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Probleme im Job

christian87

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Etwas unorthodox über Probleme von der Arbeit im Erwerbslosenforum zu schreiben, aber ich möchte es auch nicht soweit kommen lassen durch meine Probleme ALG zu beziehen. Außerdem bin ich gern hier im Forum

Kurzfassung meiner Situation:
Hatte mit einem Arbeitskollegen (Markus) im November 2013 eine Auseinandersetzung gehabt. Vor der Auseinandersetzung war die Situation „Normal“, zwei gute Arbeitskollegen (er und ich), die sich gut verstanden haben. Vor dem Konflikt war es so, dass ich mir mit Markus eine Art Freundschaft vorgestellt hatte (also ein wenig mehr als nur gute Arbeitskollegen). Der Konflikt begann damit, dass ich einer Arbeitskollegin (Claudia) helfen wollte, und meine Hilfe von Markus als „Einmischerei“ und „KlugExkrementrei“ betitelt wurde.
Der Konflikt verschlimmerte sich, indem der Konflikt per E-Mail in einem Niveau endete, welches ganz und gar nicht Freundschaftlich auseinander ging (von beiden Seiten)

Ich suchte Rat bei meinem Vorgesetzten, weil ich wissen wollte, wie ich (nicht durch Vorgesetzten!) die Lage wieder in den Griff bekommen kann.
Dies hat nun den Anschein, dass ich ein „Kollegenschwein“ bin und ich meine Arbeitskollegen anschwärze.
Wenige Tage danach kam es durch zwei Vorgesetze (meiner und Markus‘s) zum Beschluss, dass keiner mehr darüber ein Wort verlieren darf. Außerdem ist jeder weitere Kontakt für mich zu Markus verboten worden, andernfalls gibt es eine Abmahnung.

Trotz des Beschlusses versuchte ich mehrere Wochen später ein Gespräch mit Markus aufzusuchen, aber der reagierte Null auf meinen Versuch, stattdessen schien ihn das gestört zu haben.

In laufe der Wochen/Monate danach stellten sich mir so viele Fragen auf, dass es mich psychisch völlig belastete. Hinzu kommt, dass eine Freundschaft deswegen zu Bruch gegangen ist (zwischen Markus und seinem Kumpel Christoph, Markus hat die Freundschaft beendet) und dadurch mein letzter Hoffnungsschimmer kaputt gemacht wurde, jemals wieder einen Weg zu ihn zu finden, um Frieden herzustellen.
Auch ich habe eine Freundschaft (zwischen mir und einer Arbeitskollegin Sandra) beendet, da sie nicht mehr mit mir redete und stattdessen nun gut mit Markus klar kommt, obwohl sie immer zu mir gestanden hat als es mir nicht gut ging und mich die Sache völlig aufgefressen hatte.

Außerdem sind noch weitere Arbeitskollegen betroffen, bei denen ich die Befürchtung habe, dass sie von der ganzen Geschichte Wind von bekommen haben könnten und deswegen nichts mehr mit mir zu tun haben wollen. Stattdessen sehe ich immer wieder, dass jeder gut mit Markus klar kommt, obwohl er nichts dafür getan hat, dass unsere Situation sich wenigstens normalisiert (auch wenn sich dort nie eine Freundschaft entwickeln wird)


Meine Probleme:
An erster Stelle ist mein Selbstwertgefühl durch den ganzen Konflikt völlig zerstört worden. Ich wünsche mir, dass ich wieder lachen kann, dass ich feiern kann, dass ich mich wohl fühle und ich mich wieder meinen Hobbys widmen kann, ohne über Arbeit nachzudenken.
Ich wünsche mir, dass ich meine Freunde nehmen kann, ohne darüber nachzudenken, dass sie vielleicht etwas gegen mich haben könnten.
Ich wünsche mir, dass ich wieder der Christian bin, der ich vor einem Jahr war.

