Probezeitkündigung jetzt nachträgliche Begründung durch AG und Sanktionsandrohung

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Maidie

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Hallo liebe Forengemeinde,

ich bin ganz neu hier und bitte um Nachsicht wenn ich hier vielleicht anfangs noch nicht alles ganz korrekt mache was Threaderöffnung usw. betrifft.

Ich habe hier natürlich schon ein bisschen quergelesen und auch Threads gefunden die mit meinem Thema verwandt und äußerst informativ für mich sind, jedoch sind solche Sachen immer so individuell gelagert dass man dann meist keine zufriedenstellenden Antworten für seine eigene Situation finden kann.

Vielleicht habt ihr ein paar Tipps und Ratschläge für mich wie ich mit der folgenden Problematik am besten umgehen sollte:

Ich habe mich vom 01.09. - 31.10.2019 in einem Beschäftigungsverhältnis befunden.
Eine Stelle im öffentlichen Dienst in einem städtischen Museum, Verwaltung, Teilzeit 20 St. /Woche.
Die Stelle war mit TVöD Entgeltgruppe 5 vergütet.
Ich habe in diesem Museum bereits 2 Jahre lang als freie Mitarbeiterin bzw. Museumsführerin gearbeitet bevor ich mich um die feste Stelle in der Führungsbuchung des Museums beworben habe, weil diese dann vakant war.
Ich hatte mich bereits das zweite Mal für die gleiche Stelle beworben und wurde beim zweiten Versuch dann auch tatsächlich eingestellt.
Da ich als Museumsführerin (diese Tätigkeit habe ich jetzt nach meiner Kündigung wiederaufgenommen) eng mit der Führungsbuchung des Museums zusammenarbeite, kannte ich die Art der Tätigkeit sehr gut, auch waren mir die organisatorischen Aufgaben dieser Stelle sowie die internen Abläufe, die Zusammenarbeit mit den Kollegen, sowie natürlich sämtliche Inhalte der angebotenen Führungen im Museum vertraut.

In der Stellenanzeige war eine dreijährige Berufsausbildung im kaufmännischen Bereich als Voraussetzung genannt. Oder entsprechende Fachkenntnisse.
Da ich eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin absolviert habe verfüge ich über entsprechende Fachkenntnisse.
Allerdings habe ich die staatliche Prüfung nie abgelegt und verfüge daher über keinen
Abschluss.

In meinem Lebenslauf und meinem Anschreiben habe ich meine Ausbildung erwähnt, jedoch nie die vorzeitige Beendigung der selbigen.
Natürlich habe ich meinen Bewerbungsunterlagen dadurch auch kein Zeugnis beigelegt. Es gibt ja keins.

Im Bewerbungsgespräch wurde ich auch nie nach einem Zeugnis gefragt. Nicht im ersten und auch nicht im zweiten Bewerbungsgespräch. Ich dachte mir, wenn das niemand wissen will, ist es wohl auch nicht relevant.

Die Festanstellung ist eine kleine Verwaltungstätigkeit und bedarf im Grunde keiner spezifischen Ausbildung sondern nur grundsätzlicher Kenntnisse im EDV bzw. in der Bürokommunikation und inhaltlicher Kenntnisse der Führungen und Abläufe im Museum.

Im Bewerbungsgespräch wurde ich nur gefragt welche Inhalte mir in der Ausbildung vermittelt wurden, also ob ich mich mit Textverarbeitung, Emails und Datenbanken auskenne, was ich tue, denn diese Kenntnisse waren Ausbildungsinhalte über die ich verfüge, da ich meine Ausbildung bis zur Prüfung tatsächlich auch absolviert habe (lässt dich mittels Zwischenzeugnisse nachweisen)

An meinem ersten Arbeitstag wurde ich dann jedoch nachträglich nach meinem Abschlusszeugnis gefragt, welches für das Personalamt benötigte wurde.
An dieser Stelle habe ich die Personalchefin natürlich darüber aufgeklärt dass ein solches nicht vorhanden ist.
(Ihre erste Reaktion war die Bemerkung dass sie selbstverständlich davon ausging dass sich nur jemand bewerben würde der auch tatsächlich ein Abschlusszeugnis hat)

Mir wurde dann in dem Gespräch mit der Personalchefin mitgeteilt dass ich ohne Berufsabschluss ja eigentlich nicht in die Entgeltgruppe 5 eingestuft werden kann und dadurch die Stelle gar nicht hätte bekommen dürfen.
Man müsse sich darüber beraten und dann sehen wie man mit dieser Situation umgeht.

