Probebeschäftigung?

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Paolo_Pinkel

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Hi,

tja. Ich weiss nicht was ich davon halten soll. Ein weiterer Schrit im Enddarm der Arbeitgeber. Ist eine Probezeit nicht generell zur Erprobung da wo der Arbeitgeber so oder so Lohn/Gehalt zahlen muss?

Wenn man schon diese Förderung gibt dann sollte man auch sehen, dass diese erst nach der Probezeit - welcher der Arbeitgeber natürlich zahlt - gezahlt wird sonst setzt das falsche Signale und lädt zur Mitnahme ein.

So kann man auch ein Arbeitsjahr rum kriegen ohne einen Cent zu bezahlen.

Gruss

Paolo
 

Donauwelle

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Hier ist es doch beschränkt auf Arbeitslose, die wegen Schwerbehinderung oder aus Rehagründen eine Arbeit ggf. nicht tätigen könnten. Ich finde das eigentlich ganz ok (zu den sonstigen Fällen von Probearbeiten, unbezahlten Praktikas etc.)
 

Drueckebergerin

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Klasse........da ist sie ja, die Vollbeschäftigung, wenigstens für Behinderte.
Zwar alle 3 Monate in einem anderen Laden "zur Probe" aber wir sind ja flexibel.
Ich würde vorschlagen, daß die Arbeitgeber nach einer gewissen Zeit die gleichen Bewerber erneut zur "Probe" einstellen können.:icon_kotz:
 

Paolo_Pinkel

Super-Moderation
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Hier ist es doch beschränkt auf Arbeitslose, die wegen Schwerbehinderung oder aus Rehagründen eine Arbeit ggf. nicht tätigen könnten. Ich finde das eigentlich ganz ok (zu den sonstigen Fällen von Probearbeiten, unbezahlten Praktikas etc.)

Hi,

ja sicher. Das habe ich schon verstanden. Aber bei einer Integrationsmaßnahme werden sowieso Fördergelder in Form von Lohnzuschüssen gezahlt. Diese orientieren sich meist an der Beschäftigungsdauer eines AN.

warum soll also noch die Probezeit bezahlt werden wenn nicht irgendwie geregelt wird, dass sofern ein AN nicht geeignet ist der AG die Fördergelder wieder zurückzahlen muss?

So wie ich das verstehe kann ein findiger AG - und davon gibt es viele - einen schwer behinderten AN einstellen und ihm 2 Monate und 29 Tage Hoffnung machen.

Am 30. Tag fällt dem AG dann ein, dass er aus einem unscheinbaren Grunde doch nicht geeignet wäre und sich dies in der Probezeit rausgestellt hätte. Verstehe die Logik bei der ganzen Sache nicht.

Einen Bewerber kann man bereits grom in einem Gespräch "abklopfen". Ein Teil macht dann die (hoffentlich) vorhandene Menschenkenntnis. Von daher.

Gruss

Paole
 
R

Rounddancer

Gast
In einer Zeit, in der selbst erstklassige, gesunde, voll leistungsfähige Menschen arbeitslos herumsitzen müssen, und bald jeden Tag einie hundert Menschen irgendwo in Deutschland ihren Arbeitsplatz verlieren, ist es noch viel schwerer als sonst, Menschen in Lohn und Brot zu bringen, die dem Idealbild Mitarbeiter Handelsklasse I a plus nicht entsprechen, und B-Ware, hier: Behinderte Menschen, bleibt dann erst recht liegen.

Ob wir überhaupt jemals wieder zu unseren Lebzeiten den Zustand erreichen werden, in dem alle erstklassigen Mitarbeiter in Arbeit sind und trotzdem noch Nachfrage nach Mitarbeitern besteht?
Dann, und ich fürchte, nur dann, werden behinderte Menschen vielleicht eine Chance bekommen. Und das ist harte Arbeit für die Behinderten-Betreuer.
Immerhin, es gibt -wenn auch selten- Lichtblicke.
So berichtete der Baden-Württembergische Landtagsabgeordnete Rudolf Hausmann bei "Pro Arbeit 2008" davon, daß vor einiger Zeit eine Reutlinger Fabrik ungeheuer boomte. Man brauchte Mitarbeiter für die Produktion. Dringend. Doch zu der Zeit war der Arbeitsmarkt da leergefegt. Das Arbeitsamt konnte der Firma nur einen taubstummen Menschen anbieten. Nach vielem Reden, wohl der Not gehorchend, nicht dem eignen Triebe, ließ sich der Chef der Firma breitschlagen. Der Mann konnte sich vorstellen. Er bekam den Job, trat die Arbeit an. Wenige Tage nach dessen Arbeitsantritt rief der Chef der Firma beim Arbeitsamt an und sagte: "Habt Ihr davon noch mehr? Dann schickt mir zwanzig!"
 

gerda52

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Rounddancer, mit dem Beitrag hast Du mal wieder die Krone abgeschossen. :icon_neutral:

Dass es auf dem Arbeitsmarkt nicht gerade human zugeht, ist bekannt. Aber Behinderte Menschen als B-Ware zu bezeichnen geht entschieden zu weit.



