Problem mit 1€-Job (Fahrtstrecke)

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Toastbrot

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Hallo zusammen.

Vorgeschichte:
Ich bin seit Dezember als 1€-Jobber tätig...mein Arbeitsbereich umfasst die Betreuuung von Behinderten (geistig & körperlich) bei den Familien zuhause. Da ich wechselnde Arbeitsstätten habe, bin ich auf ein Fahrzeug angewiesen (Quasi Nicht-Erreichbarkeit mit Bus und Bahn)

Jetzt ist folgende Situation eingetreten:
durch einen Autounfall (kein Verschulden meinerseits) habe ich mein Fahrzeug "verloren" (Totalschaden), derzeit habe ich einen Mietwagen und die Versicherungsangelegenheit ist noch im Lauf.

Es ist allerdings fraglich, ob ich mit dem Schadensersatz ZEITNAH ein neues Fahrzeug anschaffen kann (Angebote sind recht dünn gesät)...der Träger meines 1€-Jobs hat zwar Firmenwagen, aber für mich steht keiner zur Verfügung.

Kann ich nun zum Umstieg auf Bus & Bahn gezwungen werden, obwohl die Fahrtwege katastrophal sind ? (z.b. bei Glatteis 45min Fußweg vom Bahnhof nach Hause - auf teilweise unbeleuchteten Strecken. Busverbindung ABENDS ist nicht mehr vorhanden)
 

wolliohne

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zum einen ist dieser Job mit Sicherheit unzulässig weil nicht zusätzlich und Regelarbeitsplätze verdrängt werden.

weiterhin würde ich ab Morgen zu Hause bleiben da Fahrtstrecke nicht zumutbar und von den 100-150,- zusätzlichen Euros nichts übrig bleiben kann.
 
E

ExitUser

Gast
Wenn Du nicht zur "Arbeit" fahren kannst, dann ist das nicht Dein Problem. Ich würde einfach eine schriftliche Mitteilung an das Jobcenter machen, dass Du kein Auto mehr hast und sie Dir sagen sollen wie Du das bewerkstelligen sollst. Bei der Gelegenheit auch gleich mitteilen, dass hier die Zusätzlichkeit der Maßnahme geprüft werden soll weil offensichtlich regluäre Arbeitsplätze für Pflegekräfte durch 1€-Jobber ersetzt werden. Und bis eine Antwort kommt würde ich zuhause bleiben.

Gab es denn für die Dienstfahrten zu den Pflegebedürftigen wenigstens eine Fahrtkostenerstattung?
 

Martin Behrsing

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Ich würd doch kein Privat-PKW für solche Sklaventreiber benutzen. Entweder stellen die einen Dienstwagen zur Verfügung oder es war es dann.
Sag mal, was läßt du dir eigentlich alles bieten?
 

35StGB

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Wenn ich das richtig verstanden habe, bist du bei der Ausübung dieser Arbeitsmaßnahme sogar auf ein Fahrzeug angewiesen, damit du die zu betreuenden Personen zuhause besuchen kannst ?.

Es steht ziemlich außer Frage das du hier sozusagen den Job eines mobilen Pflegedienstes ausführst.

Daher möchte ich dir nahelegen ein nettes Schreiben an deinen Maßnahmeträger aufzusetzen und an die Arge. Lege diesem Schreiben eine detailierte Beschreibung deiner ausgeübten Tätigkeit bei, auch Fahrten mit dem privat PKW, dazu stellst du eine Kostenaufstellung zusammen. Fahrzeugversicherung, Benzin, Steuern, Verschleiß.

Googel mal ein bisschen im Internet herum was der Einsatz eines mobilen Pflegedienstes normalerweise in deiner Region kostet. Dann rechnest du davon 40 % runter und verlangst den rest der Summe als Rückwirkend zu zahlenden Lohn. ( Die Entlohung von weniger als 60 % des Ortsüblichen Tariflohns ist Sittenwiedrig).