An zweiter Stelle die Konzentration, die hat auf Arbeit nachgelassen.
Mir unterlaufen schnell Fehler, besonders dann, wenn ich wieder anfange zu grübeln. Das geht meistens dann los, wenn ich Markus, Sandra oder andere Arbeitskollegen über den Weg laufe, bei denen ich die Befürchtung habe, dass sie etwas gegen mich haben könnten.


Ärzte habe ich schon mehrmals aufgesucht. Zuerst im Januar, dort habe ich Anti-Depressiva bekommen. Haben zwar ein wenig beim Einschlafen geholfen, jedoch nicht das Problem bei mir gelöst. Beim zweiten Anlauf im Juni bin ich nochmal hingegangen, dort habe ich wieder Anti-Depressiva bekommen und die Info bekommen, dass wir in einer Iso-Gesellschaft Leben und wir einfach damit leben müssen, dass es sowas wie Gesellschaft nicht mehr wie früher vor 20 Jahren gibt. Bin dann ohne Überweisung zu einer Psychiaterin gegangen, diese hatte mir dann empfohlen eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen, oder mich privat durch Gesprächstherapie (Stunde 40 Euro) therapieren zu lassen.

Habe auch nichts dagegen, nur ich habe Angst durch das ständige begegnen von Arbeitskollegen (Callcenter - Großraumbüro) wieder Rückfällig zu werden.
Ich verstumme und mit mir ist nix mehr anzufangen. Möchte den Job weitermachen, würde ihn aber am liebsten „pausieren“. Gibt es da Möglichkeiten?
 

HartzVerdient

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Vor dem Konflikt war es so, dass ich mir mit Markus eine Art Freundschaft vorgestellt hatte (also ein wenig mehr als nur gute Arbeitskollegen).
Suchst du sexuelle Kontakte zu Markus ?

Sorry wenn ich das so krass formulieren. Es liest sich aber so. Du darfst nicht vergessen, dass du dort arbeitest und der Markus dort auch arbeitet. Er hat sicherlich ganz andere Vorstellungen von Freundschaft, Kollegentum und Arbeit als du es hast. Vieleicht will er einfach nix von dir.
 

christian87

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Hi HartzVerdient,

dieser Eindruck mit dem sexuellen Kontakt kommt bestimmt dadurch, weil ich mich jetzt so offen wie Möglich geäußert habe, und das wirkt ein wenig... in dieser Richtung. Oder es liegt an die Namen, die ich geändert habe^^

Ich denke, dass jeder von uns eine Grundeinstellung hat von dem, was geht, und was nicht. Als wir uns noch gut verstanden haben, haben wir unsere Vorstellungen über Arbeit und Kollegentum ausgetauscht, und die waren so ziemlich identisch. Es hängen ja noch mehr Kollegen mit drin, vermute aber dass er der Auslöser dafür ist, warum es auf Arbeit nicht mehr so gut läuft.

Dass er nix mehr von mir wissen will, ist mir sogar bekannt, nur ich will ein "normales" Verhältnis zwischen Arbeitskollegen, und kein ausspielen von Kollegen.
Ich suche Rat bei Ärzten, weil mir das Klima auf Arbeit sehr stark belastet und ich Selbstbewusst sein möchte, damit ich nicht anfange darüber zu grübeln.
 

Indeclinabilis

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Etwas unorthodox über Probleme von der Arbeit im Erwerbslosenforum zu schreiben, [...]
Ja, etwas. :biggrin:


Wenige Tage danach kam es durch zwei Vorgesetze (meiner und Markus‘s) zum Beschluss, dass keiner mehr darüber ein Wort verlieren darf. Außerdem ist jeder weitere Kontakt für mich zu Markus verboten worden, andernfalls gibt es eine Abmahnung.[...]
Um es mal kurz zu fassen: eure Vorgesetzten haben auf ganzer Linie versagt, weil es eigentlich deren Aufgabe wäre die Wogen zu glätten und so das Betriebsklima zu sichern. Und das macht man nun mal nicht indem man das Thema totschweigt und "abmahnungsbewährte" Verbote ausspricht. Vielmehr sollte ein offenes Gespräch gesucht werden, bei dem jeder seine Punkte ansprechen kann, die dann diskutiert werden - wobei die Diskussion durch "einen" neutralen Vorgesetzten moderiert werden sollte - um am Ende zu einer Übereinkunft kommen zu können.