 

avalon

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Lassen wir mal die unmögliche Wortwahl von Rounddancer ausser acht, übersieht er immer noch eines: Diskriminierung -vor allem im öffentlichen Dienst- findet nicht dadurch statt, dass Behinderte generell nicht eingestellt werden. Ganz im Gegenteil, es gibt Programme, in denen viele zu "Datenerfassern", Pförnern oder Mitarbeiter für die kommunalen Callcenter ausgebildet werden, meist mit Jobgarantie. Bei den regulär ausgeschriebenen Stellen, insbesondere in den höheren Tarifstufen, ist aber Sense!
Da will man die nicht haben. Von daher passt es wunderbar ins Bild, dass da mal wieder ein Produktionshelfer eingestellt wurde. Wieviele Hochschulabschlüsse und/oder qualifizierte Ausbildungen hatte der ungelernte Produktionshelfer denn?
 
R

Rounddancer

Gast
Gerda, ich beschreibe nur die Tatsache, so, wie es zugeht.
Übrigens: Auch ich bin behindert.

Avalon, laut dem Bericht des Abgeordneten war das ein ganz normaler Mensch, der seine Arbeit in der Produktion tun, aber halt nicht reden und hören konnte.
 
S

Sissi54

Gast
Also solche Antworten von der Redaktion (Beitrag #7),
mein Kompliment ! :eek:

Und Glückwunsch, wenn dieser Beitrag als Aushängeschild stehen bleibt ! :icon_klatsch:

Wäre ich Betreiber eines Forums, könnte sich so ein Redaktionsmitglied verabschieden !

Etwas Respekt kann man wohl erwarten !
Was wäre ein Forum ohne seine Mitglieder ?
 

gerda52

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Rounddancer meinte:
Gerda, ich beschreibe nur die Tatsache, so, wie es zugeht.

Vll. habe ich mich gerade deshalb so aufgeregt, Deine Darstellung kommt rüber wie der Schlachthausmonolog aus Döblins 'Berlin Alexanderplatz'.

Übrigens: Auch ich bin behindert.
Ich habe Deinen Beitrag schon richtig verstanden, aber solch bedingungsloses Annehmen des Ausgeliefertsein bereitet mir nun mal Schwierigkeiten.

Rounddancer meinte:
Wenige Tage nach dessen Arbeitsantritt rief der Chef der Firma beim Arbeitsamt an und sagte: "Habt Ihr davon noch mehr? Dann schickt mir zwanzig!"
Hier war das Fass dann endgültig voll, aber das musst Du jetzt nicht verstehen.

Ich werde meinen vorigen Beitrag editieren, weil mir bewusst ist, dass ich überreagiert habe. Sorry, aber mehr ist als Entschuldigung nicht drin.
 
R

Rounddancer

Gast
Liebe Gerda,
Du machst einen großen Fehler: Du verwechselst den Verursacher einer Nachricht oder Situation mit dem Berichterstatter, dem Reporter, dem Überbringer einer Nachricht, einer Situation.

Doch da bist Du in guter Gesellschaft, ließ doch schon der russische Zar die Überbringer schlechter Nachrichten blenden,- und auch Herr Schäuble jagt nicht die bösen, korrupten Buben in den eigenen Reihen (=Behörden, etc.) , Politik und in der Wirtschaft, sondern, und nun auch mit dem BKA-Gesetz, die Journalisten, die einen Teil der Korruption, der Skandale aufdecken.

Zudem habe ich im Weiteren mit Quellenangabe einen SPD-Landtagsabgeordneten (mithin den sozialpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag) zitiert, der nunmal in dem Ausschuß sitzt, der in Reutlingen bei der Arbeitsagentur ist.
 

gerda52

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Ich hätte jetzt auch wieder ein Widerwort parat, aber lassen wir es gut sein.

Benutze doch einfach ein menschliches Vokabular, dann rege ich mich auch nicht mehr auf.
 
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Rounddancer

Gast
Ich nehme keinen Weichspüler statt Vor- oder Hauptwaschpulver.

Aber lassen wir das.
 

redfly

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Ich kann auf der Internetseite der AGRE in Bochum nur folgendes lesen:

Arbeit zum Nulltarif

Sollte es anders sein, hätte es die ARGE schreiben können!
 

gerda52

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@ redfly

Die ARGE Bochum ermöglicht es Ihnen, Arbeitsuchende aus dem Rechtskreis SGB II im Rahmen einer Probebeschäftigung bis zu 3 Monaten probeweise zu beschäftigen. Eine Förderung von behinderten, schwerbehinderten oder gleichgestellten Menschen kann drei Monate lang in Höhe des Arbeitsentgeltes erfolgen.