24 Tage lang habe ich dann meine Tätigkeit in der Führungsbuchung ganz normal ausgeführt ohne dass die Situation mit dem fehlenden Zeugnis nochmals in irgendeiner Form zur Sprache kam.

Am 25.09.2019 erhielt ich dann ohne weitere Vorwarnung die Kündigung. Es war eine Kündigung in der Probezeit ohne Angabe von Gründen. Ich war ab dem 25.09.2019 freigestellt und der Austritt aus der Beschäftigung erfolgte am 31.10.2019 bei voller Lohnfortzahlung.
Mündlich wurde mir mitgeteilt dass es sich um formale Gründe handelt, denn durch die nicht abgelegte Prüfung würde ich die formalen Voraussetzungen für die Führungsbuchungsstelle nicht erfüllen und daher kann das Beschäftigungsverhältnis nicht aufrecht erhalten werden.
(Im Nachhinein erfuhr ich, nach Rücksprache mit dem Personalamt, dass das Beschäftigungsverhältnis durchaus hätte aufrecht erhalten werden können, ich hätte nur aufgrund meiner Vorbildung in eine niedrigere Entgeltgruppe eingestuft werden müssen.)
Ich bat um eine schriftliche Bestätigung über die formalen Gründe, die mir jedoch konsequent verweigert wurde mit dem Hinweis auf die nicht erforderliche Begründung einer Kündigung in der Probezeit.

Bei meinem auf die Kündigung folgenden Antrag bzw. WBA beim JC reichte ich natürlich alle nötigen und geforderten Dokumente ein und habe auch längst einen positiven Bescheid über die Leistungen erhalten.
(Ich bin übrigens verheiratet und habe ein minderjähriges Kind)

Jetzt habe ich mit Eingang am 22.11.2019 ein Schreiben von meiner Arbeitsvermittlerin erhalten in welchem sie mir mitteilt dass ich, nach den ihr vorliegenden Unterlagen, in meinen Bewerbungsunterlagen und im Bewerbungsgespräch behauptet hätte eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung zu haben und dadurch auf verlangen des AG kein Zeugnis vorlegen konnte. Dadurch hätte ich vorsätzlich bzw. grobe fahrlässig meine Arbeitslosigkeit selbst verschuldet. Mir droht nun eine Sanktion.
(Im Übrigen habe ich die Stelle beim erdten Bewerbungsversuch vom JC vermittelt bekommen und mich beim zweiten Mal aus eigener Initiative beworben.)

Die Sache ist nun die: ich habe nie behauptet ich hätte einen Abschluss. Das ist eine Unterstellung.
Und ich frage mich woher die Arbeitsvermittlerin die Information hat.
Mir wurde keine Begründung für die Kündigung ausgestellt (Kündigung in der Probezeit ohne Angabe von Gründen) und dem JC schon? Wie kann das sein?

Ich wäre dort sehr gerne noch weiterhin festangestellt beschäftigt gewesen und nun wird mir eine verhaltensbedingte Kündigung unterstellt. Ich bin mir keines Fehlverhaltens bewusst. Auch wurde mir dies niemals vorgeworfen. Das ist auch der allgemeine Konsens unter allen meinen Kollegen im Museum. (Wo ich, wie gesagt, wieder als freie Mitarbeiterin beschäftigt bin Wie schon zuvor)
Und eine verhaltensbedingte Kündigung unterscheidet sich m.M.n. deutlich von einer Kündigung aus formalen Gründen.


Wie gehe ich nun strategisch am besten vor um eine Sanktion sich abzuwenden?
Hat jemand einen guten Ratschlag?


Herzliche Grüße und einen schönen Abend,



Maidie
 

Kerstin_K

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Oder entsprechende Fachkenntnisse.
Damit wäre ich gegen die Kümdigug vorgegangen, aber für eien Kümdigungsschutzklage ist es zu spät.

KAnnst du die Fachkenntnisse nicht irgendwie nachweisen, zum Beispeil durch ein Zeugnis vom Ausbildungsbetrieb? Damit könnntest du auch der Sanktion den Wind aus den Segeln nehmen.
 