Wie gesagt: eine glatte 6- für deine / eure Vorgesetzte/n.

[...]Trotz des Beschlusses versuchte ich mehrere Wochen später ein Gespräch mit Markus aufzusuchen, aber der reagierte Null auf meinen Versuch, stattdessen schien ihn das gestört zu haben. [...]
Mach dir da keinen Kopf. Und wenn dein Kollege vollkommen resistent gegen deine Annäherungsversuche ist - nun, du hast es probiert, und mehr kannst du auch nicht tun.

[...]

Meine Probleme:

[...]
Mein Tipp dazu: Schwamm drüber und vergiss den Mist, es gibt einfach Menschen mit denen gibt, bzw. kann es keinen Konsens geben. Und deiner Beschreibung nach, liegt genau solch ein Fall vor.

Was natürlich auch in Betracht kommt ist der Fall, dass "Markus" die Situation mag - also das er mag, wie du ihm hinterher trottest. In dem Fall ist natürlich wieder die Methode: "Schwamm drüber und vergiss den Mist", die Beste.

Abseits davon wäre es im Bezug auf deine Probleme evtl. ratsam, professionelle Hilfe aufzusuchen, damit du dein Psyche wieder in geregelte Bahnen bekommst. Über Probleme reden hilft nämlich ungemein und da eure Vorgensetzen in dieser Disziplin vollends versagt haben, bietet es sich an, anderweitig Hilfe in Anspruch zu nehmen bevor der große Zusammenbruch deinerseits kommt. Das dieser dir irgendwann ins Haus steht, lässt sich zumindest deinem Beitrag entnehmen. Weil steigt deine Fehlerquote aufgrund der gesunkenen Konzentration, so steigt auch die Chance das du in beruflicher Hinsicht noch mehr Probleme bekommst. Was in Kombination mit dem gesunkenen Selbstwertgefühl dem Fass den Boden ausschlagen kann.

m.M

:icon_pause:
 

Lilastern

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@christian87

Ich denke diese Konflikte die du mit deinen Arbeitskollegen hast, das ist Mobbing oder?

Ich würde dir raten einen Pychologen aufzusuchen. Überweisung kann dich dein Hausarzt oder Facharzt.

Einen Arbeitsplatzwechsel würde ich in so einem Fall auch in Erwägung ziehen.

Und wenn du es gar nicht mehr in diesem Callcenter aushältst dann lässt du dich eine Zeit AU schreiben. Dein behandelnder Arzt soll dir ein Attest ausstellen, dass du aus gesundheitlichen Gründen in dieser Firma nicht mehr arbeiten kannst.

So kannst du eine Sperrzeit von ALG 1 umgehen.
 

Roter Bock

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Du solltest damit aufhören in einen Arbeitskollegen einen "Freund" sehen zu wollen. Das ist zuviel des Guten und wäre zum Beispiel mit mir im Arbeitszusammenhang völlig unmöglich.

Leider ist oft in diesen Kamuffelbuden das konventionelle "Sie" verlorengegangen ist. Ich halte diese "Form" aber für notwendig. Distanz ist das Zauberwort. Diese blöde Zwangsduzerei nach dem Motto "Wir sind je alle ganz locker" ist die Wurzel allen Übels.

Und genau Deine miesen Gefühle kommen von dort.