Betone ebenfalls, das die Stelle Zwangscharakter hatte und du dich im Falle der Weigerung deiner Existenz gefährdet gesehen hasst. Den Tatbestand der Nötigung, sollte man jedoch mit Bedacht verwenden, und besser im Zivilrecht.

Wenn du vorhasst Schritte einzuleiten, solltest du ebenfalls den Schritt vor das Gericht einplanen, da ohne Urteil niemand vor der Arge Recht bekommt.
 

Tinka

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Ganz genau!
Und wer zahlt ihm nun die Geschichte mit dem Unfall, bzw. ersetzt ihm sein kaputtes Auto?
Imho ist dafür ebenfalls der Träger zuständig, der ihn un-rechtmäßig sein Privatfahrzeug nutzen liess.


:icon_evil:


Jetzt ist folgende Situation eingetreten:
durch einen Autounfall (kein Verschulden meinerseits) habe ich mein Fahrzeug "verloren" (Totalschaden), derzeit habe ich einen Mietwagen und die Versicherungsangelegenheit ist noch im Lauf.
 

Vater Flodder

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z.b. bei Glatteis 45min Fußweg vom Bahnhof nach Hause - auf teilweise unbeleuchteten Strecken
Nimm dir ein Taxi (ist günstiger als die Anschaffung eines eigenen Autos). Zum Glück ist ja nicht immer Glatteis :icon_lol::icon_hug:


der Träger meines 1€-Jobs hat zwar Firmenwagen, aber für mich steht keiner zur Verfügung.
Hihi, das habe ich ja erst jetzt gelesen :icon_neutral: Das ist ja echt unfassbar, was sich manche Leute bieten lassen.
 

Toastbrot

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Vielen Dank für eure Antworten.

1. Ich habe eine Fahrtkostenerstattung direkt vom Träger bekommen, daher habe ich zugestimmt.
Die Fahrtkostenerstattung gilt NICHT für Dienstwagen (wobei für mich keiner frei ist lt. Träger - letzte Anfrage vor 3 Wochen, da wurde ich auf Bus & Bahn verwiesen)

2. Ich habe bereits die Unzulässigkeit gemeldet, bislang keine Reaktion. Werde aber nochmal nachhaken.

3. Taxi würde TÄGLICH 5€ Kosten verursachen, das ist ein Vielfaches der eingesetzten Benzinkosten. in dem Fall bliebe tatsächlich nichts mehr übrig.


Ich hab den Job nur gemacht, weil ich das bisschen zusätzliche Geld gut gebrauchen konnte.
 

Mario Nette

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Ui. Wenn die trotz Meldung nichts machen und sich später herausstellt, dass keine Zusätzlichkeit festgestellt worden ist, machen sie sich strafbar. Interessante Entwicklung.

Mario Nette
 

Toastbrot

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Habe noch die zusätzliche Info grad bekommen, dass der Träger (ohne mein Wissen !) bereits die Verlängerung der Maßnahme bei der ARGE beantragt hat.

Ursprünglicher "Vertrag" waren 3 Monate, läuft Anfang März aus. Danach mit neuem "Vertrag" nochmal 3 Monate knüppeln...

Ich denke, ich muss nochmal nachbohren wegen der "Zusätzlichkeit".
 

wolliohne

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das wird ja immer toller bei dir,

ohne dein Wissen (vom Träger ??) verlängert ist ebenfalls unzulässig !

Ende,weitere Tips zu Sklavenjobs gibts nicht.
 

Mario Nette

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Neenee wolli, Toastbrot schreibt, dass der Träger eine Verlängerung beantragt hat. Die Zustimmung muss also in diesem Fall durch die ARGE kommen. Die könnten jetzt immer noch abwägen, ob es integrationsförderlich ist, zu verlängern. (Man darf ja wohl noch träumen, gelle? :icon_smile:)

Mario Nette
 
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