Maidie

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Gegen die Kündigung vorzugehen hatte ich auch überlegt, aber ich wollte erstens keine persönliche Zwietracht säen (die meisten meiner Kollegen sind auch meine Freunde und ich wollte es mir nicht "mit dem Museum verscherzen" indem ich den Rechtsweg beschreite) was zugegebenermaßen sehr naiv oder einfältig klingt, das ist mir bewusst.

Aber auch haben mir Menschen die ich diesbezüglich um Rat gefragt habe und von denen ich dachte dass sie sich mit sowas besser auskennen als ich, wenig bzw. überhaupt keine Aussicht auf Erfolg prophezeit da ja in der Probezeit keine Gründe genannt werden müssen und die Kündigung dadurch nicht anfechtbar sei.

Die Fachkenntnisse lassen sich natürlich irgendwie durch meine Zwischenzeugnisse nachweisen. Allerdings meinte damals die Personalchefin zu mir dass ich mich nicht einfach "selbst irgendwo eingruppieren kann" denn das Museum hätte seine ganz eigenen Kriterien für Fachkenntnisse, sprich SIE entscheiden was für sie Fachkenntnisse sind und was nicht. Egal was im TVÖD steht.

Und eine Kündigung erfolgte ja trotzdem. Ob das das JC irgendwie beeindruckt dass ich über Fachkenntnisse verfüge?
Die unfreundliche Arbeitsvermittlerin wird nur sagen dass dies ja die Kündigung de facto auch nichtabgewendet hat...
 

Maidie

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Danke, das ist gut zu wissen.
Allerdings frage ich mich in diesem Zusammenhang wer der Arbeitsvermittlerin gesagt hat das ich einen Berufsabschluss angegeben hätte.
Oder hat die was missverstanden?
Oder hat sie sich das vielleicht selber so zurechtgeschoben um einen Grund zum sanktionieren zu haben? (Das ist natürlich eine Unterstellung, ganz klar. Jedoch wurde ich in der Vergangenheit von dieser Frau schon öfter schikaniert, vor allem wenn ich ohne Beistand zu Terminen kam, sodass ich ihr leider einiges an Bösartigkeit zutrauen würde)

Mir stellt sich die Frage ob jemand aus dem Museum (die Personalchefin?) der Arbeitsvermittlerin gegenüber diese falschen Angaben gemacht hat und wenn ja wer genau?

(Warum macht ein AG sowas und das auch noch im Nachhinein? Darf der so etwas überhaupt? Man kann doch nicht einfach im Nachhinein nach Lust und Laune noch irgendwelche Gründe raushauen. Wozu gibt es dann diese Probezeitregelung überhaupt?)

Wie kann ich das rausfinden? Durch Akteneinsicht vielleicht? Oder kann ich diese Information auch telefonisch abfragen?
Ich möchte ungern eine Stellungnahme dem JC gegenüber abgeben ohne genau zu wissen was der Arbeitsvermittlerin für Informationen vorliegen. Ich verfüge nämlich nicht über solche, die sie angeblich hat.

Wenn ich nämlich sage dass ich nie behauptet habe einen Abschluss zu besitzen und jemand vom Museum aus der Personalabteilung behauptet das Gegenteil sieht es nicht gut für mich aus oder?

Aussage gegen Aussage und so, oder nicht?
Oder ist so eine Aussage von, sagen wir, der Personalchefin oder der Museumsleiterin kein echter Beweis für das JC? Wenn die das schriftlich aussagen zum Beispiel?
 
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Nena

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Wenn ich nämlich sage dass ich nie behauptet habe einen Abschluss zu besitzen
Da ich eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin absolviert habe verfüge ich über entsprechende Fachkenntnisse.
Hier hast Du es behauptet. Wenn Du es ggü Deiner AG auch so behauptet hast, dann bist Du noch ganz gut weg gekommen mit "nur" der Kündigung.
(Ich habe studiert. Mehr als zehn Fächer. Abschluss? Nö, habe ich doch nie behauptet...)
 

Kerstin_K

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Akteneinsicht ist eine gute Idee. Und wenn da itgend njemand aus dem Museum was falsches behauptet hat, würde ich darauf drängen, dass das korrigiert wird.