Die meisten Betriebe sind nur "Durchlauferhitzer" auf Zeit, vergiss es nicht. Lass es nicht so dicht an Dich ran. Dein Selbstwertgefühl muss es nicht tangieren.

Mal ein Beispiel aus der Praxis:

Eine junge neue Kollegin kommt an meinen Schreibtisch. "Guten morgen Herr..... ich wollte mich nur mal vorstellen: Ich bin die GIGI"!

Ich aufblickend von der Arbeit, sehe ein wohlgeformtes Weibstück mit blonden Haaren und einem grenzstupiden Gesichtsausdruck.

Meine Antwort: "Hat GIGI auch einen Nachnamen?". Sie hat nie wieder versucht mich anders als mit "Herr" und "Sie" anzusprechen.

Es ist manchmal gut ein älterer Herr mit Kinderstube zu sein. Ergänzung von mir. Das Ausspielen von Arbeitskollegen gehört zu einer bewährten Taktik der Unternehmer. Sie wollen bewusst nicht, das sich Menschen zu gut verstehen - sie könnten sonst solidarisch handeln.

Zweite Ergänzung. Ob Du Dich in Behandlung begibst musst Du selbst entscheiden (...ich halte nichts davon). Überlege wie Du "Selbstwertbewusstsein" auch außerhalb des Jobs aufbauen kannst.

Du bist gut und an Dir ist nichts verkehrt Markus. Die Welt ist verdreht - die Arbeitswelt erst recht, weil Arbeitgeber denn Kampf der Kollegen untereinander brauchen um ihre Interessen zu sichern.

Du bist in Ordnung! Aber vielleicht machst Du diese Erfahrung das erste Mal.


Roter Bock
 

KARLderWEHRER

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Hallo,

ich kann mich der Meinung von Roter Bock anschließen.

In der Arbeitswelt gibt es solche und solche Kolleginnen und Kollegen. Sicherlich gibt es auch Kolleginnen und Kollegen, mit denen man Freundschaften schließen kann und die auch ein Leben lang dann anhalten. Aber in Sachen Loyalität ist es leider so, dass dann die Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber oft größer ist, als gegen den Kollegen.

Sieh die Sache vielleicht nicht zu eng. In der Hauptsache ist man ja sowieso im Job um Kohle zu scheffeln. Gleichzeitig möchte ich dich jedoch auch zur Vorsicht raten. Solltest du aufgrund des Sachverhalts womöglich gemobbt werden - ich hoffe es nicht - wäre das für dich äußerst unangenehm. Gleichzeitig solltest du wissen, dass Mobbin äußerst schwierig nachzuweisen ist und im allerschlimmsten Fall dein Arbeitsverhältnis wohl im Bestand gefährdet wäre.

Jetzt lass dich aber auf jeden Fall nicht unterkriegen. Kämpf, denn wer nich kämpft, hat bereits verloren.

Alles Gute für dich

KdW
 

Papu5

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Hi Christian,

gibt es in deiner Firma eine Personalabteilung? Human Ressources? Die wären eigentlich die Ansprechpartner für Probleme am Arbeitsplatz, nicht deine unmittelbaren Vorgesetzten die nur Ruhe in der Firma haben wollen, damit alles reibungslos klappt.

Was die lieben Arbeitskollegen angeht, wer sich so verhält wie die, die taugen nicht für Freundschaften. Sei froh, das dir rechtzeitig die Augen geöffnet wurden, auch wenn das Betriebsklima gerade a.A. ist.
 

Blurry

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Ich gebe hier Papu5 recht.
Alternativ zur Personalabteilung wäre noch der Betriebsrat, falls es einen bei euch gibt. Meines Wissens nach ist der Betriebsrat bei Mobbing und anderen schlechten Bedingungen, die das Arbeitsverhältnis stören, der direkte Ansprechpartner. Dieser kann dir dann auch genauere Auskunft zu deinen Fragen geben.