Quelle
 

redfly

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Ja sicher, worauf bezieht sich die ARGE mit "in Höhe des Arbeitsentgeltes"? Alles nur Blödsinn.
 
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Rounddancer

Gast
Ist doch ganz einfach: Der Mitarbeiter kriegt sein Geld (Lohn, Gehalt), aber in den ersten drei Monaten kriegt der Arbeitgeber dieses Geld von der ARGE zurück. Das bedeutet: Der Arbeitgeber kann den Mitarbeiter drei Monate lang arbeiten lassen, aber es kostet den Arbeitgeber nur das, was er aufwenden muß, um den Mitarbeiter einzuarbeiten, aber der Mitarbeiter selbst kostet ihn nix.
 

Til Gung

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Benja

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Sicher, dass Du den Wiki-Artikel vollständig gelesen und auch verstanden hast?:confused:
 

Til Gung

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Ich denke schon, es ging mir um die Begriffverwendung im Vergleich zu dem von gerda52 gerügten Begriff Ware in Bezug auf Arbeitnehmer, Da finde ich diese Betriebswirtschaftlichen Begriffe wesentlich inhumaner.
 

Eka

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Ich stehe diesem etwas zwiespältig entgegen. Die dreimonatige Probezeit stoßt bei mir gewaltig auf, wenn ich an manche Behinderungen denke, wo diese Betroffenen, einen strukturierten, interessanten, kreativen Arbeitsplatz benötigen, einen guten, fairen, strengen Chef, mit einem sehr langen Atem brauchen, um Arbeitsplätze überhaupt erhalten zu können.
Diese Menschen kann man nicht alle drei Monate irgendwo hinschicken.



LG
Eka
 

Kerstin_K

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Ich bin selber Schwerbehindert (GdB 100 %). Ich kann mir keinen einzigen behonderten Menschen vorstellen, der eingestellt werden will, weil er behindert idt un der AG deshalb Fördergelder abgreifen kann. Und genau dazu wird hier doch der Anreiz geschaffen.

Ich kenne allerdings auch eine kliene Geschichte einer Bekannten: Zu ihren Aufgaben gehört es, bei Meetings Protokoll zu führen. Da Sie hörgeräte trägt, hat sie manchmal Schwierigkeiten, eine Diskussion zu verfolgen, wenn alle gleichzeitig reden. SIe hat sich dann vor die Mannschaft gestelllt und ihr Problem geschildert. In der Firma hat sich danach eine ganz neue Diskussionskultur gebildet. Man läßt sich gegensditig ausreden, statt dem anderen ins Wort zu fallen. Die Meetings sind kürzer und effektiver geworden. Dem Chef gefällt das so gut, dass er als Urlaubsvertretung auch jemanden mit Hörbehinderung gesucht hat.

Diesen Weg finde ich gut. Die Stärken eines Menschen geziehlt ausnutzen, dann ttreten die Schwächen in den Hintergrund. Dann habe ich auch kein Problem mit Fördergeldern.
 

Hexe45

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Lassen wir mal die unmögliche Wortwahl von Rounddancer ausser acht, übersieht er immer noch eines: Diskriminierung -vor allem im öffentlichen Dienst- findet nicht dadurch statt, dass Behinderte generell nicht eingestellt werden. Ganz im Gegenteil, es gibt Programme, in denen viele zu "Datenerfassern", Pförnern oder Mitarbeiter für die kommunalen Callcenter ausgebildet werden, meist mit Jobgarantie. Bei den regulär ausgeschriebenen Stellen, insbesondere in den höheren Tarifstufen, ist aber Sense!
Da will man die nicht haben. Von daher passt es wunderbar ins Bild, dass da mal wieder ein Produktionshelfer eingestellt wurde. Wieviele Hochschulabschlüsse und/oder qualifizierte Ausbildungen hatte der ungelernte Produktionshelfer denn?

Wohl ein Witz, ich bekam in ÖD drei Jobs nicht, weil ein Veto vom Schwerbehindertenbeauftragten kam.

Und ich bin da kein Einzelfall. Denn das läuft schon lange, daß ältere gegen Behinderte ausgespielt werden.
Nur haben Ältere keine Lobby.

Das soll jetzt nix gegen Behinderte sein. Nur nach dreimal das gleiche Spiel wirds dann schwer Verständnis zu haben, insbesondere wenn deine eigene Existenz gefährdet ist.

LG
Hexe
 

Susann

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Hallo Hexe,

bei gleicher Qualifikation geht der Job an den Behinderten, so werden die Stellen auch ausgeschrieben.

Ebenso Frauen vs. Männer, Frauen sind zu bevorzugen bei gleicher Qualifikation.

LG
Susann
 
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