Ich vermute, dass das ganze ein grosses Missverständnis ist. Mir mir jemand sagt, er habe eine Ausbildung zu xy, dann gehe ich ehrlich gesagt auch davon aus, dass diese Ausbildung mit der üblichen Prüfung abgeschlossen wurde. Alles andere ist ungewöhnlich und bedarf der Erklärung.
 

Maximus Decimus

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Hast du es denn in der Bewerbung kenntlich gemacht, dass du keinen Abschluß hast oder hast du einfach nur die Ausbildung ohne weiteren Kommentar im Lebenslauf aufgeführt? Ich persönlich würde bei Lebensläufen in denen die Zeit für eine Ausbildung aufgeführt ist und explizit nicht dabei steht das kein Abschluß vorhanden ist immer davon ausgehen, daß ein Abschluß gemacht wurde.
Ich kann mich dran erinnern, dass einige Politiker im Bundestag so ihren Lebenslauf frisiert haben indem die Zeit des Studiums angegeben wurde, aber nicht ob es erfolgreich beendet wurde.
 

Maidie

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Naja, da scheiden sich wirklich die Geister.
Im Grunde habe ich gemacht was ganz viele Leute machen.
Vor allem Studienabbrecher.
Ich habe das so gemacht wie es auch einige Karriereberater für Studienabbrecher auf ihren Websites vorschlagen. Ich habe die Ausbildung in meinem Lebenslauf angegeben, nämlich in folgender Form:

Ausbildung:

20xx-20xx: Institut für Fremdsprachen XY,
Fremdsprachenkorrespondentin Englisch /Italienisch


Und weiter nichts.
Das ist ja auch keine Lüge. Ich war in diesen Jahren tatsächlich an diesem Institut und habe die Ausbildung tatsächlich gemacht und kurz vor der Prüfung aus gesundheitlichen Gründen abbrechen müssen.
Ich habe NICHT hingeschrieben "Abschluss als..." oder "Staatlich geprüfte Fremdsprachenkorrespondentin" (das wäre nämlich mit Abschluss die korrekte Bezeichnung) oder "abgeschlossene Berufsausbildung als..." und auch eine Abschlußnote habe ich nicht hinzugefügt genauso wenig wie ein Abschlusszeugnis, das habe ich hier ja nicht.
Ich habe mit vielen Leuten, auch mit Kollegen darüber gesprochen und keiner sieht darin irgendeine Art von Fehlverhalten.
Tatsächlich sagten mir einige Kolleginnen dass sie ihr eigenes abgebrochenes Studium in genau dieser Form im Lebenslauf angeben wie ich meine Ausbildung. Wenn irgendjemand dann bei einem Bewerbungsgespräch dann nicht nachfragt ist es nicht wichtig und wenn ein Personaler selbstverständlich von einer abgeschlossen Berufsausbildung ausgeht ohne zu hinterfragen oder nach einem Zeugnis zu fragen ist das sein eigenes Verschulden.
Müssten nicht eigentlich bei einem erfahrenen Personaler alle Glocken läuten bei so einer Formulierung und er müsste gleich nachfragen?

Ihr könnt mich gerne moralisch verurteilen wenn ihr das für richtig haltet. Rein rechtlich gesehen habe ich jedoch m.M.n. nicht gelogen oder irgendwas behauptet was nicht stimmt.
Und das ist der Knackpunkt. Was das JC angeht zumindest.

Ich muss dazu auch nochmal explizit erwähnen dass im Museum eigentlich (zumindest ist mir bisher nichts bekannt) niemand Groll gegen mich hegt.
Mir wurde auch nie ein Vorwurf gemacht und ich arbeite da ja immer noch als freie Mitarbeiterin.
Tatsächlich hat die Museumsleiterin es sogar bedauert dass sie mich entlassen muss, denn über die Kündigung hat wohl letztendlicheine höhere Stelle als sie entschieden.
 

abcabc

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Ich habe in diesem Museum bereits 2 Jahre lang als freie Mitarbeiterin bzw. Museumsführerin gearbeitet bevor ich mich um die feste Stelle in der Führungsbuchung des Museums beworben habe, weil diese dann vakant war.
Würdest du die alte Stelle denn wieder bekommen oder will das Museum dich nicht mehr beschäftigen?
Wenn ja, hätte deine kurzfristige Anstellung keine negativen Folgen was ALG II Bedarf betrifft. Im Gegenteil das JC hätte eher 2 Monate lang Geld gespart.