Gruß
Blurry
 

andreajosi

Neu hier...
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Hallo Cristian,

als erstes möchte ich dir mein Bedauern über deine Situation mitteilen.

Ich selbst kenne diese Situation sehr gut. Da ich für längere Zeit die gleichen quälenden Ängste hatte.

Bei mir kam es durch eine Unterschriftenaktion, die gegen eine Kollegin gestartet wurde. Diese Aktion regte mich sehr auf und ich hatte heftigste Kritik gegen eine solche Aktion geübt.
Das hatte zur Folge dass mich viele Kollegen, deren Unterschrift eben genau auf dieser Liste zu finden war, mieden wie der Teufel das Weihwasser.

Auch habe ich immer meine Rechte die ich als Arbeitnehmer habe durchgesetzt. Zur Not auch mit Betriebsrat.
Das kam bei den vielen neueren Kollegen nicht gut an.

Anfangs fragte ich mich immer öfter ob es an mir liegt, dass ich gemieden werde. Was ich falsch mache, ob ich noch zu sehr in alten Mustern verhafte.

Nun, die Arbeitswelt hat sich in den letzten 10-15 Jahren sehr verändert. Freundschaften unter Kollegen sind wohl auch nicht mehr so häufig anzutreffen. Heutzutage ist sich jeder selbst der nächste.

Aber ich habe nichts falsch gemacht. Und aus dieser Überzeugung, die heute noch genauso gilt wie zum Zeitpunkt dieser Aktion habe ich mich aus dieser quälenden Situation frei machen können.

Nun mein Rat an Dich:
Was passiert ist kannst du nicht ungeschehen machen.

Wenn dein Selbstwertgefühl tatsächlich durch den Konflikt völlig zerstört wurde, kann es vor dem Konflikt auch schon nicht sehr groß gewesen sein? Wurde es nicht vielleicht durch das gute Verhältnis zu deinem Kollegen, als gut empfunden?

Überdenke mal dein Bild von den Kollegen/innen die dir nicht gut tun. Vielleicht stellst du Sie auf ein zu hohes Podest, weil du gerne dazu gehören möchtest.
Du gehörst aber nicht dazu und das musst du nun mal akzeptieren.

Lauf den Kollegen nicht hinterher denn du hast es nicht nötig.
Bewahre dir zumindest dieses Selbstwertgefühl.

Das Problem mit der Konzentration, sobald du daran denkst kenne ich sehr gut. Man hat das Gefühl, es frisst einen auf.
Dazu habe ich auch keinen Rat. Außer dass es mit der Zeit wieder besser wird.

Ob dir Psychologen oder andere sogenannte Professionelle wirklich helfen können, weiß ich nicht.

Jedenfalls nicht mit Antidepressiva. Das wird dich schnell in eine kranke Schublade schieben und du glaubst dann irgendwann selbst, du wärst krank.
Du bist aber nicht krank sondern du machst Erfahrungen des Lebens. Die sind manchmal nicht schön.
Die muss man aber durchleben und überwinden. Das braucht seine Zeit aber macht dich stark.
Du hast hier im Forum darüber berichtet und bekommst Feedback.
Das wird dir helfen diese Situation zu überwinden. Der alte Christian ist weg. Der neue Cristian wird auch wieder lachen können. Der wird sich auch wieder wohl fühlen und sich seinen Hobbys widmen ohne über Arbeit nachzudenken. Glaub es mir.

In diesem Sinne, alles Gute für Dich

PS. Deine Arbeit zu pausieren ist keine gute Idee.
Stell dich bewusst den Anforderungen. Das steigert dein Selbstwertgefühl wider.
Pausieren bedeutet schlapp machen und du bleibst in der Spirale in der du dich derzeit befindest.[/FONT][/SIZE]
 

Blurry

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Deine Arbeit zu pausieren ist keine gute Idee.
Stell dich bewusst den Anforderungen. Das steigert dein Selbstwertgefühl wider.
Pausieren bedeutet schlapp machen und du bleibst in der Spirale in der du dich derzeit befindest.
Ich bin da ähnlicher Meinung wie andreajosi.
Pausieren verschiebt nur das Problem nach hinten. Ändern wird sich dadurch schätzungsweise recht wenig.

