile insolventen) Schifffahrtsfirma. Regelmäßige Anfragen beim (schwachen) Betriebsrat liefen ins Leere, da der Chef geblockt hat und den administrativen Bereich "schlank" halten wollte (im operativen Bereich hat er hingegen laufend neues Personal "aufgesogen", die bringen ja Umsätze). Zumindest bekam ich die Überstunden ausbezahlt, sonst hätte ich das in der Firma kein Jahr mitgemacht (letztendlich knapp 8 Jahre). heutzutage würde ich solche chronisch unterbesetzten Arbeitsplätze von vornherein meiden, da mir die begrenzte Restlebenszeit zu kostbar ist. Aber man weiß je letzlich erst nachhher, wie eine Firma so tickt.

Also ataste, Kopf hochhalten und den Kelch an dir vorbeiziegen lassen, bis irgendwann der neue Kollege/ Kollegin auftaucht. Das ist halt die moderne Seite der Arbeitswelt.

Ich glaube in der DDR war das etwas anders. Ich habe mal gehört, dass man nach einer bestimmten Anzahl von Jahren in einem Unternehmen einen Orden als "Held der Arbeit" bekommen hatte.
 
Zuletzt bearbeitet:
G

Gelöschtes Mitglied 64655

Gast
Ich hatte auch schon solche Chefs. Führte bei mir das ich sukzessive meine eigentliche Arbeit Arbeit sein lies, also in den Hintergrund rückte und meine Kräfte dartauf konzentrierte
den Chef in seinem Eifer auszubremsen. Führte immer zum Knall.
 

Katzenstube

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Genauso läuft es Ottokar.

Irgendwann habe ich meinem Chef ja Contra geboten, als mir klar war, er schätzt meine Arbeit, hat sich aber mal wieder selber ins Knie geschossen.

Für die Kollegen hatte ich als Nervenberuhigin immer einen Keramiktopf mit Süssigkeiten. Auch mein Chef möchte Süsses. Würde dann alles mal wieder extrem sagte ich oft zum Chef 'Herr Blabla nehmen Sie erstmal ein Duplo, oder Schoki oder ...'

Das hat funktioniert! Zu dem Zeitpunkt hatte er mir (neben Tadel) auch erklärt, dass er meine Arbeit schätzt. Aber auch das war mutig von mir. Die anwesenden Techniker waren darüber geplättet.

Gruss von Katzenstube
 

Tetorya

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Also, ich kann dich sehr gut verstehen.
das hatte ich in meine vorherige Stelle.

Den Job fand ich wie immer selbst und anfangs war alles super,
bis ich beim JC gemeldet habe, dass ich arbeite.

Von da an fing den Chef mich zu mobben an.

Ging ich nach rechts, hab gestört, ging ich dann nach links, das Gleiche.

Ständige Kontrolle, Beschimpfungen usw....

Da ich beim JC anecke, auf meine Rechte bestehe,
wollten die mich mal umerziehen und unsicher machen.

Nach der Kündigung hatten die mich 8 Tage ohne Geld gelassen und sofort die Gleiche EGV ,
die ich vorher beim Gericht als Festsellungsklage abgegeben habe, nochmal zum Unterschrift gegeben.
Ich habe genau das Gleiche wie vorher gemacht.

Was ich damit sagen will, ist dass oft das JC beim AG anruft.....
Bei viele Maßnahmen versuchen die die Leute auszufragen
und Infos zu sammeln und die mal umzuerziehen.

Leider.


das komische ist, das Gleiche hat auch jetzt nach dem ich die Stelle beim JC angemeldet habe,
wieder angefangen.
Vorher waren die komplett anders.
 

Tetorya

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Bist Du sicher, dass das JC da anruft?


Ja, weil das passiert immer nach dem ich die Stelle anmelde.
Vorher sind alle von mir super zufrieden.
Deswegen zögere ich das auch hinaus bis zur Anmeldung.

Ausserdem kommen immer die Gleiche Sätze....und 1 :1 ist das unmöglich.

Und man merkt, wie alle dann ein Verhalten haben,
bei dem es genau um die Umerziehung geht .

Deswegen erzähle ich auch nie wieder da privates oder so.
Halte Distanz und beschränke mich komplett auf die Arbeit.

Jetzt erwarten die von mir auf einmal alles wofür ich eingestellt bin,
gleichzeitig zu machen.
Denn es steht im Vertrag wofür ich eingestellt bin, so die Aussage.

Also Jongleur sein.
 

Elgaucho

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Also einfach ist das gewiss nicht - was die TE hier schreibt. Jemand der sich so - unfair - verhält will sich selbst groß machen - indem er andere schikaniert bzw. auf Defizite beim Untergebenen mehr als unhöflich hinweist. Ich habe so ein Verhalten auch öfters von Vorgesetzten erlebt - nicht selten sind wir hinterher getrennte Wege gegangen - nicht jeder Chef bzw. Chefin mag selbstbewußte gut arbeitende Untergebene. Als ich den vermeintlich passenden diplomatischen Moment für ein - offenes Gespräch - abwartete und meinen Vorgesetzten auf sein für mich absolut despektierliches, mir gegenüber sehr herablassendes Verhalten ansprach - konkrete Situationen aus der Vergangenheit zitierte - reagierten diese oft pikiert und meinten - ich hätte dies in den falschen Hals bekommen - bzw. würde die
Situationen ganz falsch interpretieren. Viel konkretes bzw. selbstkritisches habe ich dabei nur sehr selten erlebt - zu 90 % gabelten sich unsere Wege danach endgültig. Einmal habe ich es bei einem Gespräch erlebt - das mir mein Vorgesetzter sehr offen gegenübertrat und sagte : Sie sind ebenso fähig wie ich - wenn gar nicht gar fähiger - warum soll ich mit Ihnen weiter zusammenarbeiten - suchen Sie sich was anderes - wir beide arbeiten weiterhin einen begrenzten Zeitraum miteinander zusammen bis Sie was anderes gefunden haben.
So was ist heutzutage aber mehr als selten und ist mir bisher nur einmal passiert und derjenige ist auf mich bis heute noch sehr gut zu sprechen. Aber sowas stellt heutzutage absolut die Ausnahme dar. Meistens ist man der absolute Depp und natürlich selbst verantwortlich für die Misere. Wer sonst ???
 
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