Jetzt habe ich mit Eingang am 22.11.2019 ein Schreiben von meiner Arbeitsvermittlerin erhalten in welchem sie mir mitteilt dass ich, nach den ihr vorliegenden Unterlagen, in meinen Bewerbungsunterlagen und im Bewerbungsgespräch behauptet hätte eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung zu haben und dadurch auf verlangen des AG kein Zeugnis vorlegen konnte.
Versuch mal Kopien davon zu bekommen. Ggf. über die DSGVO Akteneinsicht in deine Akte beim JC.
Wäre interessant zu wissen, ob die SB Märchen erzählt oder ob dein ehemaliger AG das falsch darstellt (und dort Informationen sind, die er niemals an das JC hätte geben dürfen). Ist immer gut mindestens genauso viel wie ein SB zu wissen. ;)
 
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Maidie

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@ abcabc


Danke für den Tipp.
Ich habe die "alte Stelle" schon längst wieder und arbeite wieder in meiner vorherigen Position.
Das Museum will mich ja auch unbedingt als Mitarbeiterin behalten. Die Direktorin hat mir mitgeteilt dass es nicht ihre Entscheidung war mich zu entlassen sondern die des Vorstandes des Trägervereins. (Der sozusagen der AG des Museums bzw. aller Museumsangestellten ist)
Niemand ist dort auf mich böse. Also zumindest hab ich nichts gehört. Bei der Kündigung wurde es bedauert dass man mich "entlassen müsse".

Nur spielt dieser Umstand für das JC wohl kaum eine Rolle oder? Da ich ja die Festanstellung verloren habe.
 
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Maximus Decimus

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Niemand wollte dir was unterstellen, lediglich eine andere Sichtweise aufzeigen. Das Missverständnis bestand halt darin, daß die Personalabteilung eine andere Auffassung als du hattest. Leider ist der öffentliche Dienst recht starr mit seinen Vorschriften und es stimmt das die Möglichkeiten bestanden hätte, dich eine Entgeltgruppe niedriger einzugruppieren.
 
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Allgemein ist Fremdsprachenkorrespondent/in ein Ausbildungsberuf (Ohne Ausbildung wäre wohl nach meiner Ansicht, Übersetzer oder Dolmetscher unschädlich, weil das ohne Zusatz keine geschützte Berufsbezeichnung ist). In dem Fall ist es erstmal egal. Ich sehe es als wichtig an, zu sehen, welche Angaben tatsächlich beim JC gemacht wurden und wenn da keine Angabe dazu steht, das der AG ausgesagt hat, er hätte dich aufgrund...."falscher/weggelassener Angaben deinerseits" however) gekündigt, würde ich darauf bestehen, das es sich um eine normale Kündigung während der Probezeit gehandelt hätte, ohne Angabe von Gründen. Wenn du dir "gut stehst" mit den der Personalchefin, könnte sie dir evtl. bescheinigen, das du ohne Angabe von Gründen entlassen wurdest aus internen Gründen? ( Der AG kann nicht gezwungen werden, gegenüber dem JC Angaben zu machen, das hat schon mal jemand durch exerziert, den ich kannte).
 

avrschmitz

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Für mich stellen sich da zwei Fragen.

1. Hast Du im Lebenslauf die Dauer der Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin angegeben? Wenn ja, konnte man aus der Dauer nicht erkennen, dass diese Zeit wesentlich kürzer ist, als die übliche Ausbildung? Soll heissen, dann hätte dem AG schon klar sein müssen, dass Du keine abgeschlossene Ausbildung hast. Wie @Kerstin_K schon geschrieben hat, für eine Kündigungsschutzklage ist es jetzt zu spät. Aber das könnte ein Argument hinsichtlich der Sanktion sein.
Dadurch hätte ich vorsätzlich bzw. grobe fahrlässig meine Arbeitslosigkeit selbst verschuldet. Mir droht nun eine Sanktion.
2. Wenn Du in Deinem Lebenslauf angegeben hättest, dass Du keinen Abschluss hast, hättest Du die Stelle auch nie bekommen. Von daher kann ich nicht nachvollziehen, dass Du Deine Arbeitslosigkeit selbst verschuldet hast. Im Gegenteil, das JC soll froh sein, dass sie für 09/19 - 10/19 nicht für Dich zahlen mussten.
 

franzi

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Wenn ihr nur die Abschlussprüfung fehlt, wird die Dauer der Ausbildung nicht wesentlich kürzer gewesen sein als üblich.