Gruß
Blurry
 

christian87

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Danke für eure vielen Antworten :icon_smile:

Wie Indeclinabilis schrieb und wie ich es damals auch für Sinnvoll hielt, wäre eine offene Diskussion gewesen. Auch die Gespräche mit den betroffenen Teamleitern (meiner und seine) haben nur soviel gebracht, dass ich mich nicht damit weiter beschäftigen solle, also weder mit ihm, noch mit den ganzen Vorfall von damals.

Mein Grundprinzip war früher immer:
Problem = Klären

Jetzt ist es so:
Problem = Gegenpartei beredet dies erstmal mit (so zitiert er) "seinen Leuten", dann versuchen so weit wie möglich aus den Weg zu gehen, zwischendurch anderen vor mir warnen (Zitat: "bei Christian musst du vorsichtig sein"), wenn sich die Gelegenheit ergibt mich noch vor anderen schlecht machen. Wenn ich ihn anspreche werde ich stehen gelassen. Problem ungeklärt.

Die Frage, die ich mir sehr häufig stelle ist, ob das jetzt typische Mobbing-Attacken sind (wie Lilastern und KARLderWEHRER vermuten), oder ob ich mit einer/mehreren Situationen einfach nicht fertig werde. Ich halte mich hier genau in der mitte auf. An manchen Tagen denke ich, dass ich es gut überstanden habe, aber an anderen Tage denke ich nur "ich muss hier weg, ich halte es nicht mehr aus."

@Roter Bock: Ich mache diese Erfahrung in der Tat zum ersten mal. Bisher hatte ich noch nie so eine verstrickte Situation, und wenn sie mal kam half reden oder schreiben. In meiner Situation hilft nichts. Ich kann nur zugucken wie man mit mir Pflaume spielt, und ich versuche mich jedesmal nicht als die Pflaume zu sehen.

Ich bin (wie seine Teamleiterin so schön sagt) Harmoniesüchtig. Ich mag es wenn viele Menschen sich vertragen und verstehen. Wir ziehen alle am selben Strang. Ich bin ein Mensch, der von anderen keine Entschuldigung erwartet, sondern Verständniss für seine und meine Situation.

@Papu5 @Blurry
Über Betriebsrat habe ich auch schon nachgedacht, hierfür bräuchte ich aber Unterstützung von anderen Arbeitskollegen, die die Situation beobachten. Sobald es aber um ihn geht, macht keiner was. Am Ende wird der Spieß umgedreht und ich bin der Böse.

@andreajosi
Danke für deine aufbauenden Worte :icon_smile:
 

Lilastern

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@christian87

An deiner Stelle würde ich mir eine andere Anstellung suchen.

Früher oder später überfordert dich diese Situation und du bekommst gesundheitliche Probleme.

Wenn du gar nicht mehr klarkommst, dann kannst du mit Hilfe eines Arztes das Arbeitsverhältnis aus gesundheitlichen Gründen beenden.

Sehr wichtig ist aber, dass dir dein Arzt attestiert, dass du aus gesundheitlichen Gründen in dieser Firma nicht mehr arbeiten kannst.

So ein Formular bekommst du bei der AFA/Jobcenter.

Mache aber nicht den Fehler und kündige selber ohne dass du eine andere Stelle oder eine schriftliche Bestätigung in der Hand hast.

Nur mit so einem ärztlichen Attest kannst du ohne Sperrzeit aus dem Arbeitsverhältnis kommen. Besser ist sicher eine neue Anstellung.

Du kannst dich natürlich auch vorerst AU schreiben lassen.
 
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