Aus meiner Sicht kann man ihr nichts vorwerfen. Sie hat nur angegeben, was tatsächlich Fakt ist. Ausbildung als XY von ... bis ...

Im Lebenslauf ist es schlichtweg nicht üblich, zu schreiben: "Ausbildung als ...XY ... Abschlussprüfung am ... oder Ausbildung abgeschlossen am ..."

Es gibt Leute, die mehrere Ausbildungen angefangen haben und dann aus unterschiedlichen Gründen nicht abgeschlossen haben. Kommt häufiger vor bei Leuten, die z. B. eine Lehre machen.

Da steht dann im Lebenslauf:

Ausbildung bei Fa X als Y von ... bis ...
Ausbildung bei Fa Z als A von ... bis ...

Da muss der Personaler im Gespräch nachhaken, wenn er näheres über den Abschluss wissen will.
Außerdem liegen bei Berufsabschluss auch Zeugnisse vor. Im konkreten Fall wurde ja gar kein Zeugnis vorgelegt.

Da es heutzutage auch Bewerber gibt, die z. B. im Ausland Qualifikationen erworben haben, oder z. B. auch rein schulische Berufsausbildungen, sollte der Personaler immer nachfragen.

Interessant wäre allerdings, was genau in der Stellenbeschreibung stand!

Welche Qualifikationen wurden da genau gefordert?
Wurden da nur Kenntnisse in A, B, C ... gefordert oder stand da: "Abschluss im Beruf X zwingend erforderlich"?

Wenn also im Bewerbungsgespräch solche Fragen nicht angesprochen wurden, ist das eine Nachlässigkeit bzw. mangelnde Sorgfalt des Personalers, die er dem Bewerber nicht anlasten kann.
Der Bewerber hat im Lebenslauf alle relevanten Daten angegeben.
Er muss sich auch nicht schlechter darstellen als er ist, das könnte ihm nämlich als Nichtbewerbung ausgelegt werden.
Wenn er/sie schon im Anschreiben angegeben hätte: "Leider habe ich die Ausbildung nicht abschließen können...", wäre sie vermutlich gar nicht zum Gespräch eingeladen worden.

Im Lebenslauf soll man auch nicht lügen. Das Weglassen von Abschlüssen, die man gar nicht erworben hat, ist keine Lüge oder Täuschung des Arbeitgebers.

Problematisch wäre es nur dann, wenn in der Stellenausschreibung explizit gestanden hätte, dass ein Abschluss im Bereich X erforderlich ist oder erwartet wird.
Dann hätte sie sich aber wohl auch gar nicht auf die Stelle beworben!

Man bewirbt sich grundsätzlich auf Stellen, die man sich aufgrund der ehrlichen Selbsteinschätzung zutraut. Wenn es dann auch noch ein Vermittlungsvorschlag des JC ist, hat man sogar die Pflicht bzw. gar keine andere Wahl, (als) sich zu bewerben.

Arbeitgeber wissen auch, dass nicht jeder Bewerber zu 100 % passgenau ist. Viele Bewerber erfüllen nur 2 Drittel der geforderten Voraussetzungen. Dennoch bewerben sie sich, und haben durchaus Chancen auf die Stelle.
Letztlich liegt es in der Verantwortung und Entscheidung des Personalers, wer dann eingestellt wird. Dabei können auch weitere Aspekte von Bedeutung sein, die nicht direkt mit den Qualifikationen zusammenhängen, wie z. B. Flexibilität etc.
Im konkreten Fall ist es ja so, dass die Bewerberin bereits dort gearbeitet hat und mit den Arbeitsabläufen vertraut war. Und sogar jetzt arbeitet sie immer noch dort.
Also wird ihre Arbeitskraft und ihr Wissen dort durchaus geschätzt und hat sie dieses bisher auch schon beweisen können.

Letztlich geht es m.E. nur darum, dass sie versehentlich (oder aufgrund mangelnden Nachfragens hinsichtlich ihres Berufsabschlusses) in die falsche bzw. zu hohe Gehaltsgruppe eingestuft wurde.
Hier liegt die Verfehlung aber auch nicht bei der Bewerberin sondern wiederum beim Personaler bzw. Arbeitgeber.

Da sie dort unter den Kollegen durchaus beliebt ist und auch als Mitarbeiterin geschätzt wird, finde ich eine Kündigung in diesem Fall nicht wirklich nachvollziehbar.
Die Einstufung in die falsche Gehaltsgruppe hätte man durchaus korrigieren können.

Im speziellen Fall geht es ja um eine bewährte Mitarbeiterin, die dem Arbeitgeber schon längere Zeit in der täglichen Praxis bekannt war. Er hatte also keinen völlig fremden Bewerber vor sich! Umso mehr ist die Entscheidung zur Kündigung für mich nicht wirklich nachvollziehbar.

Es könnte allerdings sein, dass es interne Intrigen gab, z. B. eine Mitbewerberin, die über eine abgeschlossene Ausbildung in dem Bereich verfügte, und die sich durch die Entscheidung benachteiligt fühlte. Vielleicht hat man sich deswegen, um rechtliche Streitigkeiten zu vermeiden, zu diesem Schritt entschlossen. Da man eigene Fehler ungerne zugibt, ist es auch nachvollziehbar, dass kein konkreter Kündigungsgrund angegeben wurde.

Aus dieser Sache nun nachträglich eine Sanktion zu konstruieren, steht m. E. auf wackeligen Beinen.
Zumal die Bewerberin ja immer noch bei diesem Arbeitgeber tätig ist!
Der Arbeitgeber kann daher auch nicht sagen, dass er die Bewerberin per se schlecht gefunden hat. Schließlich schätzt er ja durchaus ihre Kompetenzen!

Insgesamt betrachtet finde ich das Verhalten des Arbeitgebers bzw. die Kündigung, die eigentlich ein Rückzieher ist, menschlich recht armselig und spricht nicht für charakterliche Größe.
Ich würde dort ungern weiter arbeiten wollen. Meine uneingeschränkte Loyalität hat so ein Arbeitgeber nicht verdient.
 
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MondSonneSterne

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Wenn dort steht "oder entsprechende Fachkenntnisse", dann wird nicht zwingend Abschluss X gefordert. Folglich würde jeder Bewerber bereits erworbene Kenntnisse in die Bewerbung schreiben.
Wenn Abschluss X konkret gefordert wird, legt man ein Zeugnis der Bewerbung bei.
Wird im Bewerbungsgespräch das fehlende Zeugnis nicht gefordert, dann ist das aus meiner Sicht Nachlässigkeit auf AG-Seite.
Ich sehe hier keine Täuschung.
Und würde dementsprechend knapp dem Jobcenter schreiben.

Hast Du den Vermittlungsvorschlag für diese Stelle noch? Der könnte vielleicht noch hilfreich sein, wenn es in den Widerspruch usw.geht.

Akteneinsicht würde ICH alleine schon deshalb beim Jobcenter beantragen, weil Du ja weiterhin in anderer Position beim dem AG bist. Entweder kam die Behauptung vom AG oder die Arbeitsvermittlung hat es als solches hingedreht. Bei Ersterem wäre mir als AN unwohl täglich zur Arbeit zu gehen.
 
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G

Gelöschtes Mitglied 64517

Gast
Alle Leute die ich kenne formulieren ihr abgebrochenes Studium oder ihre angebrochene Ausbildung im Lebenslauf genau so wie ich es gemacht habe. So kenne ich es und ich sehe darin nichts verkehrtes.

Und so ist es auch richtig. Denn wenn der Zusatz "mit Abschluss" (Streber geben auch noch die Note an) fehlt, dann habe ich als Personaler zunächst mal davon auszugehen, dass dieser fehlt.

Und wenn kein Zeugnis vorhanden ist, dann ist es sowieso klar. Hier hat also die Personalabteilung geschlafen. Denn ohne Nachweise, sind alle Angaben im LL zunächst einmal Schall und Rauch.

Im öffentlichen Dienst dauert es in der Regel ein paar Jahre, bis die Personaler auf dem gleichen Stand sind wie in der freien Wirtschaft. Dumm nur, dass nun ebenfalls eine starre Behörde entscheiden soll, ob du sanktioniert wirst, obwohl ihnen zum Thema die notwendigen Fachkenntnisse fehlen dürften.

Edit: hoffe natürlich dass du dich nicht im Anschreiben oder im Vorstellungsgespräch um Kopf und Kragen geplappert hast.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
finde ich eine Kündigung in diesem Fall nicht wirklich nachvollziehbar.
Die Einstufung in die falsche Gehaltsgruppe hätte man durchaus korrigieren können

Es ist der öffentliche Dienst. Wenn man diese ungelernte Mitarbeiterin in einer niedrigeren Gehaltsgruppe behalten hätte, würde man für diese Stelle nie wieder die Erlaubnis bekommen, eine Mitarbeiterin mit Ausbildung und entsprechend höherer Gehaltsgruppe einzustellen.
Blödsinnige öD-Logik, aber total verständlich, dass das Museum dieses Risiko nicht eingehen will.
 

quinky1950

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Das überhaupt eine Probezeit vereinbart wurde, ist bereits eine absolute Unverschämtheit.
Das hier auf irgendwelchen schriftlichen Unterlagen eine Kündigung hervorgezaubert wird, ist ebenfalls eine absolute Unverschämtheit!
WARUM?
Ganz einfach: DIESE Arbeitsstelle wurde 2Jahre zur vollen Zufriedenheit ausgeführt, daraus eine Probezeit zu konstruieren und auf schriftlichen Unterlagen zu bestehen, die NICHTS mit dieser Arbeit zu tun haben (weil sie ja zur Zufriedenheit ausgeführt wurde) , ist einfach lächerlich.
Ebenso:
Was will das Jobcenter konstruieren? Eine Sanktion?
Auch ebenfalls völliger Unsinn, DENN
1. die alte Arbeitsstelle wurde bis 31.10.19 ausgeführt, die neue Arbeitsstelle (was auch die alte war), wird bereits jetzt wieder durchgeführt. Eine selbstverschuldete Hilfebedürftigkeit besteht überhaupt nicht, da die ALTE Arbeitsstelle wieder besetzt wurde. Das jetzt ein anderer (eventuell geringerer) Lohn besteht, hat damit absolut nichts zu tun.
2. WENN wegen den schriftlichen Unterlagen per 1.9. die Arbeitsstelle nicht hätte ausgeführt werden dürfen, hätte das Jobcenter das VOLLE ALGII zahlen müssen, weil die Anstellung bedingt durch fehlende (zumindest behauptete) Qualifikationen nicht erfolgt wäre.
Trotzdem wurde die Hilfebedürftigkeit gesenkt.
3. Was will sanktioniert werden?
Eine Arbeitsstelle anzunehmen?
 

avrschmitz

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Maximus Decimus

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Das überhaupt eine Probezeit vereinbart wurde, ist bereits eine absolute Unverschämtheit.
Warum? Eine Probezeit ist absolut normal.

Das hier auf irgendwelchen schriftlichen Unterlagen eine Kündigung hervorgezaubert wird, ist ebenfalls eine absolute Unverschämtheit!
WARUM?
Ganz einfach: DIESE Arbeitsstelle wurde 2Jahre zur vollen Zufriedenheit ausgeführt, daraus eine Probezeit zu konstruieren und auf schriftlichen Unterlagen zu bestehen, die NICHTS mit dieser Arbeit zu tun haben (weil sie ja zur Zufriedenheit ausgeführt wurde) , ist einfach lächerlich.
Laut Aussage des AG lagen die Voraussetzungen für die Besetzung der Stelle nicht vor. Der AG kann frei entscheiden, welche Kriterien für die Besetzung der Stelle anzuwenden sind. Unglücklicherweise für die TE hat der AG festgestellt, das die von ihm festgelegten Kriterien nicht erfüllt werden.
Hauptsache mal wieder laut brüllen, ohne weitere Kenntnisse und Anwendungen eines TVÖD. Dieses macht es auch nicht besser, dass einige Wörter geschriehen werden.
Am Stammtisch würde man sagen: "Gut gebrüllt, Löwe!"
 

SteifenKristja

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Laut BVerfG kann eine bis zu max 30%-Sanktion nur mit dem Ziel der Überwindung oder oder Verringerung der Hilfebedürftigkeit verhängt werden. Hier jedoch wird eine Sanktion als nachträgliche Bestrafung für eine Herbeiführung von Hilfebedürftigkeit in Betracht gezogen und dies obendrein noch, obwohl die unterstellte Lüge doch erst zur zeitweisen Überwindung der Hilfebedürftigkeit geführt hat. Ergo: Der SB macht sich lächerlich und ist keine Aufregung wert.
 
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